ActiveTrack bei der DJI Mini 4 Pro aktivieren

ActiveTrack 360° auf der DJI Mini 4 Pro: Schritt für Schritt aktivieren, die drei FocusTrack-Modi im Vergleich, das Steuerrad erklärt und die Grenzen der Verfolgung.

Kameradrohnen Veröffentlicht am 6 Min. Lesezeit

Die Mini 4 Pro ist die kleinste DJI-Drohne mit Rundum-Sensorik, und genau die macht ActiveTrack 360° möglich. Die Funktion versteckt sich in der Fly-App hinter einem Symbol, das viele erst suchen müssen. Dieser Artikel zeigt den Weg dorthin, erklärt die drei Modi und die Bedienung des Steuerrads.

Das Wichtigste in Kürze

  • Aktivierung: in der Fly-App auf das FocusTrack-Symbol tippen, Rahmen um das Motiv ziehen, Modus wählen, Start.
  • Drei Modi: Spotlight (Kamera folgt), ActiveTrack (Drohne folgt), Point of Interest (Kreisflug).
  • ActiveTrack 360° verfolgt aus jeder Richtung, die Position gibt ein Steuerrad in der App vor.
  • Voraussetzung: eingeschaltete Hinderniserkennung, ausreichend Licht, Mindesthöhe und Abstand zum Motiv.
  • Sichtkontakt bleibt Pflicht, auch während die Automatik fliegt.

ActiveTrack Schritt für Schritt starten

Der Ablauf ist immer derselbe und dauert nach etwas Übung wenige Sekunden:

  1. Starten und Höhe aufbauen. Bring die Drohne auf mindestens zwei Meter über Grund. Zu tief verweigert die Automatik den Start.
  2. Hinderniserkennung prüfen. In den Sicherheitseinstellungen muss das Umfliegen oder Bremsen aktiv sein. Steht die Sensorik auf “Aus”, sind die Verfolgungsmodi gesperrt.
  3. FocusTrack öffnen. Das Symbol liegt am rechten Rand der Kameraansicht.
  4. Motiv markieren. Ziehe mit dem Finger einen Rahmen um Person, Fahrzeug oder Tier. Ein einzelner Tipp genügt oft, wenn das System das Objekt bereits erkannt hat und einen Vorschlagsrahmen zeigt.
  5. Modus wählen. Die App bietet Spotlight, ActiveTrack und Point of Interest an, sofern die Situation sie zulässt.
  6. Starten und Position setzen. Bei ActiveTrack erscheint das Steuerrad, über das du die Position der Drohne relativ zum Motiv festlegst.

Die drei FocusTrack-Modi im Vergleich

ModusWer fliegtWer richtet die Kameratypischer Einsatz
Spotlightdudie Drohnefreie Kamerafahrt mit fixiertem Motiv
ActiveTrackdie Drohnedie DrohneVerfolgung in Bewegung
Point of Interestdie Drohnedie DrohneKreisflug um ein stehendes Objekt

Für den ersten Versuch empfiehlt sich Spotlight. Die Kamera bleibt auf dem Motiv, der Flugweg bleibt bei dir, und du bekommst ein Gefühl dafür, wie das System das Motiv hält. Erst danach lohnt der Wechsel zu ActiveTrack, wo die Drohne zusätzlich den Kurs übernimmt.

Was das Steuerrad bei ActiveTrack 360° macht

Der eigentliche Fortschritt der Mini 4 Pro gegenüber älteren Modellen steckt in der frei wählbaren Position.

Draufsicht auf ein laufendes Motiv in der Mitte, darum eine Kreisbahn mit vier markierten Drohnenpositionen: hinterher folgend, seitlich links, seitlich rechts und frontal voraus. Daneben das Steuerrad aus der DJI-Fly-App, dessen Zeiger auf die jeweilige Position verweist.

Frühere ActiveTrack-Generationen kannten im Wesentlichen zwei Grundhaltungen: hinterher (Trace) und seitlich versetzt (Parallel). Die Mini 4 Pro löst das über einen frei einstellbaren Winkel. Du kannst die Drohne vor das Motiv setzen, sodass sie rückwärts fliegt und dir entgegenkommt, und den Winkel während der Aufnahme verschieben.

Für die Bildwirkung ist das der Unterschied zwischen einer Verfolgungsaufnahme und einer Kamerafahrt, wie sie sonst zwei Personen bräuchte. Die frontale Verfolgung ist zugleich der anspruchsvollste Fall, weil die Drohne rückwärts fliegt und dabei auf die rückwärtige Hinderniserkennung angewiesen ist.

Voraussetzungen, an denen der Start scheitert

Verweigert die App den Modus, liegt es fast immer an einem dieser Punkte:

Wo die Verfolgung in der Praxis abbricht

Auch wenn der Start klappt, endet die Verfolgung unter bestimmten Bedingungen. Das ist gewolltes Verhalten und schützt die Drohne.

Verdeckung ist der häufigste Grund. Kurze Unterbrechungen überbrückt das System, indem es die Bewegung fortschreibt. Verschwindet das Motiv länger hinter einem Baum oder einer Hauswand, geht die Drohne in den Schwebeflug.

Tempo und Richtungswechsel wirken zusammen. Gleichmäßiges Radfahren auf einem Weg funktioniert zuverlässig. Ein Mountainbike-Trail mit engen Kurven und wechselnden Lichtverhältnissen bringt die Verfolgung regelmäßig an ihre Grenze.

Gegenlicht überstrahlt die Sensoren. Wer gegen die tiefstehende Sonne verfolgt, sollte den Winkel über das Steuerrad drehen, statt die Automatik gegen die Physik arbeiten zu lassen.

Wasser ist ein Sonderfall: Die Oberfläche ist strukturarm und erzeugt Reflexionen. Über See oder Fluss brechen Verfolgungen häufiger ab als über Wiese oder Weg.

Eine ausführliche Einordnung dieser Grenzen steht im Überblick zu den Verfolgungsmodi bei DJI.

Einstellungen, die vor dem Verfolgungsflug zählen

Drei Werte entscheiden darüber, wie sauber eine Verfolgung läuft, und alle drei stellst du vor dem Start ein.

Das Verhalten der Hinderniserkennung. In den Sicherheitsoptionen stehen Umfliegen, Bremsen und Aus zur Wahl. Für Verfolgungen ist Umfliegen die naheliegende Einstellung, weil die Drohne die Bahn korrigiert, statt anzuhalten. In sehr engem Gelände kann Bremsen die ruhigere Wahl sein, weil ein Ausweichmanöver dort schnell zum nächsten Hindernis führt.

Die Rückkehrhöhe. Sie greift, wenn während der Verfolgung das Signal abreißt oder der Akku kritisch wird. Weil du beim Verfolgen selten auf die Karte schaust, sollte dieser Wert zum Gelände passen, bevor es losgeht. Wie du ihn bestimmst, steht im Überblick zu Return to Home.

Die maximale Höhe und Entfernung. Bei einer Verfolgung entfernt sich die Drohne mit dem Motiv, und die Distanz wächst schneller als gedacht. Ein gesetztes Limit verhindert, dass die Sichtverbindung unbemerkt reißt.

Aufnahme-Tipps für saubere Ergebnisse

Die Technik läuft, das Bild wird trotzdem unruhig. Diese vier Punkte machen in der Praxis den Unterschied:

Abstand halten. Je näher die Drohne am Motiv fliegt, desto mehr muss sie korrigieren, und jede Korrektur ist im Bild sichtbar. Ein größerer Abstand ergibt ruhigere Aufnahmen, kostet aber Bilddetail. Zwischen zehn und zwanzig Metern liegt für Personen ein brauchbarer Bereich.

Höhe bewusst wählen. Auf Augenhöhe wirkt eine Verfolgung filmisch, verlangt aber freie Bahn. Aus größerer Höhe ist der Flug sicherer, das Bild wird dabei zur Übersicht. Beides hat seinen Platz, die Entscheidung gehört vor den Start.

Kontrast schaffen. Die Erkennung arbeitet über Bildvergleich. Eine Person in dunkler Kleidung vor dunklem Wald ist der schwierigste Fall, helle Kleidung vor dunklem Hintergrund der einfachste. Wer das beim Anziehen bedenkt, erspart sich Abbrüche.

Gleichmäßig bewegen. Die Bewegungsvorhersage kommt mit gleichförmigem Tempo am besten zurecht. Ein plötzlicher Stopp oder ein Sprung zur Seite bringt die Verfolgung eher aus dem Tritt als hohes, aber konstantes Tempo.

Akku-Planung bei Verfolgungsflügen

Verfolgungen kosten mehr Energie als Schwebeflug, weil die Drohne dauerhaft in Bewegung ist und ständig korrigiert. Die Angabe von 34 Minuten im Datenblatt stammt aus einer Labormessung bei konstantem Vorwärtsflug ohne Wind.

Realistisch planbar sind bei Verfolgungsaufnahmen eher 20 bis 24 Minuten je Akku. Wind kommt als Faktor dazu: Folgt die Drohne dir mit Rückenwind, verbraucht der Rückweg deutlich mehr. Plane die Reserve deshalb für die Richtung, aus der der Wind kommt, nicht für den Hinweg.

Der rechtliche Rahmen bleibt bestehen

Die Automatik ändert nichts an deiner Verantwortung. Zwei Punkte sind wichtig:

Der ständige Sichtkontakt gilt weiter. Du musst die Drohne ohne Hilfsmittel sehen können, auch wenn sie selbstständig fliegt. Die Verfolgung verleitet dazu, auf das Display zu schauen, genau das ist der Fehler.

Die Follow-me-Ausnahme der EU-Verordnung ist enger gefasst, als der Name vermuten lässt. Sie meint den Betrieb, bei dem das Fluggerät dem Fernpiloten in konstantem Abstand folgt. Verfolgt die Drohne eine andere Person, greift sie nicht. Mehr dazu steht in den Regeln der offenen Kategorie.

Fazit

ActiveTrack auf der DJI Mini 4 Pro* ist in wenigen Schritten aktiviert: FocusTrack öffnen, Motiv markieren, Modus wählen. Der eigentliche Gewinn liegt im Steuerrad von ActiveTrack 360°, mit dem du die Verfolgungsposition frei wählst und während der Aufnahme änderst. Damit das zuverlässig funktioniert, brauchst du Licht, Kontrast und eine vorhersagbare Bewegung. Wer diese drei Bedingungen im Blick behält, bekommt Aufnahmen, für die früher eine zweite Person am Sender nötig war.

Häufige Fragen

Wie aktiviere ich ActiveTrack bei der DJI Mini 4 Pro?

Starte die Drohne, bring sie auf mindestens zwei Meter Höhe und tippe in der DJI-Fly-App auf das FocusTrack-Symbol. Ziehe anschließend mit dem Finger einen Rahmen um das Motiv oder tippe es direkt an. Die App zeigt daraufhin die verfügbaren Modi, du wählst ActiveTrack und bestätigst mit Start. Die Drohne übernimmt dann Kurs, Abstand und Kamerawinkel selbstständig.

Was ist ActiveTrack 360° bei der DJI Mini 4 Pro?

ActiveTrack 360° ist die Ausbaustufe, die eine Verfolgung aus jeder Richtung erlaubt, auch frontal. Über ein Steuerrad in der App gibst du vor, wo die Drohne relativ zum Motiv fliegen soll, und kannst diese Position während der Aufnahme ändern. Ältere Generationen folgten überwiegend von hinten oder seitlich versetzt und wechselten die Seite kaum selbstständig.

Welche Modi gehören bei der Mini 4 Pro zu FocusTrack?

Drei Modi: Spotlight hält die Kamera auf dem Motiv, während du weiter selbst fliegst. ActiveTrack lässt die Drohne dem Motiv folgen. Point of Interest umkreist ein stehendes Objekt in festem Radius. Für den Einstieg ist Spotlight der sicherste Modus, weil der Flugweg bei dir bleibt und nur die Kamera automatisch nachführt.

Warum startet ActiveTrack bei meiner Mini 4 Pro nicht?

Häufigste Ursachen sind zu geringe Flughöhe, zu geringer Abstand zum Motiv, schwaches Licht oder ein Motiv ohne Kontrast zum Hintergrund. Auch bei aktivem Sport-Modus und bei sehr niedrigem Akkustand verweigert die Automatik den Start. Prüfe außerdem, ob die Hinderniserkennung eingeschaltet ist, ohne sie sperrt DJI die Verfolgungsmodi.

Wie schnell darf sich das Motiv bei ActiveTrack bewegen?

DJI nennt für die Verfolgung eine Höchstgeschwindigkeit im Bereich einer zügigen Radfahrt. Entscheidend ist in der Praxis weniger die reine Geschwindigkeit als die Vorhersagbarkeit der Bewegung. Gleichmäßiges Laufen oder Radfahren auf einem Weg funktioniert zuverlässig, abrupte Richtungswechsel und Sprünge führen häufig zum Abbruch.

Bricht ActiveTrack ab, wenn das Motiv hinter einem Baum verschwindet?

Kurze Verdeckungen überbrückt das System, indem es die Bewegung fortschreibt. Dauert die Verdeckung länger oder taucht das Motiv an unerwarteter Stelle wieder auf, endet die Verfolgung und die Drohne geht in den Schwebeflug. Das ist gewolltes Verhalten, weil ein weiterfliegendes System ohne Ziel gefährlicher wäre.

Ist ActiveTrack mit der Mini 4 Pro in Deutschland erlaubt?

Ja, die Verfolgungsmodi sind zulässig. Zwei Punkte bleiben zu beachten: Der ständige Sichtkontakt gilt weiter, du bleibst für die Flugbahn verantwortlich, auch wenn die Automatik fliegt. Und die Follow-me-Ausnahme der EU-Verordnung greift nur, wenn die Drohne dem Fernpiloten selbst in konstantem Abstand folgt. Verfolgt sie eine andere Person, gilt sie nicht.

Wie beende ich eine laufende Verfolgung?

Es gibt drei Wege: Jede Eingabe an den Steuerknüppeln überstimmt die Automatik, in der App liegt eine Stopp-Schaltfläche, und der Pausenschalter an der Fernsteuerung bringt die Drohne sofort in den Schwebeflug. Diese drei Wege solltest du kennen, bevor du die Verfolgung das erste Mal in schwierigem Gelände einsetzt.

Das könnte dich auch interessieren