DJI Akku laden: Ladezeiten, Ladehub und Lagerung

DJI-Akku richtig laden: die drei Ladewege, Ladezeiten je Modell, passendes Netzteil, automatische Selbstentladung und der richtige Ladestand für die Lagerung.

Zubehör Veröffentlicht am 5 Min. Lesezeit

Ein DJI-Akku lädt sich fast von selbst, und genau darin liegt die Falle: Er entlädt sich nämlich auch von selbst. Wer nach vier Wochen mit gepacktem Rucksack losfährt und unterwegs 60 statt 100 Prozent vorfindet, erlebt dabei eine eingebaute Schutzfunktion bei der Arbeit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Drei Ladewege: direkt am Fluggerät per USB-C, über die Ladestation oder über ein Zweiwege-Ladegerät.
  • Ladezeit: rund 50 bis 80 Minuten je Akku, abhängig von Modell und Netzteil.
  • Netzteil: USB-C mit Power Delivery, bei kleinen Modellen ab 30 Watt.
  • Selbstentladung: DJI nennt für die Mavic 4 Pro 96 % nach 3 Tagen, 80 % nach 15 Tagen, 60 % nach 45 Tagen.
  • Lagern bei 40 bis 65 Prozent, kühl und trocken, alle drei Monate einmal durchladen.

Die drei Ladewege

Am Fluggerät. Das USB-C-Kabel kommt direkt an die Drohne, der Akku bleibt stecken. Der einfachste Weg und bei allen aktuellen Modellen vorgesehen. Die Drohne muss dabei ausgeschaltet sein, im eingeschalteten Zustand lädt sie nicht.

Über die Ladestation. Sie nimmt zwei bis vier Akkus auf und lädt sie nacheinander ab. Der Vorteil liegt weniger in der Geschwindigkeit als in der Bequemlichkeit: Alle Akkus stecken an einem Ort, und viele Stationen können die Restladung mehrerer Akkus in einem zusammenschieben.

Über ein Zweiwege-Ladegerät. Es lädt den Akku und gibt über einen USB-Anschluss zugleich Energie ab, etwa ans Telefon. Praktisch unterwegs, weil ein halb voller Drohnenakku dann als Notreserve taugt.

Wie lange das Laden dauert

Die Zeiten stammen aus den Herstellerangaben zu den jeweiligen Modellen und gelten für einen leeren Akku.

Modellam Fluggerätüber die LadestationNetzteil
DJI Mavic 4 Prorund 51 min90–110 min für drei Akkus240 W
DJI Air 3rund 80 minrund 60 min100 W
DJI Mini 4 Prorund 70 minrund 58 min30 W aufwärts
DJI Neorund 60 minmindestens 30 W

Die Ladestation ist bei mehreren Akkus nicht schneller, sie arbeitet sie nacheinander ab. Ihr Vorteil liegt beim einzelnen Akku, den sie oft etwas zügiger füllt als der Umweg über das Fluggerät.

Wie lange ein voller Akku in der Luft trägt, ordnet der Ratgeber Drohnen-Flugzeit ein.

Welches Netzteil passt

Drei Anforderungen, dann stimmt es:

  1. USB-C mit Power Delivery. Ohne dieses Protokoll handeln Gerät und Netzteil keine höhere Spannung aus, und der Akku lädt quälend langsam.
  2. Genug Leistung. Für kleine Modelle nennt DJI mindestens 30 Watt, größere profitieren von 65 bis 100 Watt, die Mavic 4 Pro liegt bei 240 Watt für den Dreifach-Betrieb.
  3. Ein Kabel mit Datenleitungen. Reine Ladekabel funktionieren zwar zum Laden, aber nicht für Firmware-Updates am selben Anschluss.

Zu starke Netzteile schaden nicht. Der Akku regelt die Aufnahme selbst, ein 100-Watt-Netzteil an einer Mini lädt schlicht mit der Leistung, die das Gerät annimmt.

Was der Akku von allein macht

Diagramm des Ladestands über die Lagerzeit für drei DJI-Modellreihen. Die y-Achse zeigt den Ladestand von 100 bis 40 Prozent, die x-Achse die Lagerzeit von 0 bis 45 Tagen. Die Mini-Serie fällt bereits nach einem Tag auf 96 Prozent und nach neun Tagen auf 72 Prozent. Die Mavic 3 fällt nach drei Tagen auf 96 Prozent und nach neun Tagen auf 60 Prozent. Die Mavic 4 Pro fällt nach drei Tagen auf 96 Prozent, nach 15 Tagen auf 80 Prozent und nach 45 Tagen auf 60 Prozent. Ein hinterlegtes Band markiert den von DJI empfohlenen Lagerbereich von 40 bis 65 Prozent, in dem alle drei Kurven am Ende landen.

Die Schutzelektronik steuert den Akku selbständig in den Lagerbereich, nur unterschiedlich schnell je Modellreihe.

Hinter dem Absinken steckt Chemie: Ein Lithium-Akku altert am schnellsten, wenn er lange voll geladen herumliegt. Die Zellspannung steht dann dauerhaft am oberen Anschlag, und genau dort laufen die Alterungsreaktionen am schnellsten ab.

DJI überlässt das nicht dem Zufall. Die Elektronik im Akku senkt den Ladestand nach einer modellabhängigen Frist aktiv ab. Eine leichte Erwärmung des Akkus während dieses Vorgangs ist normal und kein Defekt.

Praktisch heißt das: Volltanken lohnt erst kurz vor dem Flug. Wer am Vorabend lädt, startet mit 100 Prozent. Wer am Vorabend der Reise in drei Wochen lädt, startet mit 60.

Bei älteren Modellen wie Mavic 2, Phantom 3 und 4 sowie der Inspire-Reihe lässt sich die Frist in der App unter den erweiterten Akku-Einstellungen anpassen. Die aktuellen Modelle bieten diese Einstellung nicht mehr an.

Lagern statt vollladen

Für alles, was länger als zehn Tage in der Tasche bleibt, nennt DJI klare Werte:

Der dritte Punkt wird am häufigsten übersehen und ist der wichtigste. Ein Akku, der ein Jahr unberührt liegt, ist der klassische Totalausfall: Er rutscht in die Tiefentladung, und darunter leiden die Elektroden dauerhaft.

Bei Kälte gelten eigene Regeln, im Lager wie im Flug. Was der Winter mit Kapazität und Flugzeit macht, steht im Ratgeber Drohne im Winter fliegen.

Unterwegs laden

Powerbank. Funktioniert mit jedem Modell, das USB-C mit Power Delivery liefert. Rechne mit Verlusten: Aus 20.000 mAh werden in der Praxis selten mehr als zwei volle Drohnenakkus, weil Spannungswandlung und Wärme einen Teil verbrauchen.

Im Auto. Ein 12-Volt-Adapter mit Power Delivery lädt zuverlässig, solange der Motor läuft oder die Bordbatterie das mitmacht. Das Laden im heißen Innenraum ist die schlechtere Idee, weil Temperatur und Ladung sich addieren.

Im Flugzeug. Hier geht es weniger ums Laden als ums Mitnehmen. Die Regeln zu Wattstunden und Handgepäck stehen im Ratgeber Drohne im Flugzeug mitnehmen.

Häufige Fehler

Wochen vorher volltanken. Kostet Lebensdauer und bringt beim Abflug trotzdem nur 60 Prozent.

Akkus über den Winter unberührt lassen. Der sicherste Weg zur Tiefentladung. Ein Termin im Kalender alle drei Monate genügt.

Laden mit eingeschalteter Drohne. Der Ladevorgang startet gar nicht, und die Ursache ist im Dunkeln schnell übersehen.

Ladekabel ohne Datenleitungen. Laden klappt, das Firmware-Update am selben Anschluss nicht. Der Ablauf dafür steht im Ratgeber DJI Firmware-Update.

Warnsignale ignorieren. Blinkende LEDs am Akku sind ein Fehlercode, kein Ladezustand. Welches Muster was bedeutet, steht im Ratgeber DJI-Akku blinkt.

Fazit: kurz vorher voll, dazwischen halb

Die Ladefrage bei DJI ist unspektakulär: USB-C mit Power Delivery, rund eine Stunde, fertig. Interessant wird sie erst zwischen den Flügen, denn dort entscheidet der Umgang über die Lebensdauer.

Zwei Gewohnheiten reichen. Volltanken am Vorabend des Flugs, nicht Wochen vorher. Und alle drei Monate ein Durchgang für alle Akkus, die gerade nicht im Einsatz sind. Damit hält ein Satz Akkus so lange, wie die Zellen es hergeben. Wie lange das insgesamt ist, ordnet der Ratgeber Lebensdauer einer Drohne ein.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, einen DJI-Akku zu laden?

Je nach Modell und Netzteil zwischen etwa 50 und 80 Minuten für einen leeren Akku. DJI nennt für die Mavic 4 Pro rund 51 Minuten mit dem 240-Watt-Netzteil, für die Air 3 etwa 80 Minuten am Fluggerät und rund 60 Minuten über die Ladestation, für die Mini 4 Pro rund 70 Minuten am Gerät und 58 Minuten über die Station. Mehrere Akkus in der Station laden nacheinander, nicht gleichzeitig.

Welches Netzteil brauche ich für einen DJI-Akku?

Ein USB-C-Netzteil mit Power-Delivery-Unterstützung. Die nötige Leistung hängt am Modell: Für die DJI Neo nennt der Hersteller mindestens 30 Watt, größere Modelle laden mit 65, 100 oder 240 Watt entsprechend schneller. Ein schwächeres Netzteil lädt langsamer, richtet aber keinen Schaden an, weil der Akku die Leistungsaufnahme selbst regelt.

Kann ich den Akku laden, während er in der Drohne steckt?

Ja, das ist bei allen aktuellen Modellen der Standardweg: USB-C-Kabel ans Fluggerät, Netzteil anschließen, fertig. Wichtig ist dabei nur, dass die Drohne ausgeschaltet ist, denn im eingeschalteten Zustand wird das Laden nicht unterstützt.

Warum entlädt sich mein DJI-Akku von allein?

Das ist eine eingebaute Schutzfunktion. Bleibt ein voll geladener Akku ungenutzt liegen, senkt die Elektronik den Ladestand schrittweise ab, weil ein dauerhaft voller Lithium-Akku schneller altert. Die genauen Stufen hängen am Modell: Bei der Mavic 4 Pro nennt DJI 96 Prozent nach 3 Tagen, 80 Prozent nach 15 Tagen und 60 Prozent nach 45 Tagen. Eine leichte Erwärmung dabei ist normal.

Mit welchem Ladestand lagere ich DJI-Akkus?

DJI empfiehlt für Pausen ab zehn Tagen einen Ladestand von 40 bis 65 Prozent und eine Lagerung an einem trockenen, kühlen Ort bei 22 bis 28 Grad. Zusätzlich sollte der Akku mindestens alle drei Monate einmal vollständig geladen und wieder entladen werden, damit die Schutzelektronik und die Zellen in Form bleiben.

Was passiert bei einer Tiefentladung?

Fällt der Ladestand unter etwa 10 Prozent und bleibt der Akku so liegen, können die Elektroden dauerhaft Schaden nehmen. DJI warnt ausdrücklich davor, weil solche Schäden nicht rückgängig zu machen sind. Ein Akku, der nach längerer Lagerung gar nicht mehr anspricht, hat meistens genau das hinter sich.

In welcher Reihenfolge lädt die DJI-Ladestation?

Absteigend nach Ladestand: Der Akku mit der höchsten Restladung kommt zuerst dran, danach der nächste. Das klingt zunächst unlogisch, spart aber Zeit, wenn nur ein Akku für den nächsten Flug reichen muss. Gleichzeitiges Laden mehrerer Akkus unterstützen die Stationen nicht.

Kann ich einen DJI-Akku mit einer Powerbank laden?

Ja, sofern die Powerbank USB-C mit Power Delivery liefert. Sinnvoll ist ein Modell mit mindestens 30 Watt Ausgangsleistung und ausreichender Kapazität, denn ein Drohnenakku zieht je nach Modell 20 bis 100 Wattstunden. Rechne dabei mit spürbaren Verlusten: Aus einer 20.000-mAh-Powerbank werden in der Praxis selten mehr als zwei volle Drohnenakkus.

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