Technische Daten
Fluggerät
| Startgewicht | unter 249 g |
|---|---|
| Maße gefaltet | 88 × 143 × 58 mm |
| Maße aufgefaltet | 300 × 252 × 58 mm (mit Propellern) |
| Max. Horizontalgeschwindigkeit | bis 57,6 km/h (16 m/s) |
| Max. Flugzeit | bis 32 Minuten je Akku |
| Windwiderstand | bis ca. 38 km/h (10,7 m/s, Windstärke 5) |
| Drohnenklasse | C0 (EU) |
| Hindernissensorik | weist Potensic für dieses Modell nicht aus |
Kamera und Gimbal
| Bildsensor | 1/2-Zoll-CMOS von Sony |
|---|---|
| Objektiv | 79,4° Bildwinkel, Blende f/1,8 |
| Fotoauflösung | 48 MP, ausgegeben in 8K |
| Video | 4K mit HDR |
| Gimbal | mechanisch auf drei Achsen stabilisiert |
| Steuerbarer Neigebereich | -90° bis +20° |
| Max. Bitrate | weist Potensic nicht aus |
Übertragung und Steuerung
| Übertragungssystem | PixSync 4.0 |
|---|---|
| Max. Reichweite | bis 6 km in der EU-Konfiguration, 10 km nach FCC-Standard |
| Live-Bild | 1080p mit 30 Bildern/s |
| Fernsteuerung | RC PTD 1 mit eigenem Bildschirm (im Standard-Kit und in der Fly More Combo) |
| App | Potensic Eve |
Akku
| Akku | 2.230 mAh bei 7,7 V |
|---|---|
| Ladezeit | weist Potensic nicht aus |
Die Potensic ATOM 2 ist einer der wenigen ernsthaften Gegenspieler zu DJI in der 250-Gramm-Klasse. Sie bringt einen mechanischen 3-Achsen-Gimbal, einen Sony-Sensor mit f/1,8 und 32 Minuten Flugzeit mit. Die Datenlage des Herstellers ist dabei weniger vollständig als bei DJI, was diese Rezension an den betreffenden Stellen benennt. Grundlage sind die Herstellerangaben, die Amazon-Listungen und das Preisgefüge der Klasse.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Der mechanische 3-Achsen-Gimbal ist in dieser Preisklasse außerhalb des DJI-Programms selten und hebt die Drohne deutlich über Modelle mit reiner Software-Stabilisierung
- Der Sony-Sensor mit Blende f/1,8 sammelt spürbar mehr Licht als die f/2,8-Optiken vergleichbarer Einsteigermodelle
- 32 Minuten Flugzeit liegen auf dem Niveau der DJI-Mini-Klasse und über dem, was andere Alternativhersteller bieten
- 48-MP-Fotos mit 8K-Ausgabe geben Reserve für Beschnitt und großformatige Ausgabe
- Unter 249 g mit C0-Klassifizierung, damit gelten dieselben entspannten Regeln wie für die DJI-Mini-Serie
- Ein steuerbarer Gimbal-Bereich bis +20 Grad erlaubt Aufnahmen leicht nach oben, was viele Konkurrenzmodelle nicht können
Das spricht dagegen
- Potensic weist zentrale Werte nicht aus, darunter Bitrate, ISO-Bereich und Ladezeit; eine belastbare Einordnung der Videoqualität ist damit schwerer als bei DJI
- Eine Hinderniserkennung führt der Hersteller für dieses Modell nicht auf, du fliegst in allen Richtungen auf Sicht
- Mit rund 390 € liegt sie über der DJI Mini 3, die einen größeren 1/1,3-Zoll-Sensor und 38 Minuten Flugzeit bietet
- Das Ökosystem ist kleiner: weniger Zubehör, weniger Werkstätten, weniger Software-Pflege als bei DJI
- Das Livebild kommt mit 1080p bei 30 Bildern/s, neuere Systeme übertragen mit 60 Bildern/s spürbar flüssiger
- Der 1/2-Zoll-Sensor ist kleiner als die 1/1,3-Zoll-Sensoren der direkten Preiskonkurrenz
Ein Gegenspieler zu DJI
Die 250-Gramm-Klasse ist fast vollständig von DJI besetzt. Wer ohne Führerschein fliegen und dabei brauchbare Bilder machen will, landet in aller Regel bei der Mini-Serie. Die Potensic ATOM 2 ist einer der wenigen Versuche, dieses Feld von außen anzugreifen, und sie tut es mit dem richtigen Bauteil: einem mechanischen 3-Achsen-Gimbal.
Das ist der Punkt, an dem die meisten Alternativhersteller aussteigen. Ein motorisierter Gimbal ist teuer, wiegt und muss präzise gefertigt sein. Modelle unter 200 € stabilisieren deshalb per Software, was Bildfläche kostet und bei Wind sichtbar wird. Potensic geht den aufwendigeren Weg.
Dazu kommen ein 1/2-Zoll-Sony-Sensor mit f/1,8, 32 Minuten Flugzeit und 48-MP-Fotos. Der Preis liegt bei rund 390 €, mit Bildschirm-Fernsteuerung bei rund 420 €.
Zur Datenlage
Ein Punkt gehört an den Anfang, weil er die ganze Einordnung betrifft. Potensic veröffentlicht kein Datenblatt in der Ausführlichkeit, wie DJI es tut. Werte, die für die Beurteilung von Videoqualität entscheidend sind, fehlen: die Bitrate, der ISO-Bereich, die Ladezeit und die genauen Bildraten je Auflösung.
Wir tragen hier nur ein, was der Hersteller ausweist, und benennen die Lücken als solche. Für dich heißt das: Bei der Frage, wie gut das 4K-Material in bewegten Motiven zusammenhält, gibt es weniger belastbare Anhaltspunkte als bei einer DJI-Drohne.
Der Gimbal und der Sensor
Der 3-Achsen-Gimbal gleicht Neigen, Rollen und Schwenken mechanisch aus. Der praktische Unterschied zur elektronischen Stabilisierung zeigt sich an zwei Stellen: Die volle Sensorfläche bleibt nutzbar, weil kein Rand für die Korrektur abgeschnitten wird, und bei schnellen Schwenks fehlt das Wabern am Bildrand, das Softwarelösungen erzeugen.
Der steuerbare Neigebereich reicht von -90° bis +20°. Der Blick senkrecht nach unten ist damit möglich, und die 20 Grad nach oben sind eine Zugabe, die viele Konkurrenzmodelle nicht bieten. Für Aufnahmen aus Bodennähe gegen einen Berghang oder eine Hauswand ist das nützlich.
Beim Sensor liegt die ATOM 2 mit 1/2 Zoll zwischen den Klassen. Er ist größer als die 1/2,3 Zoll der Einstiegsmodelle wie der DJI Mini 4K und kleiner als die 1/1,3 Zoll der DJI Mini 3. Die Blende f/1,8 gleicht einen Teil dieses Rückstands aus, weil sie deutlich mehr Licht durchlässt als f/2,8.
Fotos entstehen mit 48 Megapixeln, was der Hersteller als 8K bezeichnet. Diese Angabe bezieht sich auf die Pixelbreite des Standbilds, nicht auf Video. Videos nimmt die Drohne in 4K mit HDR auf.
Flugleistung
32 Minuten Flugzeit nennt Potensic je Akku. Realistisch bleiben nach Abzug von Start, Landung, Positionswechseln, Wind und Sicherheitsreserve 21 bis 25 Minuten. Der Akku hat 2.230 mAh bei 7,7 V, was in der Größenordnung der DJI-Mini-Akkus liegt.
Beim Wind gibt Potensic rund 38 km/h an, also 10,7 m/s und damit Windstärke 5. Das ist derselbe Wert, den DJI für die Mini-Serie nennt, und für ein Gerät dieser Masse ein ordentliches Ergebnis. Wie man Windprognosen vor dem Start liest, steht beim Drohnenflug bei Wind.
Die Höchstgeschwindigkeit von 57,6 km/h entspricht 16 m/s und liegt auf demselben Niveau wie bei den DJI-Mini-Modellen.
Übertragung: PixSync 4.0
Potensic setzt auf ein eigenes Übertragungssystem namens PixSync 4.0. Die Reichweitenangabe lautet bis zu 10 km nach FCC-Standard und bis zu 6 km in der EU-Konfiguration, das Livebild kommt mit 1080p bei 30 Bildern/s.
Diese Werte sind einzuordnen. Die Reichweite ist in Deutschland ohnehin nicht ausfliegbar, weil die Sichtweitenregel greift. Das Livebild mit 1080p entspricht dem, was DJI mit O4 liefert, allerdings mit 30 statt 60 Bildern pro Sekunde. Beim schnellen Schwenken wirkt das Vorschaubild dadurch weniger flüssig, auf die Aufnahmequalität hat es keinen Einfluss.
Was fehlt: Hinderniserkennung
Potensic führt für die ATOM 2 keine Hinderniserkennung auf. Damit liegt sie auf dem Niveau der DJI Mini 3 und der Mini 4K, die ebenfalls nur nach unten sehen.
Praktisch bedeutet das drei Dinge. Die automatische Rückkehr fliegt den direkten Weg, ohne Hindernisse im Korridor zu erkennen, weshalb die Rückkehrhöhe vor jedem Start sitzen muss. Beim Rückwärtsflug und beim seitlichen Kreisen bist du auf eigene Sicht angewiesen. Und in strukturiertem Gelände zwischen Bäumen ist Vorsicht die einzige verfügbare Sicherheitsfunktion.
Die drei Kaufvarianten
| Variante | Fernsteuerung | Lieferumfang | Preis |
|---|---|---|---|
| ATOM 2 | Standard-Fernsteuerung | Drohne, 1 Akku | ca. 390 € |
| Standard-Kit | RC PTD 1 mit Bildschirm | Drohne, 1 Akku | ca. 420 € |
| Fly More Combo | RC PTD 1 mit Bildschirm | mehrere Akkus, Tasche | ca. 504 € |
Der Aufpreis von rund 30 € für die RC PTD 1 mit eigenem Bildschirm ist die klarste Rechnung der drei: Eine Bildschirm-Fernsteuerung kostet einzeln ein Vielfaches, und sie erspart bei jedem Start das Einklemmen und Verkabeln des Smartphones.
Der Schritt zur Fly More Combo* kostet weitere 84 € und bringt zusätzliche Akkus plus Tasche.
Alternativen im Vergleich
| Modell | Sensor | Flugzeit | Gimbal | Preis |
|---|---|---|---|---|
| Potensic ATOM 2 | 1/2”, f/1,8 | 32 min | 3 Achsen | ca. 390 € |
| DJI Mini 3 | 1/1,3”, f/1,7 | 38 min | 3 Achsen, Hochformat | ca. 304 € |
| DJI Mini 4K | 1/2,3”, f/2,8 | 31 min | 3 Achsen | ca. 250 € |
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Die DJI Mini 3 kostet rund 86 € weniger, hat den größeren Sensor, fliegt sechs Minuten länger und dreht zusätzlich mechanisch ins Hochformat. Auf der reinen Datenlage ist sie die bessere Wahl.
Die Mini 4K liegt nochmals 54 € darunter, verzichtet dafür auf Sensorgröße und Lichtstärke.
Die ATOM 2 behauptet sich über Details: 48-MP-Fotos, der Gimbal-Bereich bis +20 Grad und die Bildschirm-Fernsteuerung, die bei Potensic bereits ab 420 € dabei ist, während sie bei DJI Aufpreis kostet.
Für wen sich die ATOM 2 lohnt
Sie passt, wenn du bewusst außerhalb des DJI-Ökosystems bleiben willst und dabei einen echten Gimbal brauchst. Für Landschaftsaufnahmen bei gutem Licht liefert sie Material, das über dem der Einstiegsklasse liegt, und die Bildschirm-Fernsteuerung im Kit ist ein realer Preisvorteil.
Weniger passend ist sie, wenn du nach dem besten Datenblatt für dein Geld suchst. Dort führt die DJI Mini 3 mit größerem Sensor, längerer Flugzeit und niedrigerem Preis. Auch wer auf ausführliche Herstellerdokumentation und ein großes Zubehör-Ökosystem Wert legt, ist bei DJI besser aufgehoben.
Fazit
Die Potensic ATOM 2 macht vieles richtig: mechanischer 3-Achsen-Gimbal, Sony-Sensor mit f/1,8, 32 Minuten Flugzeit, C0-Klassifizierung und eine Bildschirm-Fernsteuerung bereits im Standard-Kit. Als Alternative zum Marktführer ist sie technisch ernstzunehmen.
Mit einer Gesamtwertung von 3,8 von 5 bleibt sie hinter der direkten Preiskonkurrenz zurück, weil die DJI Mini 3* für weniger Geld den größeren Sensor und die längere Flugzeit bietet. Wer die ATOM 2 kauft, tut das sinnvollerweise wegen der 48-MP-Fotos, des erweiterten Gimbal-Bereichs oder aus der bewussten Entscheidung gegen DJI.
Häufige Fragen
Braucht man für die Potensic ATOM 2 einen Drohnenführerschein?
Nein. Die ATOM 2 bleibt unter 249 g und ist C0-klassifiziert. Für C0-Drohnen verlangt die EU-Drohnenverordnung in den Unterkategorien A1 und A3 keinen Kompetenznachweis. Als Betreiber musst du dich beim Luftfahrt-Bundesamt registrieren, weil eine Kamera verbaut ist, und eine Haftpflichtversicherung abschließen.
Wie gut ist der Gimbal der Potensic ATOM 2?
Es handelt sich um einen mechanischen 3-Achsen-Gimbal, der Neigen, Rollen und Schwenken über Motoren ausgleicht. Das ist derselbe Ansatz, den DJI in der Mini-Serie verwendet, und ein deutlicher Unterschied zu elektronischer Stabilisierung, die Bildfläche kostet. Der steuerbare Neigebereich reicht von -90 bis +20 Grad, senkrecht nach unten und leicht nach oben.
Wie weit fliegt die Potensic ATOM 2?
Das Übertragungssystem PixSync 4.0 schafft laut Potensic bis zu 10 km nach amerikanischem FCC-Standard. In der EU-Konfiguration nennt der Hersteller bis zu 6 km. Praktisch spielt das kaum eine Rolle, weil in Deutschland die Sichtweitenregel gilt: Du musst die Drohne durchgehend ohne Hilfsmittel sehen können, was je nach Bedingungen bei 300 bis 500 m endet.
Potensic ATOM 2 oder DJI Mini 3?
Die Mini 3 hat den größeren 1/1,3-Zoll-Sensor gegenüber 1/2 Zoll, fliegt 38 statt 32 Minuten, dreht den Gimbal mechanisch ins Hochformat und kostet bei Amazon rund 86 € weniger. Die ATOM 2 punktet mit 48-MP-Fotos und dem Gimbal-Bereich bis +20 Grad. Nach der reinen Datenlage spricht mehr für die Mini 3.
Hat die Potensic ATOM 2 eine Hinderniserkennung?
Potensic führt für dieses Modell keine Hinderniserkennung auf. Du solltest deshalb davon ausgehen, dass die Drohne in allen Richtungen auf deine Aufmerksamkeit angewiesen ist. Wie bei allen Drohnen ohne Sensorik gilt: Die Rückkehrhöhe vor dem Start so setzen, dass der Rückweg über allen Bäumen und Masten verläuft.
Welche Fernsteuerung gehört zur Potensic ATOM 2?
Die RC PTD 1 mit eigenem Bildschirm liegt dem Standard-Kit für rund 420 € und der Fly More Combo für rund 504 € bei. Damit brauchst du kein Smartphone am Steuergerät. Gesteuert und ausgewertet wird über die App Potensic Eve.
Wie lange fliegt die Potensic ATOM 2 wirklich?
Der Herstellerwert von 32 Minuten stammt wie bei allen Drohnen aus einer Idealmessung. Realistisch planbar sind 21 bis 25 Minuten, weil Start, Landung, Positionswechsel, Wind und eine Sicherheitsreserve von etwa 20 Prozent Restladung Energie kosten. Der Akku hat 2.230 mAh bei 7,7 V.
Macht die Potensic ATOM 2 wirklich 8K-Fotos?
Der Sensor löst mit 48 Megapixeln auf, was einer Bildbreite im 8K-Bereich entspricht. Das ist eine Frage der Bezeichnung: 8K bezieht sich hier auf die Pixelbreite des Standbilds, nicht auf Video. Videos nimmt die Drohne in 4K mit HDR auf.
Lohnt sich die Fly More Combo der ATOM 2?
Sie kostet rund 504 € gegenüber 420 € für das Standard-Kit. Für die Differenz von etwa 84 € bekommst du zusätzliche Akkus und eine Tasche. Bei 32 Minuten je Akku ist das die sinnvolle Wahl, wenn du länger als eine halbe Stunde am Stück unterwegs sein willst.
Wie steht Potensic als Marke zu DJI?
Potensic ist ein deutlich kleinerer Anbieter mit entsprechend kleinerem Ökosystem: weniger Zubehör, weniger Reparaturwege, seltenere Software-Aktualisierungen. Technisch ist die ATOM 2 ein ernstzunehmendes Gerät mit echtem Gimbal und Sony-Sensor. Wer Wert auf langfristige Ersatzteilversorgung legt, sollte das mit einkalkulieren.