Autel EVO Nano Follow Me: Verfolgung, Tempo und Grenzen

Autel EVO Nano Follow Me heißt Dynamic Track: folgt Personen mit höchstens 5 m/s und 40 m Abstand, Sensoren vorn, hinten und unten. Alle Grenzen erklärt.

Kameradrohnen Veröffentlicht am 7 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Autel EVO Nano Follow Me: Die Verfolgung heißt bei Autel Dynamic Track 2.1. Du startest sie in der Kameraansicht der App Autel Sky und wählst die Person im Livebild aus.
  • Motiv: Laut Handbuch erkennt die Nano Personen. Andere Motive beschreibt Autel dort nicht.
  • Tempo und Abstand: höchstens 5 m/s (18 km/h) und 40 Meter zur verfolgten Person, seit der Firmware V1.9.10.
  • Hindernisse: Kamerapaare vorn, hinten und unten. Zu den Seiten ist die Nano blind.
  • Recht: Klasse C0, Unterkategorie A1. Ohne Sichtkontakt fliegst du nur, wenn die Drohne dir selbst folgt.

Wie heißt Follow Me bei der EVO Nano?

Autel vermarktet die Verfolgung der EVO Nano als Dynamic Track 2.1. Im aktuellen Handbuch V3.0.9 steht dafür intelligente Verfolgung, in der App heißt der Modus schlicht Verfolgung (Tracking). Gemeint ist immer dieselbe Funktion. Die Drohne erkennt eine Person im Livebild und hält sie im Bild, während sie ihr hinterherfliegt.

Laut Autel findet ein lernendes Erkennungsverfahren Fußgänger in Echtzeit, ein zweites Verfahren verfolgt die ausgewählte Person und weicht dabei Hindernissen aus. Die Funktion gibt es bei EVO Nano und Nano+ gleichermaßen, weil sich beide laut Hersteller nur in der Kamera unterscheiden.

Dynamic Track heißt die Verfolgung auch bei den größeren Autel-Drohnen. In der App Autel Explorer für die EVO-II-Reihe nennt Autel daneben Tripod Track und Parallel Track. Für die Nano führt Autel diese Varianten in Handbuch und Datenblatt nicht auf.

So startest du die Verfolgung

Die Verfolgung läuft komplett über Autel Sky. Die Fernsteuerung der Nano hat keine eigene Taste dafür. Der Ablauf:

  1. Gelände wählen. Offen, hell, ohne Äste und Leitungen auf Flughöhe. Die Sensoren brauchen laut Datenblatt mehr als 15 Lux und Oberflächen mit klarer Struktur.
  2. Hinderniserkennung prüfen. In der Statusleiste zeigt das Symbol für die Hinderniserkennung grün, wenn sie aktiv ist, und rot, wenn sie aus ist.
  3. Starten und schweben. Die Nano auf Augenhöhe oder etwas darüber bringen, mit der Kamera auf die Person.
  4. Modus wählen. In der Kameraansicht wischst du durch die Aufnahmemodi bis zur Verfolgung.
  5. Person auswählen. Die Nano erkennt Personen im Livebild. Du wählst in der App die Person aus, der sie folgen soll.
  6. Aufnahme starten. Video läuft wie gewohnt über den Auslöser.

Die EU verlangt von Drohnen der Klasse C0, dass der Pilot im Follow-me-Modus jederzeit die Kontrolle zurückholen kann. Halte darum die Daumen an den Steuerknüppeln, besonders in der Nähe von Bäumen.

Gibt es die App auf deinem Smartphone nicht mehr, fehlt auch die Verfolgung. Seit Anfang 2026 bietet der Apple App Store Autel Sky nicht mehr an. Wie du trotzdem an die App kommst, steht im Ratgeber zur Autel EVO Nano App.

Wie schnell und wie weit folgt die Nano?

Das aktuelle Handbuch nennt zwei feste Grenzen. Sobald die Verfolgung aktiv ist, fliegt die Nano höchstens 5 m/s schnell, das sind 18 km/h. Und der Abstand zur verfolgten Person beträgt höchstens 40 Meter.

Beide Werte stammen aus der Firmware V1.9.10 vom Dezember 2024. Autel hat damit laut Release Notes Folgeabstand und Tempo begrenzt, um die Vorgaben der EU-Klassenkennzeichnung zu erfüllen. Die EU-Verordnung 2019/945 erlaubt Drohnen der Klasse C0 im Follow-me-Modus höchstens 50 Meter Abstand zum Fernpiloten. Autel bleibt mit 40 Metern darunter.

Ohne Verfolgung ist die Nano deutlich schneller. Im schnellsten Flugmodus schafft sie laut Datenblatt 15 m/s (54 km/h), im Standardmodus 10 m/s. Bei der Verfolgung nutzt sie also nur ein Drittel ihres Höchsttempos.

Was 18 km/h in der Praxis bedeuten, zeigt der Vergleich mit typischen Geschwindigkeiten:

Aktivitättypisches Temporeicht die Nano?
Spazieren, Wandern4–6 km/hja, mit viel Reserve
Joggen8–12 km/hja
Radfahren gemütlichum 15 km/hknapp
Radfahren zügig, E-Bike20–25 km/hnein
Mountainbike bergab, Skifahrenab 30 km/hnein

Fährt die Person schneller als 18 km/h, fällt die Nano zurück. Bei Wind von vorn reicht die Reserve noch früher nicht mehr, weil die Drohne gegen den Wind zusätzliche Kraft braucht.

Grafik zu den Grenzen der Verfolgung bei der Autel EVO Nano. Oben eine Tempo-Skala von 0 bis 60 km/h: Spazieren 4 bis 6, Joggen 8 bis 12, gemütliches Radfahren um 15, zügiges Radfahren 20 bis 25 und Abfahrten ab 30 km/h. Eine Linie markiert die Grenze der Verfolgung bei 18 km/h, also 5 m/s, eine zweite das Höchsttempo ohne Verfolgung bei 54 km/h. Unten links ein Schema der Abstände: Die Nano bleibt höchstens 40 Meter von der verfolgten Person entfernt, die EU erlaubt bei C0 im Follow-me-Modus 50 Meter zum Fernpiloten. Unten rechts eine Draufsicht der Drohne mit Sensoren vorn bis 16 Meter und hinten bis 18 Meter, die Seiten sind ohne Sensoren. Merksatz: Bis Joggingtempo folgt die Nano mit Reserve, seitlich sieht sie nichts, Profilaufnahmen darum nur in freiem Gelände.

Bis Joggingtempo hat die Nano Reserve. Zu den Seiten sieht sie nichts, dort bleibt der Pilot gefordert.

Welche Hindernisse die Nano beim Folgen sieht

Die EVO Nano war laut Autel die erste Drohne ihrer Größe mit einer Hinderniserkennung in drei Richtungen. Je ein Kamerapaar schaut nach vorn, nach hinten und nach unten. Bremsen oder ausweichen kann sie nur dort, wo sie etwas sieht.

RichtungMessbereich laut Datenblattwirksam bis
vorn0,5–16 munter 10 m/s
hinten0,5–18 munter 12 m/s
unten0,5–20 m, Schweben bis 40 m Höhenicht angegeben
links, rechtskeine Sensorenentfällt

Das Sichtfeld der Kamerapaare ist laut Datenblatt kleiner als 40 Grad waagerecht und 30 Grad senkrecht. Was schräg vor der Drohne liegt, fällt also schnell aus dem Blick.

Für die Verfolgung heißt das:

Die Sensoren brauchen Licht und Struktur. Laut Datenblatt arbeiten sie ab 15 Lux. Das ist wenig Licht, in der Dämmerung nach Sonnenuntergang ist der Wert aber schnell unterschritten. Über Wasser, Schnee oder glatten Flächen ohne Muster fehlt ihnen die Struktur. Das Handbuch weist ausdrücklich darauf hin, dass die visuelle Hinderniserkennung nicht in jeder Lage zuverlässig ist. Dünne Äste und Leitungen sind dabei die klassische Falle.

Wo die Verfolgung an Grenzen stößt

Neben Tempo und Sensorik setzen vier Werte aus dem Datenblatt den Rahmen:

Dazu kommt das Motiv selbst. Die Erkennung ist auf Personen ausgelegt. Händlertexte zur Nano+ erwähnen teils auch Tiere und Fahrzeuge, im Handbuch steht davon nichts. Wer seinen Hund filmen will, plant besser einen QuickShot oder steuert selbst.

QuickShots, Orbit und Porträt: die Alternativen

Für kurze Clips muss es nicht immer die Verfolgung sein. Autel Sky bietet vier QuickShots mit den Namen Rocket, Fade Away, Orbit und Flick. Die Nano fliegt dabei per Knopfdruck eine feste Figur um das Motiv, bei Orbit etwa einen Kreis. Die Clips lassen sich in der App gleich mit Musik und Filtern versehen.

Dazu kommen SkyPortrait, bei dem die Nano per Knopfdruck aufsteigt und ein Gruppenfoto macht, der Porträtmodus mit unscharfem Hintergrund und der Hyperlapse als Zeitraffer mit Kreis- oder freier Bewegung. Alle drei eignen sich für Aufnahmen an einem festen Ort, an dem eine Verfolgung wenig bringt.

Was beim Follow-Flug rechtlich gilt

Laut Handbuch trägt die EVO-Nano-Reihe in der EU die Klasse C0. Du fliegst damit in der Unterkategorie A1, brauchst keinen Kompetenznachweis, musst dich wegen der Kamera aber als Betreiber registrieren. Die Registrierungsnummer gehört auf die Drohne und in Autel Sky, wo du auch die Remote ID einschaltest.

Für die Verfolgung gilt eine Besonderheit. Die EU-Durchführungsverordnung verlangt Sichtkontakt zur Drohne und macht eine Ausnahme für den Follow-me-Modus, bei dem die Drohne dem Fernpiloten folgt. Filmt die Nano dich selbst, greift die Ausnahme. Lässt du sie einer anderen Person folgen, musst du die Drohne die ganze Zeit sehen.

Darüber hinaus gelten die üblichen Regeln der Unterkategorie A1:

Wer Fremde mit im Bild hat, muss außerdem Persönlichkeitsrechte und Datenschutz beachten.

Lohnt die Nano für Follow Me heute noch?

Autel hat den Verkauf der EVO-Nano-Reihe am 18. Juli 2025 eingestellt, Firmware und Support laufen laut DroneDJ unter Berufung auf Autel bis Juli 2030. Wer eine Nano besitzt oder gebraucht kauft, bekommt eine Verfolgung, die für Spaziergänge, Wanderungen und Läufe gut passt. Ihr Vorteil gegenüber vielen Mini-Drohnen ist die Hinderniserkennung nach vorn und hinten.

Wer vor allem Rad, Ski oder Mountainbike filmen will, stößt bei 18 km/h an die Grenze. Dafür gibt es neuere Drohnen, die schneller folgen und rundum Hindernisse erkennen. Einen Überblick über aktuelle Modelle mit starkem Folgemodus gibt die Auswahl der besten Drohnen mit Follow-me-Funktion.

Die genannten Grenzen gelten ab der Firmware V1.9.10. Wie du sie aufspielst und was du danach neu einstellst, zeigt der Ratgeber zum Firmware-Update der Autel EVO Nano.

Fazit: im Joggingtempo von hinten, dann passt es

Die Verfolgung der EVO Nano spielt ihre Stärken aus, wenn die Drohne dir im Gehen oder Laufen von hinten oder von vorn folgt. Dort sehen ihre Sensoren, wohin sie fliegt, und 18 km/h reichen mit Reserve. Für seitliche Aufnahmen und schnelle Sportarten bist du mit eigener Steuerung oder einem QuickShot besser bedient. Prüfe vor dem Flug Licht und Gelände, halte die Daumen an den Knüppeln und lass die Nano nur in Sichtweite einer anderen Person folgen.

Häufige Fragen

Hat die Autel EVO Nano eine Follow-me-Funktion?

Ja. Autel nennt sie Dynamic Track 2.1, das Handbuch spricht von intelligenter Verfolgung. Die Drohne erkennt Personen im Livebild und folgt der ausgewählten Person, während sie Hindernissen ausweicht. Gestartet wird die Verfolgung in der Kameraansicht der App Autel Sky.

Wie schnell kann die Autel EVO Nano folgen?

Laut Handbuch V3.0.9 höchstens 5 m/s, also 18 km/h. Die Grenze gilt, sobald die Verfolgung aktiv ist, ohne Verfolgung schafft die Nano im schnellsten Flugmodus 15 m/s. Für Spaziergänge und Joggen reicht das Tempo, auf dem Rad wird es schon bei zügiger Fahrt knapp.

Wie weit entfernt folgt die EVO Nano?

Höchstens 40 Meter zur verfolgten Person, so steht es im aktuellen Handbuch. Autel hat Abstand und Tempo mit der Firmware V1.9.10 begrenzt, um die Vorgaben der EU-Klasse C0 zu erfüllen. Die EU erlaubt im Follow-me-Modus höchstens 50 Meter zwischen Drohne und Fernpilot.

Kann die Autel EVO Nano einem Auto oder Hund folgen?

Autels Handbuch beschreibt die Verfolgung für Personen, die Drohne erkennt Fußgänger im Livebild. Einzelne Händlertexte nennen auch Tiere und Fahrzeuge, das Handbuch tut es nicht. Für ein Auto ist die Nano mit 5 m/s Höchsttempo ohnehin zu langsam.

Weicht die EVO Nano beim Folgen Hindernissen aus?

Nach vorn, hinten und unten ja. Die Nano hat dort je ein Paar Kameras, nach vorn erkennt sie Hindernisse auf 0,5 bis 16 Meter, nach hinten auf 0,5 bis 18 Meter. Zu den Seiten hat sie keine Sensoren. Außerdem brauchen die Kameras laut Datenblatt mehr als 15 Lux Licht und eine Oberfläche mit klarer Struktur.

Funktioniert Follow Me bei der Nano und der Nano+ gleich?

Ja. Laut Autel unterscheiden sich Nano und Nano+ nur in der Kamera, Flugleistung, Sensoren und Software sind gleich. Unterschiede gibt es nur im Bild, die Nano+ filmt mit dem größeren 1/1,28-Zoll-Sensor und hat einen Autofokus.

Darf ich die EVO Nano einer anderen Person folgen lassen?

Ja, aber dann musst du die Drohne die ganze Zeit mit eigenen Augen sehen. Die EU-Regeln erlauben den Flug ohne Sichtkontakt nur im Follow-me-Modus, bei dem die Drohne dem Fernpiloten selbst folgt. Filmst du einen Freund beim Laufen, bleibst du also in Sichtweite.

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