Wer eine DJI-FPV-Drohne kauft, sucht früher oder später nach einem Simulator vom selben Hersteller. Es gibt ihn, und zwar gleich zweimal. Nur passt er für viele aktuelle Geräte nicht mehr, und das steht an keiner Stelle im Karton.
Das Wichtigste in Kürze
- Zwei getrennte Programme: DJI Virtual Flight für FPV, DJI Flight Simulator für Kameradrohnen auf Windows.
- Virtual Flight unterstützt Goggles Integra, Goggles 2, FPV Goggles V2, Motion Controller und FPV Remote Controller 2.
- Nicht unterstützt: Avata 2, Goggles 3, RC Motion 2 und 3 sowie FPV Remote Controller 3.
- Wartung eingestellt: Virtual Flight seit dem 21. März 2024. Die App bleibt nutzbar, bekommt aber keine Updates mehr.
- In der DJI Fly App steckt kein Simulator, weder für Mini noch für Air oder Mavic.
Zwei DJI-Simulatoren, die ständig verwechselt werden
Ein großer Teil der Verwirrung kommt daher, dass DJI zwei völlig verschiedene Programme mit ähnlichen Namen anbietet. Sie haben unterschiedliche Zielgruppen und keine gemeinsame Codebasis.
| DJI Virtual Flight | DJI Flight Simulator | |
|---|---|---|
| Gedacht für | FPV-Fliegen | Kameradrohnen, gewerbliche Einsätze |
| Plattform | iOS, Android, Windows | nur Windows (64 Bit) |
| Kosten | kostenlos | Free Trial, Vollversion mit Lizenz |
| Steuerung | DJI-Brille + DJI-Controller | DJI-Fernsteuerung |
| Inhalte | Flugtraining, Freestyle-Karten | Grundlagen, Wegpunkte, Inspektionsübungen |
Virtual Flight ist der Simulator, den die meisten meinen. Er zeigt das Bild in der DJI-Brille, nimmt den Motion Controller oder die FPV-Fernsteuerung an und bildet das Flugverhalten von DJI FPV und der ersten Avata nach.
DJI Flight Simulator dagegen richtet sich an Piloten, die mit Mavic- oder Matrice-Modellen arbeiten. Er übt Standardaufgaben wie Hovern, Wegpunktflüge und Inspektionsabläufe an Leitungen.
Was Virtual Flight tatsächlich unterstützt
Hier liegt die Enttäuschung für alle, die nach 2023 gekauft haben. Die Hardwareliste ist auf die erste FPV-Generation von DJI zugeschnitten und wurde nie erweitert.
| Gerät | Virtual Flight |
|---|---|
| DJI Goggles Integra | unterstützt |
| DJI Goggles 2 | unterstützt |
| DJI FPV Goggles V2 | unterstützt |
| DJI Motion Controller (erste Version) | unterstützt |
| DJI FPV Remote Controller 2 | unterstützt |
| DJI Goggles 3 und Goggles N3 | nicht unterstützt |
| DJI RC Motion 2 und RC Motion 3 | nicht unterstützt |
| DJI FPV Remote Controller 3 | nicht unterstützt |
| DJI Avata 2 | nicht unterstützt |
Wer also das Avata-2-Set mit Goggles 3* und RC Motion 3 gekauft hat, kann Virtual Flight zwar installieren, aber keine seiner Komponenten damit verbinden. Genau dieser Fall taucht in Foren am häufigsten auf.
Alle FPV-Geräte, die DJI ab 2024 vorgestellt hat, liegen zeitlich hinter dem Wartungsende der beiden Simulatoren und wurden nie nachgetragen.
Das Wartungsende und was es praktisch bedeutet
DJI hat die Pflege von Virtual Flight zum 21. März 2024 beendet. In der Support-Meldung nennt der Hersteller die Weiterentwicklung der Avata- und FPV-Produkte als Grund und verweist ausdrücklich auf Simulatoren von Drittanbietern. Die App bleibt für alle nutzbar, die sie bereits installiert haben.
Für den Flugsimulator für Kameradrohnen gilt nach der entsprechenden DJI-Meldung dasselbe seit Mitte 2024. Beide Programme sind damit eingefrorene Stände.
Konkret heißt das für dich:
- Keine neuen Karten und keine neuen Drohnenmodelle kommen dazu.
- Fehler bleiben stehen. Wenn ein Android-Update die App bricht, wird sie nicht repariert.
- Neue Hardware wird nie unterstützt. Die Liste oben ist final.
- Der Download kann verschwinden. Wer die App hat, sollte die Installationsdatei aufheben.
Das ist kein Grund zur Panik, sondern eine klare Grundlage für die Entscheidung: Virtual Flight ist eine gute Wahl, solange deine Hardware in der Liste steht. Für alles andere brauchst du einen anderen Weg.
Warum in der DJI Fly App kein Simulator steckt
Diese Frage taucht regelmäßig auf, weil frühere DJI-Apps einen hatten. Die alte DJI GO 4 brachte einen Simulator mit, in dem sich eine verbundene Drohne virtuell steuern ließ, ohne dass die Motoren anliefen.
DJI Fly, die App für Mini, Air, Mavic, Neo und Flip, hat diese Funktion nicht übernommen. Es gibt in ihr keinen Übungsmodus und keinen Trockenflug. Wer eine Mini 4K* oder eine Mini 4 Pro besitzt und vor dem ersten Start üben will, hat drei Optionen:
- Den DJI Flight Simulator auf einem Windows-Rechner installieren und die Fernsteuerung per USB anschließen.
- Einen Drittanbieter-Simulator nutzen, wobei die DJI-Fernsteuerung dort meist nicht funktioniert (dazu unten mehr).
- Die ersten Flüge bewusst auf einer freien Fläche machen und die Höhenbegrenzung in den Einstellungen niedrig setzen.
Bei Kameradrohnen mit Satellitenortung und Hinderniserkennung wiegt das weniger schwer als bei FPV. Eine Mini steht von selbst still, sobald du die Sticks loslässt. Eine FPV-Drohne im Acro-Modus tut das nicht, und genau deshalb ist der Simulator dort Pflichtprogramm.
Die Fernsteuerungs-Falle bei Drittanbietern
Der naheliegende Ausweg lautet, einen PC-Simulator mit der vorhandenen DJI-Fernsteuerung zu fliegen. Das funktioniert nur bei einem Teil der Geräte, und die Trennlinie verläuft sauber:
- DJI FPV Remote Controller 2 und 3 melden sich am Rechner als Joystick an und laufen mit Liftoff, VelociDrone und Uncrashed.
- Alle anderen DJI-Fernsteuerungen (RC 2, RC-N2, RC-N3, RC Pro, die Motion Controller) tun das nicht. Sie sind an die DJI-Apps gebunden und liefern am PC kein Steuersignal.
Die Details dazu und die vorhandenen Umwege stehen im Artikel zum FPV-Simulator mit DJI-Fernsteuerung.
Was Virtual Flight ersetzt
DJI selbst verweist auf Drittanbieter, und für FPV ist das ohnehin der bessere Weg. Drei Titel decken praktisch alles ab:
| Simulator | Stärke | Passt zu |
|---|---|---|
| Liftoff | breite Karten, sanfter Einstieg | Freestyle, erste Wochen |
| Uncrashed | modernes Bild, gutes Flugverhalten | Freestyle und Cinematic |
| VelociDrone | präzise Physik, Renn-Strecken | Racing, Trainingsläufe |
Ein Detail macht den Unterschied zwischen Simulatorzeit und echtem Fortschritt: derselbe Sender. Wer am PC mit einer echten FPV-Fernsteuerung übt und später mit demselben Gerät fliegt, überträgt das Muskelgedächtnis eins zu eins. Ein günstiger Einstieg dafür ist die BetaFPV LiteRadio 3*, die per USB als Joystick erkannt wird und später echte Drohnen steuern kann. Wer gleich mehr Auswahl will, findet in der RadioMaster Pocket* einen vollwertigen Sender im Hosentaschenformat.
Welcher Titel auf welchem Rechner läuft und welche Systemanforderungen dahinterstehen, steht ausführlich im Vergleich der FPV-Simulatoren für den PC.
Für wen Virtual Flight trotzdem die richtige Wahl ist
Trotz Wartungsende hat die App eine klare Nische. Sie lohnt sich, wenn alle drei Punkte zutreffen:
- Du besitzt eine DJI FPV oder die erste Avata.
- Du hast Goggles 2, Goggles Integra oder FPV Goggles V2.
- Du willst gezielt das Verhalten deiner Drohne üben, nicht FPV allgemein.
Dann bildet Virtual Flight genau dein Gerät nach, inklusive der DJI-typischen Flugmodi und der Bremswirkung beim Loslassen der Sticks. Das leistet kein Drittanbieter in dieser Genauigkeit.
Sobald aber eine der drei Bedingungen fehlt, ist der Weg über einen gepflegten Drittanbieter-Simulator klar besser. Er läuft mit aktueller Hardware, bekommt weiter Updates und bildet auch das Fliegen im Acro-Modus ab, das bei DJI bewusst abgesichert ist.
Fazit: vorhanden, aber eingefroren
Der DJI-Flugsimulator ist keine Legende, es gibt ihn wirklich, und für die erste FPV-Generation ist er gut. Nur hat DJI die Pflege 2024 beendet, und seither ist jedes neue Gerät des Hauses außen vor.
Die Antwort hängt deshalb an deiner Hardware. Mit Goggles 2 und dem ersten Motion Controller lädst du Virtual Flight und legst los. Mit Avata 2, Goggles 3 oder RC Motion 3 ist der Simulator keine Option, und der sinnvolle Schritt heißt: ein PC-Simulator plus ein Sender, der später auch die echte Drohne fliegt. Welche Titel dafür in Frage kommen, klärt der Überblick zu FPV-Simulatoren.
Häufige Fragen
Gibt es einen offiziellen DJI-Flugsimulator?
Ja, sogar zwei. DJI Virtual Flight ist der FPV-Simulator für iOS, Android und Windows, gedacht für DJI FPV und die erste Avata. Der DJI Flight Simulator ist eine separate Windows-Software für Kameradrohnen mit Trainingsszenarien für gewerbliche Einsätze. Beide sind weiterhin nutzbar, DJI hat die Wartung für Virtual Flight aber im März 2024 eingestellt.
Funktioniert DJI Virtual Flight mit der Avata 2?
Nein. DJI listet die Avata 2 ausdrücklich als nicht unterstützt, ebenso die DJI Goggles 3, den RC Motion 2, den RC Motion 3 und die DJI FPV Remote Controller 3. Unterstützt werden die Goggles Integra, die Goggles 2, die FPV Goggles V2, der erste Motion Controller und die FPV Remote Controller 2. Wer eine Avata 2 gekauft hat, bekommt von DJI keinen passenden Simulator.
Hat die DJI Fly App einen Simulator?
Nein. In der DJI Fly App, mit der Mini, Air und Mavic gesteuert werden, gibt es keinen Flugsimulator. Die frühere DJI GO 4 App hatte einen, DJI Fly hat ihn nicht übernommen. Wer eine Mini 4K oder Mini 4 Pro trocken üben will, ist auf den separaten DJI Flight Simulator für Windows oder auf Drittanbieter angewiesen.
Kostet der DJI-Simulator etwas?
DJI Virtual Flight ist kostenlos. Der DJI Flight Simulator für Windows läuft in einer Free-Trial-Fassung ohne Aktivierungscode, die Enterprise- und Energy-Versionen mit den vollen Trainingsszenarien brauchen eine Lizenz. Für den privaten Einstieg reicht die kostenlose Fassung.
Warum hat DJI die Wartung eingestellt?
In der Support-Meldung nennt DJI die Weiterentwicklung der Avata- und FPV-Produkte als Grund und verweist Nutzer auf Simulatoren von Drittanbietern. Praktisch heißt das: Die App bekommt keine neuen Karten, keine Fehlerbehebungen und keine Unterstützung für neue Hardware mehr.
Kann ich die Goggles 3 an einem Simulator nutzen?
Als Bildschirm für einen PC-Simulator nicht. Die DJI Goggles 3 und die Goggles N3 haben keinen Videoeingang, über den sich ein Rechnerbild einspeisen ließe, und Virtual Flight unterstützt sie nicht. Der übliche Weg ist deshalb, am Monitor zu üben und die Brille für echte Flüge zu behalten.
Welcher Simulator ersetzt Virtual Flight am besten?
Für den Freestyle-Einstieg Liftoff oder Uncrashed, für Renntraining VelociDrone. Alle drei laufen auf dem PC und nehmen einen Sender per USB an. Wer den Umstieg auf eine echte FPV-Fernsteuerung ohnehin plant, gewinnt damit doppelt, weil das Muskelgedächtnis am selben Gerät entsteht.
Läuft DJI Virtual Flight auf dem PC?
Ja, DJI bietet neben den Apps für iOS und Android eine Windows-Fassung an. Sie hat allerdings eine engere Hardwareliste als die Mobilfassung. Mangels Wartung kommen neue Windows-Versionen nicht mehr dazu, sodass die vorhandene Fassung der Endstand bleibt.