Zwei Kartenslots, ein Karton, keine Anleitung dazu: Wer eine DJI-Drohne mit Display-Fernsteuerung auspackt, steht vor der Frage, wohin die Speicherkarte gehört. Die kurze Antwort steht unten im Kasten, die Begründung und die Modellunterschiede darunter.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Karte gehört in die Drohne. Dort entsteht das Material in voller Auflösung und Bitrate.
- Nur Fernsteuerungen mit Display haben einen Slot: DJI RC 2 und RC Pro. Die RC-N-Reihe hat keinen.
- Auf der Controller-Karte landet der Mitschnitt in reduzierter Auflösung, dazu Screenshots.
- Interner Speicher ist eine Notlösung: 2 GB bei der Mini 4 Pro, 42 GB bei der Mini 5 Pro.
- Gleiche Klasse für beide Slots: microSD UHS-I mit U3 beziehungsweise V30.
Warum die Drohne den Vorrang hat
Der Weg des Videosignals erklärt die Antwort. Die Kamera nimmt in voller Auflösung auf und schreibt diesen Datenstrom direkt in den Speicher der Drohne. Parallel dazu wird ein zweiter, stark komprimierter Strom erzeugt und per Funk an Fernsteuerung oder Smartphone gesendet, damit du siehst, was die Kamera sieht.
Diese zweite Fassung ist auf Übertragung optimiert und liegt deutlich unter der eingestellten Aufnahmequalität. Sie taugt zur Kontrolle und für schnelle Vorschauen, für den Schnitt taugt sie nicht. Genau dieser Strom ist es, der auf der Karte in der Fernsteuerung landet.
Daraus folgt die Regel: Ohne Karte in der Drohne existiert das gute Material gar nicht. Eine Karte in der Fernsteuerung ändert daran nichts, weil dort nur ankommt, was der Funk hergibt.

Die Kamera erzeugt zwei Ströme. Nur der linke, dicke Pfad enthält das Material, mit dem sich später arbeiten lässt.
Welche Fernsteuerung welchen Speicher hat
| Fernsteuerung | Display | Interner Speicher | microSD-Slot |
|---|---|---|---|
| DJI RC-N1 / N2 / N3 | nein, Handyhalterung | kein Medienspeicher | nein |
| DJI RC 2 | ja | 32 GB, rund 21 GB nutzbar | ja, UHS-I U3 oder höher |
| DJI RC Pro | ja | ja | ja |
Die Aufteilung folgt einer einfachen Logik: Ein Controller ohne Display hat nichts anzuzeigen und damit nichts aufzuzeichnen. Bei der RC-N-Reihe läuft alles über das eingesteckte Smartphone, dort landet auch der Zwischenspeicher.
Bei der DJI RC 2 kannst du in den Einstellungen wählen, ob der Mitschnitt in den internen Speicher oder auf die Karte geschrieben wird. Die 21 nutzbaren Gigabyte füllen sich schneller als erwartet, sobald mehrere Flüge zusammenkommen.
Die DJI RC Pro ist der Sonderfall. Sie speichert nach Herstellerangabe sowohl den Zwischenspeicher als auch Originaldateien und erlaubt es, Material aus der Drohne in den internen Speicher oder auf die Karte zu übertragen. Damit wird eine zweite Karte dort tatsächlich nützlich: Du sicherst den Flug unterwegs, ohne Rechner.
Wo der Slot an der Drohne sitzt
Bei den Mini- und Air-Modellen liegt der Kartenslot an der Rückseite, in Flugrichtung gesehen, meist unter einer Gummiklappe direkt neben oder unter dem Akkufach. Zwei Punkte führen regelmäßig zu Ärger:
Die Karte rastet nicht ein. Ein hörbares Klicken signalisiert den korrekten Sitz. Sitzt sie nur halb, meldet die App eine fehlende Karte, und die Drohne weicht auf den internen Speicher aus, ohne dass es auffällt.
Der Akku blockiert den Slot. Bei einigen Modellen ist der Slot erst nach Herausnehmen des Akkus erreichbar. Der Griff mit dem Fingernagel in ein enges Fach mit eingesetztem Akku endet oft damit, dass die Karte im Gehäuse verschwindet.
Der interne Speicher als Rückfallebene
Alle aktuellen Modelle bringen einen kleinen internen Speicher mit, der einspringt, wenn keine Karte steckt.
| Modell | Interner Speicher | Karten bis |
|---|---|---|
| DJI Mini 4 Pro | 2 GB | 512 GB laut Empfehlungsliste |
| DJI Mini 5 Pro | 42 GB | 1 TB |
| DJI RC 2 | 32 GB (rund 21 GB nutzbar) | 256 GB laut Kompatibilitätsliste |
Zwei Gigabyte entsprechen bei 4K mit 100 Mbit/s etwa zweieinhalb Minuten Aufnahme. Als Notreserve für den vergessenen Kartenwechsel ist das brauchbar, als Speicherkonzept nicht. Die 42 GB der Mini 5 Pro tragen deutlich weiter, ersetzen die Karte an einem vollen Flugtag trotzdem nicht.
Der interne Speicher hat einen zweiten Nachteil: Das Auslesen läuft über Kabel oder QuickTransfer und dauert länger als der Griff zum Kartenleser.
Wann eine zweite Karte sinnvoll ist
Für die meisten Piloten reicht eine Karte in der Drohne. Zwei Fälle sprechen für eine zweite im Controller:
Dokumentation und Fehlersuche. Der Bildschirmmitschnitt zeigt Telemetrie, Warnmeldungen und Bedienung mit. Wenn ein Flug schiefgeht oder eine Meldung unklar bleibt, ist diese Aufzeichnung wertvoller als das Kamerabild.
Sicherung unterwegs. Bei der RC Pro lassen sich Originaldateien aus der Drohne auf die Controller-Karte ziehen. Auf einer mehrtägigen Tour ohne Rechner entsteht so eine zweite Kopie.
Welche Klasse und Größe für beide Slots passt und wie du eine Fälschung erkennst, steht ausführlich unter SD-Karte für die Drohne.
Formatieren: getrennt und im jeweiligen Gerät
Jedes Gerät legt eine eigene Ordnerstruktur an. Bei der DJI RC liegen
Medien unter SD_Card/DCIM/DJI Album, bei der RC Pro zusätzlich unter
Internal Storage/DCIM/DJI Album. Die Drohne nutzt ihren eigenen Pfad.
Daraus folgen zwei Regeln:
- Jede Karte gehört im Zielgerät formatiert. Am Computer entsteht eine Struktur, die vom Gerät abweichen kann, und das ist eine der häufigsten Ursachen für abbrechende Aufnahmen.
- Karten nicht zwischen Drohne und Controller tauschen. Beim Wechsel wird neu formatiert, und vorhandene Dateien sind weg.
Sinnvoll ist eine feste Zuordnung: eine Karte bleibt dauerhaft in der Drohne, eine dauerhaft im Controller, beschriftet.
Fazit: eine Karte in die Drohne, alles andere ist optional
Die Frage hat eine eindeutige Antwort. Das Material, für das die Drohne gekauft wurde, entsteht in der Drohne und muss dort geschrieben werden. Der Slot in der Fernsteuerung ist ein Zusatz für Mitschnitte, Screenshots und, bei der RC Pro, für Sicherungskopien unterwegs.
Wer neu kauft, plant zwei Karten derselben Klasse ein und lässt eine davon dauerhaft in der Drohne stecken. Für die Wahl der richtigen Klasse und Größe lohnt der Blick in den Kartenratgeber, für das Übertragen der Aufnahmen der Artikel zu QuickTransfer.
Häufige Fragen
Kommt die SD-Karte in die Drohne oder in die Fernbedienung?
In die Drohne. Dort entsteht das Videomaterial, dort wird es in voller Auflösung und Bitrate geschrieben. Der Kartenslot in einer Fernsteuerung mit Display ist ein Zusatzspeicher für den Bildschirm-Mitschnitt, für Screenshots und für exportierte Dateien. Ohne Karte in der Drohne bleibt vom Flug nur eine stark reduzierte Fassung übrig.
Welche DJI-Fernsteuerungen haben überhaupt einen Kartenslot?
Nur die Modelle mit eingebautem Display. Die DJI RC 2 hat 32 GB internen Speicher, davon rund 21 GB nutzbar, plus einen microSD-Slot für Karten der Klasse UHS-I U3 oder höher. Die DJI RC Pro kombiniert internen Speicher mit einem Kartenslot. Die Modelle der RC-N-Reihe, also RC-N1, RC-N2 und RC-N3, haben weder Slot noch Medienspeicher, dort übernimmt das angeschlossene Smartphone.
Was landet auf der Karte in der Fernsteuerung?
Der Zwischenspeicher der Übertragung in reduzierter Auflösung, dazu Screenshots und Bildschirmaufnahmen. Bei der DJI RC Pro lassen sich zusätzlich Originaldateien aus der Drohne in den internen Speicher oder auf die Karte übertragen. Der Ablagepfad lautet bei der RC-Reihe SD_Card/DCIM/DJI Album, bei der RC Pro zusätzlich Internal Storage/DCIM/DJI Album.
Brauche ich zwei SD-Karten?
Zwingend ist nur die in der Drohne. Eine zweite Karte in der Fernsteuerung lohnt sich in zwei Fällen: wenn du den Flug als Bildschirmmitschnitt dokumentieren willst, etwa für die Fehlersuche, oder wenn du unterwegs Originaldateien von der Drohne herunterladen willst, ohne einen Rechner dabeizuhaben. Für reine Aufnahmen genügt eine Karte.
Wo sitzt der Kartenslot bei DJI-Drohnen?
Bei den Mini- und Air-Modellen an der Rückseite, in Flugrichtung gesehen, meist direkt neben oder unter dem Akkufach hinter einer Gummiklappe. Die Karte rastet hörbar ein, wenn sie richtig sitzt. Bei einigen Modellen liegt der Slot so eng am Akku, dass er erst nach dem Herausnehmen des Akkus zugänglich ist.
Was passiert, wenn gar keine Karte in der Drohne steckt?
Die meisten Modelle nehmen trotzdem auf, allerdings in den internen Speicher oder als reduzierte Zwischenspeicherfassung auf dem verbundenen Gerät. Der interne Speicher ist knapp bemessen: Die DJI Mini 4 Pro hat 2 GB, die DJI Mini 5 Pro 42 GB. Das reicht für einzelne Clips, ein voller Flugtag passt dort nicht hinein. Die Zwischenspeicherfassung auf dem Handy liegt deutlich unter der eingestellten Aufnahmequalität.
Welche Kartenklasse verlangt DJI?
Für Drohne und Fernsteuerung gilt dieselbe Mindestanforderung: microSD mit UHS-I und der Klasse U3 beziehungsweise V30. Bei den Kapazitäten unterscheiden sich die Modelle. Die DJI Mini 4 Pro führt Karten bis 512 GB in der Empfehlungsliste, die DJI Mini 5 Pro unterstützt als erste Mini Karten bis 1 TB, und für die DJI RC 2 reicht die Kompatibilitätsliste bis 256 GB.
Kann ich die Karte aus der Drohne in die Fernsteuerung stecken?
Technisch ja, sinnvoll ist es selten. Beide Geräte verlangen dieselbe Kartenklasse, das Format unterscheidet sich jedoch: Jedes Gerät legt eine eigene Ordnerstruktur an, und eine Karte gehört im jeweiligen Gerät formatiert. Wer eine Karte hin und her wechselt, riskiert abbrechende Aufnahmen und verliert im schlechtesten Fall vorhandene Dateien.