Technische Daten
Funktechnik
| Transceiver | zwei Semtech LR1121, dritte Generation |
|---|---|
| Sendeleistung | 1 W je Transceiver |
| Frequenzbereich 2,4 GHz | 2.400 bis 2.479 MHz |
| Frequenzbereich Sub-GHz | 903 bis 927 MHz laut Hersteller |
| Max. Paketrate | 500 Hz, 1.000 Hz für ExpressLRS 3.5 angekündigt |
| Min. Paketrate | 50 Hz |
| Paketrate im Gemini-Modus | 150 Hz |
| Betriebsarten | Gemini Xrossband über beide Bänder oder Einzelband |
| Antennen | zwei Dualband-Antennen im Lieferumfang |
Elektronik und Anschluss
| Hauptprozessor | ESP32 |
|---|---|
| Zusatzprozessor | ESP32-C3 |
| Drahtlose Konfiguration | WLAN und Bluetooth |
| Modulschacht Micro | Standard mit fünf Polen |
| Modulschacht Nano | Standard mit acht Polen |
| Stromanschluss | XT30 |
| Eingangsspannung | 6 bis 16,8 V Gleichspannung |
| Kühlung | aktives Kühlsystem |
Maße und Lieferumfang
| Gewicht mit Antennen | 87,20 g |
|---|---|
| Gewicht ohne Antennen | 71,10 g |
| Maße ohne Antenne | 80 × 45 × 40 mm |
| Lieferumfang | Modul, Micro-Adapter, Nano-Adapter, zwei Dualband-Antennen, Anleitung |
| Kompatible Empfänger | alle ExpressLRS-Empfänger auf 2,4 GHz und im Sub-GHz-Band sowie Gem-X-Dualband-Empfänger |
Das RadioMaster Nomad ist ein externes Sendemodul für ExpressLRS, das zwei Frequenzbänder gleichzeitig bedient. Darin stecken zwei Semtech LR1121 der dritten Generation mit je einem Watt Sendeleistung, dazu ein aktives Kühlsystem und Adapter für den Micro- wie den Nano-Modulschacht. Der Kern der Funktion heißt Gemini Xrossband: Dasselbe Steuerpaket geht parallel über 2,4 GHz und über das Sub-GHz-Band, wodurch eine Störung auf einem Band den Flug nicht beendet. Für den Betrieb in Deutschland gehört ein Blick auf die Frequenzangabe dazu. Grundlage dieser Einordnung sind das RadioMaster-Datenblatt und die Amazon-Listung.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Zwei LR1121 mit je 1 Watt sind das Maximum, das ExpressLRS derzeit an Sendeleistung hergibt
- Gemini Xrossband schickt dasselbe Paket über zwei Bänder, eine Störung auf einem Band beendet den Flug nicht
- Micro- und Nano-Adapter liegen bei, das Modul passt damit an fast jeden Sender mit Modulschacht
- Kompatibel mit vorhandenen ELRS-Empfängern beider Bänder, ein Empfängertausch entfällt
- Aktive Kühlung statt passiver Kühlkörper, das hält die Sendeleistung auch bei längeren Sessions stabil
- Konfiguration über WLAN und Bluetooth statt über Kabel und Menüs
Das spricht dagegen
- RadioMaster nennt für den Sub-GHz-Bereich 903 bis 927 MHz, das europäische SRD-Band liegt bei 863 bis 870 MHz. Vor dem Kauf die verfügbare EU-Firmware prüfen
- Ein Watt Sendeleistung je Band liegt weit über dem, was in Europa zulässig ist, nutzbar ist davon nur ein Bruchteil
- 87,2 g mit Antennen hängen als zusätzliches Gewicht hinten am Sender und verändern die Balance
- Der Gemini-Modus arbeitet mit 150 Hz Paketrate statt der 500 Hz im Einzelband, Redundanz kostet Reaktionsgeschwindigkeit
- 73,95 € bei Amazon gegenüber 44,99 US-Dollar beim Hersteller
- Für Whoop-Piloten mit Reichweiten unter 500 m bringt das Modul keinen erkennbaren Vorteil
Zwei Sender in einem Gehäuse
Ein ExpressLRS-Modul überträgt normalerweise auf einem Band. Das RadioMaster Nomad hat zwei komplette Sendeeinheiten an Bord: zwei Semtech LR1121 der dritten Generation, jeder mit einem Watt Sendeleistung. Beide können unabhängig arbeiten oder gemeinsam dasselbe Paket verschicken.
Der Chip ist der interessante Teil. Der LR1121 ist ein Dualband-Transceiver, er beherrscht 2,4 GHz und den Sub-GHz-Bereich in derselben Baugruppe. Ältere ELRS-Module brauchten dafür zwei verschiedene Chips oder waren auf ein Band festgelegt.
Gemini Xrossband: Redundanz statt Reichweite
Der Name beschreibt, was passiert. Ein Steuerpaket geht gleichzeitig über 2,4 GHz und über das Sub-GHz-Band an die Drohne. Kommt eines der beiden an, ist die Steuerung intakt.
Das ist etwas anderes als mehr Sendeleistung. Störungen entstehen selten durch zu wenig Leistung und häufig durch belegte Kanäle: WLAN-Netze auf 2,4 GHz, andere Piloten, Bluetooth-Geräte. Zwei Bänder gleichzeitig zu nutzen, ist gegen solche Störungen wirksamer als ein stärkerer Sender auf einem gestörten Kanal.
Der Preis dafür steht im Datenblatt: Im Gemini-Modus sinkt die Paketrate von 500 Hz auf 150 Hz. Redundanz kostet Zeit. Für Freestyle und Langstrecke ist das unkritisch, im Renneinsatz mit sehr direkter Steuerung greift man zur höheren Rate auf einem Band.
Der Punkt, der vor dem Kauf zu klären ist
RadioMaster gibt für den Sub-GHz-Bereich 903 bis 927 MHz an. Das ist der nordamerikanische ISM-Bereich. Das in Europa für solche Anwendungen freigegebene SRD-Band liegt bei 863 bis 870 MHz.
Damit ergibt sich eine klare Aufgabe vor dem Kauf: prüfen, ob für das Nomad eine EU-Firmware mit 868 MHz und Listen-Before-Talk verfügbar ist. Ist sie es nicht, bleibt der Dualband-Betrieb in Deutschland ungenutzt, und aus dem Zweiband-Modul wird ein sehr gut gekühltes 2,4-GHz-Modul.
Für das 2,4-GHz-Band selbst gilt die übliche Regel: In der EU sind 100 mW als äquivalente Strahlungsleistung zulässig, ein Watt liegt weit darüber. Die ExpressLRS-Konfiguration erlaubt die Begrenzung, das Modul ist also nicht unbrauchbar. Der Leistungsvorrat bleibt allerdings Reserve.
Was das Kühlsystem leistet
Zwei Verstärker mit je einem Watt erzeugen Abwärme, und Hochfrequenzverstärker verlieren bei Hitze an Leistung. Die meisten ELRS-Module lösen das passiv über Kühlrippen, was bei 250 mW ausreicht und bei einem Watt an Grenzen stößt.
Das Nomad kühlt aktiv. Der Vorteil zeigt sich an heißen Tagen und bei langen Sessions: Die Sendeleistung bleibt über die gesamte Flugzeit konstant, statt nach zehn Minuten abzufallen. Bei einer in Europa begrenzten Leistung ist die thermische Reserve entsprechend groß.
Einbau und Konfiguration
Zum Lieferumfang gehören beide Adapter: Micro mit fünf Polen und Nano mit acht Polen. Damit passt das Modul in nahezu jeden Sender mit Modulschacht, etwa in die RadioMaster TX16S. An Sendern mit reinem Nano-Schacht wie der BetaFPV LiteRadio 3 ist der Einbau mechanisch möglich, die Gewichtsverteilung spricht bei einem 200-Gramm-Sender allerdings dagegen. Sender ohne jeden Modulschacht scheiden aus.
Die Stromversorgung läuft über XT30 mit 6 bis 16,8 V, also direkt aus einem 2S- bis 4S-Akku. Konfiguriert wird über WLAN und Bluetooth: Das Modul öffnet einen eigenen Zugangspunkt, im Browser lassen sich Einstellungen ändern und Firmware-Updates einspielen, ohne das Modul auszubauen.
| Merkmal | Nomad | Internes ELRS der TX16S MK3 |
|---|---|---|
| Transceiver | 2 × LR1121, je 1 W | 2 × LR1121 (Gemini-X) |
| Bauform | externes Modul, 87,2 g | integriert |
| Kühlung | aktiv | Lüfter im Sender |
| Adapter | Micro und Nano enthalten | entfällt |
| Preis | 73,95 € | im Sender enthalten |
Wann sich das Modul rechnet
Es rechnet sich in zwei Situationen. Erstens bei Langstreckenflügen, bei denen die Steuerverbindung tatsächlich zur begrenzenden Größe wird. Zweitens in stark gestörter Umgebung, etwa in Innenstädten mit dichter WLAN-Belegung, wo ein zweites Band mehr bringt als jede Leistungssteigerung.
Es rechnet sich nicht für Whoop-Piloten. Auf Distanzen unter 500 Metern begrenzt die Videoübertragung, nicht die Steuerung. Dort ist das interne Modul jeder ELRS-Fernsteuerung ausreichend, und die 87,2 g am Senderheck sind lästiger als nützlich. Wie sich Reichweiten in der Praxis verhalten, steht im Ratgeber zur Reichweite von Drohnen.
Für wen sich das Nomad lohnt
Es passt für Piloten mit einem Vollformat-Sender, die auf Distanz fliegen und einen ELRS-Empfänger auf beiden Bändern nutzen wollen. Die Ausstattung ist erstklassig, die Kompatibilität mit vorhandenen Empfängern spart Umbauten, und die Konfiguration über WLAN ist bequem.
Weniger passend ist es, solange die EU-Firmware-Frage offen bleibt. Wer das Modul primär wegen des Sub-GHz-Bandes kauft, sollte diesen Punkt vorher klären, sonst bezahlt er 73,95 € für Fähigkeiten, die hierzulande ungenutzt bleiben.
Fazit
Das RadioMaster Nomad ist technisch das Beste, was ExpressLRS derzeit an Sendemodulen bietet. Zwei LR1121 mit je 1 Watt, Gemini Xrossband, aktive Kühlung und beide Modulschacht-Adapter ergeben ein Werkzeug für Piloten, die an die Grenzen ihrer Steuerverbindung stoßen.
Mit 4,2 von 5 zieht die Nutzbarkeit in Europa: Der angegebene Sub-GHz-Bereich passt nicht zum europäischen SRD-Band, und ein Watt Sendeleistung ist hierzulande ohnehin nicht ausschöpfbar. Wer auf Distanz fliegt und die Firmware-Frage geklärt hat, bekommt mit dem Nomad* viel Reserve. Wer einen Sender mit bereits eingebautem Dualband-Modul sucht, ist mit der TX16S MK3* besser bedient.
Häufige Fragen
Was bedeutet Gemini Xrossband beim RadioMaster Nomad?
Zwei Sendeeinheiten schicken dasselbe Steuerpaket gleichzeitig über zwei unterschiedliche Frequenzbänder, also über 2,4 GHz und über den Sub-GHz-Bereich. Fällt ein Band durch Störung oder Abschattung aus, trägt das andere die Verbindung weiter. Voraussetzung ist ein Empfänger, der beide Bänder empfangen kann, RadioMaster nennt diese Gem-X.
Braucht man für das Nomad spezielle Empfänger?
Für den einfachen Betrieb nein: Das Modul arbeitet mit allen vorhandenen ExpressLRS-Empfängern auf 2,4 GHz und im Sub-GHz-Band. Den vollen Gemini-Xrossband-Betrieb mit gleichzeitiger Übertragung auf beiden Bändern erreichst du nur mit einem Dualband-Empfänger. Ein Empfängertausch ist also optional.
Passt das Nomad in jeden Sender?
In fast jeden mit Modulschacht. Im Lieferumfang liegen ein Adapter für den Micro-Standard mit fünf Polen und einer für den Nano-Standard mit acht Polen. Damit sind die gängigen Schächte abgedeckt, etwa an der RadioMaster TX16S. Sender ohne Modulschacht, etwa die kompakten Einsteigermodelle, können das Nomad nicht aufnehmen.
Wie sieht es mit dem Sub-GHz-Band in Deutschland aus?
RadioMaster gibt für das Nomad einen Bereich von 903 bis 927 MHz an. Das in Europa freigegebene SRD-Band für solche Anwendungen liegt bei 863 bis 870 MHz. Wer das Modul hierzulande im Dualband-Betrieb nutzen will, sollte vor dem Kauf klären, ob eine passende EU-Firmware mit 868 MHz und Listen-Before-Talk vorliegt. Der 2,4-GHz-Betrieb mit LBT-Firmware ist davon nicht betroffen.
Wie viel Sendeleistung darf man in Europa nutzen?
Deutlich weniger als das eine Watt, das jeder der beiden Transceiver liefern kann. Für den freien Betrieb auf 2,4 GHz gelten in der EU 100 mW als äquivalente Strahlungsleistung. Das Modul lässt sich in der ExpressLRS-Konfiguration entsprechend begrenzen. Der Leistungsvorrat bleibt damit ungenutzt, das Kühlsystem und die Reserven sind aber trotzdem ein Stabilitätsgewinn.
Warum sinkt die Paketrate im Gemini-Modus auf 150 Hz?
Weil dasselbe Paket zweimal übertragen wird und beide Sendevorgänge Zeit brauchen. Im Einzelband erreicht das Nomad 500 Hz, im Gemini-Modus 150 Hz. Für Freestyle und Langstreckenflüge sind 150 Hz völlig ausreichend, im Renneinsatz mit sehr direkter Steuerung greift man eher zur höheren Rate auf einem Band.
Wozu dient das aktive Kühlsystem?
Zwei Sender mit je einem Watt erzeugen Abwärme, und ein warmer Verstärker liefert weniger Leistung als ein kühler. Passive Kühlkörper stoßen bei dieser Leistungsklasse an Grenzen, besonders im Sommer und bei langen Sessions. Die aktive Kühlung hält die Sendeleistung über die Flugzeit konstant.
Was bringt die Konfiguration über WLAN und Bluetooth?
Das Modul öffnet einen eigenen WLAN-Zugangspunkt, über den sich die ExpressLRS-Einstellungen im Browser bearbeiten und Firmware-Updates einspielen lassen. Ohne diese Funktion müsste das Modul für jedes Update ausgebaut und per Kabel angeschlossen werden. Für die Änderung von Sendeleistung oder Paketrate im Flugbetrieb bleibt das LUA-Skript am Sender der schnellere Weg.
Lohnt sich das Nomad für Whoop-Piloten?
Kaum. Wer in Wohnungen, Hallen und auf kurzen Distanzen fliegt, kommt mit dem internen Sendemodul jeder ELRS-Fernsteuerung aus. Dort begrenzt ohnehin die Videoübertragung die Reichweite und nicht die Steuerverbindung. Das Nomad zahlt sich bei Langstreckenflügen und in stark gestörter Umgebung aus, etwa in Städten mit vielen WLAN-Netzen.
Wie schwer wiegt das Modul am Sender?
87,2 g mit den beiden Antennen, 71,1 g ohne. Das Gewicht sitzt hinten oben am Sender und verschiebt den Schwerpunkt spürbar nach hinten. Bei einem Vollformat-Sender mit über 800 g fällt das wenig ins Gewicht, bei kompakten Sendern von 200 bis 300 g verändert es die Handhabung deutlich.