DJI Mini ActiveTrack: welche Modelle wirklich folgen

Mini 2, 2 SE, 3 und 4K haben kein ActiveTrack, die Pro-Modelle schon. Woran die Sensorik das entscheidet, was QuickShots stattdessen leisten und was der Einstieg kostet.

Kameradrohnen Veröffentlicht am 6 Min. Lesezeit

Die Frage taucht bei fast jedem Mini-Modell auf: Folgt sie mir, wenn ich sie einmal gestartet habe? Die Antwort fällt innerhalb derselben Modellreihe unterschiedlich aus, und sie hängt an einem Detail, das im Datenblatt leicht zu übersehen ist. Diese Übersicht zeigt, welche Mini tatsächlich verfolgt, woran es bei den anderen scheitert und welche Wege dir dort trotzdem bleiben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mini 2, Mini 2 SE, Mini 3 und Mini 4K haben kein ActiveTrack und bekommen es per Update auch nicht.
  • Mini 3 Pro, Mini 4 Pro und Mini 5 Pro verfolgen, die Mini 4 Pro und die Mini 5 Pro mit ActiveTrack 360°.
  • Der Grund ist die Sensorik: Ohne Hinderniserkennung nach vorn sperrt DJI die Verfolgung.
  • QuickShots bleiben als Ersatz: fünf feste Flugmuster, die ohne Motiverkennung auskommen.
  • Günstiger Einstieg außerhalb der Mini-Reihe: DJI Neo und DJI Flip beherrschen ActiveTrack.

Die Übersicht

DJI fasst die Verfolgungsmodi unter dem Namen FocusTrack zusammen. Dazu gehören ActiveTrack für bewegte Motive, Spotlight für die Kamerafixierung bei freiem Flug und Point of Interest für die Umrundung eines Punktes.

ModellVerfolgungSensorik
Mini 2keinenur abwärts
Mini 2 SEkeinenur abwärts
Mini 3keinenur abwärts
Mini 4Kkeinenur abwärts
Mini 3 ProActiveTrack 4.0vorn, hinten, unten
Mini 4 ProActiveTrack 360°rundum
Mini 5 ProActiveTrack 360°rundum, mit LiDAR

Die Trennlinie verläuft also zwischen den einfachen Modellen und den Pro-Varianten, unabhängig von der Modellnummer. Eine Mini 4K ist neuer als eine Mini 3 Pro und verfolgt trotzdem nicht.

Woran es liegt: die Sensorik

Zwei Seitenriss-Schemata im Vergleich. Links die einfachen Modelle Mini 2, Mini 2 SE, Mini 3 und Mini 4K: Von der Drohne geht ein einziger Sensorkegel nach unten aus, beschriftet mit 0,5 bis 10 Metern Arbeitsbereich. Der Bereich vor der Nase in Flugrichtung bleibt frei und ist rot als ungeschützt markiert, ein Baum in der Flugbahn wird nicht erfasst. Ergebnis: kein ActiveTrack. Rechts die DJI Mini 4 Pro: Sensorkegel gehen nach vorn, hinten, oben und unten aus, der Baum in der Flugbahn liegt im vorderen Kegel und wird erfasst. Ergebnis: ActiveTrack 360 Grad. Kernaussage: Erst wer nach vorn sieht, darf einem Motiv folgen.

Der freie Raum vor der Nase ist der Grund für die Sperre: Ohne Sicht nach vorn gibt DJI die Verfolgung nicht frei.

Die einfachen Mini-Modelle tragen laut Datenblatt ausschließlich ein abwärts gerichtetes Sichtsystem mit einem Arbeitsbereich von 0,5 bis 10 Metern. Es hilft beim Schweben auf der Stelle und bei der Landung, und dort endet seine Aufgabe.

Eine Verfolgung stellt eine andere Anforderung. Die Drohne fliegt einem Motiv hinterher, das sich bewegt, und muss dabei erkennen, was in ihrer Flugbahn steht. Ein Baum, ein Mast, eine Hauswand: All das liegt vor der Nase, und genau dort sitzt bei diesen Modellen kein Sensor.

DJI koppelt die FocusTrack-Modi deshalb an Modelle mit Hinderniserkennung nach vorn. Das ist eine Sicherheitsentscheidung und keine künstliche Beschränkung, um teurere Modelle zu verkaufen. Eine Drohne, die blind einem Läufer durch einen Park folgt, würde nach kurzer Zeit in einem Ast hängen.

Daraus folgt auch die Antwort auf die häufigste Anschlussfrage: Ein Firmware-Update bringt ActiveTrack nicht nach. Software kann keine Kamera ergänzen, die physisch fehlt. DJI hat die Funktion bei keinem Modell nachträglich freigeschaltet.

Was die QuickShots stattdessen leisten

Automatische Aufnahmen gibt es auch ohne Verfolgung, sie funktionieren nur nach einem anderen Prinzip. Bei den QuickShots fliegt die Drohne ein vorgegebenes Muster ab, statt einem Motiv zu folgen.

Fünf Muster stehen zur Verfügung:

Der Unterschied zur Verfolgung ist entscheidend: Das Motiv muss während der Aufnahme stehen bleiben. Bewegt es sich, läuft es aus dem Bild. Für die klassische Aufnahme vom Gipfel, am Strand oder vor einer Sehenswürdigkeit reicht das vollkommen, und die Ergebnisse wirken professionell.

Praktisch heißt das: QuickShots sind ein Werkzeug für Standbilder in Bewegung, kein Ersatz für eine Verfolgung beim Laufen oder Radfahren.

Drittanbieter-Apps: was wirklich geht

Die zweite verbreitete Hoffnung sind Apps von Drittanbietern. Hier ist die Lage je nach Modell unterschiedlich.

Die klassische App Litchi for DJI Drones führt die Mini 2 in ihrer Kompatibilitätsliste und bietet eigene Modi, darunter Wegpunkt-Missionen, Orbit und einen Follow-Modus. Die Mini 3 und die Mini 4K unterstützt sie nicht, deren Modellliste endet bei älteren Geräten. Für neuere Drohnen gibt es die App Litchi Pilot, deren Beta-Liste unter anderem Mini 3, Mini 3 Pro und Mini 4 Pro nennt.

Wichtiger als die Kompatibilität ist allerdings, was so ein Follow-Modus tatsächlich tut. Er orientiert sich an der GPS-Position deines Mobilgeräts, verfolgt also dein Handy und keine visuell erkannte Person. Daraus ergeben sich drei Einschränkungen:

In offenem Gelände ohne Bäume kann das brauchbare Ergebnisse liefern. Als Ersatz für ActiveTrack taugt es nicht.

Der Weg zu echtem Tracking

Wer die Verfolgung wirklich braucht, hat zwei Richtungen zur Auswahl.

Innerhalb der Mini-Reihe führt der Weg über die Pro-Modelle. Die Mini 3 Pro bringt Hinderniserkennung nach vorn, hinten und unten mit und damit den vollen FocusTrack-Umfang. Die Mini 4 Pro und die Mini 5 Pro erweitern das auf Rundum-Sensorik und ActiveTrack 360°, bei dem die Drohne das Motiv auch seitlich umkreisen kann.

Außerhalb der Mini-Reihe liegt der günstigere Einstieg:

ModellVerfolgungBesonderheit
DJI NeoActiveTrackStart von der Handfläche, ohne Sender möglich
DJI FlipActiveTrack3D-ToF-Sensor nach vorn, fester Propellerschutz
DJI Lito 1ActiveTrackNachfolgerin der Mini 4K

Die DJI Neo ist dabei der interessanteste Fall für alle, die bisher eine einfache Mini nutzen: Sie ist auf genau diesen Anwendungsfall zugeschnitten, folgt einer Person und braucht dafür nicht einmal eine Fernsteuerung.

Wie die Verfolgungsmodi im Detail arbeiten und wo sie an Grenzen kommen, steht im Ratgeber ActiveTrack bei DJI.

Die Modelle im Einzelnen

Mini 2. Das älteste Modell der Gruppe und das einzige, für das die klassische Litchi-App noch einen Follow-Modus über GPS anbietet. Ein Aufstieg innerhalb der einfachen Modelle bringt beim Tracking nichts, weil keines davon verfolgt.

Mini 2 SE. Beim Tracking verhält sie sich wie die Mini 4K, mit der sie technisch eng verwandt ist. Der Unterschied liegt in der Kamera: 2,7K statt 4K. Da sie am Ende ihres Lebenszyklus steht, lohnt der Blick auf den Gebrauchtmarkt, wenn es ohnehin ein Modell ohne Verfolgung sein darf.

Mini 3. Sie liegt preislich zwischen den Einsteigern und den Pro-Modellen und wird deshalb besonders oft mit der Mini 3 Pro verwechselt. Die beiden trennt genau die Sensorik: Die Pro hat Hinderniserkennung nach vorn, hinten und unten, die Mini 3 nur das abwärts gerichtete System.

Mini 4K. Das aktuellste Modell ohne Verfolgung. Ihre direkte Nachfolgerin, die DJI Lito 1, bringt ActiveTrack mit und ist damit der kleinste Schritt zum Tracking, wenn du bei dieser Klasse bleiben willst.

Alle vier wiegen um die 246 Gramm und fallen damit in die Klasse C0. In der offenen Kategorie A1 bedeutet das: kein Kompetenznachweis nötig, dafür Registrierung als Betreiber und Haftpflichtversicherung, weil eine Kamera an Bord ist. Die Details stehen im Ratgeber zu den Drohnenklassen C0 bis C4.

Wenn du bei deinem Modell bleibst

Ohne Verfolgung bleiben drei Wege, die in der Praxis funktionieren.

Der Helfer am Sender. Die einfachste Lösung für Aufnahmen von dir selbst ist eine zweite Person, die fliegt. Das klingt banal, liefert aber bessere Ergebnisse als jede Automatik, weil ein Mensch den Bildausschnitt vorausschauend wählt.

Die feste Kamerafahrt. Statt dem Motiv zu folgen, fliegst du eine gleichmäßige Bahn und lässt das Motiv durch das Bild laufen. Für Läufer, Radfahrer und Fahrzeuge ergibt das oft die ruhigere Aufnahme.

Der Schnitt. Zwei bis drei kurze QuickShots aus verschiedenen Positionen wirken zusammengeschnitten dynamischer als eine lange Verfolgungsfahrt. Wie du daraus eine Sequenz baust, steht im Ratgeber Drohnenvideos bearbeiten.

Fazit: die Sensorik entscheidet, nicht das Modelljahr

Die Aufteilung ist eindeutig, sobald man auf die Sensoren statt auf die Modellnummer schaut. Mini 2, Mini 2 SE, Mini 3 und Mini 4K sehen nur nach unten und verfolgen deshalb nicht. Die Pro-Modelle sehen nach vorn und dürfen es.

Wer die Verfolgung braucht und beim kleinen Format bleiben will, findet den günstigsten Weg außerhalb der Mini-Reihe bei der DJI Neo oder der DJI Flip. Wer bei seiner Mini bleibt, kommt mit QuickShots und etwas Schnitt näher an das gewünschte Ergebnis, als es die Funktionsliste vermuten lässt.

Häufige Fragen

Welche DJI Mini hat ActiveTrack?

Von den Mini-Modellen beherrschen die Mini 3 Pro, die Mini 4 Pro und die Mini 5 Pro die Verfolgung. Die einfachen Modelle Mini 2, Mini 2 SE, Mini 3 und Mini 4K haben kein ActiveTrack und bekommen es auch nicht. Außerhalb der Mini-Reihe folgen zusätzlich die DJI Neo, die DJI Flip und die DJI Lito 1 einem Motiv.

Warum hat die DJI Mini 3 kein ActiveTrack?

Es fehlt die Sensorik. Die Mini 3 trägt laut DJI ausschließlich ein abwärts gerichtetes Sichtsystem mit einem Arbeitsbereich von 0,5 bis 10 Metern, das beim Schweben und Landen hilft. Für eine Verfolgung müsste die Drohne Hindernisse in Flugrichtung erkennen, und genau diese Sensoren sind nicht verbaut. Dasselbe gilt für Mini 2, Mini 2 SE und Mini 4K.

Bringt ein Firmware-Update ActiveTrack nach?

Nein, und diese Hoffnung lohnt sich auch für die Zukunft nicht. Die Verfolgung hängt an Sensoren, die physisch fehlen. Software kann keine Kamera ergänzen, die nach vorn schaut. DJI hat ActiveTrack bei keinem Modell nachträglich per Update freigeschaltet.

Was können die Modelle ohne ActiveTrack stattdessen?

Sie bieten QuickShots, also fünf feste Flugmuster: Dronie fliegt rückwärts steigend, Kreisen umrundet einen Punkt, Helix zieht eine aufsteigende Spirale, Rocket steigt senkrecht mit Blick nach unten und Boomerang fliegt eine Ellipse. Die Drohne folgt dabei einer vorgegebenen Bahn statt einem Motiv, das Ergebnis wirkt trotzdem professionell.

Können Drittanbieter-Apps die Verfolgung nachrüsten?

Nur eingeschränkt und nicht bei allen Modellen. Die klassische App Litchi for DJI Drones führt die Mini 2 in ihrer Kompatibilitätsliste und bietet einen Follow-Modus, der sich an der GPS-Position des Mobilgeräts orientiert. Mini 3 und Mini 4K unterstützt sie nicht. Wichtig: Ein GPS-Follow verfolgt dein Handy, keine erkannte Person, und weicht keinem Hindernis aus.

Was kostet der günstigste Einstieg in echtes Tracking?

Am unteren Ende stehen die DJI Neo und die DJI Flip, die beide ActiveTrack beherrschen und deutlich unter den Pro-Modellen liegen. Die Neo startet sogar von der Handfläche und kommt ohne Sender aus. Innerhalb der Mini-Reihe führt der Weg über die Pro-Modelle, die spürbar teurer sind.

Ist die Mini 2 SE dasselbe wie die Mini 4K?

Beim Tracking verhalten sie sich gleich, beide haben keines. Technisch sind sie eng verwandt, unterscheiden sich aber in der Kamera: Die Mini 4K nimmt in 4K auf, die Mini 2 SE in 2,7K. Beide wiegen 246 Gramm und fallen damit in die Klasse C0.

Verfolgen Drohnen anderer Hersteller günstiger?

Teilweise ja. Außerhalb von DJI beginnt die Motivverfolgung bei manchen Herstellern unterhalb der DJI-Preisschwelle. Wichtig ist der Blick auf die Umsetzung: Manche Modelle folgen visuell mit Hinderniserkennung, andere nur über die GPS-Position des Senders, was in bewaldetem Gelände schnell an Grenzen kommt.

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