Halterung für die Drohnen-Fernsteuerung: welche wofür

Nackengurt, Tablet-Halter, Sonnenblende oder Stativadapter: Welche Halterung welches Problem löst, worauf die Gewinde passen und was beim Steuern vom Fahrzeug aus gilt.

Zubehör Veröffentlicht am 5 Min. Lesezeit

Nach zwanzig Minuten mit ausgestreckten Armen merkt man, warum es Zubehör für Fernsteuerungen gibt. Die Halterungen lösen dabei vier verschiedene Probleme, und die Auswahl hängt weniger vom Modell ab als davon, welches dieser Probleme gerade drückt. Dieser Artikel geht die Bauarten durch, dazu die Frage nach dem passenden Gewinde und die Rechtslage bei Fahrzeughalterungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vier Bauarten decken den Bedarf: Nackengurt, Tablet-Halterung, Sonnenblende, Stativadapter.
  • Das übliche Gewinde ist ein Viertelzoll, damit passt Zubehör aus dem Fotobereich direkt.
  • Der Nackengurt ist der größte Komfortgewinn und kostet unter 20 Euro.
  • Fahrzeughalterungen dienen dem Transport, das Steuern während der Fahrt scheidet aus.
  • Sonnenblenden sind das günstigste Zubehör mit sofort spürbarer Wirkung.

Erst die Fernsteuerung, dann die Halterung

Welches Zubehör passt, entscheidet die Bauart des Controllers.

TypBeispielDisplayWas daran passt
Fernsteuerung mit DisplayDJI RC 25,5 Zoll, 700 NitsGurt-Adapter, Sonnenblende, Stativgewinde
Fernsteuerung mit HandyklemmeDJI RC-N3Smartphone des NutzersKlemm-Adapter, Tablet-Halterung, Gurt
FPV-FernsteuerungRadiomaster Pocketkleines StatusdisplayGurt-Adapter, Stativgewinde

Modelle mit eigenem Display sind am unkompliziertesten. Sie haben meist eine vorbereitete Aufnahme an der Unterseite und brauchen kein Smartphone, das mitgehalten werden muss. Die DJI RC 2 wiegt 420 Gramm und liefert 700 Nits Helligkeit, was auch bei Sonne noch ablesbar bleibt.

Modelle mit Handyklemme sind das Gegenteil. Zum Gewicht des Controllers kommt das Telefon, dazu ein Kabel, das sich verhakt. Genau hier bringt Zubehör den größten Gewinn.

Die vier Bauarten

Übersicht von vier Halterungstypen für Drohnen-Fernsteuerungen mit ihrem jeweiligen Zweck und typischen Preis. Der Nackengurt mit Adapterplatte nimmt das Gewicht von Armen und Handgelenken, kostet etwa 10 bis 20 Euro und ist der größte Komfortgewinn bei langen Sessions. Die Tablet-Halterung nimmt Displays bis etwa 10 Zoll auf, kostet 20 bis 40 Euro und verlagert dabei den Schwerpunkt nach oben, weshalb sie mit Nackengurt kombiniert werden sollte. Die Sonnenblende beschattet das Display bei Gegenlicht, kostet 8 bis 20 Euro und wirkt sofort. Der Stativadapter mit Viertelzoll-Gewinde setzt die Fernsteuerung auf ein Stativ, kostet 10 bis 25 Euro und eignet sich für Wegpunktflüge und lange Standzeiten.

Der Nackengurt löst das häufigste Problem und kostet am wenigsten.

Der Nackengurt

Er hängt die Fernsteuerung an einem gepolsterten Band um den Nacken und nimmt damit das Gewicht von Armen und Handgelenken. Die Verbindung stellt eine Adapterplatte her, die entweder ins Stativgewinde geschraubt oder an den Gehäuserahmen geklemmt wird.

Der Gewinn ist größer, als die zehn Euro vermuten lassen. Eine Fernsteuerung mit Smartphone wiegt schnell 600 bis 700 Gramm. Auf Dauer in Brusthöhe gehalten, ermüden zuerst die Schultern, danach leidet die Feinmotorik an den Knüppeln. Mit Gurt liegen die Hände locker an der Steuerung, und der Blick wandert öfter zur Drohne, was für den Sichtkontakt ohnehin nötig ist.

Ein Detail beim Kauf: Der Gurt sollte verstellbar sein und die Platte mittig ansetzen. Eine seitlich montierte Öse kippt die Fernsteuerung und macht die Sache schlimmer statt besser.

Die Tablet-Halterung

Sie ersetzt die Handyklemme durch eine breitere Aufnahme für Displays bis etwa 10 Zoll. Der Vorteil liegt in der Bildbeurteilung: Auf einem größeren Schirm sind Schärfe und Belichtung einer Aufnahme tatsächlich zu erkennen.

Der Nachteil ist Physik. Ein Tablet mit 400 bis 600 Gramm sitzt weit über der Drehachse der Hände, der Hebel verlagert den Schwerpunkt nach hinten. Ohne Nackengurt wird die Kombination nach zehn Minuten anstrengend, mit Gurt bleibt sie beherrschbar. Wer beides kauft, sollte auf eine Halterung mit Gegengewicht oder mit Aufnahme für den Gurt an derselben Stelle achten.

Die Sonnenblende

Ein aufgesteckter Rahmen aus Kunststoff oder Gummi, der das Display beschattet. Für 8 bis 20 Euro ist das der stärkste Effekt je Euro im gesamten Zubehör.

Der Bedarf hängt an der Displayhelligkeit. 700 Nits wie bei der DJI RC 2 sind bei Sonne noch lesbar, ein durchschnittliches Smartphone in der Klemme kommt früher an seine Grenze und regelt bei Hitze zusätzlich herunter. Wer viel im Sommer fliegt, kennt die Situation: Das Display wird dunkler, genau während die Drohne weit weg ist. Ein Nebeneffekt der Blende ist Beschattung des Geräts selbst, was die Temperatur etwas senkt.

Der Stativadapter

Er schraubt die Fernsteuerung auf ein Foto-Stativ. Das klingt exotisch und hat zwei echte Anwendungen: Wegpunktflüge, bei denen die Drohne selbstständig eine Route abfliegt, und lange Standzeiten bei Zeitrafferaufnahmen. In beiden Fällen bedient niemand die Knüppel, das Display muss aber sichtbar bleiben.

Das Gewinde ist bei praktisch allen Modellen das übliche Viertelzoll-Fotogewinde, wodurch Stativplatten, Klemmen und Gelenkarme aus dem Fotobereich direkt passen. Achte auf die Schraubenlänge: Eine zu lange Schraube stößt im Gehäuse an, hier helfen die üblichen Unterlegscheiben.

Halterungen am Fahrzeug: was geht und was nicht

Das Suchinteresse an Motorradhalterungen für Drohnen-Fernsteuerungen ist da, deshalb gehört der Punkt ehrlich eingeordnet.

Das Steuern während der Fahrt scheidet aus. Zwei Gründe kommen zusammen. Erstens verlangt das Luftrecht durchgehenden Sichtkontakt zur Drohne, den niemand halten kann, während er ein Fahrzeug führt. Zweitens ist die Bedienung eines Geräts am Lenker im Straßenverkehr eine Ablenkung mit entsprechenden Folgen. Die Regeln zum Sichtkontakt stehen im Ratgeber Drohnen-Regeln Deutschland.

Sinnvoll sind Fahrzeughalterungen trotzdem in zwei Fällen:

Für Aufnahmen von sich selbst gibt es den besseren Weg: die Verfolgungsmodi der Drohne. Sie folgen dem Motiv selbstständig, während die Fernsteuerung in der Tasche bleibt. Was diese Modi leisten und wo ihre Grenzen liegen, steht im Ratgeber ActiveTrack bei DJI.

Selbst drucken oder kaufen

Adapterplatten, Sonnenblenden und einfache Klemmen lassen sich gut selbst drucken. PETG und ABS halten den geringen Kräften stand, und die Modelle für gängige Fernsteuerungen sind in den einschlägigen Portalen vorhanden.

Eine Ausnahme gehört benannt: die tragende Verbindung zwischen Gurt und Fernsteuerung. Bricht eine gedruckte Öse, fällt ein 400-Gramm-Gerät auf den Boden, im ungünstigen Moment mitten im Flug. An dieser Stelle gehört ein Bauteil mit Metallkern oder eine Schraubverbindung hin, die Kraft über das Gewinde statt über eine Klebeschicht aufnimmt.

Was die Auswahl praktisch entscheidet

  1. Wie lange dauert eine typische Session? Unter zehn Minuten braucht es keinen Gurt, ab dreißig Minuten schon.
  2. Display am Controller oder Smartphone? Mit eigenem Display entfällt die Tablet-Frage komplett.
  3. Wann wird geflogen? Wer die goldene Stunde nutzt, fliegt mit tief stehender Sonne genau ins Display. Blende einpacken.
  4. Steht die Drohne oder fliegt sie? Wegpunkte und Zeitraffer sprechen für den Stativadapter, aktives Fliegen dagegen.
  5. Wie viel Platz ist im Rucksack? Jedes Teil will transportiert werden, wie der Ratgeber Zubehör für Drohnen für die Gesamtauswahl durchgeht.

Fazit: der Gurt zuerst

Wer nur ein Teil kauft, nimmt den Nackengurt. Er kostet unter zwanzig Euro, passt an jede Fernsteuerung mit Gewinde oder Klemmpunkt und löst das Problem, das jeder Pilot nach der dritten Session kennt.

Sonnenblende und Stativadapter sind sinnvolle Ergänzungen für bestimmte Situationen. Die Tablet-Halterung lohnt nur, wenn das größere Bild wirklich gebraucht wird, und dann am besten zusammen mit dem Gurt. Fahrzeughalterungen bleiben eine Transportlösung: Wer Aufnahmen von sich selbst will, arbeitet mit den Verfolgungsmodi der Drohne statt mit einer Fernsteuerung am Lenker.

Häufige Fragen

Welche Halterungen gibt es für eine Drohnen-Fernsteuerung?

Vier Bauarten decken den Bedarf ab: der Nackengurt mit Adapterplatte entlastet die Arme, die Tablet-Halterung nimmt größere Displays auf, die Sonnenblende macht das Bild bei Gegenlicht lesbar, und der Stativadapter setzt die Fernsteuerung auf ein Gewinde. Dazu kommen Fahrzeughalterungen, die vor allem dem Transport dienen.

Wie befestigt man einen Nackengurt an der Fernsteuerung?

Über eine Adapterplatte, die zwischen die Bedienelemente geklemmt oder in das Stativgewinde geschraubt wird. Fernsteuerungen mit eigenem Display haben dafür meist eine vorbereitete Aufnahme an der Unterseite. Bei Modellen mit Handyklemme greift der Adapter am Gehäuserahmen, dort ist auf die Klemmbreite und einen festen Sitz zu achten.

Welches Gewinde hat eine Drohnen-Fernsteuerung?

Wo ein Gewinde vorhanden ist, handelt es sich fast immer um das übliche Fotogewinde mit einem Viertelzoll. Damit passen Stativplatten, Klemmen und Adapter aus dem Fotobereich direkt. Vorsicht bei der Schraubenlänge: Eine zu lange Schraube kann im Gehäuse anstoßen, deshalb gehören Unterlegscheiben zum Zubehör.

Darf man eine Drohne vom fahrenden Motorrad aus steuern?

Als Fahrer nicht. Der Sichtkontakt zur Drohne ist beim Fahren nicht durchgehend zu halten, und die Ablenkung im Straßenverkehr ist ein eigenes Problem. Eine Fahrzeughalterung ergibt Sinn für den Transport oder wenn eine zweite Person steuert. Für Aufnahmen von sich selbst nutzt man stattdessen die Verfolgungsmodi der Drohne.

Braucht man eine Sonnenblende für die Fernsteuerung?

Bei hellem Umgebungslicht hilft sie deutlich. Ein Display mit 700 Nits wie das der DJI RC 2 bleibt bei Sonne noch lesbar, ein Smartphone in der Klemme kommt schneller an seine Grenze und regelt bei Hitze zusätzlich herunter. Die Blende kostet wenige Euro und ist damit das günstigste Zubehör mit spürbarer Wirkung.

Kann man sich eine Halterung selbst drucken?

Ja, und für einfache Teile lohnt es sich. Adapterplatten, Sonnenblenden und Klemmen aus PETG oder ABS halten den geringen Kräften stand. Bei tragenden Verbindungen zwischen Gurt und Fernsteuerung ist Vorsicht angebracht: Bricht die Öse, fällt die Fernsteuerung. Dort gehört ein Bauteil mit Metallkern oder eine Schraubverbindung hin.

Was bringt eine Tablet-Halterung gegenüber dem Smartphone?

Ein größeres Bild bei der Bildbeurteilung und mehr Platz für die Bedienelemente der App. Der Nachteil ist der Hebel: Ein Tablet mit 400 bis 600 Gramm sitzt weit oben und verlagert den Schwerpunkt spürbar nach hinten. Ohne Nackengurt wird das nach zehn Minuten anstrengend, mit Gurt ist die Kombination gut beherrschbar.

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