Drohnenführerschein Österreich: Kosten, Prüfung, Ablauf

Der A1/A3-Kompetenznachweis ist bei Austro Control kostenlos, der A2 kostet 69,60 Euro. Was die Prüfungen verlangen, was die Registrierung kostet und was deutsche Urlauber brauchen.

Recht & Wissen Aktualisiert am zuerst veröffentlicht am 6 Min. Lesezeit

Wer in Österreich eine Drohne über 249 Gramm fliegt, braucht denselben Nachweis wie in Deutschland, holt ihn aber bei einer anderen Behörde und zu anderen Preisen. Austro Control macht den kleinen Führerschein gratis, verlangt bei der Registrierung dafür mehr als das Doppelte. Dieser Artikel geht beide Wege durch, dazu die Frage, was deutsche Urlauber überhaupt brauchen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der A1/A3-Kompetenznachweis ist kostenlos. Austro Control stellt Online-Kurs und Test auf dronespace.at gratis bereit.
  • Der A2 kostet 69,60 Euro Prüfungsgebühr und wird als Präsenzprüfung mit 30 Fragen abgenommen.
  • Die Registrierung als Betreiber kostet 46,80 Euro und gilt drei Jahre, danach fällt derselbe Betrag erneut an.
  • Ab 250 Gramm Startmasse ist der Kompetenznachweis Pflicht, das Mindestalter dafür liegt bei 16 Jahren.
  • Deutsche Nachweise gelten in Österreich unverändert, eine zweite Anmeldung ist weder nötig noch erlaubt.

Wer in Österreich einen Führerschein braucht

Österreich wendet die EU-Drohnenverordnung an, deshalb sind die Schwellen dieselben wie in Deutschland. Entscheidend ist die Startmasse und die Unterkategorie, in der geflogen wird.

SituationNachweisKosten bei Austro Control
Drohne unter 250 g ohne C-Labelkeiner nötig0 €
Drohne ab 250 g, Flug in A1 oder A3Kompetenznachweis A1/A30 €
C2-Drohne näher als 150 m an WohngebietenFernpilotenzeugnis A269,60 €
jede Drohne mit Kamerazusätzlich Registrierung46,80 € für 3 Jahre

Die Registrierung hängt an der Kamera, das Gewicht spielt dabei keine Rolle. Sobald ein Sensor personenbezogene Daten erfassen kann, bist du registrierungspflichtig, auch mit einer 199-Gramm-Drohne. Diese Regel überrascht regelmäßig Besitzer kleiner Modelle, die sich vom Gewicht freigestellt fühlen.

Der A1/A3-Kompetenznachweis: kostenlos und an einem Abend erledigt

Austro Control betreibt die Plattform dronespace.at und stellt dort sowohl das Lernmaterial als auch die Prüfung bereit. Beides ist gratis, eine Ausstellungsgebühr wie in Deutschland gibt es nicht.

Der Ablauf in vier Schritten:

  1. Konto auf dronespace.at anlegen. Über dasselbe Konto läuft später auch die Registrierung als Betreiber.
  2. Online-Kurs durcharbeiten auf online-kurs.dronespace.at. Der Kurs deckt Luftrecht, Betriebsverfahren, Meteorologie und die technischen Grundlagen ab.
  3. Test ablegen: 40 Multiple-Choice-Fragen, ebenfalls online und ohne Aufsichtsperson.
  4. Nachweis speichern. Nach bestandener Prüfung kommt ein Link, über den du das Zertifikat als PDF sicherst und ausdruckst.

Mitführen ist Pflicht. Der Nachweis gehört bei jedem Flug dabei, digital auf dem Handy oder ausgedruckt. Wer bei einer Kontrolle nichts vorzeigen kann, steht so da, als hätte er ihn nie gemacht.

Das Fernpilotenzeugnis A2

Der A2 ist die Stufe darüber und erlaubt es, mit einer C2-Drohne näher an unbeteiligte Personen heranzufliegen. In Österreich nimmt Austro Control die Prüfung selbst ab, das erklärt den vergleichsweise niedrigen Preis.

PunktRegelung in Österreich
Voraussetzungbestandener A1/A3-Kompetenznachweis
Vorbereitungpraktisches Selbststudium in eigener Verantwortung
PrüfungsformPräsenzprüfung bei Austro Control
Umfang30 Multiple-Choice-Fragen
Gebühr69,60 € für die Prüfungsanmeldung

Das praktische Selbststudium ist keine formale Schulung. Die EU-Verordnung verlangt, dass du dir die Flugpraxis selbst aneignest und das anschließend erklärst. Kontrolliert wird der Teil nicht, verantwortlich bleibst trotzdem du. Wie der A2 in Deutschland funktioniert und was er im Alltag wirklich erlaubt, steht im Ratgeber EU-Fernpilotenzeugnis A2.

Was Österreich im Vergleich zu Deutschland kostet

Kostenvergleich des Drohnenführerscheins zwischen Österreich und Deutschland in drei Posten. Der Kompetenznachweis A1/A3 kostet in Österreich 0 Euro bei Austro Control und in Deutschland 25 Euro Ausstellungsgebühr beim Luftfahrt-Bundesamt. Das Fernpilotenzeugnis A2 kostet in Österreich 69,60 Euro Prüfungsgebühr bei Austro Control, in Deutschland 30 Euro LBA-Gebühr plus Prüfstelle und damit insgesamt etwa 120 bis 380 Euro. Die Registrierung als Betreiber kostet in Österreich 46,80 Euro für drei Jahre und in Deutschland einmalig 20 Euro. Über fünf Jahre gerechnet zahlt ein österreichischer Einsteiger mit A1/A3 rund 93,60 Euro Registrierungsgebühr, ein deutscher 45 Euro inklusive Nachweis.

Österreich verschenkt den Führerschein und holt sich das Geld über die Registrierung zurück, die dort nur drei Jahre gilt.

Die Zahlen im Direktvergleich:

PostenÖsterreichDeutschland
Kompetenznachweis A1/A30 €25 € Ausstellungsgebühr
Prüfung A1/A340 Fragen, online40 Fragen in 40 Minuten, online
Fernpilotenzeugnis A269,60 €, 30 Fragen in Präsenz30 € LBA plus Prüfstelle, meist 120–380 €
Registrierung Betreiber46,80 € für 3 Jahre20 € einmalig
Mindestalter Fernpilot16 Jahre16 Jahre

Über einen Zeitraum von fünf Jahren dreht sich das Bild. Ein österreichischer Einsteiger zahlt zweimal die Registrierung, also 93,60 Euro, und bekommt den Nachweis geschenkt. In Deutschland stehen 20 Euro Registrierung und 25 Euro Nachweis zu Buche, zusammen 45 Euro. Beim A2 dreht es sich wieder zurück: Österreich ist dort klar günstiger, weil die Behörde selbst prüft und keine private Prüfstelle dazwischensteht. Was der kleine Nachweis in Deutschland kostet und verlangt, steht im Ratgeber Kleiner Drohnenführerschein.

Gültigkeit und Verlängerung

Der Kompetenznachweis gilt fünf Jahre. Diese Frist steht in der EU-Drohnenverordnung und ist damit in allen Mitgliedstaaten gleich. Die Registrierung als Betreiber läuft in Österreich davon unabhängig und muss alle drei Jahre erneuert werden, wieder für 46,80 Euro. Die Betreibernummer bleibt dabei bestehen, die Plakette an der Drohne muss also nicht getauscht werden.

Zwei Fristen mit unterschiedlicher Länge sind eine typische Stolperfalle. Wer sich beides in den Kalender legt, spart sich die Situation, mit abgelaufener Registrierung am Startplatz zu stehen. Wie die Verlängerung in Deutschland abläuft, zeigt der Ratgeber Kenntnisnachweis verlängern.

Für deutsche Urlauber: nichts nachholen

Wer aus Deutschland zum Fliegen nach Österreich fährt, braucht keinen österreichischen Nachweis. Kompetenznachweise und Betreiber-Registrierungen gelten im gesamten Geltungsbereich der EU-Verordnung. Registriert wird ausschließlich im Land des Hauptwohnsitzes, eine zweite Registrierung ist ausdrücklich nicht vorgesehen.

Ins Gepäck gehören damit:

Anders sind allerdings die Zonen. Österreich veröffentlicht seine Sperr- und Genehmigungsflächen über die Dronespace-Karte, und besonders im alpinen Raum liegen mehr Beschränkungen, als viele erwarten. Details dazu stehen im Ratgeber Drohnen-Gesetz Österreich.

Was der Nachweis nicht abdeckt

Der A1/A3-Kompetenznachweis ist die Eintrittskarte in die offene Kategorie. Vier Grenzen bleiben unabhängig davon bestehen:

Bei einer Kontrolle werden drei Dinge verlangt: der Kompetenznachweis, die Registrierungsnummer sichtbar an der Drohne und der Nachweis der Haftpflichtversicherung. Alle drei lassen sich digital mitführen, ein Screenshot auf dem Handy reicht. Was fehlt, lässt sich vor Ort nicht nachreichen.

Wo der österreichische Weg praktisch anders ist

Ein Konto für alles. Kurs, Prüfung, Registrierung und Zonenabfrage laufen bei Austro Control über dieselbe Plattform. In Deutschland verteilt sich das auf das LBA-Portal, die Prüfstellen und die Dipul-Karte.

Die A2-Prüfung erfordert einen Termin vor Ort. Wer den A2 in Österreich anstrebt, plant die Anreise mit ein. In Deutschland nehmen private Prüfstellen die Prüfung teilweise online ab, dafür ist sie dort deutlich teurer.

Der Preisunterschied bei der Registrierung ist spürbar. 46,80 Euro für drei Jahre entsprechen 15,60 Euro pro Jahr, in Deutschland sind es 4 Euro pro Jahr. Für Vielflieger ist das eine Randnotiz, für jemanden mit einer 200-Gramm-Kameradrohne der größte Posten überhaupt.

Fazit: kostenloser Nachweis, teurere Registrierung

Der Drohnenführerschein selbst ist in Österreich eine Sache von einem Abend und kostet keinen Cent. Wer eine Drohne ab 250 Gramm fliegt, sollte den A1/A3 einfach mitnehmen, ein Grund zu warten existiert nicht.

Rechnen musst du beim Rest: Die Registrierung kostet mit 46,80 Euro alle drei Jahre spürbar mehr als in Deutschland und hängt an der Kamera statt am Gewicht. Wer nur im Urlaub in Österreich fliegt, lässt beides ohnehin liegen und nimmt seine deutschen Papiere mit. Vor dem ersten Start lohnt dann ein Blick auf die EU-Drohnenverordnung, weil die Unterkategorien überall gleich funktionieren und die Zonen den eigentlichen Unterschied machen.

Häufige Fragen

Was kostet der Drohnenführerschein in Österreich?

Der A1/A3-Kompetenznachweis kostet nichts: Austro Control stellt Online-Training und Test kostenlos über dronespace.at bereit, das Zertifikat gibt es im Anschluss zum Ausdrucken. Für das Fernpilotenzeugnis A2 verlangt Austro Control 69,60 Euro Prüfungsgebühr. Getrennt davon läuft die Registrierung als Betreiber, die 46,80 Euro für drei Jahre kostet.

Ab welchem Gewicht braucht man in Österreich einen Drohnenführerschein?

Ab 250 Gramm Startmasse. Austro Control formuliert die Grenze als Drohnen über 249 Gramm. Darunter fliegst du ohne Kompetenznachweis, solange die Drohne kein C1-Label trägt. Von der Registrierungspflicht befreit dich das kleine Gewicht allerdings nicht, sobald eine Kamera oder ein anderer Sensor für personenbezogene Daten an Bord ist.

Wie läuft die A1/A3-Prüfung bei Austro Control ab?

Komplett online. Du arbeitest den kostenlosen Kurs auf online-kurs.dronespace.at durch, danach folgt ein Multiple-Choice-Test mit 40 Fragen. Bei bestandener Prüfung bekommst du einen Link, über den du den Kompetenznachweis selbst speicherst oder ausdruckst. Eine Plastikkarte oder ein Behördengang ist nicht vorgesehen.

Wie läuft die A2-Prüfung in Österreich ab?

Als Präsenzprüfung bei Austro Control mit 30 Multiple-Choice-Fragen. Voraussetzung ist der bestandene A1/A3-Kompetenznachweis plus ein praktisches Selbststudium, das du selbst erklärst. Die Anmeldung kostet 69,60 Euro. Damit liegt Österreich deutlich unter den deutschen Gesamtkosten, wo neben der LBA-Gebühr eine private Prüfstelle bezahlt wird.

Gilt mein deutscher Drohnenführerschein in Österreich?

Ja. Kompetenznachweise aus jedem EU-Staat gelten im gesamten Geltungsbereich der EU-Drohnenverordnung, also auch in Österreich. Als Urlauber aus Deutschland fliegst du mit deinem A1/A3-Nachweis vom Luftfahrt-Bundesamt und deiner deutschen e-ID an der Drohne. Eine zusätzliche Anmeldung bei Austro Control brauchst du nicht.

Wie alt muss man für den Drohnenführerschein in Österreich sein?

Das Mindestalter für den A1/A3-Kompetenznachweis liegt bei 16 Jahren. Jüngere dürfen fliegen, wenn ein Fernpilot mit gültigem Nachweis daneben steht und die Aufsicht übernimmt. Für die Registrierung als Betreiber gilt eine andere Grenze: Dort verlangt Austro Control ein Mindestalter von 18 Jahren.

Wie lange ist der österreichische Kompetenznachweis gültig?

Fünf Jahre. Diese Frist gibt die EU-Drohnenverordnung einheitlich für alle Mitgliedstaaten vor, sie ist in Österreich also dieselbe wie in Deutschland. Getrennt davon läuft die Registrierung als Betreiber, die in Österreich nach drei Jahren erneuert werden muss. Für die deutsche Registrierung nennt das Luftfahrt-Bundesamt keine Gültigkeitsdauer.

Was kostet die Drohnen-Registrierung in Österreich?

46,80 Euro für drei Jahre. Die Verlängerung kostet denselben Betrag, die Betreibernummer bleibt dabei erhalten. Zum Vergleich: In Deutschland verlangt das Luftfahrt-Bundesamt 20 Euro und schreibt fünf Jahre Gültigkeit. Registriert wird immer nur im Land des Hauptwohnsitzes, doppelt geht es nicht.

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