FPV-Simulator mit Gamepad: Xbox, PlayStation und PC

FPV-Simulator auf Xbox, PlayStation und Switch: welche Titel es gibt, wie gut ein Gamepad als Steuerung taugt und warum der gefederte Gasstick das eigentliche Problem ist.

FPV & Racing Veröffentlicht am 5 Min. Lesezeit

Die Konsole steht ohnehin unter dem Fernseher, der Controller liegt daneben. Warum also nicht damit das FPV-Fliegen üben? Die Frage ist berechtigt, und die Antwort besteht aus zwei Teilen: Es gibt tatsächlich Simulatoren für Xbox, PlayStation und Switch, und der Controller hat ein handfestes technisches Problem. Dieser Artikel klärt beides.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für alle drei Konsolen gibt es einen Titel: FPV Simulator läuft auf Xbox One und Series, auf PS4 und PS5 sowie auf der Switch.
  • Preis: 8,29 £ auf Xbox, 12,99 $ im Nintendo eShop.
  • Liftoff: Drone Racing gibt es zusätzlich für PS4 und Xbox One, auf der PS4 sogar mit offizieller Funksender-Unterstützung.
  • Am PC nehmen alle großen Simulatoren Xbox- und PlayStation-Controller als Standard-Gamepad an.
  • Der Haken ist der gefederte linke Stick: Er springt auf die Mitte zurück, ein Gasknüppel bleibt stehen.

Welche Simulatoren es auf der Konsole gibt

Die Auswahl ist überschaubar und besteht aus zwei Titeln.

TitelPlattformenPreisFunksender
FPV SimulatorXbox One, Xbox Series X/S, PS4, PS5, Switch, PC8,29 £ (Xbox), 12,99 $ (eShop)nein
Liftoff: Drone RacingPS4, Xbox Onewechselnd, häufig im Angebotja, auf PS4

FPV Simulator heißt so schlicht, wie er ist, und deckt genau die Suche ab, die viele Piloten in den Store eintippen. Erschienen ist er im November 2024. Er bringt eine Flugschule mit sieben Lektionen mit, dazu sechs Zeitrennen-Strecken, sechs Freiflug-Karten und drei vorbereitete Drohnen-Setups für Einsteiger, Fortgeschrittene und Profis. Die Achsraten sind frei einstellbar, für die Stick-Empfindlichkeit stehen je Achse vier Stufen bereit.

Liftoff: Drone Racing ist die Konsolenfassung des bekannten PC-Simulators und läuft auf PS4 und Xbox One. Interessant ist ein Detail: Der Entwickler hat im November 2021 die offizielle Unterstützung für echte Funksender in der PS4-Fassung freigeschaltet. Damit ist die PlayStation 4 die einzige Konsole, an der ein Fernsteuersender vorgesehen ist.

Das eigentliche Thema: der linke Stick

Ein Gamepad und ein FPV-Funksender sehen sich ähnlich, verhalten sich aber grundverschieden. Der Unterschied steckt in einer kleinen Feder.

Gegenüberstellung zweier Steuerknüppel im Querschnitt mit je einer senkrechten Schubskala von 0 bis 100 Prozent. Links das Gamepad: Der linke Stick sitzt zwischen zwei Rückstellfedern, die ihn beim Loslassen in die Mittelstellung ziehen, was auf der Schubskala genau 50 Prozent entspricht; zwei Pfeile zeigen von oben und unten auf die Mitte. Der Verstellweg beträgt rund einen Zentimeter, dargestellt als kurzer Maßbalken. Rechts der FPV-Funksender: Der Gasknüppel läuft ohne Rückstellfeder auf einer Reibbremse und bleibt in jeder Stellung stehen; auf der Skala sind drei mögliche Ruhelagen bei 20, 45 und 80 Prozent eingezeichnet, von denen eine ausgefüllt ist. Der Verstellweg beträgt rund drei Zentimeter, dargestellt als etwa dreifach so langer Maßbalken. Folge für das Training: Im Acro-Modus steuert der Gasknüppel den Schub direkt und ohne Höhenhaltung, deshalb trainiert nur der stehen bleibende Knüppel das Gefühl für Zwischenstellungen. Hinweisleiste: Mit dem Gamepad lernst du die Blickrichtung im FPV-Bild, das Gasgefühl entsteht erst am Funksender. Schematisch, nicht maßstäblich.

Die Rückstellfeder ist der ganze Unterschied: Sie zwingt den Schub beim Loslassen auf die Mitte, ein Gasknüppel hält seine Stellung.

Eine FPV-Drohne fliegt im Acro-Modus ohne Höhenhaltung. Der Gasknüppel gibt direkt vor, wie viel Schub die vier Motoren erzeugen. Zwischen 20 und 80 Prozent liegt der gesamte Alltag: schweben, steigen, sinken, eine Kurve halten. Genau diese Zwischenstellungen sollen im Training in den Daumen wandern.

Ein Gamepad kann das schwer abbilden. Sein linker Stick ist gefedert und springt beim Loslassen in die Mitte. Übertragen auf den Schub heißt das: Sobald du den Daumen entspannst, sitzt das Gas bei etwa 50 Prozent. Die Simulatoren gehen damit unterschiedlich um, meist wird die Achse relativ ausgewertet, sodass der Stick den Schub anhebt oder absenkt, statt ihn direkt vorzugeben. Fliegen lässt sich damit, das Muskelgedächtnis entsteht aber für ein Bedienmuster, das an der echten Drohne so nicht vorkommt.

Dazu kommt der Weg: Ein Gamepad-Stick lenkt rund einen Zentimeter aus, ein Knüppel am Funksender etwa dreimal so weit. Feine Korrekturen verteilen sich beim Sender auf deutlich mehr Strecke, und deshalb gelingen sie dort feiner.

Wo das Gamepad trotzdem hilft

Diese Punkte lernst du auch mit dem Controller in der Hand:

Was nicht entsteht, ist das Gasgefühl. Es ist zugleich die Fähigkeit, an der die meisten ersten Flüge scheitern.

Gamepad am PC: so richtest du es ein

Am Rechner erkennen alle verbreiteten Simulatoren einen Xbox- oder PlayStation-Controller sofort als Standard-Gamepad. Der Ablauf ist überall ähnlich:

  1. Controller koppeln. Per USB-Kabel oder Bluetooth, beides funktioniert unter Windows und macOS.
  2. Im Simulator die Achsen zuordnen. Der Kalibrierungsdialog fragt jede Achse einzeln ab. Für Modus 2 gilt: linker Stick senkrecht ist Gas, linker Stick waagerecht ist Gieren, rechter Stick senkrecht ist Nicken, rechter Stick waagerecht ist Rollen.
  3. Rates niedrig stellen. Gamepad-Sticks haben wenig Weg, deshalb wirkt jede Bewegung schnell hektisch. Die Drehgeschwindigkeit auf etwa die Hälfte der Voreinstellung zu setzen macht den Einstieg deutlich ruhiger.
  4. Falls vorhanden, die Gas-Kennlinie auf absolut stellen. Manche Simulatoren bieten diese Option. Sie fühlt sich zunächst ungewohnt an und kommt der echten Drohne näher.

Welche Simulatoren am PC zur Wahl stehen und was sie kosten, steht im Überblicksartikel zum FPV-Simulator.

Die Alternative: ein Sender für den Simulator

Ein Funksender ist kein Zubehör für später, er ist das Werkzeug für das Training selbst. Zwei Punkte sprechen dafür, ihn früh zu kaufen:

Es gibt Sender, die ausdrücklich für den Simulator gedacht sind und ohne Funkmodul auskommen. Sie kosten spürbar weniger als ein vollwertiger Sender und lassen sich später als Zweitgerät behalten. Wer ohnehin fliegen will, greift gleich zum vollwertigen Modell.

Für wen die Konsolenfassung passt

Drei Fälle, in denen der Griff zum Controller vernünftig ist:

Der Test vor der Entscheidung. Acht bis dreizehn Euro sind eine faire Summe, um herauszufinden, ob FPV überhaupt reizt, bevor mehrere hundert Euro an Hardware fällig werden.

Das Wohnzimmer als Ort. Wer keinen Rechner mit passender Grafik hat, bekommt auf der Konsole ohne Konfigurationsarbeit ein flüssiges Bild.

Das Fliegen als Spiel. Zeitrennen gegen die eigene Bestzeit machen Spaß, unabhängig von jedem Trainingsziel. Nicht jeder Simulator-Flug muss auf einen echten hinauslaufen.

Wer dagegen eine echte Drohne bereits im Blick hat, spart sich den Umweg. Der Artikel FPV-Drohne fliegen beschreibt, worauf es beim Umstieg ankommt, und die Übersicht zum Tiny Whoop zeigt, mit welchem Gerät der Einstieg am günstigsten gelingt.

Fazit: der Controller bringt dich in die Luft, der Sender ans Ziel

Für Xbox, PlayStation und Switch gibt es mit FPV Simulator einen brauchbaren, preiswerten Einstieg, auf der PS4 kommt Liftoff: Drone Racing dazu und akzeptiert dort sogar einen echten Funksender. Zum Ausprobieren und für die Orientierung im FPV-Bild reicht das vollkommen. Sobald der erste echte Flug konkret wird, gehört ein Funksender in die Hand: Die gefederte Mittelstellung des Gamepad-Sticks ist der eine Punkt, den kein Simulator wegrechnen kann.

Häufige Fragen

Gibt es einen FPV-Simulator für die Xbox?

Ja. Das Programm mit dem schlichten Namen FPV Simulator ist seit November 2024 für Xbox One und Xbox Series X sowie S erhältlich und kostet dort 8,29 Pfund. Es bringt eine Flugschule mit sieben Lektionen, sechs Zeitrennen-Strecken und einen freien Flugmodus mit. Älter, aber ebenfalls auf Xbox One verfügbar ist Liftoff: Drone Racing.

Läuft ein FPV-Simulator auf PS5 oder PS4?

Ja. FPV Simulator ist im PlayStation Store für PS4 und PS5 gelistet, Liftoff: Drone Racing gibt es für die PS4. Bei Liftoff wurde für die PS4-Fassung im November 2021 die offizielle Unterstützung für echte Funksender freigeschaltet, damit ist die PlayStation die einzige Konsole, an der ein Sender vorgesehen ist.

Gibt es einen FPV-Simulator für die Nintendo Switch?

Ja, FPV Simulator ist auch im Nintendo eShop erhältlich und kostet dort 12,99 US-Dollar. Der Funktionsumfang entspricht den anderen Konsolenfassungen mit Flugschule, Zeitrennen und freiem Flug. Die Steuerung läuft über die Joy-Cons oder einen Pro Controller, ein Funksender ist nicht vorgesehen.

Kann ich einen Xbox-Controller am PC im FPV-Simulator nutzen?

Ja, alle verbreiteten Desktop-Simulatoren erkennen Xbox- und PlayStation-Controller als Standard-Gamepad, darunter Liftoff, VelociDrone, Uncrashed und der DRL Simulator. Die Achsen lassen sich frei zuordnen. Der Lerneffekt bleibt trotzdem begrenzt, weil sich der linke Stick anders verhält als ein Gasknüppel am Funksender.

Warum taugt ein Gamepad schlechter als ein Funksender?

Der linke Stick eines Gamepads federt in die Mitte zurück. Der Gasknüppel eines FPV-Funksenders bleibt dagegen dort stehen, wo du ihn loslässt. Im Acro-Modus steuert dieser Knüppel den Schub direkt, ohne Höhenhaltung. Ein Stick, der von selbst auf die Mitte springt, setzt den Schub also ständig auf etwa die Hälfte, und genau das Gefühl für Zwischenstellungen soll trainiert werden.

Lässt sich die Rückstellfeder aus einem Gamepad entfernen?

Technisch ist der Umbau möglich und wird in der Modding-Szene beschrieben, praktisch lohnt er sich selten. Der Stick verliert danach seine Führung, der Verstellweg bleibt mit rund einem Zentimeter winzig, und der Controller ist für alles andere unbrauchbar. Ein einfacher Funksender kostet ähnlich viel und ist die bessere Investition.

Was kostet ein FPV-Simulator auf der Konsole?

FPV Simulator liegt je nach Plattform zwischen rund 8 Pfund auf Xbox und 12,99 US-Dollar im Nintendo eShop. Liftoff: Drone Racing wird für PS4 und Xbox One separat verkauft und ist regelmäßig im Angebot. Damit bewegen sich die Konsolenfassungen im selben Rahmen wie die PC-Programme.

Reicht ein Konsolen-Simulator zur Vorbereitung auf die echte Drohne?

Für das Verständnis der Flugmodi und der Blickrichtung im FPV-Bild reicht er. Die Feinmotorik am Gasknüppel baut sich damit kaum auf, weil die Konsole diesen Knüppel gar nicht abbilden kann. Wer ernsthaft auf den ersten echten Flug hinarbeitet, sollte spätestens für die letzten Übungsstunden auf einen Funksender am PC oder am Handy wechseln.

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