Auf dem Karton stand C0, im Datenblatt 249 Gramm, und im Netz liest du gleichzeitig “keine Registrierung nötig” und “Registrierung Pflicht”. Beide Aussagen stimmen, sie hängen nur an einem einzigen Detail. Dieser Artikel sortiert die C0-Klasse: was das Label technisch bedeutet, welche drei Pflichten trotz Führerschein-Freiheit bleiben und wo die 250-Gramm-Grenze im Alltag kippt.
Das Wichtigste in Kürze
- C0 heißt: unter 250 Gramm Startmasse inklusive Nutzlast, höchstens 19 m/s Geschwindigkeit, Höhenbegrenzung auf 120 Meter.
- Kein Kompetenznachweis in A1. Du darfst sofort starten, auch über Wohngebieten.
- Registrierung ab Kamera: Sensoren, die Personen erfassen können, machen die e-ID beim Luftfahrt-Bundesamt zur Pflicht.
- Haftpflicht ab dem ersten Gramm, das gilt in Deutschland unabhängig von Klasse und Gewicht.
- Überflug einzelner Unbeteiligter erlaubt, Menschenansammlungen bleiben tabu.
Was das C0-Label technisch verlangt
Die EU-Verordnung 2019/945 beschreibt für jede Klasse einen Katalog an Anforderungen. Steht C0 auf dem Gerät, hat der Hersteller in der Konformitätsbewertung nachgewiesen, dass die Drohne diesen Katalog erfüllt. Für C0 ist er kurz.
| Anforderung | Vorgabe für C0 |
|---|---|
| Startmasse inklusive Nutzlast | unter 250 g |
| Höchstgeschwindigkeit horizontal | 19 m/s |
| Einstellbare Höhenbegrenzung | auf 120 m begrenzbar |
| Antrieb | elektrisch, maximal 24 V Nennspannung |
| Konstruktion | keine scharfen Kanten, Verletzungsrisiko minimiert |
| Direkte Fernidentifizierung | keine Vorgabe |
| Geo-Sensibilisierung | keine Vorgabe |
Zwei Zeilen dieser Tabelle sind für den Alltag wichtiger als alle anderen. Fernidentifizierung und Geo-Sensibilisierung sind bei C0 freiwillig. Deine Drohne muss ihre e-ID also nicht per Funk aussenden, und sie muss dich nicht warnen, wenn du dich einem Flugverbotsgebiet näherst. Viele Hersteller bauen die Warnfunktion trotzdem ein, weil sie dieselbe Software auf allen Modellreihen nutzen. Verlassen kannst du dich darauf nicht: Die Flugvorbereitung läuft immer über die Dipul-Karte des Bundes.
Die Startmasse meint das flugfertige Gewicht mit Akku, Propellern, Speicherkarte und allem, was am Gerät hängt. Hersteller legen ihre Modelle deshalb auf 249 Gramm aus, teilweise mit 0,1 Gramm Reserve.
Was du mit C0 ohne Nachweis darfst
C0-Drohnen fliegen in der Unterkategorie A1, der Kategorie mit der größten Ortsfreiheit. Wohngebiete, Gewerbegebiete, Industriegebiete und Erholungsgebiete sind zulässig. Der 150-Meter-Mindestabstand aus A3 betrifft dich nicht.
Der eigentliche Unterschied zu allen anderen Klassen steht in Artikel 9 der EU-Verordnung 2019/947: Für C0 in A1 ist kein Kompetenznachweis vorgeschrieben. Du kaufst die Drohne, registrierst dich, versicherst sie und startest. Das Luftfahrt-Bundesamt empfiehlt das kostenlose Online-Training trotzdem. Es dauert einen Abend und beantwortet genau die Fragen, an denen sich Bußgelder entzünden: Höhe, Sichtverbindung, Schutzgebiete.
Beim Überflug von Personen ist C0 die großzügigste Klasse:
| Situation | C0 unter 250 g | C1 unter 900 g |
|---|---|---|
| Einzelne Unbeteiligte überfliegen | erlaubt | zu vermeiden, sonst kurz halten |
| Menschenansammlung überfliegen | verboten | verboten |
| Kompetenznachweis | keiner | A1/A3 |
| Fernidentifizierung | freiwillig | Pflicht |
| Registrierung | ab Kamera | immer |
Diese eine Zeile in der Mitte erklärt, warum die 250-Gramm-Klasse trotz kleinerer Sensoren so beliebt ist. Wer in der Stadt filmt, plant mit C0 seine Flugbahn deutlich freier. Wie sich die Klasse sonst auswirkt, steht im Ratgeber C1-Drohne: Regeln und Zertifikat.
Drei Pflichten bleiben trotzdem

Drei Prüfschritte entscheiden, was deine C0-Drohne vor dem Start braucht. Der Kompetenznachweis gehört in A1 nicht dazu.
1. Registrierung, sobald ein Sensor mitfliegt. Die Pflicht hängt an der Frage, ob deine Drohne personenbezogene Daten erfassen kann. Eine Kamera reicht dafür aus. Du registrierst dich einmalig als Betreiber beim Luftfahrt-Bundesamt, bekommst eine e-ID und bringst sie am Gerät an. Die e-ID gilt für dich als Person und damit für alle deine Drohnen zusammen, fünf Jahre lang. Der Ablauf steht im Ratgeber Drohne registrieren.
2. Kennzeichnung am Gerät. Die e-ID gehört als feuerfeste Plakette an die Drohne, gut lesbar und dauerhaft. Bei C0 endet die Pflicht hier, weil die Klasse keine digitale Fernidentifizierung verlangt. Welche Plaketten zulässig sind, klärt der Ratgeber Drohnen-Kennzeichnung.
3. Haftpflichtversicherung. Für Luftfahrzeuge gilt in Deutschland eine Gefährdungshaftung: Du haftest für Schäden auch dann, wenn dich kein Verschulden trifft. Private Haftpflichtverträge schließen Luftfahrzeuge in der Regel aus. Spezialtarife für Freizeitpiloten beginnen bei rund 30 Euro im Jahr, Details im Ratgeber Drohnen-Haftpflichtversicherung.
Ein Sonderfall betrifft Spielzeugdrohnen. Wurde ein Modell nach Richtlinie 2009/48/EG als Spielzeug in Verkehr gebracht, entfällt die Registrierungspflicht selbst mit Kamera. Erkennbar ist das an der Altersempfehlung auf der Verpackung, typischerweise “ab 14 Jahren”. Kameradrohnen der bekannten Hersteller fallen nicht darunter.
Wo die 250-Gramm-Grenze im Alltag kippt
Das C0-Label gilt für die Drohne im Auslieferungszustand. Alles, was du anbaust, zählt zur Startmasse dazu.
| Zubehör | typisches Gewicht |
|---|---|
| ND-Filter | 1 bis 3 g |
| Propellerschutz (Käfig) | 15 bis 40 g |
| Landegestell-Erhöhung | 8 bis 15 g |
| Suchtracker (Bluetooth/GPS) | 8 bis 30 g |
| Warnleuchte für Nachtflug | 5 bis 12 g |
Bei einer Drohne mit 249,9 Gramm Startmasse reicht ein einzelner Filter, um die Klasse zu verlassen. Rechtlich springt sie damit in die Bestandsregelung ohne Label, und die bedeutet ab 250 Gramm die Unterkategorie A3 mit 150 Metern Abstand zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten. In einer Stadt findest du solche Startplätze kaum noch.
Praktische Konsequenz: Wer Filter nutzt, prüft das Gewicht seiner Kombination auf einer Küchenwaage mit 0,1-Gramm-Auflösung. Modelle mit etwas Reserve, etwa die 151 Gramm der DJI Neo 2, vertragen Zubehör dagegen problemlos. Wie stark das Gewicht sonst ins Regelwerk hineinwirkt, steht im Ratgeber Wie schwer ist eine Drohne.
Drohnen unter 250 Gramm ohne C0-Label
Seit dem 1. Januar 2024 gilt für Drohnen ab 250 Gramm ohne Klassenlabel die Unterkategorie A3. Für die leichte Klasse sieht die Verordnung eine dauerhafte Ausnahme vor: Drohnen mit einer Startmasse unter 250 Gramm dürfen ohne Label in A1 fliegen. Dieselbe Regel deckt privat gebaute Drohnen ab, solange sie unter 250 Gramm bleiben und höchstens 19 m/s erreichen.
Für dich als Pilot ändert das Label deshalb wenig. Es unterscheidet vor allem, welche Nachweise der Hersteller erbracht hat:
| C0 mit Label | unter 250 g ohne Label | |
|---|---|---|
| Unterkategorie | A1 | A1 |
| Kompetenznachweis | keiner | keiner |
| Registrierung | ab Kamera | ab Kamera |
| Versicherung | Pflicht | Pflicht |
| Herstellernachweis | Konformitätsbewertung | keiner |
| Betriebsanleitung mit EU-Hinweisen | Pflicht | freiwillig |
Beim Kauf lohnt der Blick auf das Label trotzdem. Ein C0-Zertifikat belegt, dass Höhenbegrenzung, Geschwindigkeit und Konstruktion geprüft wurden. Die vollständige Systematik aller Klassen steht im Ratgeber Drohnenklassen C0 bis C4.
Welche Modelle in C0 fallen
Das Label klebt meist im Akkufach oder auf der Unterseite und steht in der Konformitätserklärung. Typische Vertreter sind Kameradrohnen, die bewusst auf die 249-Gramm-Marke konstruiert wurden, dazu die leichten Selfie-Drohnen.
| Modell | Startmasse laut Hersteller | Sensor |
|---|---|---|
| DJI Neo 2 | 151 g | 1/2 Zoll |
| DJI Flip | 249 g | 1/1,3 Zoll |
| DJI Mini 4K | unter 249 g | 1/2,3 Zoll |
| DJI Mini 4 Pro | unter 249 g | 1/1,3 Zoll |
| DJI Mini 5 Pro | 249,9 g | 1 Zoll |
| Potensic ATOM 2 | unter 249 g | 1/2 Zoll |
Auffällig ist die Spannweite bei der Bildqualität. Zwischen dem 1/2,3-Zoll-Sensor der Mini 4K und dem 1-Zoll-Sensor der Mini 5 Pro liegt etwa die vierfache Sensorfläche, bei praktisch identischem Gewicht. Die Klasse sagt also nichts über die Kamera aus, sie sagt etwas über Masse und Geschwindigkeit. Welche Modelle sich wofür eignen, vergleicht der Ratgeber Drohne unter 250 g mit Kamera.
Diese Regeln gelten für C0 genauso
Die Klasse befreit von einem Nachweis, sonst von nichts. Vier Betriebsregeln der Offenen Kategorie gelten unverändert.
Höhe: 120 Meter über Grund. Bezugspunkt ist der Boden direkt unter der Drohne. Am Hang schrumpft dein Spielraum entsprechend. Details im Ratgeber Drohnen-Flughöhe.
Sichtverbindung ohne Hilfsmittel. Eine Brille zählt, ein Fernglas nicht. Sobald du die Lage der Drohne nur noch am Display beurteilst, ist die Sichtverbindung verloren. Bei 249-Gramm-Drohnen passiert das früher als gedacht, weil sie schon auf 150 bis 200 Metern zum Punkt am Himmel werden.
Geografische Gebiete. Flughäfen, Naturschutzgebiete, Bahnanlagen, Bundesfernstraßen, Militäranlagen und das Regierungsviertel gelten unabhängig vom Gewicht. Die verbindliche Übersicht liefert die Dipul-Karte, eingeordnet im Ratgeber Flugverbotszonen für Drohnen.
Privatgrundstücke und Persönlichkeitsrecht. Der Luftraum gehört nicht zum Grundstück, für Kameraaufnahmen greifen aber Datenschutz und Persönlichkeitsrecht. Was daraus folgt, steht im Ratgeber Drohne über Privatgrundstück.
Was C0 im Ausland wert ist
Die Klassen gelten EU-weit. Eine C0-Drohne darf in allen Mitgliedstaaten sowie in Norwegen, Island, Liechtenstein und der Schweiz in A1 betrieben werden. Deine deutsche e-ID gilt mit, sie wird im Wohnsitzland ausgestellt und in der ganzen EU anerkannt.
Zwei Punkte weichen trotzdem ab. Erstens legen viele Länder eigene geografische Gebiete fest, oft mit strengeren Regeln für Küsten, Nationalparks und historische Zentren. Zweitens verlangen einzelne Staaten eine Registrierung selbst für kamerafreie Modelle. Vor jeder Reise lohnt der Blick in die Länderregeln, gesammelt etwa im Ratgeber Drohnen-Regeln in Italien und den weiteren Länderseiten.
Fazit: die einfachste Klasse, aber nicht die regelfreie
C0 ist der bequemste Einstieg in die Drohnenfliegerei. Kein Nachweis, volle Ortsfreiheit in A1, Überflug einzelner Personen erlaubt. Genau deshalb bauen die Hersteller ihre beliebtesten Modelle auf 249 Gramm.
Drei Dinge bleiben zu erledigen: Registrierung sobald eine Kamera mitfliegt, Plakette am Gerät und eine Haftpflicht. Dazu kommt eine Zahl, die du im Kopf behalten solltest. Jedes Gramm Zubehör bringt dich näher an die Grenze, ab der aus A1 die Unterkategorie A3 wird. Wer darauf achtet, fliegt mit C0 so frei wie in keiner anderen Klasse. Wo genau du damit starten darfst, zeigt der Ratgeber Drohne unter 250 g: wo du fliegen darfst.
Häufige Fragen
Was bedeutet C0 bei einer Drohne?
C0 ist die leichteste der fünf Klassen der Offenen Kategorie nach der EU-Verordnung 2019/945. Sie umfasst Drohnen mit einer Startmasse unter 250 Gramm inklusive Nutzlast, die höchstens 19 Meter pro Sekunde schnell fliegen und eine Höhenbegrenzung auf 120 Meter zulassen. Das Label erlaubt den Betrieb in der Unterkategorie A1 ohne Kompetenznachweis.
Brauche ich für eine C0-Drohne einen Drohnenführerschein?
Für den Betrieb in A1 ist kein Kompetenznachweis vorgeschrieben. Das Luftfahrt-Bundesamt empfiehlt das kostenlose Online-Training trotzdem, weil dort die Regeln zu Höhe, Sichtverbindung und geografischen Gebieten erklärt werden. Sobald du zusätzlich eine schwerere Drohne fliegst, brauchst du den Nachweis A1/A3 für 25 Euro.
Muss ich eine C0-Drohne registrieren?
Sobald sie eine Kamera oder einen anderen Sensor trägt, der personenbezogene Daten erfassen kann, musst du dich als Betreiber beim Luftfahrt-Bundesamt registrieren und die e-ID am Gerät anbringen. Ausgenommen sind Drohnen, die als Spielzeug nach Richtlinie 2009/48/EG gelten. Praktisch heißt das: Jede Kameradrohne unter 250 Gramm ist registrierungspflichtig.
Darf eine C0-Drohne über Menschen fliegen?
Über einzelne unbeteiligte Personen ist der Überflug in A1 erlaubt, das ist der zentrale Vorteil der Klasse. Über Menschenansammlungen bleibt er ausnahmslos verboten, unabhängig von Gewicht und Klasse. Eine Menschenansammlung beginnt dort, wo Einzelne sich nicht mehr zügig entfernen können, etwa bei Festen, Märkten oder Demonstrationen.
Braucht eine C0-Drohne eine Versicherung?
Ja. In Deutschland gilt die Halterhaftung nach Luftverkehrsgesetz ab dem ersten Gramm, eine Haftpflichtversicherung ist deshalb Pflicht. Private Haftpflichtverträge schließen Luftfahrzeuge häufig aus, es braucht also eine eigene Police oder einen ausdrücklichen Einschluss. Spezialtarife beginnen bei rund 30 Euro im Jahr.
Was passiert, wenn meine Drohne mit Zubehör über 250 Gramm kommt?
Dann verlässt sie die Klasse C0 und fällt in die Bestandsregelung ohne Label, weil das C0-Zertifikat an die Startmasse unter 250 Gramm gebunden ist. Ab 250 Gramm ohne gültiges Klassenlabel gilt die Unterkategorie A3 mit 150 Metern Abstand zu Wohn- und Gewerbegebieten. Relevant ist das bei Propellerschutz, Landegestellen und schweren Filtern.
Ist eine Drohne unter 250 Gramm ohne C0-Label erlaubt?
Ja. Drohnen unter 250 Gramm Startmasse dürfen auch ohne Klassenlabel dauerhaft in der Unterkategorie A1 betrieben werden. Für sie gelten dieselben Betriebsregeln wie für C0. Der Unterschied liegt allein in den technischen Nachweisen, die der Hersteller für ein Label erbringen muss.
Gibt es ein Mindestalter für C0-Drohnen?
Grundsätzlich liegt das Mindestalter für Fernpiloten in A1 und A3 bei 16 Jahren. Für C0-Drohnen, die als Spielzeug im Sinne der Richtlinie 2009/48/EG in Verkehr gebracht wurden, entfällt es. Jüngere dürfen außerdem unter direkter Aufsicht einer Person fliegen, die das Mindestalter erfüllt und über den passenden Nachweis verfügt.