Die Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt ist durch, die e-ID liegt im Postfach, und jetzt soll diese kryptische Zeichenkette irgendwie an die Drohne. Fertige Plaketten gibt es ab wenigen Euro, ein Etikettendrucker liegt vielleicht ohnehin in der Schublade, und im Netz kursiert hartnäckig die Behauptung, das Ganze müsse feuerfest sein. Dieser Artikel klärt, was wirklich vorgeschrieben ist und wie du die Kennzeichnung in zehn Minuten sauber erledigst.
Das Wichtigste in Kürze
- Auf die Plakette gehört die e-ID ohne PIN: der Teil vor dem Bindestrich, zum Beispiel
DEU87astrdge12kc. Die drei Zeichen danach bleiben geheim.- Feuerfest ist keine Pflicht mehr. Diese Vorgabe stammt aus dem deutschen Recht bis Ende 2020; heute zählt, dass die Nummer hält und lesbar bleibt.
- Kaufen kostet 5 bis 15 Euro für einen Satz gravierter Plaketten, selbst machen geht mit Etikettendrucker oder laminiertem Ausdruck.
- Eine e-ID für alle Drohnen: Die Nummer hängt am Betreiber, jede weitere Drohne bekommt nur eine weitere Plakette.
- Zweite Pflicht nicht vergessen: Bei Drohnen mit direkter Fernidentifikation gehört die e-ID zusätzlich in die App.
Wer eine Kennzeichnung braucht
Die Kennzeichnungspflicht hängt direkt an der Registrierungspflicht aus der EU-Drohnenverordnung. Registrieren muss sich als UAS-Betreiber, wer eine Drohne betreibt, die mindestens eines dieser Merkmale erfüllt:
- Startmasse ab 250 Gramm oder eine Aufprallenergie über 80 Joule
- Sensor zur Erfassung personenbezogener Daten, in der Praxis also jede Kamera und jedes Mikrofon
Ausgenommen bleiben ausschließlich Modelle, die als Spielzeug nach der EU-Spielzeugrichtlinie in Verkehr gebracht wurden und unter 250 Gramm wiegen. Eine DJI Mini, eine DJI Neo oder eine DJI Flip fallen trotz ihrer 249 Gramm nicht darunter, sie sind wegen der Kamera registrierungs- und damit kennzeichnungspflichtig. Wer ausschließlich mit einem kamerafreien Indoor-Quadrocopter durch die Wohnung fliegt, braucht dagegen weder Registrierung noch Plakette.
Die Registrierung selbst läuft online über das Portal des Luftfahrt-Bundesamts und kostet einmalig 20 Euro für natürliche Personen und 50 Euro für juristische Personen. Die Bearbeitung dauert bis zu 14 Werktage, die Registrierung gilt anschließend fünf Jahre und wird danach erneuert. Details zur gewerblichen Variante stehen im Ratgeber Drohne gewerblich nutzen.
Was genau auf die Plakette gehört
Die e-ID kommt in einem EU-weit einheitlichen Format und sieht in Deutschland so aus:
DEU87astrdge12kc-xyz
Sie zerfällt in vier Bausteine:
| Baustein | Beispiel | Bedeutung |
|---|---|---|
| Ländercode | DEU | Registrierungsstaat Deutschland |
| Zufallsteil | 87astrdge12k | zwölf zufällige Zeichen |
| Prüfzeichen | c | Prüfziffer der Nummer |
| PIN | xyz | vertraulicher Teil, bleibt geheim |
Auf die Drohne gehört alles vor dem Bindestrich, im Beispiel also
DEU87astrdge12kc. Die drei Zeichen dahinter sind dein PIN-Anteil,
der ausschließlich in die Fernidentifikation gehört und niemals
sichtbar aufgeklebt wird. Wer den PIN mit auf die Plakette druckt,
gibt Fremden die Möglichkeit, sich in Systemen als Betreiber deiner
Drohne auszugeben.

Der Bindestrich trennt die öffentliche Betreibernummer vom geheimen PIN, nur der linke Teil gehört sichtbar an die Drohne.
Name und Anschrift verlangt die EU-Regelung nicht mehr. Viele Piloten setzen trotzdem freiwillig eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse mit auf den Aufkleber, damit eine notgelandete Drohne den Weg zurück findet. Rechtlich ist das eine reine Kür, praktisch hat es schon manche Drohne aus dem Maisfeld zurückgebracht.
Der Feuerfest-Mythos
Bis zum 31. Dezember 2020 galt in Deutschland § 19 der Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung: Drohnen ab 250 Gramm brauchten ein Kennzeichen aus feuerfestem Material mit Name und Anschrift des Eigentümers. Genau daraus stammt die Formulierung, die bis heute durch Shops und Foren geistert.
Mit der EU-Drohnenverordnung ist diese Vorgabe entfallen. Das Luftfahrt-Bundesamt stellt in seinen Fragen und Antworten ausdrücklich klar, dass feuerfeste Plaketten nach aktuellem EU-Recht nicht mehr erforderlich sind. Gefordert ist, dass die e-ID an geeigneter Stelle physisch angebracht wird; auch ein QR-Code ist zulässig, solange er groß genug zum Scannen bleibt.
Für die Praxis heißt das: Material und Bauart sind deine Entscheidung. Aluminium mit Lasergravur bleibt aus einem anderen Grund attraktiv, denn es überlebt Regen, Fahrtwind, Reinigungstücher und Jahre in der Transporttasche, ohne unleserlich zu werden. Genau darauf kommt es rechtlich an.
Plakette kaufen: die Varianten im Vergleich
Der Markt ist übersichtlich, drei Bauarten decken praktisch alles ab:
| Variante | Preis (Satz) | Stärken | Schwächen |
|---|---|---|---|
| Alu-Plakette mit Gravur | ca. 8 bis 15 € | dauerhaft lesbar, wetterfest, hochwertige Optik | einige Gramm Zusatzgewicht, feste Größe |
| Folienaufkleber, bedruckt | ca. 5 bis 10 € | sehr leicht, beliebige Formen, günstig | Druck kann mit den Jahren verblassen |
| QR-Code-Etikett | ca. 6 bis 12 € | klein, schnell auslesbar | Klarschrift sollte zusätzlich lesbar sein |
Beim Kauf lohnt der Blick auf drei Punkte: Größe (die Nummer muss ohne Lupe lesbar bleiben, gängig sind 25 × 10 bis 50 × 20 mm), Stückzahl (Sätze mit mehreren Exemplaren decken Drohne, Fernsteuerung und Ersatzrumpf ab) und Klebstoff (Acrylat-Kleber hält auf Kunststoff deutlich besser als Standard-Papierkleber).
Für eine 249-Gramm-Drohne zählt zusätzlich das Gewicht. Eine Alu-Plakette wiegt je nach Größe 0,3 bis 1 Gramm, was die Gewichtsgrenze nicht sprengt. Wer mit einer Drohne knapp unter 250 Gramm unterwegs ist und zusätzlich Landefüße, Filter oder Propellerschutz montiert, sollte die Startmasse trotzdem einmal auf einer Feinwaage prüfen. Warum diese Grenze so viel ausmacht, steht im Ratgeber Drohne unter 250 g: wo fliegen.
Plakette selbst machen: vier Wege
Selbst gemacht ist völlig zulässig, und es gibt sie in vier Qualitätsstufen:
- Etikettendrucker mit Kunststoffband (Brother P-touch, Dymo und Co.): laminierte Bänder halten Feuchtigkeit und Abrieb gut aus, das Ergebnis sieht sauber aus. Bester Kompromiss aus Aufwand und Haltbarkeit.
- Laserdruck plus Laminat: Nummer auf normalem Papier drucken, schmal zuschneiden, mit transparentem Paketband oder Laminierfolie versiegeln und mit doppelseitigem Klebeband befestigen. Kostet nichts und hält eine Saison.
- Gravur auf Alu-Blank: Wer eine Graviermaschine oder einen Lasercutter greifbar hat, produziert die Profi-Variante selbst.
- Wasserfester Stift auf Klebeband: funktioniert für den nächsten Flug, verblasst aber in der Sonne. Als Dauerlösung ungeeignet.
Zwei Fehler tauchen dabei immer wieder auf: Verwechslungen zwischen Null und dem Buchstaben O sowie zwischen 1, l und I. Die e-ID enthält beides, und eine unleserliche Kennzeichnung erfüllt die Pflicht nicht. Wähle deshalb eine Schrift, die diese Zeichen unterscheidet, und kontrolliere den Ausdruck Zeichen für Zeichen gegen den Registrierungsbescheid.
Wo die Plakette hingehört
Die Verordnung fordert eine geeignete Stelle, in der Praxis heißt das: von außen sichtbar, ohne die Technik zu stören. Bewährt haben sich
- die Unterseite des Rumpfes bei Faltdrohnen, dort ist Platz und die Fläche liegt geschützt,
- die Oberseite zwischen den Armen, gut zugänglich für eine Kontrolle,
- die Innenseite der Akkuklappe nur als Ergänzung, weil sie beim geschlossenen Fluggerät nicht einsehbar ist.
Freihalten musst du alles, was die Drohne zum Fliegen braucht: Hinderniserkennung und Sichtsensoren an Front, Heck und Unterseite, das Sichtfeld des Gimbals, GPS- und Funkantennen, Lüftungsschlitze und die Klappgelenke der Arme. Eine Plakette über einem Infrarotsensor führt zu Fehlmeldungen im Landeanflug, eine im Luftstrom der Propeller löst sich früher oder später.
Bei mehreren Drohnen klebt auf jede dieselbe Nummer. Verkaufst du eine Drohne, gehört die alte Plakette rückstandsfrei entfernt, denn die e-ID bleibt bei dir als Betreiber. Der Käufer bringt seine eigene an.
Die zweite Pflicht: e-ID in der Fernidentifikation
Die Plakette deckt nur die Hälfte ab. Drohnen mit direkter Fernidentifikation (Direct Remote ID) senden während des Flugs laufend ihre Position und die Betreibernummer aus, damit Behörden einen Betreiber zuordnen können. Diese Nummer trägst du einmalig in der Steuerungs-App ein, bei DJI in den Sicherheitseinstellungen unter dem Punkt zur Betreiberkennung.
Alle Drohnen mit C-Klassenlabel (C0 bis C6) bringen die Funktion mit, ältere Modelle ohne Label meist nicht. Trägst du die Nummer dort nicht ein, fliegt die Drohne mit einer leeren Betreiberkennung, was bei einer Kontrolle genauso zählt wie eine fehlende Plakette. Der PIN-Anteil gehört übrigens auch hier nicht hinein, die App fragt nur die öffentliche Nummer ab.
Bußgeld und Versicherung
Der Betrieb ohne angebrachte e-ID ist eine Ordnungswidrigkeit nach dem Luftverkehrsgesetz. Die Landesluftfahrtbehörden setzen die Höhe im Einzelfall fest, bei einer reinen Kennzeichnungslücke liegt sie üblicherweise im dreistelligen Bereich. Der theoretische Bußgeldrahmen für Drohnenverstöße reicht bis 50.000 Euro, ausgeschöpft wird er bei Gefährdungen des Luftverkehrs.
Teurer wird es über die Versicherung. Die Drohnen-Haftpflicht ist in Deutschland Pflicht, und im Schadensfall prüft der Versicherer, ob du die Betreiberpflichten eingehalten hast. Eine fehlende Kennzeichnung allein führt selten zur Leistungsverweigerung, sie liefert in Kombination mit anderen Verstößen aber ein starkes Argument. Zehn Minuten Aufwand für eine korrekte Plakette sind dagegen eine gute Investition.
Sonderfälle: Umzug, Verkauf, Ausland
- Adressänderung: Die e-ID bleibt bestehen, deine Daten aktualisierst du im Portal des Luftfahrt-Bundesamts. Die Plakette muss nicht getauscht werden, weil auf ihr keine Adresse steht.
- Drohne verkaufen: alte Plakette abziehen, Klebereste entfernen und die Betreibernummer auch aus der App löschen.
- Fliegen in der EU: Deine deutsche e-ID gilt in allen EU-Staaten sowie in Norwegen, Island und Liechtenstein. Eine zusätzliche Registrierung im Urlaubsland fällt nur an, wenn du dort deinen Wohnsitz hast. Was sonst noch zu beachten ist, steht im Ratgeber Drohne im Urlaub.
- Drohne verloren: Melde den Verlust dem Versicherer. Die e-ID bleibt gültig, ein Missbrauch der Nummer durch den Finder ist ohne PIN kaum möglich.
Fazit: zehn Minuten, dann ist die Pflicht erledigt
Die Kennzeichnung ist die einfachste aller Drohnenpflichten: öffentliche e-ID ohne PIN auf ein wetterfestes Schildchen, außen sichtbar aufkleben, bei Modellen mit Fernidentifikation dieselbe Nummer in der App hinterlegen, fertig. Feuerfest muss dabei nichts sein, das war die alte deutsche Regel bis Ende 2020. Ob du 8 Euro für eine gravierte Alu-Plakette ausgibst oder dir eine mit dem Etikettendrucker zieht, entscheidest du nach Geschmack. Wichtig ist nur, dass die Nummer in fünf Jahren noch lesbar ist, und daran scheitern genau die Lösungen mit dem wasserfesten Stift.
Häufige Fragen
Was muss auf einer Drohnen-Plakette stehen?
Auf die Plakette gehört die e-ID des Betreibers ohne den geheimen PIN-Anteil, also der Teil vor dem Bindestrich, zum Beispiel DEU87astrdge12kc. Name und Anschrift verlangt das EU-Recht nicht mehr, sie schaden auf einem Aufkleber aber auch nicht, wenn du die Drohne im Verlustfall zurückbekommen willst. Die drei Zeichen nach dem Bindestrich bleiben geheim und gehören ausschließlich in die Fernidentifikation der Drohne.
Muss die Drohnen-Plakette feuerfest sein?
Nein. Die Pflicht zur feuerfesten Plakette stammt aus der alten deutschen Regelung bis Ende 2020 und ist mit der EU-Drohnenverordnung entfallen; das Luftfahrt-Bundesamt bestätigt das ausdrücklich. Gefordert ist heute, dass die e-ID an geeigneter Stelle angebracht und lesbar ist. Eine Aluminium-Plakette bleibt trotzdem eine gute Wahl, weil sie Wetter, Fahrtwind und Reinigungstücher deutlich besser übersteht als ein Papieraufkleber.
Was kostet eine Drohnen-Plakette?
Fertig gravierte Plaketten liegen meist zwischen 5 und 15 Euro pro Satz, häufig mit mehreren Exemplaren für Drohne, Fernsteuerung und Akkus. Aluminium-Varianten mit Lasergravur kosten etwas mehr als bedruckte Folienaufkleber. Selbst gemacht kostet eine Kennzeichnung praktisch nichts, wenn du wetterfestes Etikettenmaterial oder einen Etikettendrucker zur Hand hast.
Darf ich die Drohnen-Kennzeichnung selber machen?
Ja, das Recht schreibt keinen bestimmten Hersteller und kein bestimmtes Material vor. Entscheidend ist, dass die e-ID dauerhaft hält und lesbar bleibt. Bewährt haben sich Etikettendrucker mit Kunststoffband, laminierte Laserdruck-Streifen und gravierte Alu-Schilder. Handschriftliche Lösungen mit wasserfestem Stift funktionieren notfalls, verblassen aber schnell.
Wo bringe ich die Plakette an der Drohne an?
An einer von außen sichtbaren, glatten Fläche, die keine Sensoren, Lüftungsöffnungen, Antennen oder Klappgelenke verdeckt. Bei Faltdrohnen eignen sich die Unterseite des Rumpfes oder die Oberseite zwischen den Armen. Nicht geeignet sind der Akku als einziger Ort, Positionen über den Hindernissensoren und Stellen, an denen die Plakette in den Luftstrom der Propeller ragt.
Braucht auch eine Drohne unter 250 Gramm eine Kennzeichnung?
Sobald sie eine Kamera oder einen anderen Sensor für personenbezogene Daten trägt, ja. Damit sind praktisch alle Mini-Kameradrohnen betroffen, von der DJI Mini über die DJI Neo bis zur DJI Flip. Frei bleiben nur Drohnen unter 250 Gramm ohne Kamera und ohne Mikrofon, die als Spielzeug nach der EU-Spielzeugrichtlinie in Verkehr gebracht wurden.
Brauche ich für jede Drohne eine eigene e-ID?
Nein, die e-ID hängt am Betreiber und gilt für alle Drohnen, die du betreibst. Du registrierst dich einmal beim Luftfahrt-Bundesamt und klebst dieselbe Nummer auf jedes deiner Fluggeräte. Eine neue Drohne braucht also nur eine weitere Plakette, keine neue Registrierung.
Was passiert, wenn die Kennzeichnung fehlt?
Der Betrieb ohne angebrachte e-ID ist eine Ordnungswidrigkeit und wird von den Landesluftfahrtbehörden mit Bußgeld geahndet, üblicherweise im dreistelligen Bereich. Unangenehmer wird es im Schadensfall: Der Versicherer prüft, ob du die Betreiberpflichten eingehalten hast, und eine fehlende Kennzeichnung liefert ihm eine Angriffsfläche. Der Aufwand für eine korrekte Plakette steht dazu in keinem Verhältnis.
Muss ich die e-ID auch in der App eintragen?
Bei Drohnen mit direkter Fernidentifikation ja. Moderne Modelle mit C-Klassenlabel senden die Betreibernummer per Funk aus, dafür trägst du sie einmal in der Steuerungs-App ein, bei DJI unter den Sicherheitseinstellungen. Die physische Plakette ersetzt diesen Eintrag nicht, beide Pflichten stehen nebeneinander.