Das Wichtigste in Kürze
- DJI Drohne und Windstärke: Die Mini-Serie, Flip, Neo 2, Lito und Avata 2 sind laut DJI bis 10,7 m/s (38,5 km/h, Windstärke 5) ausgelegt, die Neo bis 8 m/s.
- 12 m/s (43 km/h, Windstärke 6) nennt DJI für Mini 5 Pro, Air 3, Air 3S, Mavic 3, Mavic 3 Pro und Mavic 4 Pro.
- Level 5 und Level 6 in den DJI-Angaben meinen die Stufen der Beaufort-Skala, DJI schreibt jeweils den Wert am oberen Ende ins Datenblatt.
- Gemessen wird in Flughöhe: In 100 m weht es oft eine Stufe stärker als am Startplatz.
- Praxisgrenze: Für ruhige Aufnahmen und sicheren Rückweg etwa zwei Drittel des Datenblattwerts einplanen.
Wie viel Wind hält jede DJI-Drohne aus?
Die Tabelle sammelt die Herstellerangaben aller aktuellen und vieler älterer DJI-Modelle. Die Werte stammen aus den Datenblättern, die Umrechnung in km/h ist gerundet.
| Modell | Startgewicht | Windwiderstand | in km/h | Beaufort |
|---|---|---|---|---|
| DJI Neo | 135 g | 8 m/s | 29 km/h | 4 |
| DJI Neo 2 | 151 g | 10,7 m/s | 38,5 km/h | 5 |
| DJI Mini 3 | 248 g | 10,7 m/s | 38,5 km/h | 5 |
| DJI Mini 3 Pro | unter 249 g | 10,7 m/s | 38,5 km/h | 5 |
| DJI Mini 4K | 246 g | 10,7 m/s | 38,5 km/h | 5 |
| DJI Mini 4 Pro | unter 249 g | 10,7 m/s | 38,5 km/h | 5 |
| DJI Flip | 249 g | 10,7 m/s | 38,5 km/h | 5 |
| DJI Lito 1 | 249 g | 10,7 m/s | 38,5 km/h | 5 |
| DJI Lito X1 | 249 g | 10,7 m/s | 38,5 km/h | 5 |
| DJI Mini 5 Pro | 249,9 g | 12 m/s | 43 km/h | 6 |
| DJI Avata 2 | 377 g | 10,7 m/s | 38,5 km/h | 5 |
| DJI Avata 360 | 455 g | 10,7 m/s | 38,5 km/h | 5 |
| DJI Air 3 | 720 g | 12 m/s | 43 km/h | 6 |
| DJI Air 3S | 724 g | 12 m/s | 43 km/h | 6 |
| DJI FPV | 795 g | 10,8 bis 13,8 m/s | 39 bis 49 km/h | 6 |
| DJI Mavic 3 | 895 g | 12 m/s | 43 km/h | 6 |
| DJI Mavic 3 Pro | 958 g | 12 m/s | 43 km/h | 6 |
| DJI Mavic 4 Pro | 1.063 g | 12 m/s | 43 km/h | 6 |
Im Kern kennt DJI damit nur drei Werte, 8, 10,7 und 12 m/s. Mit dem Gewicht hängen sie nur grob zusammen. Die Mini 5 Pro steht mit 249,9 g auf derselben Stufe wie die gut viermal so schwere Mavic 4 Pro.

DJI kennt im Kern drei Stufen. Die Mini 5 Pro schafft als einzige Drohne unter 250 g den Wert der großen Modelle.
Was Level 5 und Level 6 bedeuten
DJI schreibt in vielen Datenblättern „Level 5“ oder „Level 6“ neben die m/s-Angabe. Gemeint ist die Beaufort-Skala, mit der auch der Wetterdienst Windstärken einteilt. Jede Stufe umfasst eine Spanne:
| Beaufort | Bezeichnung | m/s | km/h | DJI-Modelle |
|---|---|---|---|---|
| 4 | mäßiger Wind | 5,5 bis 7,9 | 20 bis 28 | (Neo am oberen Rand) |
| 5 | frischer Wind | 8,0 bis 10,7 | 29 bis 38 | Mini-Serie, Flip, Neo 2, Lito, Avata |
| 6 | starker Wind | 10,8 bis 13,8 | 39 bis 49 | Mini 5 Pro, Air, Mavic, FPV |
| 7 | steifer Wind | 13,9 bis 17,1 | 50 bis 61 | kein DJI-Modell |
Level 5 heißt also: Die Drohne ist bis zum oberen Rand von Windstärke 5 ausgelegt, und genau diesen Rand, 10,7 m/s, trägt DJI ein. Level 6 deckt die Spanne bis 13,8 m/s ab, DJI nennt für seine größeren Modelle aber 12 m/s und damit einen Wert in der Mitte der Stufe. Wer im Wetterbericht „Windstärke 6“ liest, liegt mit einer Air 3S also schon im Bereich, in dem es knapp werden kann.
Die Neo ist ein Sonderfall. DJI führt sie als Level 4, ihr Wert von 8 m/s liegt aber exakt an der Schwelle zu Windstärke 5. In der Praxis heißt das, dass ein mäßiger Wind ihr Limit ist.
Warum fast alle Minis bei 10,7 m/s stehen
Die Mini-Serie ist von der Mini 2 bis zur Mini 4 Pro auf denselben Wert festgelegt, obwohl sich Kamera, Sensorik und Flugzeit stark verändert haben. Der Grund liegt in der Bauweise: Bei 249 g Startgewicht sind Propellerfläche und Motorleistung begrenzt, und jede Drohne dieser Klasse muss im Wind dieselbe Aufgabe lösen. Sie neigt sich gegen den Wind, um auf der Stelle zu bleiben, und braucht dafür Leistungsreserve.
Die Mini 5 Pro bricht aus diesem Muster aus. DJI gibt 12 m/s an, also eine Stufe mehr. Plausibel wird das über die Geschwindigkeit. Sie erreicht im Sportmodus laut Datenblatt 18 m/s, die Mini 4 Pro 16 m/s. Wer schneller fliegen kann, hat mehr Vortrieb, um gegen den Wind anzukommen. Mit ihren 249,9 g liegt sie zugleich auf der Grenze der 250-Gramm-Klasse, was rechtlich eigene Folgen hat. Die Einordnung dazu steht in der Rezension der DJI Mini 5 Pro.
Die Flip teilt den Wert der Minis, hat aber eine Besonderheit. Ihr Rundum-Propellerschutz vergrößert die Fläche, an der der Wind angreift. Bei böigem Seitenwind wird sie deshalb stärker versetzt, als die gleiche Zahl im Datenblatt vermuten lässt.
Wie DJI den Wert ermittelt
DJI legt das Messverfahren nicht offen. Weder steht im Datenblatt, ob der Wert für Dauerwind oder Böen gilt, noch in welcher Flugrichtung gemessen wurde. Sicher ist nur, dass es um den Wind in Flughöhe geht und dass die Drohne dabei noch ihre Position halten oder gegen den Wind fliegen kann.
Für die Planung folgt daraus ein vorsichtiger Umgang mit der Zahl. Der Datenblattwert beschreibt die Grenze, an der die Drohne gerade noch beherrschbar ist. Ruhige Aufnahmen, eine stabile Gimbal-Führung und ein entspannter Rückweg brauchen deutlich mehr Abstand. Wie du Wind vor Ort einschätzt und welche Fehler im Flug teuer werden, erklärt der Ratgeber Drohne bei Wind fliegen.
Die Praxisgrenze: zwei Drittel des Datenblatts
Eine bewährte Faustregel lautet, die Drohne bei höchstens zwei Dritteln ihres Windwiderstands einzusetzen. Damit ergeben sich diese Planungswerte:
| Datenblattwert | zwei Drittel | in km/h | Modelle |
|---|---|---|---|
| 8 m/s | rund 5,3 m/s | 19 km/h | Neo |
| 10,7 m/s | rund 7,1 m/s | 26 km/h | Mini-Serie, Flip, Neo 2, Lito, Avata 2 |
| 12 m/s | 8 m/s | 29 km/h | Mini 5 Pro, Air 3, Air 3S, Mavic |
Die zwei Drittel sind eine Faustregel aus der Flugpraxis. Sie tragen einem Effekt Rechnung, den jede Wettervorhersage unterschätzt: In 50 bis 100 m Höhe weht es spürbar stärker als am Boden, wo der Wind durch Bäume, Häuser und Gelände gebremst wird. Eine Vorhersage von 5 m/s am Boden kann in Flughöhe schon an die Grenze einer Mini heranreichen. Apps, die den Wind in verschiedenen Höhen anzeigen, stellt der Artikel Drohnen-Wind-App vor.
Rechenbeispiel: der Rückweg gegen den Wind
Kritisch wird Wind meist auf dem Rückweg, wenn der Akku schon halb leer ist und die Drohne gegen den Wind zurück muss. Die Geschwindigkeit über Grund ist dann die Fluggeschwindigkeit minus Gegenwind.
Ein Beispiel mit der Mini 4 Pro, die im Sportmodus laut DJI 16 m/s erreicht, auf 500 m Rückweg:
| Gegenwind in Flughöhe | Tempo über Grund | Dauer für 500 m |
|---|---|---|
| windstill | 16 m/s | rund 31 Sekunden |
| 5 m/s | 11 m/s | rund 45 Sekunden |
| 8 m/s | 8 m/s | rund 63 Sekunden |
| 10,7 m/s | 5,3 m/s | rund 94 Sekunden |
Am Datenblattwert verdreifacht sich die Rückflugzeit, und die Motoren laufen dabei unter Volllast. Im Normalmodus mit 12 m/s fällt die Reserve noch kleiner aus. Das erklärt, warum DJI Fly bei starkem Wind früher zur Rückkehr auffordert: Die App rechnet den Energiebedarf für den Rückweg gegen den aktuellen Wind.
Welche DJI-Drohne für windige Regionen?
Wer regelmäßig an der Küste, im Bergland oder auf freien Flächen fliegt, sortiert die Modelle am besten nach zwei Kriterien: Datenblattwert und Masse.
- Kleinste Reserve: Die Neo mit 8 m/s und 135 g ist eine Drohne für windarme Tage und geschützte Orte.
- Solider Standard: Mini 3 bis Mini 4 Pro, Flip, Lito und Neo 2 decken mit 10,7 m/s die meisten Tage im Binnenland ab.
- Die Ausnahme unter 250 g: Die Mini 5 Pro bringt 12 m/s in die leichte Klasse und ist damit die windfesteste DJI-Drohne ohne zusätzliches Gewicht.
- Spürbar ruhiger in Böen: Air 3, Air 3S und Mavic 4 Pro haben denselben Wert wie die Mini 5 Pro, liegen mit 720 bis 1.063 g aber stabiler in der Luft. Bei gleichem Wind versetzt eine Böe die schwere Drohne weniger, das Bild bleibt ruhiger.
Andere Hersteller zum Vergleich
Die Werte der Konkurrenz liegen in denselben Stufen:
| Modell | Startgewicht | Windwiderstand | in km/h |
|---|---|---|---|
| HOVERAir X1 | 125 g | ca. 7,9 m/s | 28 km/h |
| HOVERAir X1 PRO und PROMAX | 192 g | 10,7 m/s | 38,5 km/h |
| Potensic Atom, Atom SE, Atom LT | unter 249 g | 10,5 m/s | 38 km/h |
| Potensic Atom 2 und Atom 3 | unter 249 g | 10,7 m/s | 38,5 km/h |
| Parrot Anafi | 320 g | 13,9 m/s | 50 km/h |
Die Potensic-Modelle bewegen sich auf Höhe der DJI-Minis, die HOVERAir X1 liegt auf dem Niveau der Neo. Die ältere Parrot Anafi gibt mit 50 km/h den höchsten Wert in dieser Übersicht an. Wie bei DJI fehlt auch hier eine Angabe zum Messverfahren, ein direkter Vergleich über Herstellergrenzen hinweg bleibt deshalb eine grobe Orientierung.
Fazit: den Wert in Flughöhe vergleichen
Die DJI-Datenblätter machen die Einordnung leicht: 8, 10,7 oder 12 m/s, dazwischen gibt es kaum Abstufungen. Vergleiche diesen Wert mit dem Wind in Flughöhe und den Böen, der Bodenwind aus der Wetter-App liegt meist darunter. Plane mit zwei Dritteln des Datenblattwerts, dann bleibt für den Rückflug genug Reserve. Und wer oft bei Wind unterwegs ist, bekommt mit der Mini 5 Pro den Wert der großen Modelle in der leichten Klasse.
Häufige Fragen
Bis zu welcher Windstärke kann eine DJI-Drohne fliegen?
Das hängt am Modell. DJI gibt für die Neo 8 m/s an, für die Mini-Serie, Flip, Neo 2, Lito und Avata 2 jeweils 10,7 m/s, also die Obergrenze von Windstärke 5. Mini 5 Pro, Air 3, Air 3S, Mavic 3 und Mavic 4 Pro schaffen laut Datenblatt 12 m/s, das liegt mitten in Windstärke 6. Gemeint ist jeweils der Wind in Flughöhe, und für ruhige Aufnahmen solltest du deutlich unter diesen Werten bleiben.
Was bedeutet Level 5 bei DJI?
Level 5 steht für Windstärke 5 auf der Beaufort-Skala, das ist frischer Wind von 8,0 bis 10,7 m/s oder rund 29 bis 38 km/h. DJI schreibt den oberen Rand der Stufe ins Datenblatt, also 10,7 m/s. Level 6 entspricht Windstärke 6 mit 10,8 bis 13,8 m/s, dort nennt DJI für seine größeren Modelle 12 m/s.
Wie viel km/h Wind hält die DJI Mini 4 Pro aus?
Laut DJI 10,7 m/s, umgerechnet rund 38,5 km/h. Das ist der Wert der ganzen 249-Gramm-Klasse von DJI, Mini 3, Mini 3 Pro und Mini 4K stehen genauso im Datenblatt. Als Planungsgrenze für Videoaufnahmen bietet sich ein Wind in Flughöhe von höchstens 7 bis 8 m/s an, damit für den Rückweg Reserve bleibt.
Welche DJI-Drohne ist am windstabilsten?
Unter den aktuellen Kameradrohnen nennt DJI für Mini 5 Pro, Air 3, Air 3S, Mavic 3, Mavic 3 Pro und Mavic 4 Pro denselben Höchstwert von 12 m/s. Bei gleichem Datenblattwert liegen die schweren Modelle in Böen ruhiger, weil mehr Masse weniger versetzt wird. Die ältere DJI FPV kommt laut Datenblatt auf 39 bis 49 km/h, also bis 13,8 m/s.
Warum hält die Mini 5 Pro mehr Wind aus als die Mini 4 Pro?
DJI gibt für die Mini 5 Pro 12 m/s an, für die Mini 4 Pro 10,7 m/s. Die Mini 5 Pro fliegt im Sportmodus mit bis zu 18 m/s auch deutlich schneller als die Mini 4 Pro mit 16 m/s und hat damit mehr Antriebsreserve gegen den Wind. Mit 249,9 g Startgewicht ist sie zugleich ein Grenzfall der 250-Gramm-Klasse.
Gilt der Windwiderstand auch für Böen?
Das Datenblatt sagt dazu nichts, DJI legt das Messverfahren nicht offen. Sinnvoll ist, die Böenspitzen der Vorhersage mit dem Datenblattwert zu vergleichen. Liegen die Böen in Flughöhe am Wert der Drohne oder darüber, fehlt die Reserve für den Rückflug gegen den Wind.
Wie windstabil ist die DJI Neo?
Die erste Neo ist laut DJI bis 8 m/s ausgelegt, das sind knapp 29 km/h und der niedrigste Wert der aktuellen DJI-Reihe. Mit 135 g wird sie von Böen stark versetzt. Die Neo 2 legt auf 10,7 m/s zu und spielt damit in der Liga der Mini-Serie.