Uncrashed vs. Liftoff: welcher FPV-Simulator passt zu dir

Uncrashed oder Liftoff: Preise, Flugphysik, Karten und Community im direkten Vergleich. Warum der eine Titel Hardware erklärt, der andere das Fluggefühl trainiert, und für wen sich welcher lohnt.

FPV & Racing Veröffentlicht am 6 Min. Lesezeit

Wer sich für einen FPV-Simulator entscheidet, landet fast immer bei diesen beiden Namen. Beide sind ausgereift, beide binden Funksender ein, beide bringen genug Karten für zwanzig Trainingsstunden mit. Der Unterschied steckt in der Philosophie darunter, und die bestimmt, was du am Ende gelernt hast. Dieser Vergleich stellt Preise, Physik, Umfang und Community gegenüber und sagt am Schluss klar, wer welchen Titel nehmen sollte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Uncrashed kostet 12,99 €, Liftoff 19,99 € im deutschen Steam-Store.
  • Liftoff rechnet aus Bauteilen: Motor-KV, Propellersteigung und Gewicht ergeben das Flugverhalten.
  • Uncrashed fliegt direkter und sieht dank Unreal Engine 5 moderner aus.
  • Einsteiger nehmen Uncrashed, Selbstbauer und Racer greifen zu Liftoff.
  • Beide binden Funksender ein, einen nativen VR-Modus hat keiner.

Die Kerndaten nebeneinander

KriteriumUncrashedLiftoff: FPV Drone Racing
Preis (Steam DE)12,99 €19,99 €
Erweiterungenkeinemehrere, kostenpflichtig
AblegerkeineMicro Drones 15,99 €, DJI FPV kostenlos
Grafik-EngineUnreal Engine 5ältere Generation, genügsamer
Physik-Ansatzdirekt abgestimmtes FlugverhaltenBerechnung aus Bauteilen
Flugcharakterspritzig, direktruhiger, teils schwebend
Communityjünger, kleinerseit 2018 gewachsen, groß
Funksenderjaja
FPV-Brille per HDMIausdrücklich unterstütztüber Grafikausgabe möglich
VRkein nativer Modusseparater Quest-Titel, kostenlos

Der entscheidende Unterschied: zwei Wege zur Flugphysik

Beide Titel simulieren dieselbe Physik, gehen aber unterschiedlich an die Aufgabe heran, und daraus folgt fast alles andere.

Gegenüberstellung zweier Rechenwege zum Flugverhalten, als zwei nebeneinander stehende Flussdiagramme mit Pfeilen von oben nach unten. Linke Spalte, überschrieben Liftoff und in kräftigem Blau gehalten: Vier Eingangskästen mit konkreten Bauteilwerten stehen nebeneinander, Motor mit 1900 KV, Propeller mit fünf Zoll und 4,3 Zoll Steigung, Rahmengewicht 480 Gramm, Akku mit 6 Zellen. Von jedem Kasten führt ein Pfeil nach unten in einen breiten Rechenkasten, beschriftet als Modell aus Schub, Drehmoment und Trägheit. Aus diesem Rechenkasten führt ein einzelner Pfeil zum Ergebniskasten unten, beschriftet Flugverhalten. Eine Randnotiz weist darauf hin, dass eine Änderung an einem Bauteil sich sofort auf das Ergebnis auswirkt, weshalb sich Hardware-Entscheidungen hier durchspielen lassen. Rechte Spalte, überschrieben Uncrashed und in hellerem Blau mit Cyan-Akzent: Ein einzelner Auswahlkasten oben zeigt drei vorgefertigte Drohnenprofile nebeneinander, Freestyle, Race und Cinematic, von denen Freestyle ausgewählt ist. Von dort führt ein kurzer Pfeil direkt zu einem Kasten mit drei Schiebereglern für Rates, Ausdruck und Superrate. Ein zweiter kurzer Pfeil führt von dort zum Ergebniskasten unten, ebenfalls beschriftet Flugverhalten. Eine Randnotiz weist darauf hin, dass der Weg zum ersten Flug kürzer ist, die Bauteilebene dafür verborgen bleibt. Zwischen beiden Spalten trennt eine senkrechte gestrichelte Linie. Unter beiden Ergebniskästen läuft eine gemeinsame Leiste, die festhält, dass in beiden Fällen der Gasknüppel des Funksenders die Eingabe liefert. Hinweisleiste: Der eine Weg erklärt dir, warum die Drohne so fliegt; der andere bringt dich schneller in die Luft. Schematisch, nicht maßstäblich.

Liftoff rechnet vom Bauteil zum Flugverhalten, Uncrashed setzt am fertigen Flugprofil an. Daraus folgt, was du beim Üben nebenbei lernst.

Liftoff arbeitet bauteilbasiert. Du stellst eine Drohne aus Komponenten zusammen, und der Simulator leitet daraus ab, wie sie fliegt. Ein Motor mit höherer KV-Zahl dreht schneller und zieht mehr Strom, ein Propeller mit größerer Steigung schiebt kräftiger und bremst schlechter, mehr Gewicht macht die Drohne träger. Diese Kette ist der eigentliche Wert des Titels: Wer eine Drohne bauen will, kann die Wirkung einer Bauteilwahl vorher durchspielen, ohne Geld auszugeben. Der Preis dafür ist ein Flugverhalten, das manche Piloten als etwas schwebend beschreiben.

Uncrashed setzt am fertigen Flugprofil an. Du wählst zwischen vorgestimmten Drohnen für Freestyle, Racing oder Cinematic, passt Rates an und fliegst. Der Luftwiderstand ist gut abgebildet, das Verhalten wirkt direkt und reaktionsfreudig, was besonders beim Durchfliegen enger Lücken auffällt. Bei der Schwerkraft vereinfacht der Titel an manchen Stellen zugunsten der Zugänglichkeit.

Für die Praxis bedeutet das: Beide trainieren dieselbe Grundfähigkeit, nämlich Blickführung, Gasgefühl und Orientierung im Acro-Modus. Nur lernst du bei Liftoff nebenbei, wie eine Drohne aufgebaut ist.

Optik und Hardware-Bedarf

Uncrashed ist der modernere Titel und setzt auf die Unreal Engine 5 mit dynamischer Beleuchtung, volumetrischem Nebel und Objekten, die beim Kontakt zerbrechen. Auf einem aktuellen Rechner sieht das eindrucksvoll aus.

Liftoff wirkt daneben schlichter und läuft dafür auf schwächerer Hardware flüssig. Beim Training spricht das sogar für ihn: Eine konstante Bildrate ist beim Aufbau von Muskelgedächtnis mehr wert als jede Spiegelung auf dem Asphalt. Jede Ruckelphase erzeugt eine Reaktion am Knüppel, die an der echten Drohne so nicht vorkommt, und genau die willst du nicht antrainieren.

Praktische Regel für beide Titel: Wenn die Bildrate unter 60 fps rutscht, sobald die Drohne schnell dreht, senke zuerst die Auflösung im Menü. Das wirkt sofort und kostet beim Üben nichts.

Umfang und Karten

Liftoff bringt in der Basisversion Rennstrecken, Freestyle-Areale und Hallen mit. Dazu kommen kostenpflichtige Erweiterungen, die den Umfang deutlich vergrößern. Wer die Whoop-Klasse üben will, greift zum eigenständigen Liftoff: Micro Drones für 15,99 €, das Innenräume und kleine Quads abbildet. Für Besitzer einer DJI-Kombination gibt es das kostenlose Liftoff - DJI FPV, das die Steuerung der DJI-Systeme nachbildet.

Uncrashed kommt als ein Paket ohne Erweiterungen. Die enthaltenen Karten reichen von Industriegeländen über Wald bis zu Rennkursen. Für zwanzig Trainingsstunden ist das reichlich, für Piloten, die Jahre später noch neue Umgebungen suchen, ist der Nachschub bei Liftoff größer.

Community und Mehrspieler

Hier ist der Abstand am deutlichsten. Liftoff ist seit 2018 auf dem Markt und hat eine gewachsene Nutzerbasis. Das zeigt sich in drei Punkten:

Uncrashed ist jünger und kleiner in dieser Hinsicht. Wer FPV als Einzeltraining betreibt, merkt davon nichts. Wer Racing gegen andere sucht, sollte den Punkt ernst nehmen. Für ambitioniertes Racing lohnt zusätzlich der Blick auf VelociDrone, das außerhalb von Steam für 16,99 £ verkauft wird und unter Rennpiloten als Referenz gilt. Der Überblick zum FPV-Simulator ordnet alle Titel ein.

Sender, Brille und Zubehör

Bei der Anbindung nehmen sich beide nichts. Ein Funksender mit EdgeTX oder OpenTX meldet sich am USB-Anschluss als Joystick an und braucht unter Windows keinen Treiber. Der Ablauf:

  1. Sender per Datenkabel anschließen und einschalten. Ein reines Ladekabel überträgt keine Daten, dann taucht der Sender nicht auf.
  2. Am Sender den Modus USB Joystick wählen, danach fragt EdgeTX von selbst.
  3. Im Simulator die vier Achsen zuordnen. Für Modus 2 gilt: linker Knüppel senkrecht ist Gas, linker waagerecht ist Gieren, rechter senkrecht ist Nicken, rechter waagerecht ist Rollen.
  4. Rates auf etwa zwei Drittel senken für die ersten Stunden. Die Voreinstellungen sind meist auf erfahrene Piloten getrimmt.

Ein Unterschied besteht bei der Bildausgabe: Uncrashed nennt die Ausgabe an eine FPV-Brille mit HDMI-Eingang ausdrücklich als unterstützten Weg. Das ist beim Training wertvoll, weil du denselben Bildwinkel siehst wie im echten Flug und dich an deine eigene Brille gewöhnst. Welche Modelle einen HDMI-Eingang haben, steht im Artikel zur FPV-Brille mit HDMI-Eingang.

Einen nativen VR-Modus führt keiner der beiden. Von Liftoff gibt es mit Liftoff: XR Drone einen kostenlosen Quest-Titel, der aber ein eigenständiges Programm mit VR-Controller-Steuerung ist. Was das für das Training bedeutet, klärt der Artikel zum FPV-Simulator in VR.

Welcher Titel für welches Ziel

Du willst einfach fliegen lernen: Uncrashed für 12,99 €. Der Einstieg ist geradliniger, die Optik motiviert, und der Preis liegt niedriger. Nach zwanzig Stunden bist du bereit für den ersten echten Start.

Du baust deine Drohne selbst oder planst es: Liftoff für 19,99 €. Die Bauteil-Ebene macht aus dem Simulator ein Lernwerkzeug für Hardware. Welche Bauteile im echten Aufbau zusammenkommen, zeigt der Artikel zu FPV-Motoren und der zu FPV-Propellern.

Racing ist das Ziel: Liftoff wegen der besetzten Server, langfristig dazu VelociDrone. Wie der Weg zum ersten Rennen aussieht, steht im Artikel zur Racing-Drohne.

Du fliegst Whoops im Wohnzimmer: Liftoff: Micro Drones für 15,99 € oder die FPV SkyDive Micro Drone Edition für 9,75 €. Beide bilden die kleinen Innenraum-Klassen ab.

Du hast eine DJI-Kombination: Liftoff - DJI FPV, kostenlos, weil es die Steuerung deiner echten Hardware nachbildet.

Du willst beides: 32,98 € zusammen. Das ist weniger als ein Satz Ersatzteile nach einem Baumkontakt und deckt beide Lernwege ab.

Fazit: Uncrashed für den Einstieg, Liftoff für die Tiefe

Beide Titel bringen dich sicher durch die zehn bis zwanzig Stunden, die vor dem ersten echten Flug liegen. Uncrashed macht diesen Weg kürzer und günstiger, mit direktem Flugverhalten und der besseren Optik. Liftoff verlangt am Anfang mehr Geduld und zahlt sie zurück, sobald du eigene Drohnen baust oder gegen andere fliegen willst. Wer unschlüssig ist, nutzt die Steam-Rückgabe: Innerhalb von zwei Stunden Spielzeit lässt sich jeder Titel ohne Risiko prüfen, wie im Artikel zum FPV-Simulator auf Steam beschrieben. Danach zählt ohnehin nur noch, wie oft du den Sender in die Hand nimmst.

Häufige Fragen

Was kosten Uncrashed und Liftoff?

Uncrashed kostet im deutschen Steam-Store 12,99 Euro, Liftoff FPV Drone Racing 19,99 Euro. Bei Liftoff kommen kostenpflichtige Erweiterungen dazu, außerdem gibt es zwei eigenständige Ableger: Liftoff Micro Drones für 15,99 Euro mit Whoop-Klassen und das kostenlose Liftoff DJI FPV, das die DJI-Steuerung nachbildet. Uncrashed wird als einzelner Titel ohne Erweiterungen verkauft.

Welcher der beiden hat die realistischere Flugphysik?

Das hängt davon ab, was realistisch heißen soll. Liftoff rechnet die Flugeigenschaften aus den gewählten Bauteilen, also aus Motor-KV, Propellersteigung und Gewicht, und bildet damit ab, wie sich Hardware-Entscheidungen auswirken. Uncrashed gilt als direkter und spritziger, mit gut abgebildetem Luftwiderstand, vereinfacht die Schwerkraft an manchen Stellen jedoch zugunsten der Zugänglichkeit.

Welcher Simulator eignet sich besser für Anfänger?

Uncrashed. Der Einstieg ist geradliniger, weil du eine fertige Drohne wählst und losfliegst, statt zuerst eine Konfiguration zusammenzustellen. Dazu kommt der niedrigere Preis von 12,99 Euro. Liftoff verlangt am Anfang mehr Entscheidungen, belohnt das später aber mit einem tieferen Verständnis dafür, warum eine Drohne fliegt, wie sie fliegt.

Welcher der beiden hat die größere Community?

Liftoff, mit deutlichem Abstand. Der Titel ist seit 2018 auf dem Markt, hat eine gewachsene Nutzerbasis, regelmäßig besetzte Mehrspieler-Server und eine große Menge geteilter Strecken und Konfigurationen. Uncrashed ist jünger und punktet stärker bei Optik und Flugverhalten als bei der Zahl der Mitflieger.

Kann ich beide Simulatoren mit meinem Funksender nutzen?

Ja, beide binden Funksender ein. Ein Sender mit EdgeTX oder OpenTX meldet sich per USB als Joystick an und braucht unter Windows keinen Treiber. Am Sender wählst du nach dem Verbinden den Modus USB Joystick, im Simulator ordnest du die vier Achsen zu. Ein Datenkabel ist Pflicht, ein reines Ladekabel überträgt keine Daten.

Wie sieht Uncrashed im Vergleich zu Liftoff aus?

Uncrashed setzt auf die Unreal Engine 5 und liefert die modernere Darstellung mit dynamischer Beleuchtung, volumetrischem Nebel und zerstörbaren Objekten. Liftoff wirkt daneben schlichter, läuft dafür auf schwächerer Hardware flüssig. Beim Training zählt die stabile Bildrate mehr als die Optik, weil jede Ruckelphase eine Reaktion auslöst, die es an der echten Drohne nicht gibt.

Lohnt es sich, beide Simulatoren zu kaufen?

Zusammen kosten sie 32,98 Euro, was gemessen an einem Satz Propeller oder einem gebrochenen Arm überschaubar ist. Sinnvoll wird die Kombination, wenn du eigene Drohnen baust: Liftoff hilft beim Verständnis der Bauteile, Uncrashed trainiert das Fluggefühl. Für den reinen Einstieg genügt ein Titel, und die Steam-Rückgabe innerhalb von zwei Stunden Spielzeit macht den Test risikolos.

Unterstützt einer der beiden VR oder FPV-Brillen?

Einen nativen VR-Modus hat keiner von beiden. Uncrashed nennt die Ausgabe an eine FPV-Brille mit HDMI-Eingang ausdrücklich als unterstützten Weg, was für das Training wertvoller ist als VR: Du siehst denselben Bildwinkel wie im echten Flug und benutzt deine eigene Hardware. Für VR gibt es von Liftoff den separaten Quest-Titel Liftoff XR Drone, der kostenlos ist und mit VR-Controllern gesteuert wird.

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