Ein Landepad sieht nach Zubehör aus, das man sich sparen kann. Wer allerdings einmal gesehen hat, wie eine Drohne beim Start auf einem Feldweg eine Staubwolke erzeugt, versteht das Bauteil sofort. Dieser Artikel erklärt, was das Pad tatsächlich verhindert, welcher Durchmesser zu welcher Drohne passt und woran ein brauchbares Modell zu erkennen ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Pad hält Partikel unten. Der Rotorabwind wirbelt sonst Sand und Staub auf, der in Motorlager und Gimbal gerät.
- Es gibt den Sensoren ein Muster, an dem sie die Position halten können.
- Durchmesser nach Klasse: 50 bis 55 cm unter 250 g, 65 bis 70 cm für die 700-Gramm-Klasse, ab 75 cm darüber.
- Bei Wind gehören Heringe hinein, sonst klappt das Pad hoch und erreicht die Propeller.
- Preisrahmen 10 bis 30 Euro, damit eines der günstigsten Zubehörteile mit spürbarem Effekt.
Was beim Start ohne Pad passiert
Eine Drohne fliegt, indem sie Luft nach unten beschleunigt. In Bodennähe trifft dieser Abwind auf den Untergrund und verteilt sich seitlich, was einen Wirbel erzeugt, der Partikel wieder nach oben führt. Genau in diesem Wirbel steht die Drohne beim Start und bei der Landung.

Der Abwind bleibt in beiden Fällen, die Partikelfahne entsteht nur über losem Untergrund.
Drei Bauteile nehmen dabei Schaden:
Die Motorlager. Feiner Sand gelangt zwischen die Kugeln und mahlt das Lager aus. Ein Motor, der sich von Hand rau oder rastend drehen lässt, ist am Ende. Wie lange Lager sonst halten, steht im Ratgeber Lebensdauer einer Drohne.
Die Gimbal-Mechanik. Sie arbeitet mit sehr kleinen Spielen. Ein Korn an der falschen Stelle erzeugt Rucken oder Blockieren, und der Gimbal zählt zu den teuersten Einzelreparaturen.
Die Sensoren an der Unterseite. Kamera und Infrarotsensoren zur Positionsbestimmung setzen sich mit Staub zu. Die Folge sind ungenaue Landungen und ein Schweben, das nicht ruhig steht.
Dazu kommt der Effekt, den die Sensoren beim Landeanflug brauchen: Sie suchen ein kontrastreiches Muster am Boden. Über einheitlichem Kies, frischem Schnee oder trockenem Sand finden sie wenig, worauf sie sich beziehen können. Ein orange-blau bedrucktes Pad liefert genau dieses Muster.
Wann ein Pad wirklich hilft
| Untergrund | Nutzen | Grund |
|---|---|---|
| Strand, Sandweg | sehr hoch | feiner Sand, direkter Lagerschaden |
| Feldweg, Schotter | hoch | Staub und kleine Steine |
| Wiese, nasses Gras | hoch | Feuchtigkeit an Sensoren und Gehäuse |
| Frisch gemähter Rasen | hoch | Grasschnitt klebt am Gehäuse |
| Schnee | hoch | Nässe plus fehlender Kontrast |
| Waldboden | mittel | Nadeln und lose Erde |
| Asphalt, Beton | gering | wenig loses Material |
| Balkon, Terrasse | gering | meist sauber und eben |
Die Tabelle erklärt, warum Meinungen zum Landepad so weit auseinandergehen. Wer vom Balkon startet, wird den Unterschied nie bemerken. Wer an der Küste oder auf dem Feld fliegt, spart sich damit mittelfristig einen Motortausch.
Die richtige Größe
Die Faustregel lautet: mindestens das Doppelte der Diagonale der ausgeklappten Drohne. Eine Drohne der 250-Gramm-Klasse misst ausgeklappt rund 25 Zentimeter über die Diagonale, ein Modell der 700-Gramm-Klasse etwa 35 Zentimeter.
| Durchmesser | Passend für | Praxis |
|---|---|---|
| 50 bis 55 cm | Drohnen unter 250 g | passt gefaltet in jede Tasche |
| 65 bis 70 cm | 700-Gramm-Klasse | Reserve bei schräger Landung |
| 75 cm und mehr | ab 900 g, FPV, Wärmebild | Windpflöcke empfohlen |
Der Grund für die Reserve liegt im Landeanflug. Eine automatische Rückkehr landet mit einer Abweichung von einigen Dezimetern, und bei Seitenwind wird daraus schnell ein halber Meter. Ein knapp bemessenes Pad wird dann zum Ziel, das die Drohne verfehlt.
Gefaltet schrumpfen alle Größen auf etwa ein Drittel des Durchmessers, weil der Federstahlring die Fläche in drei Lagen zusammenlegen lässt. Ein 55er-Pad passt zusammengelegt in die Seitentasche eines Rucksacks.
Worauf du beim Kauf achtest
Fünf Merkmale unterscheiden brauchbare von wackeligen Modellen.
Der Federstahlring. Er spannt die Fläche glatt auf und lässt sie gefaltet klein werden. Modelle ohne Ring werfen Wellen, und eine wellige Fläche kann im Abwind hochschlagen.
Die Beschichtung. Wasserdicht und abwischbar sollte sie sein. Nasses Gras und Tau sind der häufigste Einsatzfall, und ein saugfähiges Gewebe verfehlt seinen Zweck.
Eingenähte Gewichte oder Ösen. Ohne Fixierung bleibt das Pad bei Wind nicht liegen. Gewichte im Saum wirken auf jedem Untergrund, Ösen mit Heringen halten dafür stärker.
Doppelseitiger Druck. Zwei Farbwelten decken helle und dunkle Untergründe ab. Auf Schnee arbeitet die dunklere Seite besser, auf Wiese die orange.
Reflektierender Rand. Für Flüge in der Dämmerung eine echte Hilfe beim Anflug. Was beim Nachtflug sonst gilt, steht im Ratgeber Drohne nachts fliegen.
Richtig einsetzen
Fläche prüfen, bevor das Pad liegt. Ein spitzer Stein unter dem Gewebe drückt sich durch und steht dann genau unter der Drohne.
Immer fixieren. Vier Heringe dauern zwanzig Sekunden. Auf hartem Boden übernehmen Rucksack, Akkutasche oder flache Steine die Aufgabe. Ein hochklappendes Pad in laufenden Propellern beendet den Flugtag.
Mittig starten. Der Abwind verteilt sich radial, und je mehr Fläche rundherum liegt, desto weniger Partikel erreichen den Rand.
Nach dem Einsatz ausschütteln und trocknen lassen. Feuchtes Gewebe in der Tasche riecht nach zwei Tagen, und Sandreste kratzen bei der nächsten Faltung die Beschichtung an.
Zum Ablegen nutzen. Zwischen Akkuwechseln liegt die Drohne auf dem Pad statt im Gras. Das hält Feuchtigkeit vom Gehäuse fern und macht die Startvorbereitung geordneter.
Sonderfälle: Wasser, Schnee, Balkon
Vier Situationen weichen vom Standardeinsatz ab und verlangen eine eigene Antwort.
Boot und Steg. Auf einer schwankenden Fläche hilft kein Pad. Hier ist der Handstart die sicherere Lösung: Die Drohne startet flach von der offenen Handfläche, gegriffen wird sie von unten, nie über der Rotorebene. Modelle mit geschlossenem Rotorschutz sind dafür deutlich besser geeignet.
Schnee. Zwei Probleme treffen zusammen. Die Sensoren an der Unterseite finden auf einer weißen Fläche keinen Kontrast, und die Landefüße sinken ein, wodurch Schmelzwasser ins Gehäuse zieht. Ein Pad löst beides in einem Schritt, weshalb es im Winter fast wichtiger ist als im Sommer. Was sonst bei Kälte zu beachten ist, steht im Ratgeber Drohne im Winter fliegen.
Balkon und Dachterrasse. Hier geht es weniger um Staub als um Verwirbelung. Der Abwind trifft auf Brüstung und Wände und wird zurückgeworfen, was die Drohne beim Aufsetzen unruhig werden lässt. Ein Pad ändert daran wenig; hilfreicher ist ein Startpunkt mit möglichst viel offener Fläche ringsum.
Hohes Gras. Halme können in die Propeller geraten und die Drohne beim Start kippen. Ein Pad legt sich flach darüber und schafft eine ebene Fläche, allerdings nur bis zu einer gewissen Halmhöhe. Bei kniehohem Bewuchs ist ein anderer Startplatz die bessere Wahl.
Pflege und Haltbarkeit
Ein Landepad ist ein einfaches Produkt, und trotzdem entscheidet die Behandlung darüber, ob es zwei oder zehn Jahre hält.
Der Federstahlring bricht durch falsches Falten. Die Faltbewegung läuft über eine Drehung, bei der sich der Ring zu drei Lagen legt. Wer stattdessen knickt, überdehnt das Metall, und der Ring bekommt eine Ermüdungsstelle.
Die Beschichtung leidet durch Sand. Ein Pad, das sandig zusammengelegt wird, schmirgelt sich beim Transport selbst ab. Einmal ausschütteln genügt.
Nass eingepackt schimmelt es. Nach Einsätzen im Tau oder Regen gehört das Pad offen zum Trocknen, bevor es zurück in die Hülle geht.
Der Druck verblasst in der Sonne. Ein Pad, das monatelang im Auto hinter der Scheibe liegt, verliert Farbkraft und damit den Kontrast, auf den die Sensoren angewiesen sind.
Landepad und Sicherheitsabstand
Ein oft übersehener Nebeneffekt: Das Pad markiert den Start- und Landebereich sichtbar für alle Umstehenden. Spaziergänger und Kinder erkennen die Fläche als „hier passiert etwas” und halten von selbst Abstand.
Das ist mehr wert, als es klingt. Die häufigsten Verletzungen durch Drohnen entstehen durch Propeller, und die meisten dieser Situationen passieren beim Starten und Landen, wenn Zuschauer näher treten. Die Einordnung dazu steht im Ratgeber Wie gefährlich sind Drohnen.
Selbstbau: was funktioniert und was fehlt
Eine Plane, eine Gummifußmatte oder ein Stück Teichfolie erfüllen den Grundzweck, nämlich eine geschlossene Fläche unter der Drohne. Zwei Dinge fehlen dem Eigenbau:
Der Spannring. Ohne ihn liegt das Material wellig, und Wellen fangen den Abwind.
Die Packform. Ein gefaltetes Landepad ist rund und flach, eine zusammengerollte Plane sperrig.
Bei Preisen ab etwa 10 Euro fällt die Rechnung deutlich aus. Für Sonderfälle bleibt der Eigenbau interessant: Wer ein extra großes Pad für einen Wärmebild-Einsatz braucht, etwa bei der Kitzrettung, findet im Handel wenig über 100 Zentimeter und baut sich dann eine Plane mit Ösen.
Fazit: kleiner Posten, klarer Effekt
Ein Landepad kostet zwischen 10 und 30 Euro und verhindert genau das, was Drohnen schleichend altern lässt: Sand in den Lagern, Staub im Gimbal, Feuchtigkeit an den Sensoren. Diese Schäden zeigen sich erst nach Monaten, und dann lässt sich die Ursache kaum noch zuordnen.
Für die Auswahl reichen drei Punkte: Durchmesser mindestens doppelt so groß wie die Diagonale deiner Drohne, doppelseitiger Druck und entweder eingenähte Gewichte oder Ösen mit Heringen. Danach gehört es in die Seitentasche des Rucksacks und wird zur Gewohnheit, die Drohnentasche noch etwas voller macht.
Häufige Fragen
Braucht man wirklich ein Landepad für die Drohne?
Auf losem Untergrund lohnt es sich in jedem Fall, vorgeschrieben ist es nirgends. Der Rotorabwind wirbelt Sand, Staub und Grasschnitt auf, und diese Partikel gelangen in Motorlager, Gimbal-Mechanik und die Sensoren an der Unterseite. Auf Wiese, Feldweg, Kies und Strand ist das Pad die einzige einfache Gegenmaßnahme. Auf Asphalt und Rasen im Garten fällt der Nutzen kleiner aus.
Welche Größe sollte ein Landepad haben?
Für Drohnen unter 250 Gramm reichen 50 bis 55 Zentimeter Durchmesser, für die 700-Gramm-Klasse sind 65 bis 70 Zentimeter angenehmer, und ab 900 Gramm oder bei FPV lohnen 75 Zentimeter und mehr. Die Faustregel: mindestens das Doppelte der Diagonale der ausgeklappten Drohne, damit auch eine leicht versetzte Landung noch auf der Fläche endet.
Woraus besteht ein gutes Landepad?
Verbreitet ist beschichtetes Nylon oder Polyester mit einem Federstahlring im Rand, der es aufspannt. Die Beschichtung macht die Oberfläche wasserdicht und leicht abwischbar. Bessere Modelle sind doppelseitig bedruckt, meist in Orange und Blau, und tragen eingenähte Gewichte oder Ösen für Heringe.
Wozu ist ein Landepad doppelseitig bedruckt?
Die beiden Seiten decken unterschiedliche Untergründe und Lichtverhältnisse ab. Auf hellem Sand oder Schnee hebt sich die dunklere Seite besser ab, auf Wiese und Waldboden die kräftig orange. Für die Kamera und die Sensoren an der Unterseite zählt der Kontrast, und der bestimmt, wie zuverlässig die Drohne ihre Position hält.
Wie befestige ich das Landepad bei Wind?
Über die Ösen am Rand mit Heringen, wie sie bei Zelten üblich sind. Viele Pads legen vier Stück bei. Auf hartem Untergrund helfen stattdessen Gewichte an den Rändern, etwa der Rucksack, die Akkutasche oder flache Steine. Ein loses Pad ist bei Böen gefährlich, weil es hochklappen und in die Propeller geraten kann.
Hilft ein Landepad gegen nasses Gras?
Ja, das ist einer der Hauptgründe für die Anschaffung. Eine Drohne, die im nassen Gras steht, zieht Feuchtigkeit über die Landefüße ins Gehäuse, und die Sensoren an der Unterseite beschlagen. Ein wasserdichtes Pad hält das Gerät trocken. Auf Tau am frühen Morgen zahlt sich das besonders aus.
Kann man ein Landepad selbst bauen?
Eine Plane, eine Fußmatte oder ein Stück Teichfolie erfüllen den Grundzweck. Zwei Dinge fehlen dabei: der Federstahlring, der die Fläche glatt aufspannt, und die kompakte Packform. Eine wellige Unterlage kann in den Abwind geraten, und genau das soll das Pad verhindern. Bei Preisen ab etwa 10 Euro lohnt der Eigenbau selten.
Wozu sind reflektierende Landepads gut?
Für Flüge in der Dämmerung und bei Nacht. Ein reflektierender Rand zeigt dir aus der Luft, wo der Landeplatz liegt, sobald das Positionslicht der Drohne oder eine Taschenlampe darauf fällt. Bei Nachtflügen mit der vorgeschriebenen Blinkleuchte ist das eine spürbare Hilfe beim Anflug.