Die Mini 3 Pro war 2022 die erste Mini-Drohne, die einem Motiv selbstständig folgen konnte. Vier Jahre später funktioniert das unverändert gut, hat aber eine Eigenheit, die im Datenblatt leicht übersehen wird: Sie schaut nach vorn, hinten und unten, seitlich jedoch nicht. Genau daraus ergibt sich, welche Aufnahmen sicher sind.
Das Wichtigste in Kürze
- Vorhanden: FocusTrack mit ActiveTrack 4.0, Spotlight und Point of Interest.
- Grundlage: Hinderniserkennung nach vorn, hinten und unten mit APAS 4.0.
- Die Lücke: seitlich sitzen keine Sensoren, quer zur Flugrichtung schützt nur dein Blick.
- Aktivierung: FocusTrack-Symbol antippen, Motiv umrahmen, Modus wählen.
- Unterschied zur Mini 4 Pro: dort erlaubt ActiveTrack 360° auch die frontale Verfolgung.
So startest du die Verfolgung
Der Ablauf dauert nach etwas Übung wenige Sekunden:
- Höhe aufbauen. Mindestens zwei Meter über Grund, darunter bleibt die Automatik gesperrt.
- Hinderniserkennung einschalten. Steht sie in den Sicherheitseinstellungen auf “Aus”, sind die Verfolgungsmodi nicht verfügbar.
- FocusTrack öffnen über das Symbol am Rand der Kameraansicht.
- Motiv markieren: Rahmen mit dem Finger ziehen oder den Vorschlagsrahmen antippen, den das System bei erkannten Personen und Fahrzeugen anbietet.
- Modus wählen und starten.
Die drei Modi und wofür sie taugen
| Modus | Wer fliegt | Wer richtet die Kamera | typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Spotlight | du | die Drohne | freie Kamerafahrt, Motiv bleibt im Bild |
| ActiveTrack 4.0 | die Drohne | die Drohne | Verfolgung von hinten oder seitlich |
| Point of Interest | die Drohne | die Drohne | Kreisflug um ein stehendes Objekt |
Spotlight ist der unterschätzte Modus. Die Drohne bleibt unter deiner Kontrolle, die Kamera hält das Motiv. Für Aufnahmen in unübersichtlichem Gelände ist das die sichere Wahl, weil du jeden Meter des Flugwegs selbst bestimmst.
ActiveTrack 4.0 übernimmt zusätzlich den Kurs. Die Drohne folgt dem Motiv hinterher oder seitlich versetzt und hält Abstand und Höhe nach.
Point of Interest kreist um ein stehendes Objekt in festem Radius. Der Modus ist der Grund, warum die nächste Einschränkung zählt.
Die Sensorlücke zur Seite
Die Mini 3 Pro erkennt Hindernisse nach vorn, hinten und unten. Seitliche Sensoren gibt es nicht.
Der Zusammenhang ist unangenehm: Ausgerechnet die beiden Modi, die seitliche Bewegung erzeugen, führen die Drohne quer zur Blickrichtung ihrer Sensoren. Beim Point of Interest fliegt sie eine Kreisbahn, ihre Nase zeigt dabei zum Motiv in der Mitte. Der komplette Kreisweg liegt in der Sensorlücke. Beim seitlich versetzten Verfolgen gilt dasselbe in abgeschwächter Form.
Daraus folgt eine einfache Praxisregel: Kreisflüge und seitliche Verfolgungen gehören über freies Gelände. Auf einer Wiese, einem Strand oder einem Feldweg ist der Modus unkritisch. Zwischen Bäumen, an Gebäuden oder in der Nähe von Masten und Leitungen bleibt der Blick auf die Drohne die einzige Absicherung. Wie weit die Hinderniserkennung generell trägt, steht im ausführlichen Überblick.
Der Unterschied zur Mini 4 Pro
Die Nachfolgerin löst genau diese Lücke auf.
| Mini 3 Pro | Mini 4 Pro | |
|---|---|---|
| Sensorik | vorn, hinten, unten | omnidirektional |
| Verfolgung | ActiveTrack 4.0 | ActiveTrack 360° |
| frontale Verfolgung | nein | ja |
| Positionswahl | Trace oder Parallel | frei über Steuerrad |
| Übertragung | DJI O3 | DJI O4 |
Die frontale Verfolgung bedeutet, dass die Drohne rückwärts fliegt und dir entgegenkommt. Das setzt zwingend rückwärtige und seitliche Erkennung voraus, weshalb DJI diesen Modus erst mit der Mini 4 Pro freigegeben hat.
Ob der Wechsel lohnt, hängt am Bildstil. Verfolgungen von hinten liefert die Mini 3 Pro genauso sauber. Wer die Drohne vor sich haben und den Winkel während der Aufnahme drehen will, braucht die neuere Generation.
Warum die Verfolgung abbricht
Die Automatik arbeitet über Bildvergleich, und der braucht Kontrast. Diese fünf Situationen beenden sie regelmäßig:
- Motiv ohne Kontrast zum Hintergrund, etwa dunkle Kleidung vor Wald
- Verdeckung durch Bäume, Mauern oder Fahrzeuge über mehrere Sekunden
- Gegenlicht, das die Sichtsensoren überstrahlt
- abrupte Richtungswechsel, mit denen die Bewegungsvorhersage nicht mithält
- Dämmerung und Dunkelheit, in denen die optische Erkennung ausfällt
Bricht die Verfolgung ab, geht die Drohne in den Schwebeflug. Das ist gewolltes Verhalten. Eine Automatik, die ohne Ziel weiterfliegt, wäre gefährlicher als eine, die stehen bleibt.
Einstellungen vor dem Start
Vier Punkte entscheiden darüber, ob eine Verfolgung sauber läuft:
APAS aktivieren. Ohne eingeschaltete Hinderniserkennung gibt die App die Verfolgungsmodi nicht frei. Für die Mini 3 Pro steht Umfliegen oder Bremsen zur Wahl; im offenen Gelände ist Umfliegen die flüssigere Einstellung.
Rückkehrhöhe passend setzen. Reißt während der Verfolgung das Signal ab, steigt die Drohne auf diesen Wert und fliegt heim. Weil dein Blick beim Verfolgen am Motiv hängt, muss der Wert vorher zum Gelände passen. Details dazu stehen im Überblick zu Return to Home.
Entfernungslimit setzen. Bei einer Verfolgung wächst der Abstand mit der Bewegung des Motivs. Ein Limit hält die Drohne in Sichtweite, auch wenn du gerade nicht auf die Anzeige schaust.
Gimbal-Neigung prüfen. Die Automatik führt die Kamera nach, den Ausgangswinkel gibst du vor. Eine leicht nach unten geneigte Kamera ergibt bei Verfolgungen aus der Höhe den natürlicheren Bildeindruck.
Motivwahl und Kontrast
Die Verfolgung arbeitet über Bildvergleich, und damit entscheidet das Motiv über die Zuverlässigkeit.
Am besten funktionieren Personen und Fahrzeuge, weil die Erkennung darauf trainiert ist. Bei Tieren hängt es an Größe und Kontrast: Ein dunkler Hund auf hellem Sand wird sauber verfolgt, derselbe Hund im hohen Gras selten.
Der wichtigste Faktor ist der Kontrast zum Hintergrund. Helle Kleidung vor dunklem Wald ist der einfache Fall, dunkle Kleidung vor dunklem Wald der schwierigste. Wer das vor dem Dreh bedenkt, spart sich die Hälfte der Abbrüche.
Zwei Situationen bleiben auch mit gutem Kontrast schwierig: Wasser ist strukturarm und wirft Reflexionen, Gegenlicht überstrahlt die Sensoren. In beiden Fällen hilft es, den Verfolgungswinkel zu drehen, sodass die Sonne im Rücken der Drohne steht.
Was die Flugzeit bei Verfolgungen wirklich hergibt
Das Datenblatt nennt 34 Minuten, gemessen bei konstantem Vorwärtsflug ohne Wind. Verfolgungsaufnahmen liegen darunter, weil die Drohne dauerhaft korrigiert und beschleunigt.
Realistisch planbar sind 20 bis 24 Minuten je Akku, inklusive Start, Positionierung und Landung. Wer eine Sportsession begleiten möchte, plant mit mehreren Akkus. Der Standardakku hält die Drohne unter 249 g, der Intelligent Flight Battery Plus verlängert die Flugzeit und hebt das Gewicht über die Grenze, was die Drohnenklasse und damit die Abstandsregeln ändert.
Rechtlicher Rahmen
Die Verfolgungsmodi sind zulässig, sie ändern aber nichts an deinen Pflichten. Der ständige Sichtkontakt gilt weiter, auch während die Drohne selbstständig fliegt. Die Follow-me-Ausnahme der EU-Verordnung ist eng gefasst: Sie meint den Betrieb, bei dem das Fluggerät dem Fernpiloten in konstantem Abstand folgt. Verfolgt die Drohne eine andere Person, greift sie nicht. Die Einordnung dazu steht in den Regeln der offenen Kategorie.
Fazit
Die DJI Mini 3 Pro* beherrscht ActiveTrack 4.0 vollständig, und für Verfolgungen von hinten gibt es kaum einen Grund, mehr Geld auszugeben. Die Aufmerksamkeit gehört der Seite: Point of Interest und seitliche Verfolgungen führen die Drohne durch den einzigen Bereich, den ihre Sensoren nicht abdecken. Über freiem Gelände ist das unproblematisch, zwischen Hindernissen bleibt der eigene Blick die Absicherung. Wer frontale Verfolgung und Rundum-Erkennung möchte, findet sie in der Mini 4 Pro*.
Häufige Fragen
Hat die DJI Mini 3 Pro ActiveTrack?
Ja. Die Mini 3 Pro beherrscht FocusTrack mit ActiveTrack 4.0, Spotlight und Point of Interest. Sie war 2022 die erste Mini-Drohne von DJI mit Hinderniserkennung und damit auch die erste der Reihe mit Motivverfolgung. Grundlage sind die Sichtsensoren nach vorn, hinten und unten.
Wie aktiviere ich ActiveTrack bei der DJI Mini 3 Pro?
Bring die Drohne auf mindestens zwei Meter Höhe und tippe in der DJI-Fly-App auf das FocusTrack-Symbol. Ziehe dann einen Rahmen um das Motiv oder tippe den angebotenen Vorschlagsrahmen an. Anschließend wählst du zwischen Spotlight, ActiveTrack und Point of Interest und startest die Verfolgung. Die Hinderniserkennung muss dafür eingeschaltet sein.
Was ist der Unterschied zwischen ActiveTrack 4.0 und ActiveTrack 360°?
ActiveTrack 4.0 der Mini 3 Pro folgt einem Motiv von hinten oder seitlich versetzt. ActiveTrack 360° der Mini 4 Pro erlaubt zusätzlich die frontale Verfolgung und lässt die Position über ein Steuerrad in der App frei wählen, auch während der Aufnahme. Der Unterschied hängt an der Sensorik: Die frontale Verfolgung bedeutet Rückwärtsflug und setzt Rundum-Erkennung voraus.
Warum ist die fehlende Seitensensorik bei der Verfolgung wichtig?
Die Mini 3 Pro erkennt Hindernisse nach vorn, hinten und unten, seitlich sitzen keine Sensoren. Genau quer zur Flugrichtung bewegt sie sich aber, wenn sie ein Motiv seitlich versetzt begleitet oder es umkreist. In diesen Momenten schützt dich nur der eigene Blick auf die Drohne. Plane solche Aufnahmen deshalb über freiem Gelände.
Warum verliert die Mini 3 Pro beim Verfolgen das Motiv?
Die Verfolgung arbeitet über Bildvergleich und braucht Kontrast. Typische Abbruchgründe sind ein Motiv, das sich farblich kaum vom Hintergrund abhebt, Verdeckung durch Bäume, Gegenlicht, schnelle Richtungswechsel und Dämmerung. Auch zu große Entfernung beendet die Verfolgung, weil das Motiv im Bild zu klein wird.
Kann die Mini 3 Pro beim Radfahren folgen?
Ja, das ist einer der zuverlässigsten Anwendungsfälle, solange die Strecke übersichtlich ist und du gleichmäßig fährst. Auf einem Waldtrail mit engen Kurven, wechselndem Licht und dichtem Bewuchs bricht die Verfolgung dagegen häufig ab. Zusätzlich gilt: Die Follow-me-Ausnahme der EU-Regeln greift nur, wenn die Drohne dem Fernpiloten selbst folgt.
Braucht ActiveTrack auf der Mini 3 Pro eine bestimmte Fernsteuerung?
Nein, die Funktion läuft auf der Drohne und ist unabhängig vom Sender. Sowohl mit der DJI RC als auch mit der RC-N1 samt Smartphone steht FocusTrack zur Verfügung. Der Unterschied liegt allein in Bildschirmhelligkeit und Bedienkomfort beim Markieren des Motivs.
Lohnt sich der Wechsel von der Mini 3 Pro zur Mini 4 Pro wegen ActiveTrack?
Nur wenn dir die Verfolgungsrichtung wichtig ist. Die Mini 4 Pro bringt Rundum-Sensorik und ActiveTrack 360° mit frontaler Verfolgung, dazu ein moderneres Übertragungssystem. Für Aufnahmen, die von hinten oder seitlich folgen, liefert die Mini 3 Pro vergleichbare Ergebnisse, und sie ist als auslaufendes Modell günstiger zu bekommen.