Die App meldet eine neue Firmware, und die Frage ist immer dieselbe: jetzt sofort oder lieber später? Bei Drohnen steckt in der Firmware mehr als bei anderen Geräten, von der Motorsteuerung über die Akkuüberwachung bis zu den Geodaten der Flugverbotszonen. Dieser Artikel zeigt den Ablauf für Drohne, Fernsteuerung, Brille und Akkus, und was bei einem hängenden Update hilft.
Das Wichtigste in Kürze
- Zwei Wege: DJI Fly App über die Funkstrecke oder DJI Assistant 2 per USB-C am Computer.
- Voraussetzungen: Flugakku mindestens 50 %, Fernsteuerung mindestens 30 %, stabile Internetverbindung.
- Dauer: rund zehn Minuten, große Sprünge auch zwanzig.
- Akkus einzeln: Die Firmware sitzt im Akku, aktualisiert wird nur der eingelegte.
- Normal während des Updates: erschlaffter Gimbal, blinkende Status-LED, ein Neustart des Fluggeräts.
Warum Drohnen-Firmware mehr betrifft als andere Updates
Bei einem Fernseher ändert ein Update die Oberfläche. Bei einer Drohne greift es in Systeme ein, die während des Flugs über Sicherheit entscheiden.
| Bereich | Was die Firmware steuert |
|---|---|
| Flugregelung | Reaktion auf Knüppel, Windkorrektur, Stabilisierung |
| Akkumanagement | Zellspannungen, Reststrommodell, Abschaltschwellen |
| Rückkehrfunktion | Verhalten bei Signalverlust und niedrigem Akku |
| Geodaten | Datenbank der Zonen, Warnungen beim Annähern |
| Sensorik | Hinderniserkennung, Bildverarbeitung |
| EU-Klassifizierung | Freischaltung eines C-Labels, wo angeboten |
Zwei Punkte daraus sind praktisch relevant. Erstens: Ein Firmware-Stand, der Monate alt ist, kennt die aktuellen Zonendaten nicht. Verbindlich bleibt ohnehin die Dipul-Karte, die Warnung in der App ist ein Komfortmerkmal. Zweitens: Verweigert die Drohne den Start mit einem Hinweis auf veraltete Firmware, hilft nur das Update, weil DJI ältere Stände nach einiger Zeit sperrt.
Die zwei Wege zum Update

Fünf Schritte, rund zehn Minuten. Der letzte wird am häufigsten vergessen: Jeder Akku braucht seinen eigenen Durchlauf.
Weg 1: DJI Fly App. Der Standardfall. Drohne und Fernsteuerung einschalten, warten bis die Verbindung steht, dann erscheint der Hinweis auf die neue Version. Antippen, Download abwarten, Installation laufen lassen. Die App aktualisiert dabei Drohne und Fernsteuerung gemeinsam. Voraussetzung ist eine Internetverbindung des Smartphones oder der Fernsteuerung mit Display.
Weg 2: DJI Assistant 2. Die Desktop-Software für Windows und macOS. Drohne per USB-C anschließen, Software starten, mit dem DJI-Konto anmelden, das erkannte Gerät auswählen und auf “Aktualisieren” klicken. Dieser Weg ist stabiler, weil die Daten über Kabel statt über Funk laufen. Bei großen Versionssprüngen und nach fehlgeschlagenen App-Updates ist er die bessere Wahl.
Für Fernsteuerungen mit eigenem Display, etwa die DJI RC 2, und für Videobrillen wie die DJI Goggles 3 gilt dasselbe Prinzip: Sie melden ihr Update selbst, sobald sie online sind, und lassen sich alternativ per Kabel aktualisieren.
Vor dem Start: vier Voraussetzungen
- Flugakku auf mindestens 50 Prozent, Fernsteuerung auf mindestens 30 Prozent. Das sind die Werte, die DJI im Support nennt.
- Stabile Internetverbindung. Der Download läuft über das Smartphone oder den Computer, nicht über die Drohne.
- Zeitfenster von 20 Minuten. Das Update selbst dauert rund zehn, der Download kommt dazu.
- Ruhiger Ort ohne Ablenkung. Der häufigste Fehler ist das versehentliche Ausschalten, weil jemand denkt, der Vorgang hänge.
Was während des Updates passiert und wie ein hängender Vorgang aussieht, unterscheiden viele nicht. Erschlaffter Gimbal, blinkende LED und ein selbständiger Neustart gehören dazu.
Die Akkus: der übersehene Schritt
Jeder Intelligent Flight Battery trägt seine eigene Firmware. Sie regelt Zellüberwachung, Abschaltschwellen und die Kommunikation mit der Drohne. Aktualisiert wird immer nur der Akku, der gerade eingelegt ist.
Der Ablauf bei mehreren Akkus:
- Update mit Akku 1 durchführen.
- Drohne ausschalten, Akku 2 einlegen.
- Drohne einschalten, App verbinden, Update erneut starten.
- Für jeden weiteren Akku wiederholen.
Überspringst du das, fliegst du mit Akkus auf unterschiedlichen Ständen. In der Praxis meldet die App dann bei jedem Wechsel erneut ein Update, im ungünstigen Fall verweigert die Drohne den Start. Wie du die Akkus sonst pflegst, steht im Ratgeber LiPo-Akku richtig laden.
Wenn das Update fehlschlägt
Die häufigsten Fälle und ihre Lösung:
| Symptom | Ursache | Vorgehen |
|---|---|---|
| Download bleibt stehen | instabile Verbindung | WLAN wechseln, App neu starten |
| Installation bricht ab | Akkustand zu niedrig | laden, dann per Assistant 2 wiederholen |
| Drohne startet nicht mehr sauber | unvollständige Firmware | per USB-C an Assistant 2, erneut aufspielen |
| Fernsteuerung meldet Versionskonflikt | nur ein Gerät aktualisiert | beide Geräte auf denselben Stand bringen |
| Wiederholte Fehlermeldung | Datenfehler beim Paket | Cache der App leeren, Paket neu laden |
Der Wechsel auf DJI Assistant 2 ist der wirksamste Schritt. Die Kabelverbindung fällt nicht aus, und die Software zeigt einen Fehlercode, falls es doch scheitert. Mit diesem Code arbeitet der Support weiter. Wann sich ein Servicefall lohnt, ordnet der Ratgeber DJI-Drohne reparieren lassen ein.
Ein Detail, das Nerven spart: Eine dauerhaft rot blinkende Status-LED nach einem abgebrochenen Update meldet eine unvollständige Installation. Der Assistant erkennt das Gerät in diesem Zustand trotzdem und spielt die Firmware neu auf.
Nach dem Update: drei Kontrollen
Kalibrierung prüfen. Meldet die App eine Kompass- oder IMU-Warnung, kalibriere vor dem ersten Start. Der Ablauf steht im Ratgeber Drohne kalibrieren.
Eigene Einstellungen kontrollieren. Rückkehrhöhe, Verhalten bei Signalverlust, maximale Entfernung und Höhenbegrenzung stehen nach größeren Updates gelegentlich wieder auf Standardwerten. Besonders die Rückkehrhöhe ist relevant, weil sie über Bäumen und Gebäuden zum Problem wird. Details im Ratgeber Return to Home bei DJI.
Geodaten aktualisieren lassen. Die App lädt die Zonendaten getrennt von der Firmware nach, meist beim ersten Start mit Internetverbindung.
Welches Gerät auf welchem Weg
| Gerät | DJI Fly App | DJI Assistant 2 |
|---|---|---|
| DJI Mavic 3 und Serie | ja | ja |
| DJI Air 3S | ja | ja |
| DJI Mini 4 Pro | ja | ja |
| DJI Mini 5 Pro | ja | ja |
| DJI Flip | ja | ja |
| DJI Neo und Neo 2 | ja | ja |
| DJI Avata 2 | ja | ja |
| DJI RC 2 | über die App | ja |
| DJI Goggles 3 | über die App | ja |
Bei anderen Herstellern läuft es vergleichbar. Potensic aktualisiert über die eigene App, BetaFPV-Komponenten und Radiomaster-Fernsteuerungen laufen über eigene Konfigurationsprogramme am PC. Für die FPV-Seite lohnt der Blick in den Ratgeber Betaflight Configurator.
Downgrade: was möglich ist
Der Wunsch kommt regelmäßig auf, meist wenn eine neue Version eine Funktion einschränkt oder die Flugzeit spürbar sinkt. Die Antwort ist kurz: DJI unterstützt Downgrades kaum. In DJI Assistant 2 tauchen ältere Versionen nur bei einem Teil der Modelle auf, häufig gar nicht.
Praktische Konsequenz: Warte bei größeren Versionssprüngen ein paar Tage und lies mit, was andere Nutzer berichten. Sicherheitsrelevante Updates spielst du dagegen sofort ein, gerade wenn sie Akkumanagement oder Rückkehrfunktion betreffen.
Firmware und die EU-Klassen
Ein Sonderfall betrifft die Klassenlabel. Zwischen Inkrafttreten der EU-Verordnung und dem Ende der Übergangsfrist kamen Drohnen auf den Markt, deren Hardware die Anforderungen erfüllte, denen aber die Konformitätsbewertung fehlte. Bei einem Teil dieser Modelle hat der Hersteller sie nachgeholt und das Label per Update freigeschaltet, sichtbar in den Einstellungen unter EU-Klassifizierung.
Ob dein Modell dazugehört, klärst du in dieser Reihenfolge: Firmware aktualisieren, in den App-Einstellungen nachsehen, Herstellerseite auf eine Konformitätserklärung prüfen. Was das Label bedeutet, steht im Ratgeber Drohnenklassen C0 bis C4.
Fazit: zehn Minuten, die man plant
Ein Firmware-Update ist unspektakulär, solange die Voraussetzungen stimmen: geladener Akku, stabile Verbindung, genug Zeit. Ärger entsteht fast immer aus Eile, wenn das Update am Startplatz mit 30 Prozent Akku und schwachem Mobilfunk laufen soll.
Zwei Gewohnheiten reichen: Updates zu Hause einspielen, nicht im Feld. Und alle Akkus nacheinander durchlaufen lassen, bevor die Tasche zugeht. Was du sonst regelmäßig kontrollieren solltest, sammelt der Ratgeber Drohne kaufen: worauf achten.
Häufige Fragen
Wie mache ich ein Firmware-Update bei einer DJI-Drohne?
Der Standardweg läuft über die DJI Fly App: Drohne und Fernsteuerung einschalten, verbinden, den Update-Hinweis antippen und den Vorgang durchlaufen lassen. Alternativ verbindest du die Drohne per USB-C mit dem Computer und nutzt DJI Assistant 2. Beide Wege brauchen eine Internetverbindung und rund zehn Minuten Zeit.
Wie viel Akku brauche ich für ein Firmware-Update?
DJI nennt mindestens 50 Prozent für den Flugakku und mindestens 30 Prozent für die Fernsteuerung. Weniger Ladung bricht den Vorgang ab oder verhindert den Start. Lade beides vorher auf, weil ein unterbrochenes Update im ungünstigsten Fall eine Reparatur nach sich zieht.
Wie lange dauert ein DJI Firmware-Update?
Etwa zehn Minuten, größere Sprünge über mehrere Versionen auch zwanzig. Dazu kommt der Download, der je nach Verbindung ein paar Minuten braucht. Während des Vorgangs sind ein erschlaffter Gimbal, eine blinkende Status-LED und ein Neustart des Fluggeräts normal.
Muss ich jeden Akku einzeln aktualisieren?
Ja. Die Firmware der Intelligent Flight Battery sitzt im Akku selbst, aktualisiert wird immer nur der eingelegte. Nach dem ersten Durchlauf schaltest du die Drohne aus, legst den nächsten Akku ein und startest den Vorgang erneut. Bei drei Akkus dauert das entsprechend länger.
Was tun, wenn das Firmware-Update fehlschlägt?
Zuerst Drohne und Fernsteuerung neu starten und den Vorgang wiederholen, häufig reicht das. Bleibt es dabei, wechsle auf den Weg über DJI Assistant 2 am Computer, weil die USB-Verbindung stabiler ist als die Funkstrecke. Hilft auch das nicht, meldet der Assistant meist einen Fehlercode, mit dem der DJI-Support weiterarbeitet.
Kann ich eine DJI-Firmware zurücksetzen?
Ein Downgrade ist nur eingeschränkt möglich und wird von DJI kaum unterstützt. In DJI Assistant 2 erscheinen ältere Versionen nur für einen Teil der Modelle, oft gar nicht. Plane deshalb vor jedem Update ein: Der Weg zurück steht in aller Regel nicht offen.
Muss ich nach dem Update etwas prüfen?
Drei Dinge: Kompass und IMU auf Auffälligkeiten prüfen und bei Warnhinweis kalibrieren, die eigenen Einstellungen für Rückkehrhöhe und Verhalten bei Signalverlust kontrollieren und die Karten- beziehungsweise Geodaten aktualisieren lassen. Updates setzen Einstellungen gelegentlich auf Standardwerte zurück.
Bekommt meine Drohne per Update ein C-Klassenlabel?
Nur wenn der Hersteller die Konformitätsbewertung nachgeholt hat und das Label für dein Modell anbietet. Bei einigen Modellen kam die EU-Klasse tatsächlich per Firmware, sichtbar dann in den Einstellungen als EU-Klassifizierung. Ohne dieses Angebot bleibt die Drohne ohne Label, unabhängig von der installierten Version.