Sobald die Sonne tief steht, verschwindet ein orangefarbenes Landepad im Gras, während die Drohne am Himmel noch gut zu sehen ist. Genau diese Lücke schließt ein beleuchtetes Pad. Was es leistet, was es nicht leistet und warum die Ausrichtung des Lichts wichtiger ist als seine Helligkeit, steht hier.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Beleuchtung dient dem Piloten am Boden, die Landeautomatik arbeitet unabhängig davon.
- Licht gehört nach unten und zur Seite, nach oben blendet es Auge und Kamera.
- Gedämpft statt hell: Zu starke Lichtquellen zerstören die Dunkeladaption der Augen.
- Das Positionslicht bleibt Pflicht: grün blinkend an der Drohne, unabhängig vom Pad.
- Größe nach Radstand: 50 bis 55 cm für Mini, 75 cm für Air und Mavic, 110 cm bei Wind.
Was ein Landepad überhaupt leistet
Bevor es um Licht geht, lohnt der Blick auf die drei Aufgaben eines Pads:
Schutz vor Staub und Fremdkörpern. Der Abwind wirbelt beim Starten und Landen auf, was lose liegt. Sand, Kies und trockenes Gras landen im Gimbal, in den Motoren und auf dem Objektiv.
Markierung des Landepunkts. Ein definierter Punkt macht die Landung präziser und verhindert, dass die Drohne im hohen Gras aufsetzt, wo die Beine einsinken.
Struktur für die Sensorik. Die nach unten gerichteten Kameras brauchen Kontrast, um die Höhe zu schätzen. Ein Pad mit Muster liefert den zuverlässiger als eine gleichmäßige Wiese.
Von diesen drei Aufgaben profitiert nur die zweite von Beleuchtung. Die Grundlagen stehen unter Landepad für die Drohne.
Warum die Ausrichtung wichtiger ist als die Helligkeit
Der häufigste Fehler bei beleuchteten Pads ist Licht, das nach oben abstrahlt. Drei Effekte entstehen dabei:
Der Pilot wird geblendet. Das menschliche Auge braucht 20 bis 30 Minuten, um sich an Dunkelheit anzupassen. Ein Blick in eine helle Lichtquelle setzt diese Anpassung in Sekunden zurück. Danach ist die Drohne am Himmel deutlich schlechter zu sehen.
Die Kamera bekommt Streulicht. Beim Anflug zeigt die Kamera nach vorn und unten. Nach oben gerichtete Lichtquellen erzeugen Reflexionen in der Optik.
Die Landesensorik verliert Struktur. Punktförmige helle Quellen liefern keinen brauchbaren Kontrast, und starke Reflexionen auf glatten Pads können die Höhenschätzung irritieren.

Dasselbe Pad, zwei Abstrahlrichtungen: Nach unten gerichtetes Licht markiert die Fläche, ohne Auge und Kamera zu treffen.
Die praktische Regel lautet deshalb: Licht auf die Fläche. Leuchtstreifen am Rand, die nach innen auf das Pad strahlen, erfüllen den Zweck vollständig und stören nichts.
Was die Beleuchtung nicht leistet
Ein beleuchtetes Pad ist kein Landesystem. Drei verbreitete Erwartungen gehen nicht auf:
Return-to-Home wird nicht präziser. Die Rückkehr arbeitet mit den gespeicherten GPS-Koordinaten des Startpunkts und, bei neueren Modellen, mit einem beim Start aufgenommenen Bild des Untergrunds. Was die Genauigkeit tatsächlich beeinflusst, steht unter Return-to-Home bei DJI.
Die Drohne findet das Pad nicht selbst. Eine automatische Pad-Erkennung ist bei Consumer-Modellen nicht vorgesehen. Sie sucht nach einer freien, strukturierten Fläche unter sich.
Das Positionslicht wird nicht ersetzt. Die Pflicht, die Drohne bei Dunkelheit mit einem grün blinkenden Licht erkennbar zu machen, hängt an der Drohne. Details stehen unter Drohnen-Beleuchtung und LED.
Selbst beleuchten statt kaufen
Ein vorhandenes Pad lässt sich mit wenig Aufwand beleuchten. Nötig sind eine LED-Lichterkette oder ein Leuchtstreifen mit Akku- oder USB-Betrieb, dazu eine Powerbank.
Drei Punkte für die Umsetzung:
Am Rand befestigen, nach innen ausrichten. Klettband oder Kabelbinder an den vorhandenen Ösen. Die Leuchtrichtung zeigt auf die Padfläche.
Nichts in die Fläche legen. Alles, was oben aufliegt, kann von den Landebeinen erwischt oder vom Abwind hochgewirbelt werden.
Gedämpfte Helligkeit wählen. Wenn die Wahl besteht, die niedrigste Stufe nehmen. Ziel ist Erkennbarkeit auf wenige Meter.
Wer das Pad ohnehin selbst baut, plant die Beleuchtung gleich mit ein. Der Bauweg steht unter Landepad selber bauen.
Wie viel Licht tatsächlich nötig ist
Die Frage nach der Helligkeit lässt sich über das Umgebungslicht beantworten. Zur blauen Stunde liegt die Beleuchtungsstärke im Freien noch bei einigen Lux, eine halbe Stunde später bei Bruchteilen davon. Eine Markierung muss sich gegen genau diesen Wert durchsetzen, mehr verlangt sie nicht.
Praktisch heißt das: Eine übliche LED-Lichterkette mit batteriebetriebenen Mikro-LEDs reicht für ein 75-Zentimeter-Pad aus. Sinnvoll ist eine gleichmäßige Verteilung über den Umfang statt zwei starker Punkte, weil ein durchgehender Ring die Padform erkennbar macht und einzelne helle Punkte nur ihre eigene Position zeigen.
Bei der Lichtfarbe hat sich Warmweiß bewährt. Es blendet weniger als kaltweißes Licht und hebt sich von den Positionslichtern der Drohne ab, die grün und rot sind. Eine Padbeleuchtung in denselben Farben erschwert die Zuordnung im Anflug.
Alternativen ohne Strom
Nicht jede Markierung braucht eine Lichtquelle. Zwei Wege kommen ohne Batterie aus:
Reflektierende Streifen. Retroreflektierendes Klebeband am Padrand wirft das Licht einer Stirnlampe zurück und macht das Pad auf mehrere Meter erkennbar. Der Effekt setzt eine Lichtquelle beim Piloten voraus, dafür hält er dauerhaft und verändert nichts am Aufbau.
Kontrast statt Licht. Ein Pad mit hellem Muster auf dunklem Grund bleibt bei Restlicht länger erkennbar als eine einfarbige Fläche. Das ist der Grund, warum viele Pads doppelseitig ausgeführt sind: eine kontrastreiche Seite für den Tag, eine ruhigere für die Kamera.
Beide Wege haben denselben Vorteil: Sie funktionieren auch dann noch, wenn die Powerbank leer ist.
Der rechtliche Rahmen bei Dämmerung und Nacht
Der Betrieb in der Dunkelheit ist in der offenen Kategorie erlaubt, sofern zwei Bedingungen erfüllt sind:
- Grün blinkendes Positionslicht an der Drohne, das sie erkennbar macht
- Direkte Sichtverbindung bleibt bestehen, die Drohne darf also nicht weiter weg sein, als das Blinklicht sicher erkennbar ist
Die zweite Bedingung ist die schwierigere. Bei Dunkelheit lässt sich die Lage der Drohne im Raum kaum noch einschätzen, auch wenn das Blinklicht sichtbar bleibt. Die vollständigen Regeln stehen unter Drohne nachts fliegen.
Ein beleuchtetes Landepad hilft bei der letzten Phase, wenn die Drohne nah genug ist. Für alles davor zählt das Licht an der Drohne.
Größe und Befestigung
| Drohnenklasse | Pad-Durchmesser |
|---|---|
| Whoops und Mini unter 250 g | 50 bis 55 cm |
| Air- und Mavic-Klasse | 75 cm |
| große Aufbauten, windige Bedingungen | 110 cm |
Bei Wind gilt: eine Nummer größer wählen, weil die Drohne beim Aufsetzen driftet. Die Befestigung läuft über die Ösen mit den beiliegenden Heringen. Ohne Fixierung hebt der Abwind die Ränder an, und ein hochklappender Rand kann in die Propeller geraten.
Fazit: sinnvoll in einem schmalen Zeitfenster
Ein beleuchtetes Landepad löst ein konkretes Problem: Es hält den Landepunkt sichtbar, wenn das Umgebungslicht nachlässt. In diesem Zeitfenster zwischen Sonnenuntergang und Dunkelheit ist es nützlich, vorausgesetzt, das Licht strahlt nach unten und bleibt gedämpft.
Als Landehilfe für die Automatik taugt es nicht, und die Pflichten beim Flug in der Dunkelheit ändert es nicht. Wer ohnehin ein Pad besitzt, kommt mit einem Leuchtstreifen und einer Powerbank ans Ziel, ohne ein zweites Pad zu kaufen. Was sonst noch sinnvoll ist, steht unter Zubehör für Drohnen.
Häufige Fragen
Wozu braucht man einen beleuchteten Landeplatz?
Er macht den Landepunkt in der Dämmerung wieder sichtbar. Ein unbeleuchtetes Pad verschwindet im Halbdunkel früher als die Drohne selbst, weil es kein eigenes Licht abgibt und passiv im Gras liegt. Die Beleuchtung dient dabei dem Piloten am Boden und der Orientierung im Kamerabild; die Landeautomatik der Drohne arbeitet unabhängig davon.
Hilft die Beleuchtung der automatischen Landung?
Meist nicht, teilweise stört sie. Die Landesensorik arbeitet mit nach unten gerichteten Kameras und einem Infrarot- oder Ultraschallsensor und sucht Struktur im Untergrund. Punktförmige helle Lichtquellen liefern keine Struktur, und starke Reflexionen auf glatten Pads können die Sensorik zusätzlich irritieren. Für Return-to-Home zählt allein die GPS-Genauigkeit.
Wie hell sollte ein beleuchtetes Landepad sein?
Nur so hell, dass es im Halbdunkel erkennbar bleibt. Zu helle Ringe blenden den Piloten und zerstören die Dunkeladaption der Augen, was das Erkennen der Drohne am Himmel erschwert. Sinnvoll sind gedämpfte, gleichmäßig leuchtende Randmarkierungen statt einzelner starker Punkte, gern warmweiß oder in einer klar unterscheidbaren Farbe.
Darf ich mit Drohne bei Dunkelheit fliegen?
In der offenen Kategorie ja, mit Auflagen. Die Drohne muss ein grün blinkendes Positionslicht tragen, das sie erkennbar macht, und die direkte Sichtverbindung muss bestehen bleiben. Praktisch bedeutet das, dass die Drohne nicht weiter entfernt sein darf, als das Blinklicht sicher erkennbar ist. Ein beleuchtetes Landepad ersetzt dieses Positionslicht nicht.
Kann ich ein Landepad selbst beleuchten?
Ja, mit einer LED-Lichterkette oder Akku-Leuchtstreifen am Rand des vorhandenen Pads. Wichtig ist die Ausrichtung: Das Licht gehört nach unten und zur Seite auf die Fläche. Nach oben abstrahlende Lichtquellen blenden Pilot und Kamera und erzeugen im Videobild Streulicht. Eine Powerbank als Stromquelle reicht für einen Abend.
Wann ist ein beleuchtetes Landepad überflüssig?
Bei Tageslicht, bei kleinen Drohnen unter 250 Gramm und auf befestigtem Untergrund. Ein Pad hat drei Aufgaben: Staub und Gras vom Gimbal fernhalten, den Landepunkt markieren und der Sensorik Struktur bieten. Nur die zweite verlangt Licht, und auch das erst, wenn die Umgebungshelligkeit deutlich nachlässt.
Welche Größe sollte ein Landepad haben?
Der Durchmesser richtet sich nach dem Radstand der Drohne. Für Mini-Klasse und Whoops reichen 50 bis 55 Zentimeter, für Modelle der Air- und Mavic-Klasse sind 75 Zentimeter üblich, größere Aufbauten und windige Bedingungen sprechen für 110 Zentimeter. Bei Wind gilt: lieber größer, weil die Drohne beim Aufsetzen driftet.
Wie befestige ich ein Landepad bei Wind?
Über die vorgesehenen Ösen mit Heringen, wie bei einem Zelt. Die meisten Pads bringen vier bis sechs Ösen und passende Nägel mit. Ohne Fixierung hebt der Abwind der Propeller die Ränder an, das Pad klappt hoch und kann in die Propeller geraten. Auf Asphalt helfen ersatzweise Gewichte an den Ecken.