Drohnen-Landepad selber bauen: Material, Maße, Anleitung

Landepad selber bauen: welcher Durchmesser zur Drohne passt, welche Planen taugen, wie der Schichtaufbau aussieht und warum die Verankerung über den Erfolg entscheidet.

Zubehör Veröffentlicht am 6 Min. Lesezeit

Ein Landepad ist im Grunde eine beschwerte Plane mit Muster, und genau deshalb lohnt der Selbstbau. Er kostet einen Nachmittag, liefert die Größe, die zur eigenen Drohne passt, und lässt sich aus Material bauen, das dicker ist als bei vielen Fertigpads.

Das Wichtigste in Kürze

  • Durchmesser: 55 bis 70 cm für die Mini-Klasse, 75 bis 110 cm für Air und Mavic.
  • Material: PVC-, Lkw- oder Bootsplane ab etwa 400 g/m², matt und wasserfest.
  • Aufbau: helle Deckschicht, steifer Kern, rutschhemmende Unterseite.
  • Verankerung ist Pflicht: vier Ösen plus Erdnägel oder Sandsäcke, sonst hebt der Propellerwind die Plane.
  • Kosten: 15 bis 30 Euro, vergleichbar mit einem Fertigpad bei größerer Fläche.

Was das Pad leisten muss

Vier Aufgaben bestimmen jede Entscheidung beim Bau:

  1. Staub und Sand fernhalten. Beim Start wirbelt der Abwind alles auf, was lose liegt, und führt es an Motoren, Gimbal-Lager und Sensorfenster. Das ist der Hauptgrund für ein Pad.
  2. Den Sensoren eine Fläche geben. Das abwärts gerichtete Sichtsystem braucht Kontrast und Struktur, um die Position zu halten.
  3. Den Landepunkt markieren. Ein farbiger Kreis bleibt auch aus 50 Metern Höhe als Ziel erkennbar.
  4. Eben liegen. Ein Gimbal-Selbsttest auf schiefem Grund endet gern mit einer Fehlermeldung, wie der Ratgeber Gimbal blockiert zeigt.

Welche Wirkung das im Detail hat und worauf es beim Kauf ankommt, ordnet der Ratgeber Landepad für die Drohne ein. Dieser Text hier bleibt beim Bauen.

Die Maße: der doppelte Propellerkreis

Der Durchmesser folgt der Drohne. Als Faustregel taugt der doppelte Propellerkreis, damit ein ungenauer Landepunkt noch auf der Fläche liegt:

KlasseBeispieleEmpfohlener Durchmesser
Mini unter 250 gMini 4K, Mini 4 Pro, Neo55 bis 70 cm
MittelklasseAir 3, Air 3S, Flip70 bis 90 cm
OberklasseMavic 3, Mavic 4 Pro90 bis 110 cm
FPV-WhoopsCetus, Meteor7540 bis 55 cm

Beim Zuschnitt kommen 6 cm Saumzugabe dazu, also für ein Pad mit 80 cm Durchmesser ein Quadrat mit 92 cm Kantenlänge. Wer die Plane quadratisch lässt, spart den Rundschnitt und verliert nur beim Packmaß.

Material: was taugt und was nicht

MaterialEignungAnmerkung
PVC-Plane 400 bis 650 g/m²sehr gutwasserfest, faltbar, gut zu säumen
Lkw- oder Bootsplanesehr gutrobuster, etwas schwerer
Zeltboden-Planegutdünner, braucht einen Verstärkungsring
Teppichrest, Filzgut als Unterseiterutschhemmend, saugt Wasser
Yogamattebrauchbarwellt sich, hält kaum Form
Sperrholz 6 mmgut am festen Platzeben und schwer, faltet nicht
Rettungsdecke, Glanzfolieungeeignetspiegelt und irritiert die Sensoren

Matt ist die wichtigste Materialeigenschaft. Eine glänzende Oberfläche wirft je nach Sonnenstand das Licht direkt in die Bodensensoren, und dann fehlt der Drohne die Struktur, an der sie sich festhält.

Der Aufbau in drei Schichten

Bauzeichnung eines Drohnen-Landepads: Draufsicht mit 70 bis 110 cm Durchmesser, kontrastreicher H-Landemarke, vier Ösen am Rand und gestricheltem Verstärkungsring, daneben ein Schnitt mit heller PVC-Deckschicht, steifem Planenkern und Filz auf der Unterseite sowie einem Erdnagel durch die Öse.

Drei Schichten und vier Ösen: Der Aufbau entscheidet, ob das Pad im Abwind liegen bleibt.

Die Schichten haben klare Aufgaben. Die Deckschicht ist die Sichtfläche für Sensoren und Auge, sie gehört hell und matt. Der Kern gibt Steifigkeit, damit die Fläche flach bleibt. Die Unterseite verhindert das Rutschen auf glattem Grund.

Zwei Lagen genügen bei dicker Plane. Drei Lagen lohnen, wenn dünnes Material vorhanden ist oder das Pad auf Asphalt liegen soll.

Die Anleitung in acht Schritten

  1. Kreis anreißen. Eine Schnur mit Stift am Ende, Mittelpunkt mit Nagel oder Daumen fixieren, Radius abmessen, Kreis ziehen.
  2. Zuschneiden mit Teppichmesser gegen eine Unterlage. Bei PVC gibt ein warmes Messer eine sauberere Kante.
  3. Kanten versiegeln. Ein kurzer Zug mit dem Heißluftfön verschmilzt die Schnittkante von PVC und verhindert Ausfransen.
  4. Saum umlegen und kleben oder nähen. PVC-Kleber hält dauerhaft, eine Haushaltsnähmaschine schafft dünne Plane mit Jeansnadel.
  5. Verstärkungsring einlegen. Ein Streifen Plane oder Gurtband im Saum verteilt die Kraft, die später an den Ösen zieht.
  6. Vier Ösen setzen, gleichmäßig verteilt, jeweils 2 cm vom Rand. Ösenzangen liegen bei etwa 8 Euro und reichen für viele Projekte.
  7. Landemarke aufbringen. Ein H oder ein Kreuz aus hellem Klebeband für Außenbereiche, oder Sprühfarbe mit Schablone.
  8. Falttest und Trockenlauf. Pad ausrollen, mit Erdnägeln fixieren, einmal starten und landen. Erst danach ist es abgenommen.

Zeitbedarf: rund zwei Stunden, davon eine Stunde Trockenzeit für Kleber und Farbe.

Das Muster: worauf die Sensoren reagieren

Das abwärts gerichtete Sichtsystem arbeitet mit optischem Fluss: Es vergleicht aufeinanderfolgende Bilder und erkennt aus der Verschiebung der Struktur, ob die Drohne driftet. Daraus folgen drei praktische Regeln:

Wie das Sichtsystem in die übrige Sensorik eingebettet ist, ordnet der Ratgeber Hinderniserkennung bei DJI-Drohnen ein.

Beschwerung: der Punkt, an dem Selbstbauten scheitern

Der Abwind einer Mavic-Klasse erzeugt am Boden spürbaren Druck. Eine Plane ohne Verankerung wird am Rand angehoben, klappt hoch und kann in den Propellerkreis geraten. Bewährte Lösungen:

Sonderfälle: Schnee, Sand, Balkon

Schnee: Ein Pad verhindert das Einsinken und das Vereisen der Landefüße. Erdnägel greifen im Frost schlecht, deshalb sind Gewichte die bessere Wahl. Was bei Kälte sonst zu beachten ist, steht im Ratgeber Drohne im Winter fliegen.

Sand: Hier zeigt das Pad seinen größten Nutzen. Sinnvoll ist ein Durchmesser eine Stufe größer, weil der Abwind Sand über den Rand hinweg aufwirbelt.

Balkon und Terrasse: Hier trägt eine feste Platte besser, weil der Wind eine lose Plane über die Brüstung zieht. Zusätzlich lohnt eine helle Marke, weil der Untergrund oft einfarbig ist.

Asphalt: Die Unterseite entscheidet. Filz oder Teppich rutscht kaum, glatte Plane wandert bei jedem Start ein Stück.

Was ein Fertigpad zusätzlich mitbringt

Der Vergleich fällt ehrlich aus: Ein gekauftes Pad bringt einen Federstahlrahmen zum Falten, einen Beutel und meist Reflektorstreifen für die Dämmerung mit. Das ist Komfort beim Transport.

Der Selbstbau punktet bei Fläche, Materialstärke und Preis pro Quadratmeter. Wer beides möchte, baut ein großes Pad für den festen Startplatz und behält ein kleines Fertigpad im Rucksack. Was sonst noch in die Tasche gehört, listet der Ratgeber Zubehör für Drohnen auf, den Transport ordnet Koffer für Drohnen ein.

Fazit: Plane, Ösen, Kontrast

Ein gutes Landepad braucht drei Dinge: steifes mattes Material, eine kontrastreiche Marke und eine Verankerung, die dem Abwind standhält. Alles andere ist Ausstattung.

Wer diese drei Punkte beim Bauen einhält, bekommt für 15 bis 30 Euro eine Fläche, die größer und robuster ist als die meisten Fertigpads. Und der Nebeneffekt zählt im Alltag am meisten: Sand und Gras kommen gar nicht erst an den Gimbal.

Häufige Fragen

Wie groß muss ein selbst gebautes Landepad sein?

Als Richtwert gilt der doppelte Propellerkreis der Drohne. Für Modelle der Mini-Klasse reichen 55 bis 70 cm Durchmesser, für Air- und Mavic-Modelle sind 75 bis 110 cm sinnvoll. Größer schadet nur beim Packmaß: Die Fläche fängt mehr Staub ab und verzeiht einen ungenauen Landepunkt.

Welches Material eignet sich für ein Landepad?

Gut funktionieren PVC-Plane, Lkw-Plane und Bootsplane ab etwa 400 g/m². Sie sind wasserfest, staubdicht und lassen sich säumen. Yogamatten und Teppichreste taugen als Unterlage, wellen sich aber im Wind. Ungeeignet sind glänzende Folien und Rettungsdecken, weil sie spiegeln und die Sensoren irritieren.

Was kostet ein selbst gebautes Landepad?

Ein Reststück Plane in 120 × 120 cm kostet 8 bis 15 Euro, vier Ösen mit Setzwerkzeug rund 8 Euro, Erdnägel etwa 5 Euro. Damit liegt der Selbstbau bei 15 bis 30 Euro und damit auf dem Niveau eines Fertigpads, dafür in eigener Größe und mit stärkerem Material.

Welche Farbe und welches Muster sind sinnvoll?

Wichtig ist ein kräftiger Kontrast zwischen zwei matten Flächen, klassisch dunkel mit heller Landemarke. Eine einzelne asymmetrische Marke wie ein H ist besser als ein feines Schachbrett, weil regelmäßige Wiederholungen den optischen Fluss der Bodensensoren verwirren können.

Warum muss ein Landepad beschwert werden?

Der Propellerwind einer Kameradrohne drückt beim Start und bei der Landung kräftig nach unten und außen. Eine unbefestigte Plane hebt sich am Rand, klappt hoch und kann in die Propeller geraten. Vier Ösen mit Erdnägeln oder Sandsäcken an den Rändern verhindern das zuverlässig.

Kann ich ein Landepad aus Sperrholz bauen?

Für den festen Standort ja, eine 6 mm Platte mit gefasten Kanten liegt bombenfest und bleibt eben. Zum Mitnehmen ist sie unpraktisch, weil sie nicht faltet und Gewicht mitbringt. Für den Balkon oder den Garten ist sie eine gute Lösung.

Wie befestige ich das Pad auf Asphalt oder Beton?

Dort greifen keine Erdnägel. Bewährt haben sich Sandsäcke, mit Kies gefüllte Beutel an den Ösen oder eine Kette, die in den Saum eingezogen wird. Zwei Kilogramm verteilt auf vier Punkte halten auch bei Wind.

Bringt ein selbst gebautes Landepad denselben Nutzen wie ein gekauftes?

Für die Hauptaufgaben ja: Es hält Sand und Staub von Motoren und Gimbal fern, gibt den Sensoren eine kontrastreiche Fläche und markiert den Landepunkt. Fertigpads bringen zusätzlich Faltmechanik, Reflektorstreifen und eine Tasche mit, das zahlt sich beim Transport aus.

Wie reinige ich das Pad?

Abklopfen genügt für Staub, PVC-Plane lässt sich mit Wasser und einem Lappen abwischen. Wichtig ist trockenes Einpacken: Eine feuchte Plane im Rucksack riecht nach zwei Tagen und der Filz auf der Unterseite bleibt lange nass.

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