Kleiner Drohnenführerschein: Kosten, Prüfung, Ablauf

Der kleine Drohnenführerschein A1/A3 kostet 25 Euro beim LBA, das Lernmaterial ist kostenlos. Prüfungsinhalte, Ablauf, Dauer und die Sache mit der Plastikkarte.

Recht & Wissen Veröffentlicht am 6 Min. Lesezeit

Die neue Drohne wiegt 895 Gramm, und damit ist die Frage nach dem Führerschein beantwortet: Er ist Pflicht. Die gute Nachricht ist der Aufwand. Der kleine Drohnenführerschein läuft komplett online, kostet 25 Euro und ist an einem Abend erledigt. Hier steht, was dich in der Prüfung erwartet, wo du sie ablegst und welche Angebote du dir sparen kannst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kosten: 25 € Ausstellungsgebühr beim LBA. Lernmaterial und Prüfung sind kostenlos.
  • Pflicht ab 250 g Startmasse in der Offenen Kategorie, unter 250 g brauchst du ihn nicht.
  • Prüfung: 40 Multiple-Choice-Fragen in 40 Minuten aus 9 Themengebieten, Bestehensgrenze 75 %.
  • Ort: komplett online im LBA-Portal exam.lba-openuav.de, ohne Präsenztermin.
  • Gültigkeit: 5 Jahre, Verlängerung danach für 15 € online.
  • Das Zertifikat ist ein PDF. Plastikkarten von Drittanbietern sind Zubehör ohne eigenen Rechtswert.

Drei Namen, ein Dokument

Kenntnisnachweis, Kompetenznachweis, kleiner Drohnenführerschein: Alle drei Begriffe meinen denselben EU-Kompetenznachweis A1/A3 nach der EU-Drohnenverordnung 2019/947. Der Zusatz A1/A3 benennt die beiden Unterkategorien der Offenen Kategorie, die er abdeckt.

Das Wort Führerschein führt dabei etwas in die Irre, weil es an eine praktische Fahrprüfung denken lässt. Geprüft wird ausschließlich theoretisch, per Multiple Choice, vor dem heimischen Rechner. Einen Fahrlehrer, einen Prüfungstermin oder eine Fahrstunde gibt es nicht.

Pflicht wird der Nachweis ab 250 Gramm Startmasse. Wer nur eine Mini-Drohne unter dieser Grenze fliegt, kommt ohne ihn aus, was der Artikel Drohnenführerschein: wann brauchst du welchen im Detail aufschlüsselt.

Wo du den Nachweis machst

Zwei Wege führen zum Zertifikat, beide sind rechtlich gleichwertig:

Weg 1: direkt beim Luftfahrt-Bundesamt. Das LBA betreibt unter exam.lba-openuav.de ein eigenes Prüfungs- und Schulungsportal. Du legst ein Konto an, arbeitest das Online-Training durch, legst die Prüfung ab und zahlst am Ende 25 Euro für die Ausstellung. Für die Anmeldung lässt sich auch ein BundID-Konto verwenden, sofern du eines hast.

Weg 2: über eine benannte Stelle. Verschiedene Schulungsanbieter sind vom LBA benannt und dürfen den Nachweis ebenfalls abnehmen. Sie verkaufen dazu Lernpakete mit Videos, Übungsfragen und Support. Der Nachweis selbst ist am Ende derselbe.

LBA-PortalKommerzieller Anbieter
Gebühr Zertifikat25 €25 € (meist im Paket enthalten)
Lernmaterialkostenlos, PDF und Online-Moduleim Paketpreis, oft mit Video
Gesamtkosten25 €meist 45–90 €
Übungsprüfungenbegrenztin der Regel umfangreich
Rechtswertidentischidentisch

Für die meisten reicht der direkte Weg über das LBA vollkommen aus. Ein kostenpflichtiges Paket lohnt sich, wenn du mit reinen Textmodulen schwer lernst und lieber Videos schaust oder viele Probeklausuren schreiben willst.

Übersicht der Prüfung zum EU-Kompetenznachweis A1/A3: neun Themengebiete als Kacheln, nämlich Flugsicherheit, Luftraumbeschränkungen, Luftfahrtvorschriften, Beschränkung der menschlichen Leistungsfähigkeit, Betriebsverfahren, allgemeine UAS-Kenntnisse, Schutz der Privatsphäre und Datenschutz, Versicherung und Luftsicherheit. Darunter die Eckdaten: 40 Multiple-Choice-Fragen, 40 Minuten Zeit, mindestens 75 Prozent richtig, also 30 von 40 Fragen, 25 Euro Ausstellungsgebühr und 5 Jahre Gültigkeit.

Neun Themengebiete, 40 Fragen, 40 Minuten: Die Prüfung deckt die Grundlagen der Offenen Kategorie ab.

Was die Prüfung abfragt

Die EU-Verordnung schreibt die Themengebiete des Online-Trainings fest. Es sind neun, und sie tauchen entsprechend in der Prüfung auf:

ThemengebietWorum es geht
FlugsicherheitVerhalten im Luftraum, Risiken für andere Luftfahrzeuge
Luftraumbeschränkungengeografische Gebiete, Kontrollzonen, Sperrgebiete
LuftfahrtvorschriftenKategorien, Unterkategorien, Betreiberpflichten
Menschliche LeistungsfähigkeitErmüdung, Ablenkung, Selbstüberschätzung
BetriebsverfahrenVorflugkontrolle, Notverfahren, Abbruchkriterien
Allgemeine UAS-KenntnisseAufbau, Akkus, Sensorik, Grenzen der Technik
Privatsphäre und DatenschutzAufnahmen von Personen und Grundstücken
VersicherungHaftpflichtpflicht und Deckungsumfang
LuftsicherheitSchutz vor Missbrauch, sensible Objekte

Die Prüfung besteht aus 40 Multiple-Choice-Fragen und dauert maximal 40 Minuten. Zum Bestehen brauchst du 75 Prozent, also 30 richtige Antworten. Jede Frage hat mehrere Antwortoptionen, von denen eine zutrifft.

Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf Vorschriften und Verhalten. Wer die Grundregeln der Offenen Kategorie kennt (120 Meter Höhe, ständige Sichtverbindung, Abstände nach Unterkategorie, Registrierungspflicht, Verbotszonen nach § 21h LuftVO), hat den größten Teil der Fragen bereits im Griff. Technische Fragen bleiben auf dem Niveau von Akku-Grundlagen und Wettereinflüssen, wie sie auch im Artikel Drohne bei Wind fliegen vorkommen.

Bleibst du unter der Bestehensgrenze, lässt sich die Prüfung im Portal erneut starten. Sinnvoll ist es, vorher gezielt die Module nachzuarbeiten, in denen die Fehler lagen.

Der Ablauf Schritt für Schritt

  1. Konto anlegen unter exam.lba-openuav.de. Achte darauf, dass du im Prüfungsportal bist. Die Betreiber-Registrierung läuft über eine andere Adresse und ist ein eigener Vorgang.
  2. Online-Training durcharbeiten. Die neun Themengebiete stehen als Module bereit, dazwischen liegen kurze Verständnisfragen. Rechne mit zwei bis vier Stunden.
  3. Prüfung starten. Sie läuft direkt im Browser, ohne Aufsicht und ohne Termin. Die Uhr läuft ab dem Start.
  4. Ergebnis abwarten. Das Portal wertet unmittelbar aus und zeigt dir, ob du bestanden hast.
  5. 25 Euro zahlen. Zur Wahl stehen Kreditkarte und Überweisung. Mit Kreditkarte geht es in der Regel sofort weiter.
  6. Zertifikat herunterladen. Das PDF trägt deine Kompetenznachweis-Nummer und das Ablaufdatum. Speichere es auch aufs Handy, dann hast du es bei einer Kontrolle dabei.

Ein Punkt, der regelmäßig für Verwirrung sorgt: Der Kompetenznachweis und die Registrierung als UAS-Betreiber sind zwei getrennte Dinge in zwei getrennten Portalen. Der Nachweis belegt dein Wissen, die Registrierung liefert dir die e-ID, die als Plakette auf die Drohne gehört. Wie Letzteres läuft, steht im Artikel Drohne registrieren beim LBA.

Die Sache mit der Plastikkarte

Im Netz kursieren Angebote für den „Drohnenführerschein als Plastikkarte”, teils für 15 bis 30 Euro zusätzlich. Dahinter steckt ein privater Druckservice: Anbieter übertragen die Daten aus deinem LBA-Zertifikat auf eine Karte im Scheckkartenformat.

Amtlich ist und bleibt das PDF des Luftfahrt-Bundesamts. Eine Kontrolle akzeptiert das Dokument auf dem Smartphone genauso wie einen Ausdruck. Die Karte ist damit Komfort für die Brieftasche, rechtlich ändert sie nichts. Wer sie mag, kann sie kaufen. Wer die 25 Euro als Gesamtbudget geplant hat, hat alles Nötige bereits beisammen.

Gültigkeit und Verlängerung

Der Kompetenznachweis läuft fünf Jahre ab Ausstellung. Das Ablaufdatum steht auf dem Zertifikat. In den letzten zwölf Monaten der Gültigkeit öffnet das LBA-Portal die Verlängerung, die dann 15 Euro kostet und wahlweise über eine Auffrischungsschulung oder eine erneute Prüfung läuft.

Wer das Fenster verstreichen lässt, beginnt von vorn, inklusive der 25 Euro für die Erstausstellung. Der komplette Ablauf steht im Artikel Kenntnisnachweis verlängern.

Was der Nachweis dir erlaubt und wo er endet

Mit dem A1/A3 in der Tasche darfst du in zwei Unterkategorien fliegen:

Die Lücke dazwischen ist die Unterkategorie A2: Sie erlaubt C2-Drohnen bis 4 Kilogramm den Betrieb mit 30 Metern Abstand zu unbeteiligten Personen und verlangt dafür das A2-Fernpilotenzeugnis als Zusatzprüfung.

Unverändert gelten für dich außerdem alle Betriebsregeln: maximal 120 Meter über Grund, ständige Sichtverbindung, keine Flüge über Menschenansammlungen und die geografischen Sperrzonen. Wo die liegen, klärt der Artikel Flugverbotszonen für Drohnen.

Fazit: 25 Euro, ein Abend, fünf Jahre Ruhe

Der kleine Drohnenführerschein ist die günstigste Pflicht im Drohnen-Alltag. Konto im LBA-Portal anlegen, neun Module lesen, 40 Fragen beantworten, 25 Euro zahlen: Danach bist du fünf Jahre lang auf der sicheren Seite und darfst jede Drohne der Offenen Kategorie in A1 und A3 betreiben.

Wer ohnehin plant, später eine schwerere Drohne nah an Bebauung zu fliegen, kann den Nachweis als ersten Schritt Richtung A2 verstehen, denn ohne ihn gibt es keine Zulassung zur Zusatzprüfung. Und wer zwischendurch die Registrierung noch offen hat: Die dauert weitere zwanzig Minuten und macht die Pflichtliste komplett.

Häufige Fragen

Was kostet der kleine Drohnenführerschein?

Beim Luftfahrt-Bundesamt kostet die Ausstellung des EU-Kompetenznachweises A1/A3 einmalig 25 Euro. Lernmaterial und Online-Prüfung stellt das LBA kostenlos bereit, weitere Gebühren fallen auf diesem Weg nicht an. Kommerzielle Schulungsanbieter verlangen zusätzlich für ihr Lernpaket, meist zwischen 20 und 60 Euro.

Ist der kleine Drohnenführerschein kostenlos?

Der Lernteil ja, das Zertifikat nein. Du kannst das komplette Online-Training des LBA und die Prüfung ohne Zahlung durcharbeiten. Erst für die Ausstellung des Nachweises werden 25 Euro fällig. Ohne dieses Zertifikat gilt die Kompetenz als nicht nachgewiesen.

Wie viele Fragen hat die Prüfung für den kleinen Drohnenführerschein?

Die Online-Prüfung besteht aus 40 Multiple-Choice-Fragen aus neun Themengebieten und dauert 40 Minuten. Zum Bestehen brauchst du mindestens 75 Prozent richtige Antworten, also 30 der 40 Fragen. Die Fragen kommen aus einem Katalog, der sich an den Lerninhalten des Online-Trainings orientiert.

Wie lange dauert es, den kleinen Drohnenführerschein zu machen?

Das Online-Training umfasst neun Themengebiete und ist in zwei bis vier Stunden zu schaffen, je nach Vorwissen. Die Prüfung selbst dauert maximal 40 Minuten. Nach bestandener Prüfung und bezahlter Gebühr steht das Zertifikat als PDF bereit, bei Kreditkartenzahlung meist sofort, bei Überweisung nach einigen Tagen.

Brauche ich für den kleinen Drohnenführerschein eine Plastikkarte?

Nein. Das Luftfahrt-Bundesamt stellt den Kompetenznachweis als PDF aus, und dieses PDF ist das amtliche Dokument. Plastikkarten von Drittanbietern sind reine Bequemlichkeit für die Brieftasche und haben keinen eigenen Rechtswert. Bei einer Kontrolle genügt es, den Nachweis vorzeigen zu können, auch digital auf dem Smartphone.

Ab welchem Alter kann ich den kleinen Drohnenführerschein machen?

Als Fernpilot in der Offenen Kategorie gilt ein Mindestalter von 16 Jahren, entsprechend richtet sich der Kompetenznachweis an diese Altersgruppe. Jüngere dürfen mit C0-Drohnen unter 250 Gramm in A1 fliegen oder unter direkter Aufsicht einer Person, die alle Anforderungen erfüllt.

Was passiert, wenn ich die Prüfung nicht bestehe?

Bleibst du unter 75 Prozent, lässt sich die Prüfung im Portal erneut starten. Sinnvoll ist es, vorher die Themengebiete nachzuarbeiten, in denen die Fehler lagen. Da die Gebühr an die Ausstellung des Zertifikats gekoppelt ist, entsteht durch einen zweiten Anlauf kein Papierstau bei der Behörde.

Gilt der kleine Drohnenführerschein auch in Österreich und der Schweiz?

Ja. Der EU-Kompetenznachweis A1/A3 gilt in allen EU-Staaten, über den EWR auch in Norwegen, Island und Liechtenstein sowie in der Schweiz, die die EU-Regeln zum 1. Januar 2023 übernommen hat. Eine zweite Prüfung im Urlaubsland ist weder nötig noch vorgesehen.

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