Technische Daten
Bedienung
| Display | 128 × 64 Pixel, monochrom, hintergrundbeleuchtet |
|---|---|
| Gimbals | X5 Hall-Gimbals mit vier Kugellagern, AG01 Nano nachrüstbar |
| Bedienelemente | 17 Tasten, Schalter und Trimmer |
| Steuermodus | Mode 2 ab Werk, per EdgeTX auf Mode 1 umstellbar |
| Stick-Enden | abnehmbar für den Transport |
Technik
| Firmware | EdgeTX |
|---|---|
| Funkmodul intern | ELRS 2,4 GHz oder CC2500 Multiprotokoll, je nach Variante |
| Frequenzbereich | 2,400 bis 2,480 GHz |
| Max. Kanäle | 16, abhängig vom eingesetzten Empfänger |
| Modulschacht | Nano-Größe für RadioMaster-Nano-Module, TBS Nano Crossfire und Tracer |
| Speicher | SD-Kartenschacht |
Gehäuse und Energie
| Maße gefaltet | 156,6 × 65,1 × 125,3 mm |
|---|---|
| Maße aufgeklappt | 156,6 × 73,1 × 154,8 mm |
| Gewicht | 288 g ohne Akkus |
| Stromversorgung | zwei 18650-Zellen, nicht im Lieferumfang |
| Betriebsspannung | 6,6 bis 8,4 V |
| Ladung | USB-C mit QC3-Schnellladung |
| Antenne | faltbar |
Die RadioMaster Pocket ist eine FPV-Fernsteuerung, die auf Transportmaß ausgelegt ist. Mit 288 Gramm, klappbaren Griffen und abnehmbaren Stick-Enden passt sie in eine Kameratasche. Verzichtet wird dabei auf weniger als erwartet: Hall-Gimbals mit vier Kugellagern, ein intern verbautes ELRS-Modul und die vollständige EdgeTX-Firmware sind an Bord. Diese Rezension ordnet sie anhand des RadioMaster-Datenblatts, der Amazon-Listung und des Abstands zu größeren Sendern ein.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- 288 g und die faltbare Bauform machen sie zum einzigen Sender, den man dauerhaft im Rucksack lässt
- Echte Hall-Gimbals mit vier Kugellagern statt Potentiometern, damit bleibt die Mittelstellung dauerhaft genau
- ELRS ist intern verbaut, ein Zusatzmodul entfällt und der Preis bleibt bei rund 119 €
- EdgeTX bietet denselben Funktionsumfang wie auf den großen Sendern, inklusive LUA-Skripten
- Der Nano-Modulschacht hält den Weg zu Crossfire und Tracer offen
- Abnehmbare Stick-Enden und faltbare Antenne verhindern Schäden im Transport
Das spricht dagegen
- Das monochrome Display mit 128 × 64 Pixeln macht die Einrichtung mühsamer als ein Touchscreen
- 18650-Zellen gehören nicht zum Lieferumfang und kosten zusätzlich
- Nur 2,4 GHz, das 900-MHz-Band für Langstrecke bleibt den größeren Sendern vorbehalten
- Die kompakte Bauform bietet weniger Schalter, bei vielen Modellen wird die Belegung eng
- Der deutsche Straßenpreis liegt deutlich über dem Listenpreis im Herkunftsmarkt
Was die Pocket besonders macht
FPV-Fernsteuerungen sind traditionell große Geräte. Ein Sender im Format eines Aktenordners, dazu ein Koffer, in dem er transportiert wird. Für ein Hobby, das oft draußen und unterwegs stattfindet, ist das ein Widerspruch.
Die RadioMaster Pocket löst ihn über die Bauform. 288 g, klappbare Griffe, abnehmbare Stick-Enden und eine faltbare Antenne ergeben ein Gerät, das gefaltet 156,6 × 65,1 × 125,3 mm misst und in eine Kameratasche passt.
Verzichtet wird dabei auf weniger, als die Größe vermuten lässt: echte Hall-Gimbals, ELRS auf 2,4 GHz intern verbaut und die vollständige EdgeTX-Firmware sind an Bord. Der Straßenpreis liegt bei rund 119 €.
Hall-Gimbals sind der eigentliche Qualitätspunkt
Bei günstigen Fernsteuerungen wird an den Steuerknüppeln gespart. Potentiometer messen die Auslenkung über einen Schleifkontakt, der sich abnutzt. Nach einigen Monaten driftet die Mittelstellung, die Drohne zieht in eine Richtung und muss ständig nachgetrimmt werden.
Die Pocket nutzt X5-Hall-Gimbals mit vier Kugellagern je Achse. Hall-Sensoren messen berührungslos über Magnetfelder, es gibt keinen Verschleiß am Messpunkt. Das ist der Grund, warum ein Sender wie dieser auch nach Jahren noch präzise arbeitet.
Wer später mehr will, kann auf AG01-Nano-Gimbals aus CNC-Aluminium aufrüsten. Notwendig ist das für die meisten nicht.
ELRS intern: warum das den Preis rechtfertigt
ExpressLRS ist das quelloffene Funkprotokoll, das im FPV-Bereich zum Standard geworden ist. Es erreicht Wiederholraten bis 1.000 Hz bei sehr geringer Latenz und arbeitet mit Empfängern, die je nach Modell 15 bis 30 € kosten.
Bei der Pocket ist das Modul fest eingebaut. Ein separates Steckmodul entfällt, was sowohl Geld als auch Platz spart. Der Frequenzbereich liegt bei 2,400 bis 2,480 GHz.
Für Europa gehört ein Detail dazu: Die EU-Varianten laufen mit LBT-Firmware (Listen Before Talk), die vor dem Senden prüft, ob der Kanal frei ist. Sender und Empfänger müssen dieselbe Firmware-Variante nutzen, sonst kommt keine Bindung zustande. Das ist der häufigste Grund, warum eine frische Verbindung nicht funktioniert.
Was der Pocket fehlt, ist das 900-MHz-Band. Für Langstreckenflüge greifen Piloten dorthin, weil das Signal Vegetation besser durchdringt. Wer das braucht, steckt ein Nano-Modul in den Schacht oder greift gleich zur TX15 Max.
EdgeTX ohne Abstriche
Die Firmware ist identisch mit der auf teureren Sendern. EdgeTX verwaltet Modellspeicher, Mischer, Schalterbelegungen, Telemetrie und Sprachausgaben und lässt sich über LUA-Skripte erweitern. Das gängigste Skript konfiguriert das ELRS-Modul direkt am Sender, inklusive Sendeleistung und Paketrate.
Die Einschränkung liegt in der Anzeige. Das 128 × 64 Pixel große monochrome Display stellt dieselben Menüs dar wie ein Farbdisplay, nur eben in mehreren Schritten statt auf einen Blick. Wer regelmäßig neue Modelle anlegt, merkt den Unterschied deutlich. Wer zwei oder drei Drohnen fliegt und die Einrichtung einmal macht, kaum.
Ein zweiter Punkt betrifft die Anzahl der Bedienelemente. Mit 17 Tasten, Schaltern und Trimmern ist die Pocket gut ausgestattet für ihre Größe, bei vielen Modellen mit vielen Flugmodi wird die Belegung trotzdem eng.
Was fehlt: die Akkus
Die Pocket wird ohne Zellen geliefert. Sie arbeitet mit zwei 18650-Lithium-Ionen-Zellen bei einer Betriebsspannung von 6,6 bis 8,4 V.
Wichtig ist die Bauform: Es müssen flache Zellen ohne aufgesetzte Schutzschaltung sein, sonst passen sie nicht in den Schacht. Geladen wird direkt im Gerät über USB-C mit QC3-Schnellladung. Rechne mit 10 bis 20 € zusätzlich.
Alternativen im Vergleich
| Modell | Display | Funk | Gewicht | Preis |
|---|---|---|---|---|
| RadioMaster Pocket | 128 × 64 mono | ELRS 2,4 GHz | 288 g | ca. 119 € |
| RadioMaster TX15 Max | 3,5” IPS-Touch | ELRS 2,4 GHz + 900 MHz | 672 g | ca. 270 € |
Der Aufpreis zur TX15 Max beträgt rund 151 €. Dafür bekommst du einen Farb-Touchscreen mit 600 Nits, die hochwertigeren AG02-Gimbals, den Dualband-Funkchip, einen schnelleren Prozessor und mehr Bedienelemente. Der Preis ist mehr als das Doppelte an Gewicht.
Die Entscheidung läuft auf eine Frage hinaus: Willst du einen Sender, der in jede Tasche passt, oder einen, der auf dem Feld maximalen Komfort bietet.
Für wen sich die Pocket lohnt
Sie passt für den Einstieg. Wer herausfinden will, ob FPV das richtige Hobby ist, bekommt hier alle relevanten Bauteile ohne Kompromisse bei der Messtechnik. Passende Drohnen für den Start sind Tinywhoops wie der BetaFPV Air65 II, die drinnen geflogen werden können. Die ersten Flugstunden gehören trotzdem in den FPV-Simulator, an dem die Pocket per USB als Joystick arbeitet.
Sie passt außerdem als Zweitsender. Auch wer längst eine große Fernsteuerung besitzt, nimmt für Reisen und spontane Sessions lieber 288 g mit.
Weniger passend ist sie, wenn du viele Modelle mit komplexen Schalterbelegungen verwaltest oder auf Langstrecke im 900-MHz-Band fliegen willst. Beides ist eine Nummer größer angesiedelt.
Fazit
Die RadioMaster Pocket beweist, dass eine brauchbare FPV-Fernsteuerung weder groß noch teuer sein muss. Hall-Gimbals, internes ELRS, vollständiges EdgeTX und 288 g für rund 119 € ergeben den unkompliziertesten Einstieg in das Hobby, den es derzeit gibt.
Mit 4,1 von 5 bleibt sie hinter den großen Sendern zurück, und zwar genau dort, wo man es erwartet: beim Display, bei der Anzahl der Bedienelemente und beim fehlenden 900-MHz-Band. Wer diese Punkte braucht, greift zur TX15 Max*. Für alle anderen ist die Pocket* der Sender, den man kauft und dann einfach benutzt.
Häufige Fragen
Ist die RadioMaster Pocket eine gute erste Fernsteuerung?
Ja, sie ist für den Einstieg die naheliegende Wahl. Sie bringt echte Hall-Gimbals, das ELRS-Protokoll und die vollständige EdgeTX-Firmware mit, also alles, was auch teure Sender haben. Bei rund 119 € hält sich das Risiko in Grenzen, falls das Hobby doch nicht bleibt. Und sie bleibt auch später als Zweitsender oder Reisegerät nützlich.
Welche Akkus braucht die RadioMaster Pocket?
Zwei 18650-Lithium-Ionen-Zellen, die nicht mitgeliefert werden. Wichtig ist die Bauform: Es müssen flache Zellen ohne Schutzschaltung im Gehäuse sein, sonst passen sie nicht in den Schacht. Geladen wird direkt im Sender über USB-C mit QC3-Schnellladung. Rechne mit etwa 10 bis 20 € für ein passendes Paar.
Was ist der Unterschied zwischen der ELRS- und der CC2500-Version?
Die ELRS-Version hat ein ExpressLRS-Modul für 2,4 GHz eingebaut und ist die richtige Wahl für aktuelle FPV-Drohnen. Die CC2500-Version funkt Multiprotokoll und spricht ältere Systeme wie FrSky, Futaba oder Spektrum an. Wer neu anfängt, nimmt ELRS, weil praktisch alle aktuellen Empfänger darauf setzen.
Passt die RadioMaster Pocket zu einem BetaFPV Whoop?
Ja, sofern der Whoop einen ELRS-Empfänger hat, was bei den aktuellen Modellen von BetaFPV der Standard ist. Modelle wie der Air65 II oder der Meteor75 Pro werden ab Werk mit integriertem Serial-ELRS-Empfänger geliefert und binden sich in wenigen Sekunden an den Sender.
Kann man die Gimbals der Pocket aufrüsten?
Ja, die AG01-Nano-Gimbals aus CNC-Aluminium sind kompatibel und lassen sich nachrüsten. Die serienmäßigen X5-Gimbals arbeiten allerdings bereits mit Hall-Sensoren und vier Kugellagern je Achse, sie verschleißen also nicht wie Potentiometer. Für die meisten Piloten ist das Upgrade eher eine Frage des Gefühls als der Notwendigkeit.
Reicht das monochrome Display der Pocket aus?
Für den Betrieb ja, für die Einrichtung ist es umständlicher. Alle EdgeTX-Funktionen sind über Tasten erreichbar, aber Mischer und Schalterbelegungen anzulegen kostet mehr Menü-Schritte als auf einem Touchscreen. Im Gegenzug ist die Anzeige sparsam und robust. Wer viele Modelle einrichtet, empfindet den Unterschied als deutlich.
Funktioniert die Pocket am FPV-Simulator?
Ja, über USB-C meldet sie sich am Rechner als Joystick an und arbeitet mit den gängigen Simulatoren zusammen. Das ist die empfohlene Art, die ersten Flugstunden zu sammeln, weil du dich an genau die Gimbals gewöhnst, die später auch an der Drohne hängen.
Wie weit reicht die RadioMaster Pocket?
Das hängt vom Empfänger und der eingestellten Sendeleistung ab, nicht allein vom Sender. Mit ELRS auf 2,4 GHz sind mehrere Kilometer technisch möglich. In Deutschland begrenzt die Sichtweitenregel den Flug ohnehin, und beim Flug mit Videobrille muss ein Beobachter die Drohne durchgehend sehen. Praktisch ist die Reichweite deshalb nie der begrenzende Faktor.
Was bedeutet die LBT-Firmware bei der EU-Version?
LBT steht für Listen Before Talk. Der Sender prüft vor dem Senden, ob der Funkkanal frei ist, und hält damit die europäischen Vorgaben zur Kanalnutzung ein. Diese Firmware ist auf den EU-Varianten vorinstalliert. Wichtig ist, dass Sender und Empfänger dieselbe Firmware-Variante nutzen, sonst binden sie sich nicht.