Drohnen-Gesetz Vietnam: 250-g-Regel und Genehmigung

Drohne in Vietnam: Seit Juli 2025 sind Modelle unter 250 g von der Fluggenehmigung befreit. Was das Dekret 288/2025 verlangt und warum darüber alles schwierig wird.

Recht & Wissen Veröffentlicht am 7 Min. Lesezeit

Vietnam ist eines der Länder, bei denen sich die Frage nach der Drohne schon beim Kofferpacken entscheidet. Zuständig ist hier das Verteidigungsministerium, und das prägt den Umgang. Seit Juli 2025 gibt es allerdings eine Öffnung, die genau die Klasse betrifft, die viele Reisende ohnehin dabeihaben: Drohnen unter 250 Gramm.

Das Wichtigste in Kürze

  • Unter 250 Gramm entfällt die Fluggenehmigung seit dem 1. Juli 2025, unter vier Bedingungen.
  • Ab 250 Gramm braucht jeder Flug eine Genehmigung des Verteidigungsministeriums, Vorlauf 14 Tage.
  • Deine deutsche e-ID gilt nicht, Vietnam ist kein EASA-Staat.
  • Ausländer brauchen einen vietnamesischen Bürgen, um überhaupt einen Antrag stellen zu können.
  • Verstöße in Sperrzonen sind Strafsache, nicht bloß eine Ordnungswidrigkeit.

Wer in Vietnam zuständig ist

Der entscheidende Unterschied zu Europa steht am Anfang: Drohnen fallen in Vietnam unter das Gesetz über die Volksluftverteidigung, das 2024 beschlossen wurde und 2025 in Kraft trat. Ausgeführt wird es durch das Dekret 288/2025. Zuständig ist das Verteidigungsministerium.

Damit gilt die Drohne rechtlich als Objekt der Luftverteidigung. Das erklärt den Zuschnitt der Regeln: Genehmigungspflicht als Grundsatz, Registrierung des Eigentums, Mindestalter, Bürgschaft für Ausländer.

Deine europäischen Nachweise haben dort keine Wirkung. Die e-ID vom Luftfahrt-Bundesamt und der Kompetenznachweis A1/A3 sind für vietnamesische Behörden ohne Bedeutung.

Regel-Karte Drohnen in Vietnam: Die deutsche e-ID gilt nicht, weil Vietnam kein EASA-Staat ist, Drohnen unter 250 Gramm sind seit dem 1. Juli 2025 ohne Fluggenehmigung möglich, ab 250 Gramm ist eine Genehmigung des Verteidigungsministeriums nötig, Ausländer können einen Antrag nur über einen vietnamesischen Bürgen stellen, das Mindestalter liegt bei 18 Jahren und die Sperrgebiete sind militärisch geprägt, ein Verstoß ist Strafsache. Hinweis: Die 250-Gramm-Freistellung gilt nur außerhalb von Sperrgebieten, in Sichtweite und ohne kommerziellen Zweck.

Die Gewichtsgrenze bei 250 Gramm entscheidet in Vietnam über Genehmigungspflicht oder Freistellung.

Die 250-Gramm-Freistellung seit Juli 2025

Das ist die praktisch wichtigste Änderung der vergangenen Jahre. Seit dem 1. Juli 2025 sind bestimmte Drohnen von der Pflicht zur Fluggenehmigung ausgenommen. Die Bedingungen müssen zusammen erfüllt sein:

Nr.Bedingung
1Startmasse unter 0,25 kg
2Betrieb außerhalb von Flugverbots- und Beschränkungszonen
3Flug in Sichtweite des Steuernden
4Zweck: Unterhaltung, privater Gebrauch oder Tourismus

Fällt eine Bedingung weg, greift wieder die Genehmigungspflicht. Der vierte Punkt ist dabei wichtiger, als er klingt: Sobald Aufnahmen kommerziell verwertet werden, etwa für eine bezahlte Produktion, ist der Zweck ein anderer und die Freistellung entfällt.

Für Reisende bedeutet das: Eine Drohne der Mini-Klasse mit einer Startmasse knapp unter 250 Gramm ist der einzige realistische Weg, in Vietnam legal Luftaufnahmen zu machen. Was diese Klasse technisch kann und wo ihre Grenzen liegen, steht in unserem Artikel zu Drohnen unter 250 g mit Kamera.

Ein Hinweis zur Startmasse: Maßgeblich ist das Gewicht beim Start, inklusive Akku, Propellerschutz und allem, was montiert ist. Viele Modelle liegen ab Werk bei 246 bis 249 Gramm, ein zusätzlicher Propellerschutz oder ein Landegestell kippt sie über die Grenze. Wer sich auf die Freistellung stützt, montiert nichts nach.

Ab 250 Gramm: der Genehmigungsweg

Oberhalb der Grenze verlangt jeder Flug eine Genehmigung des Verteidigungsministeriums. Der Antrag soll mindestens 14 Tage vorher eingereicht werden und benennt Ort, Zeitraum, Gerät und Zweck.

Für Ausländer kommt eine Hürde dazu, die den Weg praktisch schließt: Nach dem Dekret 288/2025 brauchen ausländische Personen und Organisationen einen vietnamesischen Vertreter, der als Bürge auftritt. Das kann eine Behörde, eine Organisation oder eine Einzelperson sein. In der Praxis übernehmen das lokale Produktionsfirmen und Agenturen für Filmprojekte, gegen Honorar und mit entsprechendem Vorlauf.

Für einen Urlaub mit einer schwereren Kameradrohne ergibt dieser Weg keine sinnvolle Option. Die realistische Konsequenz: Wer eine Drohne ab 250 Gramm mitnimmt, wird sie in Vietnam nicht legal fliegen.

Registrierung, Kauf und Einfuhr

Das Dekret regelt auch das Eigentum. Für die Registrierung einer Drohne in Vietnam sind Nachweise über den rechtmäßigen Erwerb vorzulegen:

Die Einfuhr einer Drohne für den privaten Gebrauch ist grundsätzlich möglich. Sie macht den Betrieb aber nicht automatisch zulässig, das sind zwei getrennte Fragen. In der Vergangenheit, besonders um 2019, kam es an Flughäfen wie Da Nang zu Fällen, in denen Drohnen bei der Einreise einbehalten und erst bei der Ausreise zurückgegeben wurden. Berichte über diese Praxis sind in den vergangenen Jahren seltener geworden, ausgeschlossen ist sie nicht.

Wer die Drohne im Handgepäck transportiert, beachtet zusätzlich die Akku-Regeln der Airline; sie stehen in unserem Artikel Drohne im Flugzeug mitnehmen.

Sperrzonen: schwer zu prüfen, hart sanktioniert

Die Behörden haben Flugverbots- und Beschränkungszonen veröffentlicht. Ihr Zuschnitt folgt sicherheitspolitischen Kriterien:

Das eigentliche Problem für Reisende ist die Prüfbarkeit. Ein frei zugängliches Kartenportal im Stil von Dipul, ENAIRE oder Droneinfo existiert nicht in vergleichbarer Form. Wer den Startplatz vorab prüfen will, hat keine Quelle, die dem europäischen Standard entspricht.

Dazu kommt die Sanktionsseite: Das Einfliegen in eine Flugverbotszone kann in Vietnam strafrechtlich verfolgt werden. Das ist ein anderer Maßstab als ein Bußgeldbescheid der Landesluftfahrtbehörde. Praktisch heißt das: Im Zweifel bleibt die Drohne am Boden, besonders an Küstenabschnitten, in Grenznähe und überall dort, wo Uniformen im Straßenbild sichtbar sind.

Beliebte Motive und ihre Lage

Die bekanntesten Ziele Vietnams sind auch die sensibelsten oder belebtesten:

Halong-Bucht: UNESCO-Welterbe und ganzjährig voller Ausflugsboote. Über Menschenansammlungen und Booten mit Passagieren scheidet der Flug aus, dazu kommt die Lage an der Küste nahe militärisch genutzter Bereiche.

Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt: Millionenstädte mit Flughäfen, Regierungsvierteln und dichter Bebauung. Für Freizeitflüge fallen sie aus.

Sapa und die Reisterrassen: landschaftlich das stärkste Motiv des Landes, liegt aber in unmittelbarer Grenznähe zu China. Genau dort ist Zurückhaltung angebracht.

Küstenorte wie Hoi An, Nha Trang, Phu Quoc: touristisch erschlossen, teils mit Flughäfen und militärischer Nutzung in der Nähe. Phu Quoc liegt zusätzlich in einem sensiblen Grenzbereich zu Kambodscha.

Registrierung: was das Dekret vom Eigentümer verlangt

Neben der Fluggenehmigung regelt das Dekret 288/2025 die Registrierung der Geräte. Sie betrifft in erster Linie Käufer und Halter im Land, liefert aber den Rahmen, in dem auch Reisende betrachtet werden.

Verlangt werden Nachweise über den rechtmäßigen Erwerb:

Der Kauf einer Drohne in Vietnam ist damit an eine Registrierung gekoppelt, was den spontanen Erwerb vor Ort ausschließt. Für Reisende mit eigener Drohne ist die Zollanmeldung bei der Einreise der Punkt, an dem das Gerät aktenkundig wird.

Was das für Aufnahmen im Netz bedeutet

Die 250-Gramm-Freistellung nennt als Zweck ausdrücklich Unterhaltung, privaten Gebrauch und Tourismus. Damit entsteht eine Grauzone, sobald Aufnahmen Geld einbringen.

Eindeutig freigestellt sind Urlaubsvideos für den eigenen Gebrauch und für Freunde. Kritisch wird es bei allem, was als kommerzielle Tätigkeit gelesen werden kann, etwa Auftragsaufnahmen, bezahlte Kooperationen oder Material, das gegen Honorar weitergegeben wird. Dort greift wieder der Genehmigungsweg über das Verteidigungsministerium und den vietnamesischen Bürgen.

Wer als Creator reist, klärt diese Frage vorher, weil sich der Zweck im Nachhinein schwer neu erzählen lässt. Ein Video, das erkennbar für eine Marke entstanden ist, war beim Flug schon kein Urlaubsvideo.

Wie Vietnam im regionalen Vergleich steht

Für die Reiseplanung durch Südostasien hilft die Einordnung:

LandLage für Reisende mit Drohne
Vietnamunter 250 g freigestellt, darüber praktisch verschlossen
ThailandRegistrierung bei NBTC und CAAT vorgeschrieben, Verfahren existiert
KambodschaGenehmigung nötig, Handhabung uneinheitlich
IndonesienZonenregeln, auf Bali eigene Einschränkungen an Tempeln

Vietnam liegt damit im strengeren Teil des Feldes, hat mit der 250-Gramm-Regel aber einen klar benannten Weg, den andere Länder der Region so nicht bieten. Für Thailand steht die Rechtslage in Drohne in Thailand.

Was das für die Reiseplanung heißt

Vietnam gehört zu den Zielen, bei denen die ehrliche Antwort lautet: Erwartungen niedrig ansetzen. Wer Luftaufnahmen fest eingeplant hat, sollte drei Dinge klären, bevor der Koffer gepackt wird.

  1. Welche Drohne fährt mit? Unter 250 Gramm Startmasse ist der einzige Weg ohne Genehmigung. Darüber ist der Betrieb für Reisende praktisch nicht darstellbar.
  2. Ist der Zweck privat? Die Freistellung deckt Unterhaltung, privaten Gebrauch und Tourismus. Auftragsarbeiten fallen heraus.
  3. Wie sieht die Umgebung aus? Ohne verlässliches Kartenportal ersetzt Zurückhaltung die Vorabprüfung. Militärische Präsenz, Grenznähe und Häfen sind Ausschlusskriterien.

Wer damit nicht arbeiten kann, plant Vietnam als Reiseziel ohne Drohne und nimmt stattdessen eine Kamera mit. Das ist die verlässlichere Variante als eine Drohne, die drei Wochen im Hotelsafe liegt. Eine allgemeine Vorbereitung für Auslandsreisen mit Drohne steht in Drohne im Urlaub.

Fazit: eine Gewichtsklasse entscheidet

Vietnam hat seine Drohnenregeln 2025 neu geordnet und dabei eine Tür geöffnet, die vorher zu war: Unter 250 Gramm ist der Flug ohne Genehmigung möglich, solange er privat bleibt, in Sichtweite stattfindet und außerhalb der Sperrzonen. Oberhalb dieser Grenze führt der Weg über das Verteidigungsministerium und einen vietnamesischen Bürgen, was für Reisende keine praktikable Option darstellt. Die zweite Hürde bleibt die Prüfbarkeit der Zonen, denn ein offenes Kartenportal fehlt. Wer mit einer Mini-Drohne reist, zurückhaltend fliegt und militärisch geprägte Gegenden meidet, bewegt sich im Rahmen. Für weitere Fernziele helfen unsere Artikel zu Drohnen-Regeln in Thailand und Drohnen-Regeln in den USA.

Häufige Fragen

Darf ich in Vietnam eine Drohne unter 250 Gramm fliegen?

Seit dem 1. Juli 2025 sind Drohnen mit einer Startmasse unter 250 Gramm von der Pflicht zur Fluggenehmigung befreit, wenn vier Bedingungen zusammen erfüllt sind: Der Flug findet außerhalb von Sperr- und Beschränkungsgebieten statt, die Drohne bleibt in Sichtweite, die Startmasse liegt unter 0,25 Kilogramm und der Zweck ist Unterhaltung, privater Gebrauch oder Tourismus. Damit ist die Mini-Klasse der einzige praktikable Weg für Reisende.

Gilt meine deutsche Drohnen-Registrierung in Vietnam?

Nein. Vietnam ist kein EASA-Staat und wendet die EU-Drohnenverordnung nicht an. Deine e-ID vom Luftfahrt-Bundesamt und der Kompetenznachweis A1/A3 haben dort keine Rechtswirkung. Maßgeblich sind das Gesetz über die Volksluftverteidigung und das Dekret 288/2025, zuständig ist das Verteidigungsministerium, nicht eine zivile Luftfahrtbehörde.

Wer erteilt in Vietnam die Fluggenehmigung für Drohnen?

Das Verteidigungsministerium. Anträge sollen mindestens 14 Tage vor dem geplanten Flug eingereicht werden. Für Drohnen ab 250 Gramm Startmasse ist diese Genehmigung Voraussetzung für jeden Betrieb, unabhängig davon, ob der Flug privat oder kommerziell ist.

Können Ausländer in Vietnam eine Drohnen-Genehmigung bekommen?

Nur über einen vietnamesischen Vertreter. Nach dem Dekret 288/2025 brauchen ausländische Personen und Organisationen eine Behörde, Organisation oder Einzelperson aus Vietnam, die als Bürge und Antragsteller auftritt. In der Praxis läuft das über lokale Produktionsfirmen oder Agenturen, was für Urlaubsaufnahmen keinen gangbaren Weg ergibt.

Ab welchem Alter darf man in Vietnam eine Drohne steuern?

Das Mindestalter liegt bei 18 Jahren. Zusätzlich verlangen die Vorschriften vom Steuernden den Besitz eines Führerscheins als Identitäts- und Eignungsnachweis. Damit liegt die Schwelle höher als in der EU, wo für die offene Kategorie 16 Jahre gelten und für C0-Drohnen Ausnahmen bestehen.

Darf ich eine Drohne nach Vietnam einführen?

Die Einfuhr für den privaten Gebrauch ist grundsätzlich möglich, macht den Betrieb aber nicht automatisch zulässig. Für die Registrierung einer Drohne in Vietnam verlangt das Dekret Nachweise über das rechtmäßige Eigentum, bei eingeführten Geräten also Einfuhrgenehmigung und Zollanmeldung. In der Vergangenheit kam es an Flughäfen zu Beschlagnahmungen bis zur Ausreise.

Was passiert bei einem Verstoß gegen die Drohnenregeln in Vietnam?

Der Betrieb in einer Flugverbotszone kann strafrechtlich verfolgt werden, nicht nur als Ordnungswidrigkeit. Da das Regelwerk beim Verteidigungsministerium liegt und militärische Anlagen, Grenzgebiete und Regierungsobjekte im Zentrum stehen, wird ein Verstoß deutlich ernster behandelt als eine luftrechtliche Ordnungswidrigkeit in der EU. Zusätzlich droht die Beschlagnahme des Geräts.

Welche Gebiete sind in Vietnam für Drohnen gesperrt?

Die Behörden haben Flugverbots- und Beschränkungszonen veröffentlicht, die sich an militärischen Anlagen, Grenzgebieten, Flughäfen, Regierungsobjekten und sicherheitsrelevanter Infrastruktur orientieren. Eine frei zugängliche Karte im Stil der europäischen Portale existiert nicht in vergleichbarer Form, was die Vorabprüfung erschwert. Im Zweifel gilt Zurückhaltung, besonders an Küstenabschnitten und in Grenznähe.

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