DJI-Akku blinkt: alle LED-Codes und was zu tun ist

Der DJI-Akku blinkt beim Laden oder im Ruhezustand? Welche LED bei welcher Frequenz für welchen Fehler steht, was harmlos ist und wann der Akku zur Prüfung muss.

Zubehör Veröffentlicht am 5 Min. Lesezeit

Vier kleine LEDs, und plötzlich blinkt eine davon schneller als sonst. Der DJI-Akku nutzt genau diese vier Leuchten als Fehleranzeige, und die Botschaft steckt in der Kombination aus Position und Blinkfrequenz. Dieser Artikel ordnet jedes Muster einer Ursache zu und trennt die harmlosen Fälle von denen, bei denen der Akku nicht mehr an die Drohne gehört.

Das Wichtigste in Kürze

  • Langsames Wandern der LEDs ist normal: Die gerade geladene Stufe blinkt, alles darunter leuchtet konstant.
  • Zwei- oder dreimal pro Sekunde ist ein Fehlercode: Position der LED plus Frequenz nennen die Ursache.
  • Alle vier LEDs dreimal pro Sekunde bedeutet beschädigter Akku, hier endet die Selbsthilfe.
  • Temperatur ist die häufigste Ursache: Geladen wird zwischen 5 und 40 °C, ein Akku direkt nach dem Flug ist zu warm.
  • LEDs laufen ohne Ladegerät durch: Das ist die automatische Selbstentladung auf rund 60 Prozent Lagerladung.

Was die vier LEDs im Normalbetrieb anzeigen

Jede der vier LEDs steht für 25 Prozent Ladung. Beim Laden leuchten die bereits gefüllten Stufen dauerhaft, die aktuell laufende blinkt in ruhigem Takt von etwa einmal pro Sekunde. Sind alle vier LEDs konstant an und erlöschen dann, ist der Akku voll und schaltet ab.

Beim Drücken des Knopfes am ausgeschalteten Akku zeigen die LEDs für wenige Sekunden den Ladestand. Auch das ist reine Anzeige.

Der Unterschied zwischen normal und Fehler liegt im Tempo. Ein gemächliches Pulsieren gehört zum Betrieb. Ein hektisches Flackern mit zwei oder drei Blitzen pro Sekunde ist immer ein Code. Wer sich unsicher ist, zählt mit: Ein Blinken pro Sekunde ist ungefähr das Tempo eines Sekundenzeigers, alles Schnellere ist auffällig.

Die Fehlercodes beim Laden

DJI veröffentlicht die Zuordnung je Akkutyp im Support-Bereich. Für die aktuellen Kameradrohnen-Akkus sieht sie so aus:

AnzeigeBedeutung laut DJIWas zu tun ist
LED 1 blinkt 2×/sÜberstrom erkanntOriginalladegerät und -kabel verwenden
LED 2 blinkt 3×/sKurzschluss oder interner KommunikationsfehlerReparaturantrag stellen
LED 3 blinkt 2×/sÜberladung, Akkuspannung zu hochAkku auf 1 % entladen, dann neu laden
LED 3 blinkt 3×/sLadegerät liefert ÜberspannungOriginalladegerät verwenden
LED 4 blinkt 2×/sLadetemperatur zu niedrigim Warmen auf über 5 °C bringen
LED 4 blinkt 3×/sLadetemperatur zu hochrund 10 Minuten abkühlen lassen
alle 4 blinken 3×/sAkku beschädigtnicht weiterverwenden, Reparaturantrag

Gezählt wird von der Seite mit dem Knopf aus. Die genaue Zuordnung kann sich zwischen Akkugenerationen unterscheiden, weil DJI die Tabellen je Akkutyp führt. Die Systematik bleibt aber über alle Serien gleich: eine einzelne LED für Strom-, Spannungs- und Temperaturfehler, alle vier gemeinsam für den Defekt.

Schema der vier Akkustand-LEDs eines DJI-Akkus mit sieben Fehlercodes. Die erste LED blinkt zweimal pro Sekunde bei Überstrom, die zweite LED dreimal pro Sekunde bei Kurzschluss oder Kommunikationsfehler, die dritte LED zweimal pro Sekunde bei Überladung und dreimal pro Sekunde bei Überspannung des Ladegeräts, die vierte LED zweimal pro Sekunde bei zu niedriger und dreimal pro Sekunde bei zu hoher Ladetemperatur. Blinken alle vier LEDs dreimal pro Sekunde, ist der Akku beschädigt. Die Codes sind farblich in drei Gruppen geteilt: Ladegerät prüfen, Temperatur angleichen und Akku zur Prüfung geben.

Die Position der blinkenden LED nennt die Fehlergruppe, die Frequenz unterscheidet innerhalb der Gruppe.

Die drei Ursachen hinter den Codes

Ladegerät und Kabel. Überstrom und Überspannung treten auf, wenn das Netzteil mehr liefert, als die Ladeelektronik erwartet. Moderne USB-C-Netzteile verhandeln ihre Leistung mit dem Gerät, und diese Verhandlung geht mit Billigkabeln ohne Kennung regelmäßig schief. Der Test ist einfach: Original-Netzteil, Original-Kabel, direkt in die Steckdose statt in eine Mehrfachverteilung.

Temperatur. Der zulässige Ladebereich liegt zwischen 5 und 40 °C. Nach einem Flug ist ein Akku deutlich wärmer, im Sportmodus oder bei Wind noch mehr. Wer ihn sofort ansteckt, produziert genau den Code für zu hohe Temperatur. Zehn Minuten Pause lösen das. Umgekehrt im Winter: Ein Akku aus dem kalten Auto braucht Zeit im Warmen, bevor er Ladung annimmt. Wie sich Kälte auf den Flug selbst auswirkt, steht im Ratgeber Drohne im Winter fliegen.

Zellen und Elektronik. Kurzschluss, Kommunikationsfehler und der Beschädigt-Code kommen aus dem Inneren. Sie treten typischerweise nach einem Crash, nach Feuchtigkeit oder am Ende der Lebensdauer auf. Diese drei Codes sind keine Bedienfehler.

Wenn die LEDs ohne Ladegerät durchlaufen

Ein DJI-Akku bleibt nur ungern voll. Nach einer in der Steuer-App einstellbaren Frist von meist fünf bis zehn Tagen beginnt er, sich selbstständig auf rund 60 Prozent zu entladen. Während dieses Vorgangs leuchten und blinken die LEDs, und der Akku wird spürbar warm.

Das ist gewollt und schützt die Zellen. Lithium-Polymer-Zellen altern bei hoher Spannung deutlich schneller als im mittleren Ladefenster. Der Vorgang dauert je nach Ausgangsladung einige Stunden bis zu zwei Tage.

Ärgerlich wird es nur, wenn er unbemerkt vor einem geplanten Flugtag losläuft. Zwei Gegenmittel: die Frist in der App verlängern, oder die Akkus erst am Vorabend vollladen. Die Grundlagen zum Ladeverhalten von Lithium-Akkus stehen im Ratgeber LiPo-Akku richtig laden.

Tiefentladung: der Akku, der nicht mehr anspricht

Bleibt ein Akku monatelang liegen, sinkt die Zellspannung unter die Schwelle, ab der die Schutzschaltung jeden Ladeversuch blockiert. Typisches Bild: Der Akku reagiert gar nicht mehr auf den Knopf, oder eine LED blinkt kurz und erlischt.

Zwei Rettungsversuche sind einen Anlauf wert:

  1. Akku ans Ladegerät hängen und dort lassen. Manche Modelle starten einen sehr langsamen Vorladestrom, der erst nach 20 bis 30 Minuten in den normalen Ladevorgang übergeht.
  2. Akku in die Drohne setzen und diese kurz einschalten. Das weckt die Elektronik mancher Generationen auf, danach nimmt der Akku wieder Ladung an.

Bleibt beides erfolglos, ist der Akku am Ende. Tiefentladene Lithium-Zellen bilden im Inneren Strukturen, die zu internen Kurzschlüssen führen können. Ein solcher Akku gehört in den Wertstoffhof, nicht zurück an die Drohne.

Wann der Akku ersetzt gehört

Neben den Blinkcodes gibt es drei Warnzeichen, die unabhängig von der LED-Anzeige gelten:

Ein Ersatzakku für die kompakten Modelle kostet zwischen 39 und 100 Euro, etwa der Originalakku der Neo 2 oder der Akku der Mini-2-Serie. Ob sich bei größeren Schäden ein Reparaturweg lohnt, klärt der Ratgeber DJI-Drohne reparieren lassen.

Vorbeugen: vier Gewohnheiten

Bei 40 bis 65 Prozent lagern. Das ist das Fenster, in dem Lithium-Zellen am langsamsten altern. DJI nennt es selbst in der Pflegeanleitung.

Kühl und trocken lagern. Der Hersteller empfiehlt 22 bis 28 °C. Der Kofferraum im Sommer und der ungeheizte Keller im Winter fallen beide heraus.

Alle drei Monate einmal bewegen. Ein voller Zyklus, also entladen und wieder auf Lagerstand bringen, hält die Elektronik kalibriert und verhindert Tiefentladung.

Nach dem Flug abkühlen lassen. Zehn Minuten reichen und verhindern den häufigsten Temperaturcode.

Fazit: erst zählen, dann handeln

Der Blinkcode ist eine Diagnose, keine Fehlermeldung ins Blaue. Wer Position und Frequenz notiert, landet in den meisten Fällen bei einer der beiden harmlosen Gruppen: falsches Ladegerät oder unpassende Temperatur. Beide sind in Minuten behoben.

Nur zwei Muster verlangen eine echte Entscheidung: der Kurzschluss-Code und das gemeinsame Blinken aller vier LEDs. Hier endet die Selbsthilfe, und der Akku gehört in einen Reparaturantrag oder in die Entsorgung. Was danach an Ersatz sinnvoll ist, hängt vom Modell ab und steht in den jeweiligen Rezensionen.

Häufige Fragen

Warum blinkt mein DJI-Akku beim Laden?

Ein langsames Wandern der LEDs von links nach rechts ist der normale Ladevorgang: Die gerade gefüllte Stufe blinkt, die darunter leuchten dauerhaft. Ein Fehler liegt vor, wenn eine einzelne LED zwei- oder dreimal pro Sekunde blinkt. Diese schnellen Muster codieren laut DJI-Support die konkrete Ursache, von zu hohem Ladestrom über eine unpassende Temperatur bis zum defekten Akku.

Was bedeutet es, wenn alle vier LEDs schnell blinken?

Blinken alle vier Akkustand-LEDs dreimal pro Sekunde, meldet die Elektronik einen beschädigten Akku. Das ist das einzige Muster, bei dem kein Selbsthilfeversuch mehr sinnvoll ist. Der Akku gehört dann in einen Reparaturantrag bei DJI oder zur fachgerechten Entsorgung. Weiterladen oder Weiterfliegen mit diesem Akku ist ein echtes Risiko, weil beschädigte Lithium-Zellen sich erhitzen können.

Der Akku lädt nicht mehr, obwohl er nur ein paar Wochen lag. Woran liegt das?

Vermutlich an Tiefentladung. Ein DJI-Akku entlädt sich nach einer eingestellten Frist von meist fünf bis zehn Tagen selbstständig auf rund 60 Prozent, weil volle Zellen schneller altern. Liegt er danach monatelang unbenutzt, sinkt die Spannung weiter unter die Schwelle, ab der die Schutzschaltung das Laden verweigert. Manchmal hilft, den Akku für eine halbe Stunde am Ladegerät zu lassen und die Drohne zwischendurch kurz einzuschalten.

Bei welcher Temperatur darf ein DJI-Akku geladen werden?

DJI nennt einen Bereich von 5 bis 40 °C. Blinkt die vierte LED zweimal pro Sekunde, ist die Ladetemperatur zu niedrig, bei dreimal pro Sekunde zu hoch. Ein Akku direkt nach dem Flug ist regelmäßig zu warm und braucht etwa zehn Minuten Pause. Im Winter reicht es meist, den Akku eine Viertelstunde im warmen Raum liegen zu lassen, bevor er ans Ladegerät kommt.

Kann ich ein Fremdladegerät verwenden?

Möglich ist es, sinnvoll selten. Zwei der dokumentierten Fehlercodes gehen genau darauf zurück: zu hoher Ladestrom und zu hohe Ladespannung. Beides tritt auf, wenn ein Netzteil mehr liefert, als die Akkuelektronik erwartet. Das Originalladegerät oder ein USB-C-Netzteil mit den vom Hersteller genannten Werten ist die verlässliche Wahl.

Was heißt es, wenn die LEDs nacheinander aufleuchten, ohne dass der Akku am Strom hängt?

Das ist die automatische Selbstentladung. Der Akku baut überschüssige Ladung ab, bis er im Lagerbereich von etwa 60 Prozent liegt. Dabei wird er spürbar warm, das ist normal. Der Vorgang dauert je nach Ladestand einige Stunden bis zwei Tage. Die Frist bis zum Start lässt sich in der Steuer-App einstellen.

Blinkt der Akku der DJI FPV und der Avata nach denselben Codes?

Die Systematik ist dieselbe: vier Akkustand-LEDs, Fehler über die Blinkfrequenz einer einzelnen LED. Die exakte Zuordnung von LED-Position zu Ursache kann sich zwischen den Modellreihen unterscheiden, weil DJI die Tabellen je Akkutyp veröffentlicht. Maßgeblich ist deshalb immer die Bedienungsanleitung des eigenen Modells, die Tabelle in diesem Artikel gibt die Systematik wieder.

Lohnt sich die Reparatur eines defekten Akkus?

In aller Regel nicht. Ein Originalakku für die kompakten Modelle liegt zwischen 39 und 100 Euro, eine Zellprüfung mit Versand kommt dem nahe. Anders sieht es bei den großen Akkus der Mavic- und Enterprise-Serie aus, dort lohnt der Reparaturantrag. Selbst öffnen und Zellen tauschen ist bei Lithium-Polymer-Akkus eine Brandgefahr und kostet zusätzlich jede Gewährleistung.

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