Drohnen-Beleuchtung: LED und Blitzlicht nachrüsten

Grünes Blinklicht, LED-Streifen oder beleuchteter Landeplatz: welche Beleuchtung eine Drohne braucht, wie viel sie wiegt, wo sie montiert wird und was sie an Flugzeit kostet.

Zubehör Veröffentlicht am 5 Min. Lesezeit

Sobald die Sonne untergeht, verschwindet eine Drohne schon nach wenigen Dutzend Metern aus dem Blick. Für den Nachtflug schreibt die EU-Drohnenverordnung deshalb ein grünes Blinklicht vor, und aus praktischen Gründen kommen meist noch ein paar LEDs dazu. Dieser Artikel zeigt, welche Bauarten es gibt, wie viel sie wiegen und worauf bei der Montage zu achten ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Pflicht bei Nacht ist ein grünes Blinklicht, alles Weitere ist freiwillig.
  • Strobes mit eigenem Akku wiegen 8 bis 20 Gramm, kleine Ausführungen 4 bis 8 Gramm.
  • Die 250-Gramm-Grenze zählt mit Licht: 249 plus 8 Gramm sind 257 Gramm und damit eine andere Unterkategorie.
  • Laufzeit 3 bis 10 Stunden im Blinkbetrieb, also mehrere Sessions je Ladung.
  • Montage oben und außerhalb des Kamerablickfelds, Sensoren dürfen nicht verdeckt werden.

Was vorgeschrieben ist und was nicht

Die Rechtslage ist kürzer, als viele Angebotstexte vermuten lassen. Für den Betrieb in der offenen Kategorie gilt: Bei Nacht muss die Drohne ein grünes Blinklicht führen, damit sie für andere Luftfahrtteilnehmer als unbemanntes Fluggerät erkennbar ist. Am Tag verlangt die Verordnung keine Beleuchtung.

Was in Produktbeschreibungen häufig auftaucht, gehört zu anderen Regelwerken: rote und grüne Positionslichter nach Backbord und Steuerbord, dazu weiße Hecklichter und Zusammenstoß-Warnlichter mit Sichtbarkeit über Kilometer. Diese Anforderungen stammen aus der bemannten Luftfahrt und betreffen Drohnenbetrieb allenfalls in der speziellen Kategorie mit eigener Betriebsgenehmigung.

Für den privaten Nachtflug bedeutet das: ein grünes Blinklicht genügt, alles darüber hinaus dient der eigenen Orientierung. Die weiteren Regeln für Flüge bei Dunkelheit stehen im Ratgeber Drohne nachts fliegen.

Die Bauarten im Überblick

BauartGewichtStromquelleTypischer Einsatz
Strobe mit eigenem Akku8 bis 20 gintegriert, USB-LadungPflichtlicht bei Nacht
Mini-Strobe4 bis 8 gintegriertDrohnen nahe 250 g
LED-Streifen2 bis 6 g plus KabelFlugakku oder eigener AkkuLageerkennung, Optik
Werkseitige Positionslichterim Gerät enthaltenFlugakkuGrundausstattung vieler Modelle
Unterseitiges Hilfslichtim Gerät enthaltenFlugakkuLandeanflug, Bodenerkennung

Viele Kameradrohnen bringen bereits vorne zwei Positionslichter und unten ein Hilfslicht mit. Beide erfüllen die Anforderung an ein grünes Blinklicht in der Regel nicht, weil Farbe und Sichtbarkeitsrichtung nicht dafür ausgelegt sind. Ein zusätzliches Strobe ersetzt sie nicht, es ergänzt sie.

Wo das Licht hingehört

Die Position entscheidet darüber, ob das Licht seinen Zweck erfüllt und ob es Nebenwirkungen hat.

Draufsicht einer Kameradrohne mit vier nummerierten Montagepositionen für Beleuchtung: Position 1 mittig oben hinter der Kamera für das grüne Blinklicht, Position 2 an den Armenden außerhalb des Propellerkreises für LED-Streifen zur Lageerkennung, Position 3 am Heck für ein weißes Orientierungslicht und Position 4 unten neben den Bodensensoren als verbotene Zone. Rot markierte Bereiche zeigen Propellerkreise, Kamerablickfeld und Sensorfenster, die frei bleiben müssen.

Oben mittig, hinter der Kamera. Der Standardplatz für das Pflichtlicht. Von oben und von der Seite sichtbar, außerhalb des Kamerablickfelds und außerhalb der Propellerkreise.

An den Armenden. Gut für die eigene Lageerkennung, besonders mit zwei Farben vorn und hinten. Wichtig ist der Abstand zum Propellerkreis, ein aufgeklebter Streifen darf nirgends hineinragen.

Am Heck. Ein zusätzliches Licht nach hinten hilft, die Flugrichtung im Dunkeln einzuschätzen.

Nicht an der Unterseite bei den Sensoren. Bodenerkennung und Hinderniserkennung arbeiten mit optischen Fenstern. Ein Aufkleber oder Kabel davor legt sie lahm, ohne dass es sofort auffällt.

Zwei weitere Punkte aus der Praxis: Das Licht muss auch bei Wind halten, ein einfacher Klebepunkt reicht bei 60 km/h nicht. Und es darf die Kamera nicht anstrahlen, sonst blitzt im Video regelmäßig ein heller Fleck auf.

Die Gewichtsfrage und die 250-Gramm-Grenze

Für Drohnen unterhalb von 250 Gramm ist die Beleuchtung eine Rechenaufgabe. Die Grenze bezieht sich auf die betriebsbereite Drohne mit allem, was montiert ist.

AusgangsgewichtZusatzlichtNeue StartmasseFolge
249 g4 g Mini-Strobe253 gKlasse verlassen
249 g8 g Standard-Strobe257 gKlasse verlassen
245 g2 g LED-Streifen247 gKlasse gehalten
320 g12 g Strobe332 gkeine Änderung

Wer eine Drohne knapp unter 250 Gramm fliegt und die Erleichterungen der Klasse behalten will, hat drei Möglichkeiten: sehr leichte Lichter im Gramm-Bereich, Verzicht auf Nachtflüge oder den Wechsel in die nächste Stufe mit Kompetenznachweis. Was sich dadurch konkret ändert, steht im Ratgeber Drohne unter 250 g.

Worauf beim Kauf zu achten ist

Farbe. Für das Pflichtlicht bei Nacht muss Grün dabei sein. Viele Modelle bieten mehrere Farben und Modi, entscheidend ist der grüne Blinkmodus.

Blinkmodus. Ein Blitzlicht ist deutlich auffälliger als Dauerlicht und verbraucht weniger Strom. Für die eigene Orientierung ist Dauerlicht angenehmer, weil die Lage durchgehend erkennbar bleibt. Geräte mit umschaltbaren Modi decken beides ab.

Befestigung. Magnethalterungen lassen sich schnell abnehmen und sitzen bei hohem Tempo weniger sicher als geklebte Halter. Ein Klebepad mit zusätzlicher Schlaufe ist der Kompromiss.

Laufzeit und Ladeanschluss. 3 bis 10 Stunden im Blinkbetrieb sind üblich, geladen wird über USB. Eine Ladung deckt damit mehrere Flugtage ab.

Gewicht. Steht selten in der Überschrift und ist bei kleinen Drohnen der wichtigste Wert. Im Zweifel nachwiegen, Herstellerangaben weichen ab.

Verbreitete Modelle sind etwa das FPVtosky Blitzlicht mit grünem Blinkmodus* oder die STARTRC Strobe-Lichter im Doppelpack*, beide mit Klebehalterung und USB-Ladung.

Beleuchtung am Boden: der Landeplatz

Im Dunkeln ist nicht nur die Drohne schlecht zu sehen, auch der Startpunkt verschwindet. Ein markierter Landeplatz löst zwei Probleme gleichzeitig: Er zeigt dem Piloten, wo unten ist, und liefert der Bodenkamera Kontrast für die Positionshaltung.

Übliche Lösungen:

Achte darauf, das Licht nicht direkt nach oben zu richten. Ein Scheinwerfer, der in die Bodenkamera leuchtet, verhindert genau die Positionshaltung, die er unterstützen soll. Welche Pads sich sonst eignen, steht im Ratgeber Landepad für die Drohne.

Was Beleuchtung nicht leistet

Ein häufiges Missverständnis: Beleuchtung an der Drohne hilft der Kamera nicht. Sie leuchtet die Umgebung nicht aus, dafür fehlt jede sinnvolle Reichweite. Was eine Kamera bei Dunkelheit tatsächlich noch abbildet, hängt am Sensor und ist im Ratgeber Drohne mit Nachtsicht beschrieben.

Ebenso wenig ersetzt sie die Sichtverbindung. Vorgeschrieben ist, die Drohne ständig ohne Hilfsmittel sehen zu können. Ein Blinklicht verlängert diese Distanz, hebt die Pflicht jedoch nicht auf. Wer die Drohne nur noch als Lichtpunkt am Himmel wahrnimmt und ihre Ausrichtung nicht mehr erkennt, ist bereits zu weit weg.

Fazit: ein grünes Blinklicht, gut platziert

Für den Nachtflug in der offenen Kategorie reicht ein grünes Blinklicht, montiert auf der Oberseite außerhalb von Propellerkreis und Kamerablickfeld. Alles Weitere ist Komfort: LED-Streifen für die Lageerkennung, ein Hecklicht für die Richtung, ein markierter Landeplatz für Start und Landung.

Der einzige Punkt, der wirklich Ärger macht, ist das Gewicht. Bei Drohnen um 249 Gramm entscheidet ein 8-Gramm-Licht über die Unterkategorie und damit über Nachweispflichten und Abstände. Vor dem Kauf lohnt daher der Blick auf die Waage, nicht nur auf die Lumen.

Häufige Fragen

Welche Beleuchtung schreibt das Gesetz für Drohnen vor?

In der offenen Kategorie ein grünes Blinklicht, sobald bei Nacht geflogen wird. Es macht die Drohne für andere Luftfahrzeuge erkennbar. Am Tag verlangt die EU-Drohnenverordnung keine Beleuchtung. Weitergehende Anforderungen mit roten und weißen Positionslichtern betreffen den Betrieb in der speziellen Kategorie und die bemannte Luftfahrt.

Was wiegt ein Strobe-Licht für Drohnen?

Übliche Anti-Kollisionslichter mit eigenem Akku wiegen 8 bis 20 Gramm je Stück, sehr kleine Modelle für die 250-Gramm-Klasse liegen bei 4 bis 8 Gramm. LED-Streifen ohne eigenen Akku kommen auf 2 bis 6 Gramm plus Kabel. Bei Drohnen knapp unter 250 Gramm Startmasse entscheidet dieses Gewicht über die Unterkategorie.

Fällt meine 249-Gramm-Drohne mit Licht aus der Klasse?

Ja, sobald die Startmasse 250 Gramm erreicht. Die Grenze bezieht sich auf die betriebsbereite Drohne mit allem, was montiert ist, also inklusive Beleuchtung. Eine DJI Mini mit 249 Gramm und einem 8-Gramm-Strobe wiegt 257 Gramm und fällt damit in die nächste Stufe mit Nachweispflicht. Wer die Klasse halten will, braucht Lichter unter einem Gramm oder verzichtet.

Wie lange hält ein Drohnen-Blitzlicht mit einer Ladung?

Typisch sind 3 bis 10 Stunden im Blinkbetrieb, je nach Akkugröße und Blitzfrequenz. Dauerlicht verkürzt die Laufzeit deutlich. Da ein Flugakku selten länger als 30 Minuten trägt, reicht eine Ladung des Lichts meist für mehrere Flugsessions. Geladen wird über USB-C oder Micro-USB.

Wo wird die Beleuchtung an der Drohne montiert?

Auf der Oberseite mittig oder an den Armenden, immer außerhalb des Propellerkreises und außerhalb des Kamerablickfelds. Auf der Oberseite ist das Licht von oben sichtbar, was für andere Luftfahrzeuge zählt. An den Armen unterstützt es zusätzlich die eigene Lageerkennung. Sensoren für Hinderniserkennung und Bodenerkennung dürfen nicht verdeckt werden.

Stört die Beleuchtung die Kamera?

Sie kann es, wenn das Licht ins Blickfeld ragt oder Teile der Drohne anstrahlt. Sichtbar wird das als Blitzen im Video oder als heller Fleck am Bildrand. Abhilfe schaffen eine Montage weit hinten auf der Oberseite, eine Blende aus schwarzem Klebeband oder das Ausschalten während der Aufnahme, sofern nachts geflogen wird und das grüne Blinklicht separat läuft.

Lohnt sich Beleuchtung auch am Tag?

Für die eigene Orientierung ja. Bei diesigem Wetter, gegen hellen Himmel oder vor dunklem Waldrand verliert man eine Drohne schnell aus den Augen. Ein helles Blinklicht hilft dabei, sie wiederzufinden, und macht die Ausrichtung erkennbar. Vorgeschrieben ist es am Tag nicht.

Was bringt ein beleuchteter Landeplatz?

Er markiert den Startpunkt in der Dunkelheit und liefert der Bodenkamera Kontrast für die Positionshaltung. Verbreitet sind faltbare Landepads mit reflektierendem Aufdruck sowie Varianten mit LED-Rand. Bei völliger Dunkelheit ist die reflektierende Fläche allein schwach, hier hilft ein zusätzliches Licht neben dem Pad oder eine Stirnlampe beim Landeanflug.

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