Technische Daten
Bedienung und Anzeige
| Display | 5-Zoll-IPS-Touchscreen, 800 × 480 Pixel |
|---|---|
| Helligkeit | automatische Anpassung über Umgebungslichtsensor |
| Gimbals | V6 Hall-Sensor-Gimbals mit vier Kugellagern |
| Gimbal-Justage | Weg, Zentrierung und Federspannung extern einstellbar |
| Beleuchtung | programmierbare RGB-Leuchtringe um die Gimbals, per LUA steuerbar |
| Bedienelemente | Vollformat-Layout, Schulterschalter-Panels abnehmbar |
| Sensorik | Bewegungssensor für Schalter- und Telemetriefunktionen |
| Audio | digitale Tonausgabe, Mikrofon eingebaut |
Technik
| Prozessor | STM32 H7 |
|---|---|
| Firmware | EdgeTX ab Version 3.0.0 |
| Funkmodul | ExpressLRS mit zwei LR1121-Transceivern (Gemini-X) |
| Frequenzbänder | 2,4 GHz (ISM) und 900 MHz (Sub-G) |
| Max. Kanäle | 16, abhängig vom eingesetzten Empfänger |
| Speicher | interner Flash plus microSD-Kartenschacht |
| Erweiterung | JR-kompatibler Modulschacht |
| Aktualisierung | über USB oder EdgeTX Companion am Rechner |
| Kühlung | geräuscharme Lüfter mit Aluminium-Kühlkörper |
Gehäuse und Energie
| Maße | 200 × 178 × 88 mm |
|---|---|
| Gewicht | 813 g ohne Akku |
| Spannungsbereich | 6,6 bis 8,4 V Gleichspannung |
| Stromaufnahme | 1,10 A bei maximaler Sendeleistung |
| Stromversorgung | 2 × 18650, 21700 mit 5.000 mAh oder 2S-LiPo mit 6.200 mAh |
| Akkus im Lieferumfang | nein |
| Ladeschaltung | Smart-Balance-Schaltung eingebaut |
| Antennen | zwei klappbare Antennen |
| Farben | Schwarz oder Transparent Charcoal |
Die RadioMaster TX16S ist seit Jahren die meistgenutzte Vollformat-Fernsteuerung im FPV-Bereich, die MK3 ist deren aktuelle Ausbaustufe. Sie kombiniert einen 5-Zoll-Touchscreen, V6-Hall-Gimbals mit vier Kugellagern und das Gemini-X-Funkmodul mit zwei LR1121-Chips, das ExpressLRS auf 2,4 GHz und 900 MHz beherrscht. Als Firmware läuft EdgeTX auf einem STM32-H7-Prozessor. Diese Rezension ordnet sie anhand des RadioMaster-Datenblatts, der Amazon-Listung und des Abstands zu kompakteren Sendern ein.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Der 5-Zoll-Touchscreen mit 800 × 480 Pixeln macht das Einrichten von Modellen zur Bildschirmarbeit statt zur Menü-Kletterei
- Gemini-X mit zwei LR1121-Chips sendet auf beiden ELRS-Bändern und kann dieselbe Verbindung doppelt absichern
- Die V6-Gimbals laufen auf vier Kugellagern und lassen sich in Weg, Zentrierung und Federspannung anpassen
- Das Vollformat-Layout bietet mehr Schalter, Schieber und Potis, als die meisten Piloten je belegen
- Freie Akkuwahl zwischen 18650, 21700 und 2S-LiPo, geladen wird über die eingebaute Balancer-Schaltung
- Der JR-Modulschacht hält den Sender für Crossfire, Tracer und andere Systeme offen
Das spricht dagegen
- Mit 813 g ohne Akku und 200 × 178 mm Grundfläche ist sie zu groß für den Rucksack auf Reisen
- Akkus gehören nicht zum Lieferumfang, je nach Typ kommen 20 bis 40 € dazu
- Das 900-MHz-Band unterliegt in Europa Auflagen bei Sendeleistung und Sendedauer, ein Teil des Dualband-Vorteils bleibt ungenutzt
- Der Amazon-Preis von 262,92 € liegt spürbar über dem Listenpreis von 199,99 US-Dollar beim Hersteller
- Für den ersten Kontakt mit dem Hobby ist der Funktionsumfang deutlich mehr als nötig
- Verkauft wird über einen Drittanbieter, die Verfügbarkeit schwankt entsprechend
Der Standard im Vollformat
Die TX16S ist die Fernsteuerung, an der sich im FPV-Bereich alle anderen messen lassen. Seit 2020 sitzt sie auf Flugplätzen, in Rennlinien und auf Küchentischen beim Einrichten neuer Modelle. Die MK3 ist ihre aktuelle Ausbaustufe und ändert drei Dinge, die im Alltag zählen: neue V6-Gimbals, das Gemini-X-Funkmodul und ein überarbeitetes Bedienkonzept mit tauschbaren Schalterpanels.
Der Grundgedanke bleibt: ein 5-Zoll-Touchscreen, ein Vollformat-Layout mit reichlich Schaltern und EdgeTX auf einem STM32-H7-Prozessor.
Die Gimbals: V6 mit vier Kugellagern
An den Steuerknüppeln entscheidet sich, wie präzise eine Drohne fliegt. Billige Gimbals arbeiten mit Potentiometern, die verschleißen und mit der Zeit driften. Hall-Gimbals messen berührungslos über Magnetfelder und bleiben deshalb dauerhaft genau.
Die V6-Gimbals der MK3 nutzen laut RadioMaster denselben Sensor-Chipsatz wie die hochwertigen AG02 und laufen auf vier Kugellagern je Einheit. Wichtiger als die Bauteilliste ist die Justierbarkeit von außen: Weg, Zentrierung und Federspannung lassen sich einstellen, ohne das Gehäuse zu öffnen. Piloten mit kurzen Daumen bevorzugen einen kleineren Ausschlag, wer viel Freestyle fliegt, will mehr Weg für feine Korrekturen.
Wem das nicht reicht, rüstet die AG02 aus CNC-Aluminium nach, sie passen mechanisch in die MK3.
Gemini-X: zwei Funkmodule statt eines
Der technisch interessanteste Teil sitzt hinter der Antenne. Statt eines einzelnen ELRS-Chips verbaut RadioMaster zwei LR1121-Transceiver. Daraus ergeben sich zwei Betriebsarten:
- Dualband: Ein Modul funkt auf 2,4 GHz, das andere auf 900 MHz. 2,4 GHz erlaubt hohe Wiederholraten und damit sehr direkte Steuerung, 900 MHz durchdringt Vegetation und Bauwerke besser.
- Diversity: Beide Module senden dasselbe Signal über getrennte Antennen. Fällt eine Übertragung durch Abschattung aus, trägt die andere weiter. Voraussetzung dafür ist ein Gemini-fähiger Empfänger.
Für den Betrieb in Deutschland gehört ein Hinweis dazu: Das 900-MHz-Band unterliegt in Europa Auflagen bei Sendeleistung und Sendedauer. Ein Teil des Dualband-Vorteils bleibt hierzulande deshalb ungenutzt, und 2,4 GHz ist die übliche Betriebsart. Achte beim Kauf auf eine Variante mit LBT-Firmware, die den europäischen Vorgaben entspricht.
Das Display verändert die Einrichtung
Viele FPV-Sender arbeiten mit monochromen LCDs von 128 × 64 Pixeln. Robust und stromsparend, aber jede Modellanlage wird zur Tastenkombination.
Die TX16S MK3 hat einen 5-Zoll-IPS-Touchscreen mit 800 × 480 Pixeln. Mischer, Schalterbelegungen, Telemetrie-Seiten und die ELRS-Konfiguration lassen sich direkt antippen. Die Hintergrundbeleuchtung passt sich über einen Lichtsensor an die Umgebung an.
| Merkmal | TX16S MK3 | TX15 Max | |
|---|---|---|---|
| Display | 5” IPS-Touch, 800 × 480 | 3,5” IPS-Touch, 480 × 320 | 128 × 64 monochrom |
| Gimbals | V6 Hall | AG02 CNC-Hall | X5 Hall |
| Funk | 2 × LR1121 (Gemini-X) | 1 × LR1121 | ELRS 2,4 GHz |
| Gewicht | 813 g | 672 g | 288 g |
| Preis | ca. 263 € | ca. 270 € | ca. 119 € |
Vollformat heißt: Platz für Bedienelemente
Der spürbarste Unterschied zu kompakten Sendern liegt in der Zahl der Schalter, Schieber und Drehregler. Auf einer TX16S sitzt jede Funktion auf einem eigenen Bedienelement: Armieren, Flugmodus, Beeper, Kamerawinkel, Aufnahme, VTX-Leistung.
Neu an der MK3 sind die abnehmbaren Schulterpanels. Die Bereiche links und rechts lassen sich als Modul tauschen, etwa Kippschalter gegen Taster oder gegen eine flache Blende. Wer neben Multicoptern auch Flächenmodelle oder Autos fährt, passt so die Bedienung an die Modellklasse an.
Dazu kommen Details, die im Datenblatt klein wirken und im Betrieb zählen: digitale Tonausgabe statt analoger Verstärker, geräuscharme Lüfter mit Aluminium-Kühlkörper gegen Wärmestau bei voller Sendeleistung und eine Smart-Balance-Ladeschaltung, die beide Zellen gleichmäßig lädt.
Was fehlt: der Akku
Die TX16S MK3 wird ohne Akku geliefert. Der Spannungsbereich von 6,6 bis 8,4 V lässt drei Wege offen:
- Zwei 18650-Zellen: günstigste Lösung, rund 3.200 mAh, Halterung im Sender vorhanden.
- 21700-Pack mit 5.000 mAh: mehr Kapazität bei etwas mehr Gewicht.
- 2S-LiPo mit bis zu 6.200 mAh: längste Laufzeit, verlangt aber sorgfältigen Umgang.
Rechne mit 20 bis 40 € Zusatzkosten. Für den Umgang mit Lithium-Zellen gelten dieselben Regeln wie bei Flugakkus, nachzulesen im Ratgeber zum LiPo-Akku richtig laden.
Preis und Einordnung
Bei Amazon steht die MK3 bei 262,92 €, verkauft über einen Drittanbieter. RadioMaster selbst listet sie mit 199,99 US-Dollar. Der Aufschlag von rund 60 € deckt Einfuhr, Versand und Marge des Händlers ab, liegt aber deutlich über dem Herstellerpreis.
Innerhalb des Programms ergibt sich damit eine klare Staffel: Die Pocket für rund 119 € ist der Einstieg, die TX15 Max für rund 270 € die kompakte Oberklasse, die TX16S MK3 die Vollformat-Variante für alle, die Bedienelemente und Displayfläche brauchen.
Für wen sich die TX16S MK3 lohnt
Sie passt, wenn du mehrere Modelle fliegst und der Sender die zentrale Konstante bleiben soll. Whoop für drinnen, Freestyle-Aufbau für draußen, dazu vielleicht ein Flächenmodell: Alle Modellspeicher liegen auf einem Gerät, jede Funktion hat ihren eigenen Schalter, und die Einrichtung läuft auf einem Bildschirm, auf dem man etwas erkennt. Passende Modelle dafür sind der BetaFPV Meteor75 Pro für drinnen und der Pavo20 Pro II für Aufnahmeflüge.
Weniger passend ist sie für den Einstieg und für Reisen. 813 g ohne Akku und eine Grundfläche von 200 × 178 mm füllen jeden Rucksack. Wer erst herausfinden will, ob FPV bleibt, startet mit einem kompakten Sender und übt am FPV-Simulator, bevor die erste Drohne dazukommt. Wie der Einstieg abläuft, steht im Ratgeber zum FPV-Drohne fliegen.
Fazit
Die RadioMaster TX16S MK3 ist die konsequente Fortschreibung des meistgenutzten FPV-Senders. V6-Gimbals mit vier Kugellagern, ein 5-Zoll-Touchscreen, Gemini-X mit zwei LR1121-Chips und tauschbare Schalterpanels ergeben ein Gerät, das mehrere Drohnengenerationen begleitet.
Mit 4,6 von 5 bleibt nur der Preis als echter Kritikpunkt: 262,92 € bei Amazon liegen deutlich über dem Listenpreis des Herstellers. Wer kompakt bleiben will, nimmt die TX15 Max*. Wer den Sender als feste Basis für viele Modelle sucht, ist mit der TX16S MK3* für Jahre versorgt.
Häufige Fragen
Was unterscheidet die TX16S MK3 von der MK II?
Drei Punkte. Die MK3 nutzt V6-Gimbals mit vier Kugellagern statt der älteren AG01-Generation, sie hat das Gemini-X-Funkmodul mit zwei LR1121-Transceivern für 2,4 GHz und 900 MHz statt eines einzelnen 2,4-GHz-Chips, und sie bringt programmierbare RGB-Leuchtringe sowie abnehmbare Schulterschalter-Panels mit. Layout, Displaygröße und EdgeTX bleiben gleich.
Was bedeutet Gemini bei RadioMaster?
Gemini beschreibt zwei parallel arbeitende Sendemodule. Sie können dasselbe Signal über zwei Antennen und zwei Frequenzen gleichzeitig übertragen, was die Verbindung gegen Störungen und Abschattung absichert. Alternativ lässt sich ein Modul für 2,4 GHz und eines für 900 MHz nutzen. Voraussetzung für den Doppelbetrieb ist ein passender Gemini-Empfänger.
Braucht man für die TX16S MK3 noch Akkus?
Ja, sie werden nicht mitgeliefert. Möglich sind zwei 18650-Zellen, ein 21700-Pack mit 5.000 mAh oder ein 2S-LiPo mit bis zu 6.200 mAh. Geladen wird über den USB-Anschluss, die Balancer-Schaltung sitzt im Sender. Rechne je nach Variante mit 20 bis 40 € Zusatzkosten.
Was ist EdgeTX?
EdgeTX ist die quelloffene Firmware moderner Fernsteuerungen. Sie verwaltet Modellspeicher, Mischer, Schalterbelegungen, Telemetrie und Sprachausgabe. Über LUA-Skripte lassen sich eigene Anzeigen einbinden, das gängigste konfiguriert das ELRS-Modul direkt vom Sender aus. Die TX16S MK3 verlangt mindestens EdgeTX 3.0.0.
TX16S MK3 oder TX15 Max?
Die TX15 Max ist kompakter (672 g, 3,5-Zoll-Display) und bringt ab Werk die höherwertigen AG02-Gimbals aus CNC-Aluminium mit. Die TX16S MK3 hat das größere 5-Zoll-Display, das Vollformat-Layout mit mehr Schaltern und das Gemini-X-Doppelmodul. Wer viel unterwegs fliegt, greift zur TX15 Max, wer am Platz mit vielen Modellen arbeitet, zur TX16S MK3.
Passt die TX16S MK3 zu einer DJI-Drohne?
Bei Selbstbauten mit DJI O4 Air Unit ja, dort übernimmt ELRS die Steuerung und DJI nur das Videobild. Bei fertigen DJI-Drohnen wie der Avata 2 funktioniert sie nicht, weil DJI dort ein geschlossenes Steuersystem mit eigener Fernsteuerung nutzt.
Wozu dienen die abnehmbaren Schalterpanels?
Die Schulterbereiche links und rechts lassen sich als Modul tauschen. Damit kannst du Kippschalter gegen Taster, Zweistufen- gegen Dreistufenschalter oder gegen eine flache Blende ersetzen. Wer Segelflug, Multicopter und Autos mit demselben Sender fährt, passt so die Bedienung an die jeweilige Modellklasse an.
Was bringt der eingebaute Bewegungssensor?
Er erlaubt es, Funktionen über eine Neigung des Senders auszulösen statt über einen Schalter. Typisch sind eine gesteuerte Kameraneigung, ein Schaltkanal oder das Abrufen von Telemetrie-Ansagen. Das ist eine Komfortfunktion für Piloten, deren Schalter bereits alle belegt sind.
Kann man die TX16S MK3 am Simulator nutzen?
Ja, über USB meldet sie sich als Joystick am Rechner an und arbeitet mit allen gängigen FPV-Simulatoren. Das ist die günstigste Art, Flugstunden zu sammeln: Du gewöhnst dich an dieselben Gimbals, die später an der Drohne hängen, ohne Material zu riskieren.
Lohnt sich das große Display im Alltag?
Beim Einrichten deutlich, im Flug kaum. Modellanlage, Mischer, Schalterbelegung und ELRS-Konfiguration laufen auf 5 Zoll spürbar schneller als auf monochromen Anzeigen. Während des Fluges schaust du ohnehin in die Brille, dort zählt nur die Telemetrie-Ansage über den Lautsprecher.