Sony-Kameradrohne: was aus der Airpeak S1 geworden ist

Sony hatte mit der Airpeak S1 eine eigene Kameradrohne für Alpha-Kameras. Daten, Verkaufsende 2025, Service bis 2030 und wo Sony-Technik heute in Drohnen steckt.

Kameradrohnen Veröffentlicht am 6 Min. Lesezeit

Sony baut einige der gefragtesten Kameras für Film und Fotografie. Eine Drohne mit Sony-Logo liegt deshalb für viele nahe. Es gab sie: die Airpeak S1, gebaut für Alpha-Kameras. Heute ist sie Geschichte, und die Versorgung läuft aus. Was sie konnte, warum sie verschwand und wo Sony-Technik heute trotzdem fliegt, steht hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sonys einzige Drohne war die Airpeak S1, vorgestellt im Januar 2021, Preis rund 9.000 US-Dollar ohne Kamera.
  • Verkaufsende am 31. März 2025, Akkus und Propeller gab es bis zum 31. März 2026. Reparatur und Software bietet Sony bis März 2030.
  • Gebaut für Alpha-Kameras: bis 2,5 kg Nutzlast, 22 Minuten Flugzeit ohne und rund 12 Minuten mit Kamera.
  • Sony-Technik fliegt weiter: als Bildsensor in Drohnen wie der Potensic ATOM 2 und als Industriekamera ILX-LR1 für Vermessung.
  • Eine Nachfolgerin hat Sony nicht angekündigt.

Die Airpeak S1 in Zahlen

Sony stellte die Airpeak auf der CES im Januar 2021 vor, Ende 2021 ließ sie sich in den USA bestellen. Sie zielte auf Filmproduktionen, die eine Vollformatkamera in die Luft bringen wollten, ohne gleich eine Schwerlastdrohne einzusetzen. Die wichtigsten Werte nach Herstellerangaben und Händler-Datenblättern:

MerkmalSony Airpeak S1
KameraSony Alpha (Vollformat) und FX3, auf Gimbal von Gremsy
Nutzlastbis 2,5 kg
Maximales Abfluggewichtca. 7,0 kg
Flugzeitbis 22 min ohne Nutzlast, rund 12 min mit Kamera
Höchstgeschwindigkeitca. 25 m/s (90 km/h)
Windresistenzbis ca. 20 m/s
Sensorikfünf Stereokamera-Paare, Infrarot-Entfernungsmesser
Preisrund 9.000 US-Dollar ohne Kamera

Auffällig ist das Verhältnis von Tempo und Wind: Eine Drohne, die bei 20 m/s Wind stabil bleibt, kann auch in exponierten Lagen an der Küste oder im Gebirge filmen. Fachmedien lobten genau diese Flugstabilität. Die kurze Flugzeit mit Kamera setzte dem Einsatz dagegen enge Grenzen: Zwölf Minuten reichen für wenige Einstellungen, danach steht der Akkuwechsel an.

Wie die Airpeak im Einsatz arbeitete

Die Airpeak war als Werkzeug für ein kleines Filmteam gedacht. Drei Bausteine prägten die Arbeit:

Der Gimbal von Gremsy dreht laut Händlerangaben um 345 Grad und neigt sich um 120 Grad. Die Alpha-Kamera behält dabei ihre Wechselobjektive. Genau darin lag der Reiz: Das Filmteam fliegt mit derselben Kamera und denselben Objektiven, die am Boden schon im Einsatz sind, und die Aufnahmen passen farblich ohne Umweg zusammen.

Warum Sony ausgestiegen ist

Im November 2024 kündigte Sony das Ende an. Die Begründung in der Mitteilung blieb knapp: Wegen jüngster Veränderungen im Geschäftsumfeld ende der Verkauf der Airpeak S1 und des Zubehörs Ende März 2025.

Die Fachpresse ordnete das deutlicher ein. PetaPixel nannte die Drohne in seiner Besprechung einen Flop, obwohl sie technisch beeindruckte. Die Gründe liegen im Umfeld: DJI bot mit der Mavic 3 Cine für 4.799 US-Dollar eine Kameradrohne mit Apple-ProRes-Aufnahme, und die Inspire 3 deckte für 16.499 US-Dollar das Filmset-Segment ab. Dazwischen blieb für eine Drohne, zu der noch eine Kamera für mehrere Tausend Euro dazukam, wenig Platz.

Das Auslaufen in drei Stufen

Sony hat das Ende in drei Stufen gestaffelt. Die Zeitachse zeigt, wo die Airpeak heute steht:

Zeitachse der Sony Airpeak S1: Vorstellung im Januar 2021, im Handel von Ende 2021 bis zum 31. März 2025, danach Verkauf von Akkus und Propellern bis zum 31. März 2026, seitdem nur noch Reparatur und Software bis zum 31. März 2030. Eine Markierung zeigt den Stand September 2026 in der Phase ohne neue Akkus.

Seit März 2026 gibt es für die Airpeak S1 keine neuen Akkus mehr, der Service endet im März 2030.

DatumWas endet
31. März 2025Verkauf von Drohne, Gimbals, Fernsteuerung, Ladegerät, RTK-Kit
31. März 2026Verkauf von Akkus und Propellern
31. März 2030Inspektion, Reparatur und Software-Pflege

Für Besitzer ist die zweite Stufe die entscheidende. Akkus altern mit jedem Ladezyklus, und Ersatz kommt seit Frühjahr 2026 nicht mehr aus dem Sony-Lager. Die Drohne fliegt damit genau so lange, wie die vorhandenen Akkus halten. Wie schnell Drohnen-Akkus an Kapazität verlieren und woran du das erkennst, erklärt der Artikel zur Lebensdauer einer Drohne.

Eine gebrauchte Airpeak kaufen?

Auf dem Gebrauchtmarkt tauchen Airpeak-Sets auf, oft deutlich unter dem einstigen Preis. Bevor du zugreifst, lohnen vier Prüfungen:

  1. Anzahl und Zustand der Akkus: Ladezyklen und Kapazität erfragen. Jeder Akku mehr verlängert die Nutzungsdauer.
  2. Gimbal und Kamera-Kompatibilität: Passt deine Alpha-Kamera auf den Gimbal, und ist die Firmware aktuell?
  3. Serviceweg: Bis März 2030 repariert Sony. Das Gerät sollte eine nachvollziehbare Herkunft haben, damit der Service greift.
  4. Einsatzrecht: Eine Drohne dieser Größe fliegt in der EU nicht überall. Dazu gleich mehr.

Wer eine Drohne für die nächsten fünf Jahre sucht, fährt mit einem aktuellen Modell mit laufender Ersatzteilversorgung sicherer. Die Airpeak eignet sich für Produktionen, die schon Alpha-Kameras im Einsatz haben und eine begrenzte Zeit überbrücken wollen.

Rechtlich: eine große Drohne ohne Klassenlabel

Die Airpeak stammt aus einer Zeit vor den EU-Klassenkennzeichnungen C0 bis C4. Mit rund 7 Kilogramm maximalem Abfluggewicht fällt sie in der offenen Kategorie in die Unterkategorie A3. Das bedeutet:

Für Filmarbeit in Städten oder nah an Menschen braucht es eine Genehmigung in der speziellen Kategorie. Welche Regeln bei großen Drohnen greifen, fasst der Artikel Große Drohne mit Kamera zusammen.

Wo Sony-Technik heute fliegt

Auch ohne eigene Drohne steckt Sony in der Luftfahrt der Kameras.

Als Bildsensor: Einige Hersteller nennen Sony ausdrücklich als Lieferanten. Potensic wirbt bei der ATOM 2 mit einem 1/2-Zoll-Sony-Sensor und Blende f/1,8, die Drohne wiegt unter 249 Gramm. Viele andere Hersteller, darunter DJI, nennen den Lieferanten ihrer Sensoren nicht. Aussagen über „Sony-Sensoren” in solchen Drohnen lassen sich deshalb nur dort belegen, wo der Hersteller sie selbst trifft. Details zur ATOM 2 stehen in der Rezension der Potensic ATOM 2.

Als Industriekamera: Mit der ILX-LR1 bietet Sony eine Kamera speziell für Drohnen an. Sie hat einen Vollformatsensor mit 61 Megapixeln und wiegt als Gehäuse nur 243 Gramm, ohne eigenes Display. Gedacht ist sie für Vermessung und Inspektion, etwa als Nutzlast der Freefly Astro. Zusammen mit Gimbal und Objektiv nennt der Hersteller dort rund 970 Gramm.

Als Nutzlast großer Filmdrohnen: Schwerlastplattformen für Filmproduktionen tragen Vollformatkameras verschiedener Hersteller, darunter auch Sony. Das ist eine eigene Klasse mit eigenen Preisen und Genehmigungen.

Die Alternative für Consumer: Kameradrohne mit großem Sensor

Wer eigentlich „eine Drohne mit Sony-Bildqualität” sucht, sucht einen großen Sensor. Den bieten fertige Kameradrohnen heute ohne Wechselkamera. Die DJI Mavic 4 Pro trägt laut Datenblatt eine Hasselblad-Kamera mit 4/3-Zoll-Sensor und 100 MP, dazu zwei Tele-Kameras mit 70 und 168 mm. Wie sich die Hasselblad-Modelle unterscheiden, zeigt der Überblick Hasselblad-Kameradrohne.

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Fazit: eine Episode mit Ablaufdatum

Die Sony Airpeak S1 war der ernsthafte Versuch, Alpha-Kameras direkt in die Luft zu bringen. Technisch überzeugte sie mit Windstabilität und Tempo, wirtschaftlich blieb sie eine Nische. Seit März 2025 wird sie nicht mehr verkauft, seit März 2026 gibt es keine neuen Akkus, und 2030 endet der Service.

Für einen Neukauf ist sie damit keine Option mehr. Sony-Technik fliegt trotzdem weiter, als Sensor in einzelnen Consumer-Drohnen und als ILX-LR1 in der Vermessung. Wer Bildqualität auf Vollformat-Niveau aus der Luft will, schaut heute auf Kameradrohnen mit großem Sensor oder auf Filmplattformen mit Wechselkamera.

Häufige Fragen

Gibt es eine Drohne von Sony?

Es gab eine: die Sony Airpeak S1, vorgestellt im Januar 2021 auf der CES. Sie trug Vollformatkameras der Alpha-Reihe und kostete rund 9.000 US-Dollar ohne Kamera. Sony hat den Verkauf am 31. März 2025 beendet. Eine Nachfolgerin hat Sony nicht angekündigt.

Warum hat Sony die Airpeak eingestellt?

Sony nannte in der Mitteilung vom November 2024 „jüngste Veränderungen im Geschäftsumfeld" als Grund. Fachmedien verweisen auf den hohen Preis und einen Markt, den DJI dominiert: Zum Vergleich kostete die Mavic 3 Cine in den USA 4.799 US-Dollar. Die Airpeak blieb ein Nischenprodukt für Filmproduktionen.

Bekomme ich für die Airpeak S1 noch Akkus?

Neu bei Sony nicht mehr. Akkus und Propeller verkaufte Sony bis zum 31. März 2026. Inspektion, Reparatur und Software-Pflege bietet Sony noch bis zum 31. März 2030 an. Wer heute eine gebrauchte Airpeak kauft, ist bei den Akkus auf Restbestände und den Gebrauchtmarkt angewiesen.

Welche Kameras konnte die Airpeak S1 tragen?

Sony-Vollformatkameras der Alpha-Reihe und die Cinema-Line-Kamera FX3, montiert auf einem Gimbal von Gremsy. Die Nutzlast lag bei bis zu 2,5 Kilogramm. Mit Kamera und Gimbal sank die Flugzeit von 22 Minuten ohne Nutzlast auf rund 12 Minuten.

Gibt es Drohnen mit Sony-Sensor?

Ja, einige Hersteller nennen Sony als Lieferanten des Bildsensors. Potensic wirbt bei der ATOM 2 mit einem 1/2-Zoll-Sony-Sensor und Blende f/1,8. Für Vermessungsdrohnen bietet Sony zudem die Industriekamera ILX-LR1 mit 61 MP an, die zum Beispiel auf der Freefly Astro sitzt. Viele Hersteller geben den Sensor-Lieferanten allerdings gar nicht an.

Welche Drohne trägt heute eine Sony-Kamera?

Für Filmproduktionen tragen Schwerlastdrohnen Vollformatkameras verschiedener Hersteller, darunter auch Sony. Für Vermessung gibt es die Sony ILX-LR1 als Nutzlast für Industriedrohnen wie die Freefly Astro. Im Consumer-Bereich setzen fertige Kameradrohnen dagegen auf fest eingebaute Kameras.

Welche Regeln gelten für eine Drohne wie die Airpeak S1 in der EU?

Mit rund 7 Kilogramm maximalem Abfluggewicht und ohne EU-Klassenkennzeichnung fällt sie in der offenen Kategorie in die Unterkategorie A3. Das heißt: mindestens 150 Meter Abstand zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten, keine unbeteiligten Menschen im Flugbereich, Kompetenznachweis A1/A3 und Registrierung. Für Filmarbeit in der Stadt braucht es eine Genehmigung in der speziellen Kategorie.

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