Wie viele Stunden hat die Mini eigentlich auf dem Buckel? Die Frage taucht spätestens beim Verkauf auf, oft schon vorher bei der Wartung oder nach einem Zwischenfall. DJI führt die Zahlen mit, verteilt sie allerdings auf drei Orte mit unterschiedlichem Detailgrad. Dieser Artikel zeigt, wo Gesamtzeit und Einzelflüge stehen, wie du an die Rohdaten kommst und was du tun musst, damit die Historie einen Gerätewechsel übersteht.
Das Wichtigste in Kürze
- Gesamtzeit: DJI Fly, unten links im Profil, mit Anzahl der Flüge, Dauer und Strecke.
- Voraussetzung: die Synchronisierung der Flugaufzeichnungen muss eingeschaltet sein, sonst bleibt die Summe leer.
- Einzelflüge liegen als Datei je Flug im Ordner FlightRecord auf dem Mobilgerät.
- Rohdaten des Flugreglers bleiben in der Drohne, Export per USB über DJI Assistant 2.
- Ohne Sicherung ist die Historie an genau ein Handy gebunden.
Wo die Gesamtzeit in DJI Fly steht
Der schnellste Weg führt über das Profil. In DJI Fly sitzt es unten links auf dem Startbildschirm. Dort steht eine Übersicht mit drei Werten: Anzahl der Flüge, summierte Flugdauer und zurückgelegte Strecke. Ein Tippen darauf öffnet die Liste der einzelnen Flüge, sortiert nach Datum.
Zwei Eigenheiten der Anzeige sind gut zu kennen:
Die Zählung beginnt am Motorstart. Die Dauer eines Flugs läuft ab dem Moment, in dem die Motoren anlaufen. Ein Standlauf zum Kalibrieren zählt damit mit, ein reines Einschalten der Drohne nicht.
Die Kopfzeile summiert alle Fluggeräte. Wer mehrere Drohnen im selben Konto betreibt, kann die Liste zwar nach Gerät filtern, die Summe darüber bleibt jedoch die Gesamtsumme über alle Modelle. Für eine gerätebezogene Auswertung führt der Weg über die gefilterte Liste oder über eine externe Auswertung.
Warum die Summe manchmal fehlt
Ein häufiger Befund: Die Flugliste ist gefüllt, die Gesamtzeit bleibt bei null. Der Grund liegt in der Arbeitsteilung zwischen App und Konto. Die Summen bildet DJI serverseitig, und dafür brauchen die Aufzeichnungen den Weg in dein Konto.
Die Synchronisierung schaltest du im Profil unter den Einstellungen im Bereich der Flugdaten ein, dort gibt es den Schalter für die automatische Synchronisierung der Flugaufzeichnungen. Nach dem Einschalten dauert es je nach Anzahl der Flüge einige Minuten, bis die Übersicht gefüllt ist.
Die Synchronisierung hat eine zweite Wirkung, die im Alltag mehr wert ist als die Summenanzeige: Sie macht deine Historie kontogebunden. Ein neues Handy meldet sich am selben Konto an und zieht die Flüge nach. Wer die Synchronisierung aus Datenschutzgründen ausgeschaltet lässt, übernimmt dafür die Sicherung selbst.
Die drei Speicherorte im Überblick

Blau läuft von allein, Orange verlangt einen Handgriff. Genau die orangen Wege entscheiden, ob die Historie einen Gerätewechsel übersteht.
| Ort | Was dort liegt | Zugriff |
|---|---|---|
| Drohne | Flugreglerdaten, sehr ausführlich | USB, DJI Assistant 2 |
| Mobilgerät | Flugaufzeichnung, eine Datei je Flug | Dateimanager, Ordner FlightRecord |
| DJI-Konto | Summen und Flugliste | DJI Fly, Profil |
Den einzelnen Flug lesen
Die Flugliste in der App zeigt je Eintrag Datum, Dauer, Strecke, maximale Höhe und maximale Entfernung. Ein Tippen öffnet die Detailansicht mit der Flugbahn auf einer Karte und den Meldungen, die während des Flugs aufgelaufen sind.
Diese Detailansicht ist der praktische Einstieg für drei Fragen:
- Wo war die Drohne zuletzt? Die letzte aufgezeichnete Position ist der Startpunkt jeder Suche, wie im Artikel zur verlorenen Drohne beschrieben.
- Was ist passiert? Die Warnmeldungen stehen mit Zeitstempel neben der Flugbahn.
- Wie lange war der Akku wirklich in der Luft? Die Dauer je Flug zeigt, wie weit die Praxis von der Herstellerangabe abweicht. Die Hintergründe dazu stehen im Artikel zur Flugzeit von Drohnen.
Die Flugaufzeichnung auf dem Handy finden
Wer die Dateien selbst sichern oder auswerten will, braucht den Speicherort. Er unterscheidet sich nach Betriebssystem und App:
| Gerät und App | Pfad |
|---|---|
| Android, DJI Fly | Android/data/dji.go.v5/files/FlightRecord |
| Android, DJI GO 4 | DJI/dji.go.v4/FlightRecord |
| iOS, DJI Fly | Dateien-App, Bereich DJI Fly, Ordner FlightRecords |
| iOS, alternativ | Finder am Mac oder Dateifreigabe in iTunes |
Unter iOS lässt sich der Ordner in der Dateien-App direkt komprimieren
und als ZIP weitergeben. Unter Android sind die Ordner unter
Android/data seit neueren Versionen abgeschirmt; ein Dateimanager mit
entsprechender Berechtigung oder die Verbindung zum Rechner per Kabel
löst das.
Vor jedem Gerätewechsel gehört dieser Ordner gesichert. Er ist klein, ein ganzes Drohnenjahr wiegt selten mehr als ein paar Megabyte, und er ist die einzige lokale Kopie deiner Historie.
Die Flugreglerdaten aus der Drohne holen
Die App-Aufzeichnung endet dort, wo die Funkverbindung endet. Die Drohne selbst schreibt dagegen durchgehend mit, und zwar deutlich feiner: Motorströme, Lageregelung, Sensorwerte, Ereignisse. Diese Daten sind für die Analyse eines Absturzes gedacht.
Der Weg dorthin:
- Drohne einschalten und per USB-Kabel mit dem Rechner verbinden.
- DJI Assistant 2 öffnen, passende Produktvariante wählen.
- Log-Export aufrufen, die gewünschten Protokolle markieren.
- Lokal speichern, danach liegt die Datei auf dem Rechner.
Für die Auswertung brauchst du ein Werkzeug, das dieses Format lesen kann. Im Servicefall reicht es meist, die Datei an den Support oder an die Werkstatt weiterzugeben; wie ein solcher Fall abläuft, steht im Artikel zur Reparatur einer DJI-Drohne.
Welche Werte in einer Flugaufzeichnung stehen
Die Datei je Flug ist mehr als eine Zeitangabe. Ausgewertet enthält sie eine Zeitreihe mit wenigen Messungen pro Sekunde, darin unter anderem:
- Position und Höhe über Grund, dazu die Entfernung zum Startpunkt
- Geschwindigkeit horizontal und vertikal
- Akkuspannung und Restkapazität im Verlauf
- Satellitenzahl und Signalstärke der Funkstrecke
- Steuerbefehle der Fernsteuerung
- Warnungen und Systemmeldungen mit Zeitstempel
Aus dieser Kombination lässt sich ein Flug nachvollziehen, ohne dabei gewesen zu sein: Ein Spannungseinbruch bei gleichzeitigem Steigflug erklärt eine Notlandung, eine sinkende Satellitenzahl kurz vor einem Abdriften erklärt einen Positionsverlust. Genau deshalb verlangen Versicherer und Werkstätten diese Datei, bevor sie einen Fall bewerten.
Auswertung mit externen Werkzeugen
Für die App-Aufzeichnungen gibt es Auswertungsdienste, die eine hochgeladene Datei in Karten, Diagramme und Tabellen übersetzen. Am bekanntesten sind Airdata UAV und der Log-Viewer von PhantomHelp. Beide lesen die Dateien aus dem Ordner FlightRecord und geben unter anderem Geschwindigkeit, Höhe, Satellitenzahl und Akkuspannung über die Zeit aus.
Ein Hinweis gehört dazu: Beim Hochladen verlassen die Daten dein Gerät, und darin stecken Positionsdaten deiner Flüge, oft auch die deines Wohnorts als Startpunkt. Wer damit sparsam umgehen will, wertet nur einzelne Flüge aus oder nutzt Werkzeuge, die lokal auf dem Rechner laufen.
Wenn Flüge fehlen
Vier Ursachen erklären die meisten Lücken:
Synchronisierung war aus. Die Flüge liegen dann nur lokal auf dem Gerät, mit dem sie geflogen wurden.
Anderes Konto. Flüge hängen am angemeldeten DJI-Konto. Ein Zweitkonto für den Zoll oder für den Kauf im Ausland führt schnell zu zwei getrennten Historien.
App-Daten gelöscht. Ein Zurücksetzen der App oder das Leeren des Speichers entfernt den Ordner FlightRecord mitsamt Inhalt.
Flug ohne App. Starts ohne verbundenes Mobilgerät, etwa mit der DJI RC im Solo-Betrieb bestimmter Modelle, erzeugen keine App-Aufzeichnung. Die Drohne selbst hat den Flug trotzdem protokolliert.
Wofür die Zahlen praktisch taugen
Verkauf. Betriebsstunden sind das Pendant zum Kilometerstand. Ein belegter Wert schafft Vertrauen und rechtfertigt den Preis, wie im Artikel zum Verkauf einer DJI-Drohne beschrieben.
Wartung. Propeller, Motoren und Gimbal-Lager altern mit den Flugstunden. Wer die Stundenzahl kennt, tauscht Verschleißteile nach Nutzung statt nach Gefühl.
Versicherungsfall. Bei einem Schaden fragt der Versicherer nach dem Hergang. Flugbahn, Höhe und Meldungen aus der Aufzeichnung sind belastbare Belege, siehe Kaskoversicherung für Drohnen.
Flugbuch. Wer beruflich fliegt, braucht ohnehin eine Übersicht seiner Einsätze. Datum, Dauer und Ort liefert die App, den Zweck ergänzt du.
Akkupflege. Neben der Flugzeit lohnt der Blick auf die Zyklenzahl je Akku in den Sicherheitseinstellungen. Was sie über den Zustand sagt, steht im Artikel zum Laden von DJI-Akkus.
Fazit: erst synchronisieren, dann sichern
Die Gesamtflugzeit steht zwei Fingertipps entfernt im Profil von DJI Fly, vorausgesetzt die Synchronisierung läuft. Wer sie eingeschaltet lässt, hat die Historie kontogebunden und übersteht jeden Gerätewechsel. Wer sie aus guten Gründen aus lässt, kopiert den Ordner FlightRecord regelmäßig auf den Rechner.
Die ausführlichen Flugreglerdaten brauchst du im Alltag selten. Sie sind das Werkzeug für den Ernstfall, und dann ist es gut zu wissen, dass sie in der Drohne liegen und per USB abholbar sind. Wie die App sonst aufgebaut ist und welche Einstellungen sich lohnen, steht in der Übersicht zur DJI Fly App.
Häufige Fragen
Wo sehe ich die Gesamtflugzeit meiner DJI-Drohne?
In DJI Fly unten links im Profil. Dort steht eine Übersicht mit der Anzahl der Flüge, der summierten Flugdauer und der zurückgelegten Strecke. Ein Tippen auf die Übersicht öffnet die Liste der einzelnen Flüge. Bei mehreren Drohnen im selben Konto lassen sich die Flüge nach Gerät filtern, die Kopfzeile summiert dagegen alle Fluggeräte zusammen.
Warum zeigt DJI Fly keine Gesamtflugzeit an?
Weil die Summenbildung im DJI-Konto passiert. Solange die Flugaufzeichnungen nicht synchronisiert sind, kennt die App nur die Flüge, die lokal auf diesem Gerät liegen, und lässt die Gesamtzeit leer. Die Synchronisierung schaltest du im Profil unter den Einstellungen bei den Flugdaten ein; danach füllt sich die Übersicht meist innerhalb weniger Minuten.
Wo liegen die Flugaufzeichnungen auf dem Handy?
Unter Android im Ordner Android/data/dji.go.v5/files/FlightRecord, bei DJI GO 4 unter DJI/dji.go.v4/FlightRecord. Unter iOS erreichst du sie über die Dateien-App im Bereich der DJI-Fly-App im Ordner FlightRecords, alternativ über den Finder am Mac oder die Dateifreigabe in iTunes. Je Flug liegt dort eine eigene Datei.
Was ist der Unterschied zwischen Flugaufzeichnung und Flugreglerdaten?
Die Flugaufzeichnung entsteht in der App aus der Telemetrie, die während des Flugs ankommt, und enthält Dauer, Strecke, Höhe, Position und Meldungen. Die Flugreglerdaten schreibt die Drohne selbst mit, sie sind deutlich ausführlicher und bleiben im Fluggerät. An sie kommst du nur per USB-Kabel über DJI Assistant 2.
Kann ich die Flugstunden direkt aus der Drohne auslesen?
Über den Log-Export in DJI Assistant 2 ja. Du verbindest die eingeschaltete Drohne per USB mit dem Rechner, öffnest das Programm, wählst den Log-Export und speicherst die gewünschten Protokolle lokal. Diese Dateien sind für die Unfallanalyse gedacht und brauchen zum Lesen ein Auswertungswerkzeug.
Bleiben die Flugdaten beim Handywechsel erhalten?
Nur mit eingeschalteter Synchronisierung oder mit einer eigenen Sicherung. Die Aufzeichnungen liegen zunächst allein im Ordner FlightRecord des alten Geräts. Wer ohne Sicherung wechselt, startet in der App bei null, während die alten Flüge auf dem alten Handy verbleiben. Der Ordner lässt sich auf ein neues Gerät kopieren.
Wie viele Ladezyklen hat mein Drohnenakku?
Die Zyklenzahl steht in der App unter den Sicherheitseinstellungen im Bereich der Akku-Informationen, dort zusammen mit Zellenspannungen und Temperatur. Sie hängt am einzelnen Akku und nicht an der Drohne, weshalb jeder Akku eine eigene Zahl führt.
Taugen die Flugdaten als Flugbuch?
Als Grundlage ja. Datum, Dauer, Strecke und Position liefert die App zuverlässig, und daraus lässt sich ein Flugbuch aufbauen. Zweck des Flugs, Auftrag und die Unterscheidung zwischen privater und betrieblicher Nutzung stehen dort allerdings nicht; diese Angaben trägst du selbst nach.