DJI RC 2 zurücksetzen: vier Wege und ihre Folgen

DJI RC 2 zurücksetzen: vom Aufräumen des Speichers über die Stick-Kalibrierung bis zum Werksreset. Welche Stufe welches Problem löst und was dabei verloren geht.

Zubehör Veröffentlicht am 4 Min. Lesezeit

“Zurücksetzen” ist bei einer DJI RC 2 kein einzelner Vorgang, sondern eine Leiter mit vier Sprossen. Wer bei träger Bedienung gleich alles löscht, verliert Kopplung, Konto und WLAN-Zugänge, obwohl das Leeren des Zwischenspeichers gereicht hätte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vier Stufen: Speicher aufräumen, Sticks kalibrieren, App-Einstellungen zurücksetzen, Werksreset.
  • Der Werksreset löscht Konto, Kopplung, WLAN, Kalibrierung und alle Dateien auf dem Gerät.
  • Die Firmware bleibt, sie wird nicht auf den Auslieferungsstand zurückgedreht.
  • Nach dem Reset folgt Aktivierung mit Internet, dann die Kopplung mit der Drohne.
  • Vor dem Verkauf zusätzlich das Gerät im DJI-Konto entbinden.

Vier Stufen, vier Folgen

Entscheidungsbaum für das Zurücksetzen einer DJI-Fernsteuerung. Vom Ausgangspunkt Fernsteuerung macht Ärger führen vier Zweige zu vier Maßnahmen mit steigender Eingriffstiefe. Erstens bei träger Bedienung und voller Speicheranzeige: App-Cache und Speicher aufräumen, dabei geht nichts verloren. Zweitens bei driftenden Sticks oder falscher Mittelstellung: Sticks kalibrieren, dabei geht nur die alte Kalibrierung verloren. Drittens bei verstellten Anzeigen und Warntönen: die Einstellungen der Fly App zurücksetzen, dabei gehen eigene App-Einstellungen verloren, die Kopplung bleibt bestehen. Viertens vor einem Verkauf oder bei hartnäckigen Fehlern: der Werksreset, dabei gehen Konto, Kopplung, WLAN-Zugänge, Kalibrierung und alle Dateien verloren.

Von links nach rechts wächst der Eingriff, und mit ihm das, was danach neu eingerichtet werden muss.

Die Reihenfolge ist der eigentliche Rat: von links nach rechts arbeiten und nach jeder Stufe prüfen, ob das Problem weg ist. Der Werksreset steht am Ende, weil er als einziger Arbeit nach sich zieht.

Stufe 1: Speicher und Cache aufräumen

Wofür: träge Bedienung, stockende Karte, Meldungen über vollen Speicher, Abbrüche beim Öffnen der Galerie.

Die Fernsteuerung hält mehr Daten vor, als die meisten vermuten: Kartenmaterial für besuchte Regionen, Fluglogs, Zwischenspeicher der Fly App und je nach Einstellung auch heruntergeladene Aufnahmen.

In den Systemeinstellungen zeigt der Speicherbereich, was wie viel belegt. Der App-Cache lässt sich dort leeren, ohne dass etwas Wichtiges verschwindet: Kartenmaterial wird bei der nächsten Internetverbindung neu geladen.

Was verloren geht: nichts, was du nicht wiederbekommst.

Stufe 2: Sticks kalibrieren

Wofür: Die Drohne driftet trotz losgelassener Sticks, oder ein Knüppel erreicht den vollen Ausschlag nicht.

Die Kalibrierung erfasst die Mittelstellung und die Endausschläge beider Sticks neu. Sie läuft geführt ab: Sticks in die Mitte, Bestätigung, dann jeder Stick einmal an alle Anschläge.

Vor der Kalibrierung gehören Propeller ab und die Drohne aus. Der Vorgang dauert unter einer Minute.

Was verloren geht: die alte Kalibrierung, sonst nichts.

Bleibt die Drift danach, liegt es meistens an Verschleiß oder Schmutz unter der Mechanik. Eine Reparatur lohnt je nach Alter, die Möglichkeiten ordnet der Ratgeber DJI-Drohne reparieren lassen ein.

Stufe 3: Die Einstellungen der Fly App zurücksetzen

Wofür: verstellte Anzeigen, unerwünschte Warntöne, veränderte Kameravorgaben, Flugmodi mit ungewohntem Verhalten.

Innerhalb der Fly App gibt es eine eigene Rücksetz-Funktion für die Kameraparameter und die App-Einstellungen. Sie greift deutlich weniger tief als der Werksreset des Geräts.

Was verloren geht: eigene App-Einstellungen und Kameravorgaben. Was bleibt: Kopplung, Konto, WLAN-Zugänge, Kalibrierung.

Das ist die am häufigsten übersehene Stufe, dabei löst sie einen Großteil der Fälle, in denen “irgendetwas komisch ist”.

Stufe 4: Der Werksreset

Wofür: Verkauf, hartnäckige Fehler, die keine der ersten drei Stufen behebt, oder ein Gerät aus zweiter Hand, dessen Vorgeschichte unbekannt ist.

Vorher sichern: Aufnahmen und Fluglogs, die auf der Fernsteuerung liegen. Sie sind danach weg. Am schnellsten geht das über die USB-Verbindung zum Rechner.

Der Weg im Menü (Bezeichnungen je nach Firmware-Stand leicht abweichend):

  1. Vom oberen Bildschirmrand nach unten wischen, bei manchen Fassungen zweimal.
  2. Das Zahnrad für die Systemeinstellungen antippen.
  3. Zum Systembereich wechseln.
  4. Zurücksetzen-Optionen öffnen.
  5. Alle Daten löschen wählen und bestätigen.

Das Gerät startet danach neu und begrüßt dich wie am ersten Tag.

Was verloren geht: Anmeldung am DJI-Konto, Kopplung mit der Drohne, WLAN-Zugänge, Stick-Kalibrierung, App-Einstellungen und alle Dateien auf dem Gerät.

Was bleibt: die installierte Firmware. Ein Werksreset ist kein Downgrade.

Nach dem Werksreset: die Reihenfolge der Einrichtung

Diese Reihenfolge spart Umwege, weil jeder Schritt den vorherigen voraussetzt:

  1. Sprache und Region wählen.
  2. Ins WLAN gehen. Die Aktivierung braucht Internet.
  3. Am DJI-Konto anmelden und das Gerät aktivieren.
  4. Firmware prüfen, falls seit dem Kauf Updates erschienen sind.
  5. Mit der Drohne koppeln. Der Ablauf steht im Ratgeber DJI Fernsteuerung verbinden.
  6. Sticks kalibrieren.
  7. Zonen-Daten abgleichen, solange noch Internet anliegt. Welche Zonentypen es gibt, klärt der Ratgeber DJI Fly GEO-Zonen.

Der Ablauf dauert insgesamt etwa zwanzig Minuten, der größte Teil davon entfällt auf Downloads.

Vor dem Verkauf: Konto entbinden

Ein Werksreset löscht die lokalen Daten, löst aber die Verknüpfung zwischen Gerät und DJI-Konto nicht automatisch. Bleibt sie bestehen, läuft der Käufer bei der Aktivierung in eine Sperre.

Deshalb gehören beide Schritte zusammen: erst das Gerät im DJI-Konto entbinden, dann den Werksreset ausführen. Was beim Verkauf sonst noch zu tun ist, listet der Ratgeber DJI-Drohne verkaufen auf.

Wenn die Fernsteuerung gar nicht mehr startet

SymptomErster VersuchFalls das nicht hilft
Bildschirm bleibt dunkelEin-/Aus-Taste lange halten30 Minuten am Netzteil laden
startet und friert einerzwungener Neustartim laufenden Betrieb Cache leeren
Ladeanzeige fehltanderes Kabel und NetzteilLadebuchse auf Schmutz prüfen
Bootvorgang endet im Kreismehrfach erzwungener NeustartDJI-Support kontaktieren

Ein Werksreset setzt einen funktionierenden Bildschirm voraus. Wenn der ausfällt, führt kein Menüweg mehr zum Ziel, und der Support ist die richtige Adresse.

Fazit: die kleinste Stufe zuerst

Die vier Stufen decken praktisch alles ab, was an einer DJI RC 2 schiefgehen kann. Cache leeren kostet nichts, Kalibrieren kostet eine Minute, das Zurücksetzen der App-Einstellungen kostet ein paar Vorlieben. Nur der Werksreset kostet einen Abend Einrichtung.

Wer sich an die Reihenfolge hält, landet in den meisten Fällen bei Stufe eins oder drei und spart sich den Rest. Für den Verkauf und für gebrauchte Geräte aus unbekannter Hand ist der Werksreset dagegen genau richtig, weil er einen sauberen Ausgangspunkt schafft.

Häufige Fragen

Wie setze ich eine DJI RC 2 auf Werkseinstellungen zurück?

Vom oberen Bildschirmrand nach unten wischen, bei manchen Firmware-Ständen zweimal, dann das Zahnrad für die Systemeinstellungen öffnen. Dort führt der Weg über den Systembereich zu den Zurücksetzen-Optionen und schließlich zum Löschen aller Daten. Der Vorgang dauert wenige Minuten, danach startet die Fernsteuerung wie ab Werk und muss neu aktiviert werden.

Was geht beim Werksreset verloren?

Alles, was du selbst eingerichtet hast: die Anmeldung am DJI-Konto, die Kopplung mit der Drohne, WLAN-Zugänge, Stick-Kalibrierung, App-Einstellungen und sämtliche auf der Fernsteuerung gespeicherten Aufnahmen und Fluglogs. Die Firmware selbst bleibt auf dem installierten Stand, sie wird nicht auf die Auslieferungsversion zurückgesetzt.

Muss ich nach dem Zurücksetzen neu koppeln?

Ja. Der Werksreset löscht die Bindung zwischen Fernsteuerung und Fluggerät. Nach dem Neustart wird die Fernsteuerung zunächst aktiviert, wofür eine Internetverbindung nötig ist, danach folgt die Kopplung mit der Drohne über die Fly App oder die Tastenkombination am Fluggerät.

Meine Sticks driften. Hilft ein Werksreset?

Selten, und er ist die zu große Maßnahme. Driftende Sticks werden über die Kalibrierung in den Systemeinstellungen behoben, die den Mittelpunkt und die Endausschläge neu erfasst. Bleibt die Drift danach bestehen, liegt es meistens an mechanischem Verschleiß der Potentiometer oder an Schmutz unter der Stick-Mechanik.

Wie leere ich den Speicher der DJI RC 2?

Die Fernsteuerung speichert Cache-Daten der Fly App, Kartenmaterial, Fluglogs und je nach Einstellung auch heruntergeladene Aufnahmen. In den Systemeinstellungen lässt sich der Speicher einsehen und der App-Cache leeren. Das ist der erste Schritt bei träger Bedienung und stockender Kartenanzeige und hat keine Nebenwirkungen.

Muss ich die Fernsteuerung vor dem Verkauf zurücksetzen?

Ja, und der Werksreset allein reicht nicht. Zusätzlich gehört das Gerät im DJI-Konto entbunden, sonst bleibt es dem alten Konto zugeordnet und der Käufer stößt bei der Aktivierung auf Probleme. Beides zusammen, plus das Entfernen eigener Aufnahmen, macht das Gerät verkaufsfertig.

Die Fernsteuerung reagiert gar nicht mehr. Was tun?

Zuerst einen erzwungenen Neustart versuchen, indem die Ein-/Aus-Taste deutlich länger als gewohnt gehalten wird. Bleibt der Bildschirm dunkel, prüfe den Ladestand mit angeschlossenem Netzteil und lasse das Gerät eine halbe Stunde laden. Erst danach lohnt der Weg über den DJI-Support, weil ein Werksreset ohne funktionierenden Bildschirm nicht möglich ist.

Gilt die Anleitung auch für die DJI RC Pro?

Die Menüwege sind auf allen Fernsteuerungen mit eigenem Display sehr ähnlich, weil sie dieselbe Systemoberfläche nutzen. Bezeichnungen und die Zahl der Wischgesten unterscheiden sich je nach Firmware-Stand leicht. Die vier Stufen und ihre Folgen sind bei RC 2, RC Pro und verwandten Modellen dieselben.

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