Drohnen-Gesetz Bali: SIPP-TA, Tempel und Sperrzonen

Bali verlangt seit 2025 für jede Drohne eine SIPP-TA-Registrierung, auch unter 250 g. Dazu 5 km Sperrkreis um Tempel und 15 km um den Flughafen. Was das bedeutet.

Recht & Wissen Veröffentlicht am 5 Min. Lesezeit

Bali gehört zu den meistgefilmten Inseln der Welt, und genau das hat die Regeln verschärft. Seit Januar 2025 gilt eine Registrierungspflicht für jede Drohne, seit der Regionalverordnung von 2024 liegt um jeden bedeutenden Tempel ein Sperrkreis von fünf Kilometern. Wer mit den EU-Gewohnheiten anreist, unterschätzt beides.

Das Wichtigste in Kürze

  • Jede Drohne braucht eine SIPP-TA-Registrierung, auch unter 250 g, drei bis fünf Werktage Bearbeitung.
  • 5 km Sperrkreis um klassifizierte Tempel nach Perda Bali 12/2024, Ausnahme nur mit Zustimmung des Banjar.
  • 15 km Sperrkreis um den Flughafen Ngurah Rai, der den gesamten Touristensüden abdeckt.
  • 150 m maximale Höhe, Nachtflug ausnahmslos verboten.
  • Bußgeldrahmen bis 5 Mrd. Rupiah, rund 280.000 Euro.
Regel-Karte Bali: Deutsche e-ID gilt nicht, SIPP-TA-Registrierung für jede Drohne, 5 km Sperrkreis um Tempel, 15 km um den Flughafen Ngurah Rai, maximal 150 Meter Höhe, Nachtflug verboten.

Auf Bali überlagern sich zwei große Sperrkreise genau dort, wo die meisten Reisenden wohnen.

Die Registrierung über SIPP-TA

Indonesien führt seine Drohnen über das Portal SIPP-TA, betrieben von der Luftfahrtbehörde DGCA. Die entscheidende Abweichung vom EU-Recht steckt in der Gewichtsgrenze: Es gibt keine. Während in der EU eine Drohne unter 250 Gramm ohne Kamera von der Registrierung befreit ist und mit Kamera allein der Betreiber registriert wird, verlangt Indonesien seit Januar 2025 die Registrierung des Geräts unabhängig von der Startmasse.

PunktRegelung auf Bali
Registrierungspflichtjede Drohne, auch unter 250 g
PortalSIPP-TA (SIPUDI) der DGCA
Bearbeitungsdauer3 bis 5 Werktage
Gültigkeit3 Jahre
Kostenkeine
Deutsche e-IDohne Wirkung

Die Registrierung ist kostenlos, kostet aber Vorlauf. Wer sie erst nach der Ankunft startet, verliert die erste Urlaubswoche. Für Modelle bis zwei Kilogramm im privaten Gebrauch bleibt es dabei, ein Kompetenznachweis kommt nicht hinzu. Der Kompetenznachweis aus Deutschland hilft in Indonesien nicht weiter, er schadet aber auch nicht.

Der Tempel-Sperrkreis: die balinesische Besonderheit

Die Regionalverordnung Perda Bali Nr. 12/2024 hat eine Regel geschaffen, die es in dieser Form kaum irgendwo gibt: Um jede klassifizierte heilige Stätte liegt ein Sperrkreis von fünf Kilometern. Bali zählt Tausende Tempel, und die bekanntesten sind zugleich die begehrtesten Motive.

Fünf Kilometer sind auf einer Insel mit dichter Tempellandschaft eine erhebliche Fläche. Der einzige legale Weg in diesen Radius führt über die schriftliche Zustimmung des örtlichen Banjar, der traditionellen Dorfgemeinschaft. Durchgesetzt wird die Regel auch von den Pecalang, den traditionellen Ordnungskräften, die im Alltag oft schneller vor Ort sind als die staatliche Polizei. Wer ohne Zustimmung startet, riskiert die Einziehung des Geräts.

Der Flughafenkreis über dem Touristensüden

Um den internationalen Flughafen Ngurah Rai gilt ein Radius von 15 Kilometern. Dieser Kreis ist der zweite große Eingriff in die Reiseplanung, denn er deckt genau die Orte ab, in denen die meisten Besucher wohnen:

OrtLage zum FlughafenPraktische Folge
Kutadirekt angrenzendgesperrt
Seminyakrund 8 kmgesperrt
Jimbaranrund 5 kmgesperrt
Nusa Duarund 10 kmgesperrt
Sanurrund 12 kmgesperrt
Canggu Südrund 14 kmgesperrt
Ubudrund 30 kmaußerhalb, Tempelzonen prüfen

Die Kombination beider Kreise erklärt, warum Bali trotz seiner Bilderflut im Netz ein schwieriges Drohnenziel ist. Im Süden blockiert der Flughafen, im Inselinneren blockieren die Tempel. Praktikable Flächen liegen im Norden und Osten, etwa an der Küste bei Amed, rund um den Batur-Krater außerhalb des Tempelradius und in den landwirtschaftlich geprägten Regionen im Norden.

Höhe, Tageszeit und Sichtflug

Die operativen Regeln sind vergleichsweise entspannt. Die Höhengrenze liegt bei 150 Metern über Grund und damit über den 120 Metern der EU-Drohnenverordnung. Das Gerät muss in Sichtweite bleiben, autonome Flüge außerhalb der Sichtweite sind ausgeschlossen. Die Obergrenze für die Startmasse ohne Sondergenehmigung liegt bei sieben Kilogramm.

Der Nachtflug ist ausnahmslos untersagt, erlaubt ist der Betrieb zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Auf Bali hat das eine praktische Folge, die viele unterschätzt: Die Insel liegt acht Grad südlich des Äquators, die Dämmerung dauert dort nur rund 20 Minuten. Der Sonnenuntergang über dem Meer, das klassische Motiv der Westküste, ist damit ein sehr kurzes Zeitfenster, und danach ist der Flug beendet.

Was ein Verstoß kostet

Der Bußgeldrahmen liegt weit über dem, was in Europa üblich ist. Für Flüge in Sperrzonen sieht das indonesische Luftfahrtrecht bis zu fünf Milliarden Rupiah vor, umgerechnet rund 280.000 Euro. Bei einer konkreten Gefährdung von Luftfahrzeugen kommt eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren hinzu.

In der Praxis sind zwei Reaktionen häufiger als das Höchstmaß: die Einziehung der Drohne und, bei Verstößen im religiösen Kontext, die Aufforderung zur Ausreise. Bali hat die Durchsetzung seit 2024 spürbar verstärkt, weil Vorfälle an Tempeln und bei Zeremonien öffentlich diskutiert wurden. Der Umgang mit dem Thema ähnelt damit anderen Zielen in der Region, etwa der Lage in Vietnam, wo ebenfalls staatliche Genehmigungen vor dem Flug stehen.

Anreise, Zoll und Ausrüstung

Die Einfuhr einer Drohne als Reisegepäck ist zulässig. Die Akkus gehören wie überall ins Handgepäck, die Details dazu stehen im Artikel zur Drohne im Flugzeug. Am Zoll in Denpasar kann nach dem Verwendungszweck gefragt werden, insbesondere bei umfangreicher Ausrüstung. Eine bereits abgeschlossene SIPP-TA-Registrierung ist in diesem Moment das beste Argument, weil sie den angemeldeten, privaten Betrieb belegt.

Für die Reiseplanung insgesamt lohnt der Blick auf die allgemeinen Hinweise zur Drohne im Urlaub. Sie beantworten die Fragen, die unabhängig vom Zielland gleich bleiben: Transport, Versicherung, Umgang mit Kontrollen.

Wo auf Bali realistisch geflogen werden kann

Nach Abzug beider Sperrkreise bleibt eine Insel, die im Norden und Osten offen ist. Die Region um Amed und Tulamben an der Ostküste liegt weit außerhalb des Flughafenradius, ebenso der Norden um Lovina. Der Batur-Krater ist außerhalb der Tempelzonen in Teilen zugänglich, hier lohnt die genaue Prüfung, weil am Kraterrand mehrere Tempel liegen.

Für jede dieser Flächen gilt trotzdem die Grundregel des Landes: Der Abstand zu Menschenansammlungen ist einzuhalten, Zeremonien und Prozessionen sind auch außerhalb der Tempelzonen tabu. Bali ist eine Insel, auf der religiöse Handlungen im Alltag stattfinden, oft ohne Ankündigung an einer Straßenkreuzung. Diese Rücksicht bildet den Kern der balinesischen Regelung.

Fazit: zwei Wochen Vorlauf und die halbe Insel

Bali verlangt mehr Vorbereitung als jedes europäische Reiseziel. Die SIPP-TA-Registrierung ist kostenlos und in wenigen Tagen erledigt, sie muss aber vor der Abreise laufen. Die beiden Sperrkreise um Flughafen und Tempel nehmen den Süden und große Teile des Inselinneren aus dem Spiel.

Wer im Norden oder Osten wohnt, registriert ist und die Tempelradien kennt, kann auf Bali legal und entspannt fliegen. Wer in Seminyak eincheckt und die Drohne am Strand auspackt, steht mit beiden Beinen in einer Sperrzone.

Häufige Fragen

Muss ich meine Drohne für Bali registrieren?

Ja, und zwar jede Drohne unabhängig vom Gewicht. Seit Januar 2025 verlangt Indonesien die Registrierung über das Portal SIPP-TA, auch für Modelle unter 250 Gramm. Die Registrierung gilt drei Jahre, die Bearbeitung dauert etwa drei bis fünf Werktage. Deine deutsche e-ID hat dort keine Wirkung, Indonesien ist kein EASA-Staat.

Wie nah darf ich einem balinesischen Tempel kommen?

Die Regionalverordnung Perda Bali Nr. 12/2024 legt einen Sperrkreis von fünf Kilometern um alle klassifizierten heiligen Stätten fest. Betroffen sind unter anderem Uluwatu, Tanah Lot, Tirta Empul und Besakih. Ein Flug innerhalb dieses Radius ist nur mit schriftlicher Zustimmung des örtlichen Banjar zulässig, also des Dorfrats.

Wie weit reicht die Sperrzone um den Flughafen Denpasar?

Um den Flughafen Ngurah Rai gilt ein Radius von 15 Kilometern. Dieser Kreis deckt Kuta, Seminyak, Sanur, Nusa Dua, Jimbaran und den südlichen Teil von Canggu ab, also fast den gesamten Touristensüden der Insel. Wer dort wohnt, kann seine Drohne am Unterkunftsort praktisch nicht starten.

Wie hoch darf ich auf Bali fliegen?

Die Grenze liegt bei 150 Metern über Grund, das sind 30 Meter mehr als in der EU. Darüber hinaus ist eine gesonderte Freigabe der indonesischen Luftfahrtbehörde DGCA nötig. Für Freizeitflüge ist diese Höhe in der Praxis reichlich, die Beschränkungen liegen bei den Zonen statt bei der Höhe.

Darf ich auf Bali nachts fliegen?

Nein. Indonesien lässt den Betrieb ausschließlich zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang zu, für Freizeitflüge gibt es keine Ausnahme. Da Bali dicht am Äquator liegt, ist die Dämmerung kurz und die Dunkelheit setzt ganzjährig gegen 18:30 Uhr ein. Der oft gesuchte Sonnenuntergangsflug endet damit früher als gedacht.

Was kostet ein Verstoß auf Bali?

Der Rahmen ist erheblich: Für Flüge in Sperrzonen sieht das indonesische Recht Bußgelder bis zu fünf Milliarden Rupiah vor, umgerechnet rund 280.000 Euro. Bei einer Gefährdung von Luftfahrzeugen kommen bis zu fünf Jahre Haft hinzu. In Tempelzonen droht zusätzlich die Einziehung der Drohne, in Einzelfällen die Ausweisung.

Brauche ich für Freizeitflüge eine Pilotenlizenz?

Für private Flüge mit Drohnen unter zwei Kilogramm genügt die SIPP-TA-Registrierung, ein Kompetenznachweis ist nicht verlangt. Wer gewerblich fliegt, etwa für bezahlte Aufnahmen, braucht ein indonesisches Remote Pilot Certificate und eine Betriebsgenehmigung. Über die Anforderung entscheidet der Zweck des Flugs.

Kann ich meine Drohne überhaupt nach Bali mitnehmen?

Die Einfuhr als Reisegepäck ist möglich, Akkus gehören ins Handgepäck. Am Zoll kann nach dem Verwendungszweck gefragt werden, bei mehreren Akkus und professionell wirkender Ausrüstung genauer. Die SIPP-TA-Registrierung vorab erledigt zu haben, hilft in dieser Situation, weil sie den privaten Zweck belegt.

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