DJI Drohne im Hochformat: welche Modelle es können und wie

DJI-Drohnen im Hochformat: Mini 3, Mini 4 Pro, Mini 5 Pro und Mavic 4 Pro drehen die Kamera, Air 3S, Flip und Neo schneiden aus. Auflösungen und Einstellung.

Kameradrohnen Veröffentlicht am 7 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Echtes Hochformat mit gedrehter Kamera können laut DJI die Mini 3, Mini 3 Pro, Mini 4 Pro, Mini 5 Pro und Mavic 4 Pro.
  • Ausschnitt-Hochformat liefern Air 3, Air 3S, Flip, Neo, Neo 2 und die Lito-Modelle, meist in 2,7K mit 1512 × 2688 Pixeln.
  • Umschalten geht in der DJI Fly App über das Format-Symbol am rechten Rand der Kameraansicht, auch im Flug.
  • Der Unterschied in Zahlen: 4K hochkant hat rund 8,3 MP, ein 2,7K-Ausschnitt 4,1 MP, ein nachträglicher Schnitt aus 4K 2,6 MP.
  • Ohne Hochformat-Modus (etwa Mini 4K) bleibt das Zuschneiden am Rechner, für 1080 × 1920 reicht das.

Welche DJI-Drohnen filmen im Hochformat?

DJI unterscheidet in seiner Support-Übersicht zwei Wege. Beim ersten dreht der Gimbal die Kamera um 90 Grad, der Sensor steht dann hochkant, und das Bild nutzt seine volle Fläche. Beim zweiten bleibt die Kamera waagerecht, und die Drohne schneidet ein 9:16-Fenster aus dem Sensorbild. Beide Wege liefern fertige Hochformat-Dateien, die sich direkt hochladen lassen. Sie unterscheiden sich in der Auflösung und darin, was neben dem Video noch hochkant geht.

ModellWeg zum HochformatHöchste Hochformat-Auflösung
Mini 5 ProKamera dreht (Rollbereich 225°)4K
Mini 4 ProKamera dreht 90°4K bis 60 fps, auch HDR
Mini 3 ProKamera dreht 90°4K
Mini 3Kamera dreht 90°4K
Mavic 4 ProKamera dreht (Rollbereich bis 400°)4K 2160 × 3840 bis 60 fps (Hasselblad-Kamera)
Air 3SAusschnitt2,7K 1512 × 2688 bis 60 fps, beide Kameras
Air 3Ausschnitt2,7K und Full HD
FlipAusschnitt2,7K 1512 × 2688 bis 30 fps
Neo 2Ausschnitt2,7K 1512 × 2688 bis 60 fps
NeoAusschnittFull HD 1080 × 1920, ab Firmware v01.00.0400
Lito 1Ausschnitt2,7K bis 60 fps
Lito X1weist DJI nicht aus2,7K
Mini 4Kkein Hochformat-Modusnur Zuschnitt in der Bearbeitung

Grundlage sind die Datenblätter von DJI und die Support-Seite des Herstellers zum Hochformat-Modus. Die Bildraten der Ausschnitt-Modelle unterscheiden sich spürbar: Die Flip endet im Hochformat bei 30 Bildern pro Sekunde, Air 3S und Neo 2 schaffen 60. Für ruhige Kamerafahrten genügen 30, wer schnelle Bewegungen später verlangsamen will, braucht die 60.

Gedrehte Kamera oder Ausschnitt: was der Unterschied bringt

Ein 4K-Hochformat aus gedrehter Kamera hat 2160 × 3840 Pixel, also rund 8,3 Millionen Bildpunkte. Der 2,7K-Ausschnitt der Air 3S, Flip und Neo 2 kommt auf 1512 × 2688 Pixel und damit auf etwa die Hälfte. Wer ein Querformat-Video in 4K erst am Rechner auf 9:16 zuschneidet, behält einen Streifen von 1215 × 2160 Pixeln, knapp ein Drittel des Bildes.

Maßstäblicher Größenvergleich von vier Hochformat-Bildern einer Drohne. Links das 4K-Hochformat mit gedrehter Kamera, 2160 mal 3840 Pixel, 8,3 Megapixel. Daneben der 2,7K-Ausschnitt mit 1512 mal 2688 Pixeln, 4,1 Megapixel. Dann der nachträgliche Schnitt aus einem 4K-Querformat, 1215 mal 2160 Pixel, 2,6 Megapixel. Rechts Full HD hochkant mit 1080 mal 1920 Pixeln, 2,1 Megapixel, die übliche Größe für Reels, TikTok und Shorts. Alle vier liegen über dieser Zielgröße.

Die gedrehte Kamera liefert rund doppelt so viele Bildpunkte wie der Ausschnitt und dreimal so viele wie der Schnitt am Rechner.

Für das fertige Video auf Instagram, TikTok oder YouTube Shorts reichen alle drei Wege, denn die Plattformen spielen in der Regel 1080 × 1920 Pixel aus. Die höhere Auflösung zahlt sich an anderer Stelle aus:

Der Ausschnitt in der Drohne hat trotzdem einen klaren Vorteil gegenüber dem Schnitt am Rechner: Du siehst beim Fliegen genau das Bild, das später im Clip steht. Motiv, Horizont und Bildränder lassen sich passend setzen, statt sie nachträglich aus einem breiten Bild herauszusuchen.

So stellst du in der DJI Fly App auf Hochformat um

Der Weg ist bei allen aktuellen Modellen gleich:

  1. Drohne und Fernsteuerung einschalten, in der DJI Fly App auf „GO FLY” tippen, damit die Kameraansicht erscheint.
  2. Format-Symbol antippen. Das Symbol für Quer- und Hochformat sitzt am rechten Rand der Kameraansicht.
  3. Kontrolle im Livebild. Bei Mini 3, Mini 3 Pro, Mini 4 Pro und Mini 5 Pro dreht sich der Gimbal sichtbar auf die Seite, das Livebild steht danach hochkant. Bei Air, Flip und Neo zeigt das Livebild den 9:16-Ausschnitt.
  4. Auflösung prüfen. Im Kameramenü erscheinen im Hochformat nur die dafür freigegebenen Auflösungen und Bildraten.

Die Mavic 4 Pro bietet zwei weitere Wege: Sie wechselt ins Hochformat, wenn du den drehbaren Bildschirm der RC Pro 2 hochkant stellst, oder per Druck auf die Taste C2. Bei der Neo ist der Hochformat-Modus erst ab der Firmware v01.00.0400 vorhanden. Wer ihn im Menü nicht findet, sollte zuerst die Firmware aktualisieren.

Was im Hochformat anders läuft

Fotos. Modelle mit drehender Kamera nehmen auch Fotos hochkant auf, mit voller Sensorauflösung. Bei Air 3 und Air 3S gilt das Hochformat laut DJI nur für normale Videos, weder für Fotos noch für Zeitlupe. Bei 48 Megapixeln ist das verschmerzbar: Ein Hochkant-Foto lässt sich aus dem Querformat-Bild schneiden und behält immer noch mehr Pixel, als Instagram mit 1080 × 1350 zeigt.

Bildraten. Die Ausschnitt-Modelle senken im Hochformat teils die Bildrate. Die Flip erreicht im Querformat 4K mit 60 Bildern pro Sekunde, hochkant endet sie bei 30. Wer im Hochformat Zeitlupe plant, prüft vorher das Datenblatt des eigenen Modells.

Steuergefühl. Das Livebild steht hochkant, die Steuerknüppel bleiben gleich belegt. Vorn ist weiterhin vorn. Viele fliegen deshalb im Querformat an, weil sie dort Hindernisse am Bildrand früher sehen, und drehen erst im Schweben vor dem Motiv um.

Mavic 4 Pro und Mini 5 Pro. Ihr großer Rollbereich erlaubt neben 0 und 90 Grad auch jeden Zwischenwinkel. Eine um 30 oder 45 Grad gekippte Kamera erzeugt schräge Bildwinkel, die sonst erst in der Nachbearbeitung entstehen. Das ist eine eigene Bildsprache, die man dosiert einsetzt.

Hochformat ohne Hochformat-Modus: der Schnitt am Rechner

Die Mini 4K und ältere Modelle wie Mini 2 und Mini SE fehlen in DJIs Liste der Drohnen mit Hochformat-Modus. Der Weg führt dann über die Bearbeitung:

Wie man aus einem Dreh ein Quer- und ein Hochformat-Video gewinnt und welche Schnittprogramme das bequem lösen, steht im Ratgeber Drohnenvideos bearbeiten.

Welche Motive im Hochformat funktionieren

Das schmale Format verändert, was im Bild wirkt. Fünf Motivtypen nutzen es besonders gut:

MotivKamerabewegungwarum es hochkant trägt
Türme, Leuchttürme, Kirchtürmelangsamer Steigflugdie Höhe füllt das Format
Wasserfälle und KlippenSteigflug oder Sinkflugdie Fallhöhe wird zur Bildachse
Straßen, Wege, FlussläufeBlick senkrecht nach unten, Flug entlang der Liniedie Linie führt von unten nach oben
Personen am BodenAufstieg von der Person wegder Mensch bleibt unten im Bild, die Umgebung öffnet sich darüber
KüstenlinienFlug parallel zum Ufer, Kamera leicht schrägWasser, Strand und Land stapeln sich

Weniger gut geht alles, was in die Breite läuft: weite Panoramen, Bergketten, Sonnenuntergänge über dem Meer. Hier liefert das Querformat mehr, und für Social Media lohnt sich oft der Schnitt aus einer breiten Aufnahme mit wanderndem Ausschnitt.

Welches Modell sich für Hochformat lohnt

Wer überwiegend für Reels, TikTok und Shorts filmt, fährt mit einer Drohne mit drehender Kamera am besten. In der 250-Gramm-Klasse heißt das Mini 3, Mini 4 Pro oder Mini 5 Pro. Die Mini 4 Pro ist dabei der Mittelweg: 4K hochkant mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde und HDR, dazu Rundum-Hinderniserkennung.

Wer Hochformat nur gelegentlich braucht, ist mit einem Ausschnitt-Modell gut bedient. Air 3S, Flip und Neo 2 liefern 2,7K hochkant und damit mehr, als die Plattformen ausspielen.

Fazit: erst das Modell prüfen, dann das Symbol antippen

Ob deine DJI-Drohne echtes Hochformat kann, entscheidet der Gimbal. Mini 3, Mini 3 Pro, Mini 4 Pro, Mini 5 Pro und Mavic 4 Pro drehen die Kamera und liefern 4K hochkant. Air 3, Air 3S, Flip, Neo und Neo 2 schneiden aus und kommen auf 2,7K oder Full HD, was für jede Plattform reicht. Umgestellt wird in allen Fällen über das Format-Symbol in der DJI Fly App, am besten im Schweben vor dem Motiv. Fehlt der Modus, nimmst du in 4K quer auf und schneidest am Rechner zu.

Häufige Fragen

Welche DJI-Drohne kann echtes Hochformat?

Laut DJI drehen die Mini 3, die Mini 3 Pro, die Mini 4 Pro, die Mini 5 Pro und die Mavic 4 Pro ihre Kamera um 90 Grad. Damit entsteht ein 9:16-Bild aus der vollen Sensorfläche, bei der Mini 4 Pro in 4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde. Air 3, Air 3S, Flip, Neo und Neo 2 liefern ebenfalls Hochformat, schneiden es aber aus dem Sensor heraus und erreichen höchstens 2,7K.

Wie stelle ich bei der DJI-Drohne auf Hochformat um?

In der DJI Fly App die Kameraansicht öffnen und auf das Symbol für Quer- und Hochformat am rechten Bildschirmrand tippen. Bei Modellen mit drehender Kamera rollt der Gimbal dann sichtbar um 90 Grad, bei den übrigen wechselt nur der Bildausschnitt. Die Mavic 4 Pro wechselt zusätzlich, wenn du den Bildschirm der RC Pro 2 drehst oder die Taste C2 drückst.

Kann ich im Flug zwischen Quer- und Hochformat wechseln?

Ja, der Wechsel funktioniert in der Luft. Sinnvoll ist er im Schweben vor der Aufnahme: Du fliegst im Querformat zum Motiv, weil du so mehr vom Umfeld siehst, und drehst erst dort auf Hochformat. Während einer laufenden Aufnahme solltest du nicht umschalten, weil sich das Seitenverhältnis der Datei mitten im Clip nicht ändern lässt.

Kann die DJI Mini 4K im Hochformat filmen?

DJI führt die Mini 4K nicht in seiner Liste der Drohnen mit Hochformat-Modus. Ihr Gimbal kann die Kamera nicht auf die Seite drehen, und einen Ausschnitt-Modus gibt es ebenfalls nicht. Ein 9:16-Video entsteht bei ihr nur durch Zuschneiden am Rechner oder Handy. Aus 4K bleiben dabei 1215 × 2160 Pixel übrig, für Reels und Shorts genügt das.

Nimmt die DJI Air 3S auch Fotos im Hochformat auf?

Nein. Laut DJI unterstützen Air 3 und Air 3S das Hochformat nur im normalen Videomodus, weder für Fotos noch für Zeitlupe. Hochkant-Fotos entstehen bei diesen Modellen durch Zuschneiden des Querformat-Fotos. Bei 48 Megapixeln bleibt dabei genug Auflösung übrig, um ein Hochkant-Foto für Instagram mit 1080 × 1350 Pixeln mehrfach zu füllen.

Ist Hochformat aus der Drohne besser als nachträglich zugeschnitten?

Bei Modellen mit drehender Kamera ja, deutlich. Ein 4K-Hochformat hat rund 8,3 Millionen Bildpunkte, ein aus 4K-Querformat geschnittener 9:16-Streifen rund 2,6 Millionen. Bei Modellen, die selbst nur ausschneiden, ist der Abstand kleiner. Ihr Vorteil liegt vor allem im Bildaufbau: Du siehst schon beim Fliegen genau den Ausschnitt, der später im Video steht.

Welches Format brauche ich für Reels, TikTok und Shorts?

Alle drei Plattformen spielen Videos im Seitenverhältnis 9:16 bildschirmfüllend ab, die übliche Auflösung ist 1080 × 1920 Pixel. Jede DJI-Drohne mit Hochformat-Modus liefert mindestens diese Größe. Wer höher aufnimmt, etwa in 2,7K oder 4K, hat beim Schnitt Reserven für einen engeren Bildausschnitt oder eine leichte Stabilisierung.

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