Die USA sind für Landschaftsaufnahmen eines der lohnendsten Reiseziele überhaupt, und gleichzeitig eines der bürokratisch eigenwilligsten. Deine europäischen Nachweise helfen dort nicht weiter, dafür sind die US-Pflichten in einer knappen Stunde online erledigt. Der größere Stolperstein liegt woanders: Ausgerechnet die Orte, für die man reist, sind für Drohnen gesperrt. Dieser Artikel führt durch beides.
Das Wichtigste in Kürze
- Die deutsche e-ID gilt nicht, die FAA hat eigene Pflichten.
- TRUST-Test ist Pflicht für jeden Freizeitflug, kostenlos und online.
- Ausländisch registrierte Drohnen brauchen eine Notice of Identification, die CID gehört an die Steuerstation.
- 400 Fuß Höhengrenze, Freigaben in kontrolliertem Luftraum über LAANC.
- Alle Nationalparks sind gesperrt, für Start, Landung und Betrieb.
Die drei FAA-Pflichten im Überblick
Für den Freizeitflug in den USA setzt die Federal Aviation Administration (FAA) auf drei Bausteine, die je nach Situation zusammenkommen:
| Pflicht | Wer betroffen ist | Kosten |
|---|---|---|
| TRUST-Test | jeder Freizeitpilot, jedes Gewicht | kostenlos |
| FAA-Registrierung | Drohnen über 250 g | 5 $ für 3 Jahre |
| Notice of Identification | im Ausland registrierte Drohnen mit Remote ID | kostenlos |
| Remote ID | praktisch jede Drohne im Luftraum | im Gerät enthalten |
Der TRUST-Test ist der einfachste Punkt. Er wird online bei anerkannten Anbietern abgelegt, ist kostenlos und in etwa 20 Minuten erledigt. Durchfallen ist konstruktiv ausgeschlossen: Wer falsch antwortet, bekommt die Erklärung und die Frage erneut. Am Ende steht ein Zertifikat, das du beim Fliegen mitführen musst, digital genügt.

Die Formalitäten sind in einer Stunde erledigt. Die Sperrung aller Nationalparks ist der Punkt, der Reisepläne verändert.
Registrierung oder Notice of Identification?
Hier entsteht die häufigste Verwirrung bei europäischen Reisenden, und sie hat einen konkreten Grund: In Europa registrierst du dich als Betreiber, in den USA geht es um das Fluggerät.
Zwei Wege stehen offen:
Weg eins, FAA-Registrierung. Du registrierst deine Drohne über das Portal FAADroneZone. Kosten: fünf US-Dollar für drei Jahre, Registrierungspflicht ab 250 Gramm. Bei ausländischen Eigentümern stellt die FAA die Bescheinigung rechtlich als Anerkennung des Eigentums aus, im Alltag erfüllt sie denselben Zweck wie eine US-Registrierung.
Weg zwei, Notice of Identification. Betreibst du eine Drohne mit Remote-ID-Funktion, die außerhalb der USA registriert ist, reichst du eine NOI ein. Auch das läuft über FAADroneZone und ist kostenlos. Benötigt werden Hersteller, Modell und die Remote-ID-Seriennummer, die auf der Drohne oder auf dem Broadcast-Modul steht. Die FAA stellt daraufhin eine Confirmation of Identification (CID) aus.
Die CID musst du an der Steuerstation mitführen und auf Verlangen von FAA-Personal oder einem Polizeibeamten vorzeigen können, eine elektronische Kopie genügt. Ändern sich Angaben, bist du verpflichtet, sie vor dem nächsten Flug zu aktualisieren.
Remote ID: die elektronische Kennung
Seit der vollständigen Durchsetzung gilt: Jede Drohne, die im US-Luftraum betrieben wird, muss ihre Identität und Position elektronisch aussenden. Ausgenommen sind ausschließlich Flüge in eigens ausgewiesenen FRIAs (FAA-Recognized Identification Areas), das sind Modellflugplätze mit Sondergenehmigung.
Aktuelle Drohnen der großen Hersteller bringen Remote ID ab Werk mit, ältere Modelle lassen sich mit einem Broadcast-Modul nachrüsten. Die Durchsetzung ist ernst gemeint: Bußgelder beginnen bei 1.100 US-Dollar pro Verstoß, im zivilrechtlichen Bereich sind deutlich höhere Beträge möglich.
Die Nationalpark-Sperre
Das ist der Punkt, an dem die meisten USA-Reisen mit Drohne ihre Planung ändern. Der National Park Service hat mit der Policy Memorandum 14-05 im Juni 2014 auf allen von ihm verwalteten Flächen und Gewässern verboten:
- das Starten einer Drohne von NPS-Grund
- das Landen einer Drohne auf NPS-Grund
- das Betreiben einer Drohne über NPS-Flächen und -Gewässern
Rechtsgrundlage ist 36 CFR 1.5, der Parkleitungen Sperrungen zum Schutz der Parkressourcen erlaubt. Weil alle drei Handlungen einzeln verboten sind, funktioniert auch der naheliegende Ausweg nicht: Vom Parkplatz im Park starten, zum Aussichtspunkt fliegen und am Wanderweg landen ist dreifach unzulässig.
Betroffen ist jede Einheit des NPS. Das sind neben den 63 Nationalparks auch National Monuments, National Seashores, National Recreation Areas und historische Stätten. Konkret bedeutet das: Grand Canyon, Yosemite, Zion, Yellowstone, Arches, Bryce Canyon und der Großteil der Motive, für die man in den Südwesten fährt, sind gesperrt.
Ein Verstoß ist ein Bundesvergehen mit einem Strafrahmen von bis zu sechs Monaten Haft und 5.000 US-Dollar. Verhängte Strafen liegen häufiger im Bereich von einigen hundert bis gut tausend Dollar, dazu kommt die Sicherstellung von Drohne und Speicherkarten als Beweismittel.
Wo in den USA geflogen werden darf
Die gute Nachricht: Der NPS verwaltet zwar die berühmtesten Flächen, aber nur einen kleinen Teil des öffentlichen Landes. Andere Verwalter handhaben Drohnen deutlich offener.
- Bureau of Land Management (BLM): Das BLM verwaltet rund 100 Millionen Hektar, überwiegend im Westen, und erlaubt Drohnenflüge auf seinen Flächen grundsätzlich, mit Ausnahme ausgewiesener Wilderness Areas. Viele spektakuläre Landschaften in Utah, Arizona und Nevada liegen auf BLM-Land.
- National Forests: Der US Forest Service erlaubt Drohnen grundsätzlich, außerhalb von Wilderness Areas und außerhalb von Waldbrandeinsätzen. Letzteres wird im Sommer im Westen streng kontrolliert.
- State Parks: Uneinheitlich. Manche Bundesstaaten erlauben Drohnen, andere verbieten sie. Hier hilft nur der Blick auf die Regeln des konkreten Parks.
- Öffentliche Flächen in Städten: Ebenfalls uneinheitlich und meist von Kommunalrecht bestimmt.
Ein Beispiel für den Unterschied: Der Grand-Canyon-Nationalpark ist gesperrt, während Flächen des BLM in unmittelbarer Nachbarschaft mit ähnlichen Formationen offen sind. Die Vorbereitung besteht deshalb aus einem einfachen Schritt: die Verwaltungsträgerschaft der Fläche herausfinden, auf der du starten willst.
Zwei Regelebenen: Luftraum und Boden
Der Systemunterschied, den man verstanden haben sollte: Die FAA regelt den Luftraum, und zwar bundesweit einheitlich. Wer über eine Fläche starten und landen darf, entscheidet dagegen der Eigentümer oder Verwalter, und dabei greifen das Recht des Bundesstaates, des Countys oder der Stadt.
Daraus folgt eine Situation, die es in Deutschland so nicht gibt: Ein Flug kann nach FAA-Recht vollständig zulässig sein und gleichzeitig nach dem Recht des Bundesstaates verboten. Zahlreiche Staaten haben eigene Gesetze zu Privatsphäre, zur Überwachung von Grundstücken und zu Naturschutzflächen erlassen.
Der kontrollierte Luftraum und LAANC
Rund um US-Flughäfen liegt kontrollierter Luftraum, üblicherweise in den Klassen B, C, D und E. Dort ist der Flug nur mit Freigabe zulässig, und die läuft über LAANC (Low Altitude Authorization and Notification Capability).
Der Ablauf ist erfreulich unbürokratisch: Über eine zugelassene App markierst du Gebiet und gewünschte Höhe, das System prüft automatisiert und erteilt die Freigabe meist innerhalb von Sekunden. Für viele Gebiete sind Höhenraster hinterlegt, die angeben, bis zu welcher Höhe eine automatische Freigabe möglich ist. Ohne diese Freigabe ist der Betrieb in kontrolliertem Luftraum unzulässig.
Checkliste für den USA-Trip
- TRUST-Test ablegen, kostenlos und online, Nachweis speichern.
- Registrierung oder NOI klären, je nachdem, wo die Drohne registriert ist.
- Remote ID prüfen: Sendet die Drohne ab Werk, oder braucht sie ein Modul?
- Versicherung prüfen: Schließt deine Police die USA ein?
- Flächenverwalter recherchieren: NPS bedeutet gesperrt, BLM und National Forest meist offen.
- LAANC-App installieren, für Flüge im kontrollierten Luftraum.
Fazit: eine Stunde Vorbereitung, dann kommt es auf die Fläche an
Die FAA-Pflichten schrecken auf dem Papier ab, sind in der Umsetzung aber überschaubar: TRUST-Test, fünf Dollar Registrierung oder eine kostenlose NOI, fertig. Wer diese Schritte vor der Reise erledigt, hat den bürokratischen Teil hinter sich.
Die eigentliche Planung betrifft die Orte. Die Sperrung sämtlicher NPS-Flächen nimmt die bekanntesten Motive des Landes aus dem Programm, und dagegen hilft kein Antrag. Wer die Reiseroute entlang von BLM-Land und National Forests plant, findet im amerikanischen Westen dennoch Landschaften in einer Dichte, die kaum ein anderes Reiseziel bietet. Zur allgemeinen Vorbereitung hilft unser Artikel zur Drohne im Urlaub, für den Transport der Beitrag zur Drohne im Flugzeug.
Häufige Fragen
Gilt meine deutsche Drohnen-Registrierung in den USA?
Nein. Die USA sind kein Teil des europäischen EASA-Systems, und die FAA erkennt die deutsche e-ID nicht an. Du musst für die USA einen eigenen Weg gehen: den TRUST-Test ablegen und je nach Konstellation entweder deine Drohne bei der FAA registrieren oder eine Notice of Identification einreichen. Beides ist online möglich und kostet zusammen höchstens fünf US-Dollar.
Was ist der TRUST-Test und wer braucht ihn?
TRUST steht für The Recreational UAS Safety Test. Jeder, der in den USA zum Vergnügen fliegt, muss ihn ablegen, unabhängig vom Gewicht der Drohne und unabhängig von der Staatsangehörigkeit. Der Test ist kostenlos und wird online bei anerkannten Anbietern abgelegt. Er ist so aufgebaut, dass am Ende jeder besteht: Falsche Antworten werden erklärt und die Frage erneut gestellt. Den Nachweis musst du beim Fliegen mitführen.
Was ist eine Notice of Identification und wann brauche ich sie?
Die Notice of Identification (NOI) ist die Meldung einer im Ausland registrierten Drohne an die FAA. Sie ist erforderlich, wenn du eine Drohne mit Remote-ID-Funktion betreibst, die außerhalb der USA registriert ist. Nach der Meldung stellt die FAA eine Confirmation of Identification (CID) aus, die du an der Steuerstation mitführen und auf Verlangen von FAA-Personal oder Polizei vorzeigen musst. Die Einreichung über das FAADroneZone-Portal ist kostenlos.
Was kostet die FAA-Registrierung einer Drohne?
Fünf US-Dollar, gültig für drei Jahre. Registrierungspflichtig sind Drohnen über 250 Gramm, leichtere Geräte sind für den Freizeitflug ausgenommen. Bei ausländischen Eigentümern gilt die ausgestellte Bescheinigung rechtlich als Anerkennung des Eigentums und nicht als US-Registrierungszertifikat, praktisch erfüllt sie aber denselben Zweck.
Darf ich in US-Nationalparks fliegen?
Nein. Der National Park Service untersagt seit der Policy Memorandum 14-05 aus dem Juni 2014 Start, Landung und Betrieb von Drohnen auf allen von ihm verwalteten Flächen und Gewässern. Das Verbot betrifft alle drei Handlungen einzeln, du kannst also auch nicht außerhalb starten und über den Park fliegen, wenn du im Park landest. Es gilt für sämtliche Einheiten des NPS: die 63 Nationalparks ebenso wie Monuments, Seashores, Recreation Areas und historische Stätten.
Was passiert bei einem Drohnenflug im Nationalpark?
Der Verstoß ist ein Vergehen nach Bundesrecht und kann mit bis zu sechs Monaten Haft und 5.000 US-Dollar Geldstrafe geahndet werden. In der Praxis bewegen sich verhängte Strafen häufiger im Bereich von einigen hundert bis gut tausend Dollar. Ranger stellen darüber hinaus Drohne und Speicherkarten als Beweismittel sicher.
Wie hoch darf ich in den USA fliegen?
Die Grenze liegt bei 400 Fuß über Grund, das sind rund 120 Meter und damit derselbe Wert wie in Europa. Dazu kommen ständiger Sichtkontakt zur Drohne und der Vorrang bemannter Luftfahrzeuge. In kontrolliertem Luftraum brauchst du eine Freigabe, die über das System LAANC meist in Sekunden erteilt wird.
Was ist LAANC?
LAANC steht für Low Altitude Authorization and Notification Capability und ist das automatisierte Freigabesystem der FAA für kontrollierten Luftraum rund um Flughäfen. Über zugelassene Apps stellst du eine Anfrage für ein bestimmtes Gebiet und eine bestimmte Höhe und bekommst die Freigabe in der Regel sofort. Ohne LAANC-Freigabe ist der Flug in kontrolliertem Luftraum unzulässig.
Gelten in den USA zusätzlich Regeln der Bundesstaaten?
Ja. Der Luftraum ist Bundessache und wird von der FAA geregelt, Start und Landung auf einer Fläche unterliegen dagegen dem Recht des jeweiligen Bundesstaates, des Countys oder der Stadt. Zahlreiche Bundesstaaten haben eigene Gesetze zu Privatsphäre, State Parks und Naturschutzflächen erlassen. Vor einem Flug lohnt deshalb der Blick auf die Regeln der konkreten Fläche, auf der du starten willst.
Brauche ich in den USA eine Drohnen-Haftpflicht?
Vorgeschrieben ist sie für den Freizeitflug nicht. Angesichts des US-Haftungsrechts und der dort üblichen Schadensersatzhöhen ist sie trotzdem dringend zu empfehlen. Prüfe, ob deine deutsche Drohnen-Haftpflicht die USA einschließt. Viele Policen decken standardmäßig Europa ab und schließen Nordamerika aus oder verlangen einen Zusatzbaustein.