Die Mini 5 Pro bringt eine Sensorkombination mit, die in der 250-Gramm-Klasse neu ist: Rundum-Sichtsensoren plus ein nach vorn gerichteter LiDAR-Sensor. Für die Verfolgung klingt das nach einem Freifahrtschein. Der Blick auf die Aufgabenteilung zwischen den Sensoren zeigt, wo der Gewinn wirklich liegt.
Das Wichtigste in Kürze
- Vorhanden: FocusTrack mit ActiveTrack, Spotlight und Point of Interest, die Position wählst du über ein Steuerrad.
- Sensorik: omnidirektionale duale Sichtsensoren, LiDAR nach vorn, Infrarot nach unten.
- LiDAR hilft der Hinderniserkennung, die Motiverkennung bleibt optisch und braucht Licht.
- Klasse C0/C1 bei 249,9 g Startgewicht, je nach Akku-Variante.
- Sichtkontakt bleibt Pflicht, auch während die Automatik fliegt.
Verfolgung starten
Der Ablauf entspricht dem der übrigen Pro-Modelle:
- Auf mindestens zwei Meter steigen. Darunter bleibt die Verfolgung gesperrt.
- Hinderniserkennung aktiv lassen. Ohne sie gibt die App die Modi nicht frei.
- FocusTrack öffnen über das Symbol in der Kameraansicht.
- Motiv markieren: Rahmen ziehen oder Vorschlagsrahmen antippen.
- Modus wählen: Spotlight, ActiveTrack oder Point of Interest.
- Position setzen. Bei ActiveTrack bestimmst du über das Steuerrad, ob die Drohne hinterher, seitlich oder frontal fliegt.
Für den ersten Versuch mit einem neuen Motivtyp ist Spotlight die sichere Wahl: Die Kamera bleibt am Motiv, der Flugweg bleibt bei dir.
Was LiDAR bei der Verfolgung leistet und was nicht
Hier lohnt die genaue Trennung, weil die Werbung beide Aufgaben gern vermischt.
Die Hinderniserkennung fragt: Ist der Weg frei? Dafür misst LiDAR Entfernungen über die Laufzeit aktiver Laserimpulse. Das Verfahren braucht kein Umgebungslicht und kommt auch mit schwach strukturierten Flächen zurecht, an denen Stereokameras Mühe haben.
Die Motiverkennung fragt: Wo ist die Person? Dafür vergleicht das System Bildausschnitte der Kamera. Es braucht sichtbares Licht und Kontrast zwischen Motiv und Hintergrund.
Daraus folgt der praktische Kern: Die Mini 5 Pro fliegt in der Dämmerung sicherer als Modelle ohne LiDAR, sie erkennt dein Motiv deswegen aber nicht besser. Wer bei schwachem Licht verfolgen will, stößt weiterhin an die Grenze der Kamera. Wie die verschiedenen Verfahren zusammenspielen, steht im Überblick zur Hinderniserkennung bei DJI-Drohnen.
Die Modi im Vergleich
| Modus | Wer fliegt | Wer richtet die Kamera | typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Spotlight | du | die Drohne | Kamerafahrt mit fixiertem Motiv |
| ActiveTrack | die Drohne | die Drohne | Verfolgung in Bewegung |
| Point of Interest | die Drohne | die Drohne | Kreisflug um ein Objekt |
Weil die Mini 5 Pro rundum sieht, ist der Kreisflug hier unkritischer als bei der Mini 3 Pro, der seitliche Sensoren fehlen. Die Drohne bewegt sich beim Umkreisen quer zur Nase, und genau diese Richtung deckt die Rundum-Sensorik ab.
Für Radfahrten berichten mehrere Praxisberichte von einer Anpassung der Verfolgung an schnelle Kurven und Tempowechsel. Auf konkrete Zahlen dazu lässt sich DJI im Datenblatt nicht festlegen.
Wo die Verfolgung trotzdem endet
Die Sensorik sichert den Flugweg, die Erkennung des Motivs bleibt davon unberührt. Diese Situationen beenden die Verfolgung weiterhin:
- Verdeckung über mehrere Sekunden, etwa hinter Bäumen oder Gebäuden
- Gegenlicht, das die Kamera überstrahlt
- fehlender Kontrast zwischen Motiv und Hintergrund
- abrupte Richtungswechsel, denen die Bewegungsvorhersage nicht folgt
- Dämmerung, in der die optische Erkennung unzuverlässig wird
In allen Fällen geht die Drohne in den Schwebeflug. Die drei Wege zum Abbruch solltest du kennen, bevor es darauf ankommt: Steuereingabe am Knüppel, Stopp-Schaltfläche in der App, Pausenschalter am Sender.
Einordnung gegen die Mini 4 Pro
| Mini 4 Pro | Mini 5 Pro | |
|---|---|---|
| Sensorik | omnidirektionale Sichtsensoren | plus LiDAR nach vorn |
| Verfolgung | ActiveTrack 360° | ActiveTrack 360° |
| Bildsensor | 1/1,3”, 48 MP | 1”, 50 MP |
| Startgewicht | unter 249 g | 249,9 g |
| Klasse | C0 | C0 oder C1 je nach Akku |
Beim Tracking selbst liegen die beiden nah beieinander. Der Aufpreis zur Mini 5 Pro rechtfertigt sich über den 1-Zoll-Sensor und die Reserve bei schwierigem Licht, weniger über die Verfolgung an sich. Wer vor allem ActiveTrack sucht und beim Sensorformat Abstriche macht, fährt mit der Mini 4 Pro günstiger.
Einstellungen vor dem Verfolgungsflug
Vier Werte gehören gesetzt, bevor die Automatik übernimmt:
Das Verhalten der Hinderniserkennung. Umfliegen lässt die Drohne Hindernissen ausweichen, Bremsen hält sie davor an. Für Verfolgungen im offenen Gelände ist Umfliegen die flüssigere Wahl, in engen Passagen die konservative.
Die Rückkehrhöhe. Sie greift bei Signalverlust und kritischem Akkustand, also genau dann, wenn dein Blick am Motiv hängt. Der Wert gehört zum Gelände, die Herleitung steht im Überblick zu Return to Home.
Das Entfernungslimit. Bei einer Verfolgung wächst der Abstand mit der Bewegung des Motivs, und die Sichtverbindung reißt schneller, als es sich anfühlt.
Die Drohnenklasse in der App. Die Mini 5 Pro lässt sich je nach Akku als C0 oder C1 betreiben. Diese Einstellung entscheidet über die Abstände zu unbeteiligten Personen und gehört vor den Start geprüft, weil Verfolgungsaufnahmen oft in der Nähe von Menschen entstehen.
Aufnahme-Praxis: was die Bilder ruhig macht
Abstand. Je näher die Drohne fliegt, desto stärker fallen ihre Korrekturen im Bild auf. Zwischen zehn und zwanzig Metern liegt für Personen ein Bereich, in dem die Aufnahme ruhig bleibt und das Motiv noch groß genug ist. Der 1-Zoll-Sensor lässt hier mehr Spielraum als kleinere Kameras, weil sich der Ausschnitt in der Nachbearbeitung beschneiden lässt.
Kontrast. Die Erkennung braucht Unterschied zwischen Motiv und Hintergrund. Helle Kleidung vor dunklem Untergrund ist der einfache Fall, dunkel auf dunkel der schwierigste.
Gleichmäßigkeit. Konstantes Tempo verarbeitet die Bewegungsvorhersage besser als abrupte Wechsel. Ein Sprint aus dem Stand bringt die Verfolgung eher aus dem Tritt als dauerhaft hohes Tempo.
Lichtrichtung. Steht die Sonne hinter dem Motiv, überstrahlt sie die Sensoren. Über das Steuerrad lässt sich der Winkel drehen, sodass das Licht von der Seite oder von hinten kommt.
Flugzeit und Akkuwahl
DJI nennt 36 Minuten mit dem Standardakku und 52 Minuten mit dem Plus-Akku, beides unter Laborbedingungen bei konstantem Vorwärtsflug. Verfolgungen liegen darunter, weil die Drohne durchgehend beschleunigt und korrigiert.
Für die Planung ist die Akkuwahl zugleich eine Rechtsfrage: Die Fly More Combo ist als C0 zertifiziert, die Fly More Combo Plus mit dem größeren Akku als C1. Mehr Flugzeit bedeutet also strengere Abstandsregeln zu unbeteiligten Personen. Wer in der Nähe von Menschen filmt, fährt mit dem Standardakku und einem zweiten Satz besser als mit dem Plus-Akku. Die Abstufungen stehen in den Drohnenklassen C0 bis C4.
Der rechtliche Rahmen
Verfolgungsmodi sind erlaubt, die Pflichten bleiben. Der ständige Sichtkontakt gilt auch dann, wenn die Drohne selbstständig fliegt. Die Follow-me-Ausnahme der EU-Verordnung meint ausschließlich den Betrieb, bei dem das Fluggerät dem Fernpiloten in konstantem Abstand folgt. Verfolgt es eine andere Person, greift sie nicht.
Wichtig ist außerdem die Klassenfrage: Mit C0 darfst du in der offenen Kategorie A1 näher an unbeteiligte Personen heran als mit C1. Die Mini 5 Pro wechselt die Klasse je nach Akku-Variante, was bei Verfolgungsaufnahmen in der Nähe von Menschen unmittelbar zählt. Die Abstufungen stehen in den Drohnenklassen C0 bis C4.
Fazit
Die DJI Mini 5 Pro* beherrscht ActiveTrack 360° vollständig und fliegt dank LiDAR auch bei schwierigem Licht mit mehr Reserve. Erwarte vom LiDAR keine bessere Motiverkennung: Die Verfolgung bleibt eine Kameraaufgabe und braucht Licht und Kontrast. Der eigentliche Kaufgrund für dieses Modell ist der 1-Zoll-Sensor. Wer ActiveTrack zum kleineren Preis will, findet es in der Mini 4 Pro*.
Häufige Fragen
Hat die DJI Mini 5 Pro ActiveTrack?
Ja. Die Mini 5 Pro ist in DJIs offizieller Übersicht der Modelle mit Tracking-Funktion geführt und beherrscht FocusTrack mit ActiveTrack, Spotlight und Point of Interest. Grundlage sind omnidirektionale duale Sichtsensoren, ergänzt durch einen nach vorn gerichteten LiDAR-Sensor und einen Infrarotsensor an der Unterseite.
Wie benutze ich ActiveTrack bei der DJI Mini 5 Pro?
Bring die Drohne auf mindestens zwei Meter Höhe und öffne in der DJI-Fly-App das FocusTrack-Symbol. Markiere das Motiv mit einem Rahmen oder tippe den Vorschlagsrahmen an, den die App bei erkannten Personen und Fahrzeugen anbietet. Danach wählst du den Modus und startest. Bei ActiveTrack legst du über das Steuerrad fest, aus welcher Richtung die Drohne folgt.
Was bringt der LiDAR-Sensor bei der Verfolgung?
LiDAR misst Entfernungen mit aktiven Laserimpulsen und ist damit unabhängig vom Umgebungslicht. Für die Hinderniserkennung nach vorn bedeutet das mehr Reserve in der Dämmerung und vor schwach strukturierten Flächen. Die Motiverkennung selbst läuft weiterhin über die Kamera, sie bleibt also auf sichtbares Licht und Kontrast angewiesen.
Kann die DJI Mini 5 Pro bei Dunkelheit verfolgen?
Nein, darauf solltest du dich nicht verlassen. Der LiDAR-Sensor hilft der Hinderniserkennung auch bei wenig Licht, die Verfolgung eines Motivs arbeitet aber über Bildvergleich und braucht sichtbaren Kontrast. In der Dämmerung wird die Erkennung unzuverlässig, bei Dunkelheit entfällt sie. Hinzu kommt, dass der Sichtkontakt zur Drohne rechtlich ohnehin durchgehend bestehen muss.
Was ist der Unterschied zur ActiveTrack-Funktion der Mini 4 Pro?
Beide Modelle bieten ActiveTrack 360° mit frei wählbarer Verfolgungsposition. Die Mini 5 Pro ergänzt die Rundum-Sichtsensoren um den nach vorn gerichteten LiDAR-Sensor, was der Hinderniserkennung bei schwierigen Lichtverhältnissen zugutekommt. Der größere Unterschied liegt in der Kamera: ein 1-Zoll-Sensor mit 50 MP statt des 1/1,3-Zoll-Sensors.
Welche Drohnenklasse hat die DJI Mini 5 Pro?
DJI weist die Mini 5 Pro als C0/C1 aus. Das Startgewicht liegt bei 249,9 g, die Fly More Combo ist C0-zertifiziert, die Fly More Combo Plus mit dem größeren Akku C1. Die Klasse entscheidet über die Abstandsregeln zu Personen und darüber, ob du den EU-Kompetenznachweis A1/A3 brauchst.
Warum bricht die Verfolgung trotz guter Sensorik ab?
Weil die Sensorik den Flugweg absichert und die Erkennung des Motivs davon unberührt bleibt. Verliert die Kamera das Motiv, weil es hinter einem Baum verschwindet, sich farblich kaum abhebt oder gegen die Sonne läuft, endet die Verfolgung unabhängig von der Ausstattung. Die Drohne geht dann in den Schwebeflug.
Ist ActiveTrack mit der Mini 5 Pro rechtlich erlaubt?
Ja, die Verfolgungsmodi sind zulässig. Der ständige Sichtkontakt bleibt Pflicht, du bist für die Flugbahn verantwortlich, auch wenn die Automatik fliegt. Die Follow-me-Ausnahme der EU-Verordnung greift nur, wenn die Drohne dem Fernpiloten selbst in konstantem Abstand folgt, nicht beim Verfolgen anderer Personen.