ActiveTrack bei DJI: Verfolgungsmodi erklärt und Grenzen

ActiveTrack, Spotlight und Point of Interest im Vergleich: wie die Verfolgungsmodi funktionieren, wo sie versagen und was der Follow-me-Modus rechtlich bedeutet.

Kameradrohnen Veröffentlicht am 5 Min. Lesezeit

Eine Kamerafahrt, die dem Motiv folgt, ohne dass jemand steuert: Die Verfolgungsmodi liefern Aufnahmen, für die man früher einen zweiten Piloten gebraucht hätte. Sie haben aber klare Grenzen, und wer sie kennt, verliert weder Motiv noch Drohne. Dieser Artikel sortiert die Modi, erklärt die Technik dahinter und klärt die rechtliche Seite.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vier Modi: Spotlight (Kamera folgt, du fliegst), Trace (Drohne folgt hinterher), Parallel (seitlich versetzt), Point of Interest (Kreisflug um ein Objekt).
  • ActiveTrack 360° verfolgt aus jeder Richtung und lässt die Position über ein Steuerrad vorgeben.
  • Hinderniserkennung ist Voraussetzung: Modelle ohne Sensorik bieten die Modi gar nicht oder nur vereinfacht.
  • Der Sichtkontakt gilt weiter. Die Automatik übernimmt die Steuerung, die Verantwortung bleibt bei dir.
  • Abbruch jederzeit über die Sticks, die Stopp-Schaltfläche oder den Pausenschalter.

Vier Modi, vier verschiedene Jobs

DJI fasst die Verfolgungsfunktionen unter dem Namen FocusTrack zusammen. Dahinter stecken drei Werkzeuge, von denen eines noch einmal zwei Untervarianten hat.

Vier Verfolgungsmodi als Draufsicht-Schema: Spotlight, bei dem die Kamera am Ziel bleibt und du selbst fliegst, geeignet für freie Kamerafahrten mit fixem Bildmittelpunkt. Trace, bei dem die Drohne dem Ziel in konstantem Abstand folgt, geeignet für Verfolgung von hinten oder vorn. Parallel, bei dem die Drohne das Ziel seitlich in festem Winkel begleitet, geeignet für Seitenansichten bei Fahrt oder Lauf. Point of Interest, bei dem die Drohne um das markierte Objekt kreist, geeignet für Gebäude und stehende Motive.

Spotlight lässt dir den Flugweg, ActiveTrack und POI übernehmen ihn. Der Unterschied entscheidet über das Risiko.

Spotlight ist der zurückhaltendste Modus: Die Kamera bleibt auf dem markierten Motiv, die Drohne fliegst du weiter selbst. Für Einsteiger ist das der beste Start, weil das Bild ruhig bleibt und die Bahn der Drohne in deiner Hand liegt.

Trace ist der klassische Verfolgungsmodus. Die Drohne hält Abstand und Höhe und folgt dem Motiv, je nach Generation von hinten, seitlich oder frontal.

Parallel begleitet das Motiv seitlich in konstantem Winkel. Das ergibt die typische Mitfahr-Perspektive bei Rad, Auto oder Lauf.

Point of Interest kreist um ein stehendes Objekt in einstellbarem Radius und Tempo. Das ist der Modus für Gebäude, Denkmäler und Landmarken.

ModusWer fliegtWer bestimmt die BildmitteTypischer Einsatz
Spotlightdudie Automatikfreie Kamerafahrt
Tracedie Drohnedie AutomatikVerfolgung von hinten oder vorn
Paralleldie Drohnedie AutomatikMitfahr-Perspektive
Point of Interestdie Drohnedie AutomatikUmrundung eines Objekts

Wie die Verfolgung technisch funktioniert

Hinter den Modi steckt reine Bildverarbeitung, das Motiv trägt also keinen Sender. Du ziehst in der App einen Rahmen um das Motiv, das System merkt sich dessen Muster aus Farbe, Kontrast und Kontur und sucht es in jedem folgenden Bild wieder. Parallel dazu berechnen die Hinderniserkennungs-Kameras die Tiefe der Szene, damit die Drohne Abstand halten und um Hindernisse herum planen kann.

Aus diesem Prinzip folgen alle Stärken und alle Schwächen:

Die neueren Generationen erkennen Personen und Fahrzeuge zusätzlich als Objektklassen, was die Wiedererkennung nach kurzer Verdeckung verbessert. Aus einer Verdeckung von mehreren Sekunden kommt aber auch das beste System nicht zurück.

Welche Modelle was können

Die Ausstattung ändert sich mit jeder Generation, deshalb lohnt der Blick ins Datenblatt des konkreten Modells. Die Systematik dahinter ist trotzdem stabil:

AusstattungsklasseVerfolgung
Einstiegsmodelle ohne Hindernissensorenkeine oder stark vereinfachte Verfolgung
Kompakte Selfie-Drohnenautomatische Folgemodi mit festen Bahnen
Mini-Modelle mit Rundumsensorikvollständiges FocusTrack inklusive ActiveTrack 360°
Air- und Mavic-Reihevollständiges FocusTrack, größere Reichweite und Reserven
FPV-Modelleeingeschränkt, andere Flugcharakteristik

Der entscheidende Faktor ist die Hinderniserkennung. Ohne sie darf eine Drohne dem Motiv nicht selbstständig folgen, weil sie Hindernisse auf der Bahn nicht sieht. Genau deshalb fehlt die Funktion bei den günstigsten Modellen. Welche Klassen es gibt und was sie bedeuten, steht im Ratgeber Drohnen-Klassen C0 bis C4.

Innerhalb der Mini-Reihe verläuft die Trennlinie quer durch die Modellnummern: Mini 2, Mini 2 SE, Mini 3 und Mini 4K verfolgen nicht, die Pro-Varianten schon. Welches Modell was kann und welche Wege ohne Verfolgung bleiben, steht in der Übersicht DJI Mini und ActiveTrack.

Der Follow-me-Modus und das Recht

Hier lohnt eine Unterscheidung, die in Produktbeschreibungen untergeht. Die EU-Durchführungsverordnung verlangt in der offenen Kategorie ständigen Sichtkontakt und nennt genau eine Ausnahme: den Follow-me-Modus. Definiert ist er als Betriebsart, bei der das unbemannte Luftfahrzeug dem Fernpiloten in konstantem Abstand folgt.

Daraus ergeben sich zwei praktische Regeln:

Verfolgt die Drohne dich selbst, während du die Fernsteuerung mitführst, greift die Ausnahme. Trotzdem bleibst du verantwortlich für Hindernisse, Personen und Luftraum.

Verfolgt die Drohne jemand anderen, etwa eine Person auf dem Mountainbike, während du am Hang stehst, ist das kein Follow-me im Sinne der Verordnung. Dann gilt der Sichtkontakt ohne Abstriche, und du musst die Drohne die ganze Zeit sehen können.

Dazu kommen die üblichen Grenzen: 120 Meter Höhe, Abstände zu unbeteiligten Personen nach deiner Unterkategorie und die geografischen Gebiete. Verfolgungsmodi verführen dazu, diese Grenzen aus dem Blick zu verlieren, weil die Aufmerksamkeit beim Motiv liegt. Die Höhenregeln stehen im Ratgeber Wie hoch darf eine Drohne fliegen?.

Und noch ein Punkt: Sobald die Verfolgung fremde Personen erfasst, gelten Persönlichkeitsrecht und Datenschutz. Der Ratgeber Drohne über Privatgrundstück ordnet ein, wo die Grenze verläuft.

So gelingt eine saubere Verfolgungsaufnahme

Wenn die Verfolgung abbricht

Die Drohne beendet die Verfolgung und geht in den Schwebeflug. Das ist zunächst harmlos, wird aber in zwei Situationen unangenehm: über Wasser und in unübersichtlichem Gelände, wo du sie kurz aus den Augen verlierst.

Die richtige Reaktion in drei Schritten: Position halten und nichts überstürzen, Blick auf die Kartenansicht, um die Ausrichtung zu klären, manuell zurückholen oder die Rückkehrfunktion nutzen. Ein neues Markieren des Motivs während der Unsicherheit macht die Lage meist schlechter.

Fazit: starke Funktion, klarer Rahmen

Die Verfolgungsmodi sind der schnellste Weg zu Aufnahmen, die nach Filmteam aussehen, und sie funktionieren zuverlässig, solange Kontrast, Licht und freie Bahn stimmen. Der Einstieg gelingt am besten über Spotlight, weil du dabei den Flugweg behältst und nur die Kamera abgibst. Wer danach auf Trace und Parallel wechselt, sollte Abstand großzügig wählen und die Abbruchwege im Kopf haben. Rechtlich bleibt alles beim Alten: Die Automatik fliegt, verantwortlich bist du, und der Sichtkontakt endet nur dort, wo die Drohne wirklich dir selbst folgt.

Häufige Fragen

Was ist ActiveTrack bei DJI?

ActiveTrack ist der Verfolgungsmodus, bei dem die Drohne ein markiertes Motiv selbstständig verfolgt und dabei Kurs, Abstand und Kamerawinkel nachführt. Du ziehst in der App einen Rahmen um Person, Fahrzeug oder Tier, danach übernimmt die Drohne die Steuerung. ActiveTrack gehört bei DJI zur Funktionsgruppe FocusTrack, zu der auch Spotlight und Point of Interest zählen.

Was ist der Unterschied zwischen ActiveTrack, Spotlight und POI?

Bei Spotlight bleibt die Kamera auf dem Motiv, während du die Drohne weiter selbst steuerst; die Bildmitte ist fixiert, der Flugweg gehört dir. Bei ActiveTrack fliegt die Drohne selbst und folgt dem Motiv, entweder hinterher (Trace) oder seitlich versetzt (Parallel). Bei Point of Interest kreist die Drohne um ein stehendes Objekt in festem Radius. Für Einsteiger ist Spotlight der sicherste Modus, weil du jederzeit die Kontrolle über den Flugweg behältst.

Welche DJI-Drohnen haben ActiveTrack?

Die Verfolgungsmodi setzen Hinderniserkennung voraus, deshalb bieten sie die besser ausgestatteten Modelle. In der Mini-Reihe haben die Pro-Varianten den vollen Funktionsumfang, einfache Einstiegsmodelle ohne Sensorik dagegen nur eingeschränkte oder gar keine Verfolgung. Die Air- und Mavic-Reihen bringen ActiveTrack mit, ebenso die kleinen Selfie-Modelle in vereinfachter Form. Maßgeblich ist immer das Datenblatt des konkreten Modells, weil DJI den Umfang je Generation ändert.

Was kann ActiveTrack 360 mehr als die Vorgängerversionen?

ActiveTrack 360° erlaubt die Verfolgung aus jeder Richtung, auch frontal, und lässt die gewünschte Position über ein Steuerrad in der App vorgeben. Ältere Generationen folgten dem Motiv vor allem von hinten oder seitlich und wechselten die Seite kaum selbstständig. Praktisch bedeutet das flüssigere Wechsel zwischen Perspektiven während einer einzigen Aufnahme.

Ist ActiveTrack in Deutschland erlaubt?

Ja, die Verfolgungsmodi sind zulässig. Zu beachten sind zwei Punkte: Der ständige Sichtkontakt gilt weiter, du bleibst also für die Bahn der Drohne verantwortlich, auch wenn die Automatik fliegt. Und der Follow-me-Modus, den die EU-Verordnung als Ausnahme vom Sichtflug kennt, ist eng definiert als Betrieb, bei dem das Fluggerät dem Fernpiloten in konstantem Abstand folgt. Verfolgt die Drohne eine andere Person, greift diese Ausnahme nicht.

Warum verliert die Drohne mein Motiv?

Die Verfolgung arbeitet mit Bildvergleich und braucht Kontrast. Typische Abbruchgründe sind ein Motiv, das sich farblich kaum vom Hintergrund abhebt, schnelle Richtungswechsel, Verdeckung durch Bäume oder Gebäude, Gegenlicht sowie zu große Entfernung. Auch Dunkelheit beendet die Verfolgung, weil die optischen Sensoren dann ausfallen.

Verfolgt ActiveTrack auch Hunde, Autos oder Boote?

Personen und Fahrzeuge erkennen die Systeme am zuverlässigsten, weil sie darauf trainiert sind. Tiere funktionieren je nach Größe und Kontrast unterschiedlich gut: Ein dunkler Hund auf hellem Sand wird meist sauber verfolgt, derselbe Hund im hohen Gras selten. Boote auf Wasser sind ein Sonderfall, weil die Wasseroberfläche für die Sensorik strukturarm ist und zusätzlich Reflexionen erzeugt.

Wie breche ich eine laufende Verfolgung ab?

Jede Steuereingabe an den Sticks unterbricht oder überstimmt die Automatik, zusätzlich gibt es in der App eine Stopp-Schaltfläche. Im Ernstfall bringt der Pausenschalter an der Fernsteuerung die Drohne sofort in den Schwebeflug. Diese drei Wege solltest du kennen, bevor du die Verfolgung das erste Mal startest.

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