ELRS internes Modul: Unterschied zum externen Sendemodul

Internes oder externes ELRS-Modul im Sender: Wo die Unterschiede bei Sendeleistung, Antenne und Kühlung liegen, wie du in EdgeTX umschaltest und was beim Update zu beachten ist.

FPV & Racing Veröffentlicht am 4 Min. Lesezeit

Beim Kauf eines ELRS-Senders taucht regelmäßig die Frage auf, ob das eingebaute Funkmodul genügt oder ob ein externes dazugehört. Die kurze Antwort: Für fast alle Anwendungsfälle reicht das interne. Die längere lohnt sich trotzdem, weil die Unterschiede an Stellen liegen, die man beim ersten Hinsehen übersieht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das interne Modul ist ab Werk verbaut und sofort einsatzbereit, etwa im TX16S, Boxer, Zorro oder Pocket.
  • Externe Module stecken im Modulschacht und bieten mehr Leistung, austauschbare Antennen und aktive Kühlung.
  • In Europa gelten 100 Milliwatt EIRP im 2,4-GHz-Band, damit verlieren die hohen Leistungsstufen ihren Zweck.
  • Immer nur eines aktivieren: In EdgeTX gehört das jeweils andere auf Off.
  • Nach dem Wechsel neu binden, die Bindung hängt am Modul.

Wo die beiden Module sitzen

Schematische Rückansicht eines Fernsteuersenders mit den beiden möglichen Positionen des ELRS-Funkmoduls. Im Inneren des Gehäuses sitzt das interne Modul, dargestellt als Platine innerhalb der Gehäusekontur, mit einer Antenne, die durch das Gehäuse nach außen an einen Schraubanschluss geführt wird. Oben auf der Rückseite ist der Modulschacht eingezeichnet, in den ein externes Modul als quaderförmiges Gehäuse eingesteckt wird; es trägt eine eigene Antenne und einen Lüfter für die aktive Kühlung. Neben beiden Positionen stehen die jeweiligen Eigenschaften: Das interne Modul benötigt keinen zusätzlichen Platz, wiegt nichts extra, liefert je nach Sender 250 Milliwatt bis 1 Watt und wird passiv über das Gehäuse gekühlt. Das externe Modul erreicht bis 2 Watt, hat eine austauschbare Antenne und einen Lüfter, kostet dafür Platz, Gewicht und Geld. Ein Hinweis vermerkt, dass in Europa 100 Milliwatt EIRP zulässig sind.

Beide Wege senden dasselbe Protokoll. Der Unterschied liegt in Leistungsreserve, Antenne und Kühlung.

Das interne Modul ist eine Platine im Sendergehäuse. Sie hängt direkt am Akku des Senders und führt ihre Antenne über einen Schraubanschluss nach außen. Sichtbar ist davon nur diese Antenne.

Das externe Modul wird in den genormten Schacht an der Rückseite gesteckt, der ursprünglich von JR stammt und bis heute als Standard dient. Es bringt eigene Elektronik, eigene Antenne und bei den stärkeren Ausführungen einen Lüfter mit.

Beide senden dasselbe ExpressLRS-Protokoll. Ein Empfänger merkt keinen Unterschied, solange die Firmware-Versionen zusammenpassen.

Was für das interne Modul spricht

Es ist bereits da. Kein Zusatzkauf, kein Anstecken, kein Vergessen beim Packen. Für den Einstieg in ExpressLRS bedeutet das: Sender auspacken, Binding Phrase setzen, fliegen.

Der Sender bleibt kompakt. Ein externes Modul ragt hinten heraus und stört beim Transport. Bei kleinen Sendern wie dem Zorro oder dem Pocket verändert es die Handhabung spürbar.

Kein zweiter Akku-Verbraucher mit eigener Logik. Das interne Modul zieht seinen Strom aus dem Sender und wird von EdgeTX direkt verwaltet.

Der Preis. Ein ordentliches externes Modul kostet einen erheblichen Teil dessen, was ein kompletter Einsteigersender kostet.

Was für ein externes Modul spricht

Höhere Sendeleistung. Externe Module reichen teilweise bis 2 Watt, interne liegen je nach Sender bei 250 Milliwatt bis 1 Watt. In Europa ist dieser Punkt allerdings weitgehend theoretisch, weil im 2,4-GHz-Band 100 Milliwatt EIRP die zulässige Grenze bilden. Wer sich daran hält, nutzt bei beiden Varianten nur die unteren Stufen.

Aktive Kühlung. Ein Lüfter erlaubt es, hohe Leistungsstufen dauerhaft zu fahren, ohne dass das Modul drosselt. Das ist der eigentliche technische Vorteil, greift aber erst jenseits der in Europa zulässigen Leistung.

Austauschbare Antennen. Externe Module haben oft zwei Anschlüsse und erlauben Diversity, also den Betrieb mit zwei Antennen unterschiedlicher Charakteristik.

Unabhängigkeit vom Sender. Ein externes Modul wandert von einem Sender zum nächsten. Wer mehrere Sender nutzt, hält damit alle auf demselben Stand.

Umschalten in EdgeTX

Beide Module sind im selben Sender vorhanden, wenn ein externes gesteckt ist. Aktiv sein darf immer nur eines.

In den Modelleinstellungen unter Model Setup finden sich die Abschnitte Internal RF und External RF. Für das interne Modul stellst du Internal RF auf CRSF und External RF auf Off, beim externen umgekehrt.

Sind beide aktiv, senden zwei Module gleichzeitig im 2,4-GHz-Band und stören sich gegenseitig. Das äußert sich in schlechter Verbindung schon auf kurzer Distanz und ist eine der häufigeren Ursachen für Probleme nach dem Nachrüsten eines externen Moduls.

Die Einstellung gilt je Modell, nicht global. Wer zwischen Quads mit verschiedenen Modulen wechselt, hinterlegt das im jeweiligen Modellspeicher.

Binden und Firmware

Nach jedem Wechsel gehört neu gebunden. Die Bindung hängt am sendenden Modul, nicht am Sendergehäuse.

Am bequemsten läuft das über eine Binding Phrase: Trägst du dieselbe Zeichenfolge in Sender und Empfänger ein, finden sich beide automatisch, ohne dass du am Empfänger einen Knopf drücken musst. Bei einem Modulwechsel setzt du die Phrase im neuen Modul und alle vorhandenen Empfänger verbinden sich wieder.

Für die Firmware gilt eine einfache Regel: Sender und Empfänger müssen auf derselben Hauptversion laufen. ExpressLRS lässt unterschiedliche Nebenversionen zu, verweigert bei abweichenden Hauptversionen aber die Verbindung. Das interne Modul wird dabei genauso über den ExpressLRS Configurator versorgt wie ein externes, nur dass du als Ziel dein Sendermodell auswählst. Der komplette Ablauf steht im Ratgeber zum ELRS Firmware-Update.

Die Antenne als unterschätzte Stellschraube

Bei der Frage nach Reichweite landet die Aufmerksamkeit fast immer bei der Sendeleistung. In der Praxis entscheidet die Antenne und ihre Ausrichtung häufiger über die Verbindung.

Eine Antenne strahlt nicht gleichmäßig in alle Richtungen. Zeigt ihre Spitze direkt auf das Modell, liegt dieses im schwächsten Bereich. Deshalb gehört die Antenne senkrecht oder leicht schräg gestellt, nie auf den Quad gerichtet.

Der Anschluss ist bei den meisten Sendern von außen zugänglich, sodass sich auch beim internen Modul eine bessere Antenne montieren lässt. Achte dabei auf den Typ: SMA und RP-SMA sehen fast identisch aus, haben aber vertauschte Innenleiter und passen nicht zueinander.

Für wen sich der Umstieg lohnt

Nach allem Genannten bleibt eine kurze Liste. Ein externes Modul lohnt sich, wenn du

Für den überwiegenden Teil der Piloten in Deutschland trifft nichts davon zu. Das interne Modul deckt Sichtflug, Freestyle und Racing vollständig ab, und die Reserven liegen ohnehin außerhalb dessen, was zulässig ist.

Fazit: intern reicht, extern löst Sonderfälle

Das interne ELRS-Modul aktueller Sender ist für den europäischen Rechtsrahmen passend dimensioniert. Wer damit an Grenzen stößt, stößt in der Regel an die Grenzen der Antenne oder der eigenen Haltung des Senders.

Ein externes Modul bleibt die Lösung für klar umrissene Fälle. Wer unsicher ist, startet mit dem internen Modul und investiert die gesparten Kosten in eine bessere Antenne sowie in Empfänger mit sauberer Antennenführung am Modell.

Häufige Fragen

Was ist ein internes ELRS-Modul?

Ein fest im Sender verbautes ExpressLRS-Funkmodul. Sender wie der RadioMaster TX16S, der Boxer, der Zorro oder der Pocket bringen es ab Werk mit, sodass ohne Zusatzhardware sofort gebunden und geflogen werden kann. Das externe Gegenstück wird stattdessen in den Modulschacht auf der Rückseite gesteckt.

Ist ein externes Modul besser als das interne?

Für die meisten Piloten reicht das interne Modul vollständig aus. Externe Module punkten bei höherer maximaler Sendeleistung, austauschbaren Antennen und aktiver Kühlung, was auf sehr langen Strecken zählt. Sie kosten dafür Platz, Gewicht und Geld. Bei üblichen Reichweiten im Sichtflug ist der Unterschied in der Praxis kaum spürbar.

Wie schalte ich in EdgeTX zwischen internem und externem Modul um?

In den Modelleinstellungen unter Model Setup gibt es die Abschnitte Internal RF und External RF. Aktiviere genau einen davon und setze den anderen auf Off. Sind beide gleichzeitig aktiv, stören sie sich gegenseitig, weil zwei Sender im selben Band arbeiten.

Muss ich nach dem Wechsel neu binden?

Ja. Die Bindung hängt am jeweiligen Sendemodul, nicht am Sender als Gerät. Wechselst du vom internen auf ein externes Modul, bindest du jeden Empfänger neu. Mit einer gesetzten Binding Phrase geht das ohne Tastendruck am Empfänger, weil beide Seiten sich über die identische Phrase automatisch finden.

Wie aktualisiere ich die Firmware des internen Moduls?

Über den ExpressLRS Configurator am Rechner. Du wählst dein Sendermodell als Ziel, stellst die gewünschte Version ein und überträgst die Firmware per USB oder über die WLAN-Funktion des Moduls. Wichtig ist, dass Sender und alle Empfänger auf derselben Hauptversion laufen, sonst kommt keine Verbindung zustande.

Welche Sendeleistung schafft das interne Modul?

Das hängt vom Sender ab und reicht bei aktuellen Geräten von 250 Milliwatt bis etwa 1 Watt. Externe Module gehen teilweise bis 2 Watt. Beachte dabei die gesetzlichen Grenzen: In Europa sind im 2,4-GHz-Band 100 Milliwatt EIRP zulässig, höhere Stufen sind hier also nicht legal nutzbar.

Warum wird mein internes Modul so warm?

Bei höheren Leistungsstufen entsteht Abwärme, die im geschlossenen Sendergehäuse schlechter abgeführt wird als bei einem externen Modul mit eigenem Lüfter. Betreibst du dauerhaft die oberste Stufe, drosselt das Modul im Zweifel selbst. Für normale Flüge mit den in Europa zulässigen Leistungen ist das kein Thema.

Kann ich die Antenne des internen Moduls tauschen?

Bei den meisten Sendern ja, denn die Antenne sitzt an einem gewöhnlichen SMA- oder RP-SMA-Anschluss außen am Gehäuse. Eine hochwertigere Antenne bringt bei ungünstiger Haltung des Senders oft mehr als eine höhere Sendeleistung. Achte auf den richtigen Anschlusstyp, die beiden Bauarten sehen ähnlich aus und passen nicht zueinander.

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