Das Wichtigste in Kürze
- iFlight Helion Frame: 10-Zoll-Rahmen für Langstreckenflüge, entwickelt von iFlight und 2RAW. Es gibt ihn als Helion 10 (A-Frame, 418 mm Radstand, 540 g) und als Helion Pro (Fachwerk-Arme, 414 mm, 681 g).
- Air Unit: Beide Bausätze sind für die DJI O4 Air Unit Pro gebaut. Bis April 2025 war der Helion 10 ein O3-Rahmen.
- Lochbilder: Motoren 19 × 19 mm, Stack 30,5 × 30,5 mm (Pro laut Datenblatt 30 × 30 mm), Air Unit 25,5 × 25,5 mm.
- Gewicht: Der Rahmen bringt beim fertigen Helion 10 O4 gut ein Viertel der 1.912 g Startgewicht.
- Recht: Schon der leere Rahmen liegt über 250 g. Unterkategorie A3, Kompetenznachweis A1/A3 und beim Brillenflug ein Beobachter sind Pflicht.
Was der Helion Frame ist
Der Helion ist der Langstrecken-Rahmen von iFlight. Entwickelt hat ihn der Hersteller zusammen mit dem FPV-Piloten 2RAW. Ausgelegt ist der Rahmen für 10-Zoll-Propeller, an 6S und mit Akkus, die gut 800 g wiegen. Laut iFlight soll er im Wind stabil liegen und sich nach Sturzflügen sauber abfangen lassen.
Markenzeichen beider Fassungen ist die Aero-Shell. Die strömungsgünstige Haube schützt laut iFlight den Antriebsstrang und lässt sich für Wartungsarbeiten aufklappen.
Den Rahmen gibt es einzeln als Bausatz und fertig aufgebaut als Helion 10 O4 bzw. Helion Pro O4. Der Bausatz richtet sich an Piloten, die eigene Motoren, einen eigenen Stack oder eine vorhandene Air Unit verbauen wollen.
Helion 10 und Helion Pro im Vergleich
iFlight führt zwei Bausätze. Der Helion 10 ist der ältere und mit 8 mm starken Armen der massivere. Der Helion Pro setzt auf Fachwerk-Arme und baut mit 70 mm etwas höher.
| Helion 10 | Helion Pro | |
|---|---|---|
| Bauform | A-Frame | Fachwerk-Arme (Truss) |
| Radstand | 418 mm | 414 mm |
| Maße (L × B × H) | 324 × 264 × 63 mm | 320 × 262 × 70 mm |
| Armstärke | 8 mm | 5 mm |
| Boden- und Deckplatte | je 4 mm | je 3 mm |
| Gewicht | 540 g ±20 g | 681 g ±10 g |
| Stackhöhe max. | 21 mm (O4-Fassung) | 20 mm |
| Höhe Air Unit max. | 22 mm | 20 mm |
| Lochbild Stack | 30,5 × 30,5 mm, Ø 3 mm | 30 × 30 mm, Ø 3 mm |
| Lochbild Air Unit | 25,5 × 25,5 mm, Ø 2 mm | 25,5 × 25,5 mm, Ø 2 mm |
| Lochbild Motor | 19 × 19 mm, Ø 3 mm | 19 × 19 mm, Ø 3 mm |
| Air Unit | DJI O4 Air Unit Pro | DJI O4 Air Unit Pro |
Auffällig ist das Gewicht. Der Pro hat dünnere Arme und dünnere Platten und wiegt trotzdem 141 g mehr. Woran das liegt, schlüsselt iFlight nicht auf. Fertig aufgebaut liegen beide Drohnen laut iFlight bei rund 1.070 g ohne Akku.
Beim Stack-Lochbild nennt das Datenblatt des Pro 30 × 30 mm statt der üblichen 30,5 × 30,5 mm. Ob das ein Schreibfehler ist, geht aus den Angaben nicht hervor. Wer einen vorhandenen Stack übernehmen will, prüft das Maß vorher in der Bauanleitung, die iFlight auf der Produktseite als PDF anbietet.
Die Fertigungstoleranz gibt iFlight für beide Rahmen mit ±0,2 mm bei der Plattenstärke und ±0,1 mm bei den Bohrungen an.
A-Frame oder Fachwerk-Arme
Beide Bauformen lösen dasselbe Problem. Ein 10-Zoll-Rahmen hat lange Arme, und lange Arme verwinden sich leichter. Jede Schwingung im Arm landet als Vibration im Gyroskop der Flugsteuerung. Die Filter rechnen sie heraus, das kostet Reaktionszeit und macht das Flugbild unruhig.
A-Frame (Helion 10). iFlight beschreibt die Geometrie als Abwägung zwischen Stabilität und Gewicht, die Vibrationen und Verwindung reduziert. Die Steifigkeit kommt hier aus dem Material. 8 mm Carbon je Arm sind für einen Multicopter ungewöhnlich viel. Zum Vergleich arbeiten die meisten 5-Zoll-Rahmen mit 5 bis 6 mm. Was diese Werte im Flug bedeuten, erklärt der Grundlagen-Artikel zum FPV-Frame.
Fachwerk-Arme (Helion Pro). Hier kommt die Steifigkeit aus der Form. Ein Fachwerk besteht aus Streben, die Dreiecke bilden, wie bei einem Kranausleger. So ein Aufbau widersteht Verdrehung mit wenig Material. iFlight spricht beim Pro von einem bewährten Fachwerk-Design von 2RAW.
Ein zweiter Unterschied betrifft das Bild. Beim Helion Pro sind laut iFlight bei 0 Grad Kamerawinkel weder im O4-Bild noch in einer aufgesetzten Actioncam Propeller zu sehen. Für ruhige Landschaftsaufnahmen ist das ein echter Vorteil. Der Pro hat außerdem einen USB-C-Anschluss, über den eine Actioncam Strom aus dem Flugakku bezieht.
Was auf den Rahmen passt
Drei Lochbilder entscheiden, welche Teile du verbauen kannst.
Motoren: 19 × 19 mm. Dieses Maß nutzen viele größere Motoren, etwa der Baugröße 3110. Die verbreiteten 5-Zoll-Motoren der Baugröße 2207 nutzen 16 × 16 mm und passen nicht. iFlight verbaut im fertigen Helion eigene 3110er mit 900 KV. Die niedrige Drehzahl pro Volt passt zu großen Propellern an 6S.
Stack: 30,5 × 30,5 mm, höchstens 21 mm hoch. Flugsteuerung und Regler müssen übereinander in diese Höhe passen. Bei 10 Zoll fließen hohe Ströme, iFlight setzt im fertigen Helion einen 4-in-1-Regler mit 55 A ein. Der Helion Pro lässt 20 mm Stackhöhe zu.
Air Unit: 25,5 × 25,5 mm, Ø 2 mm. Das ist das Lochbild der O4 Air Unit Pro. Die O3- und die O4-Fassung des Rahmens sind laut iFlight nicht austauschbar. Die Kamera sitzt beim Helion 10 zwischen CNC-gefrästen Seitenplatten, die iFlight mit der Revision 1.1 im Juli 2024 zusammen mit Boden- und Deckplatte überarbeitet hat.
Welche Teile du für den Aufbau brauchst
Im Karton liegt nur der Rahmen. Die Tabelle zeigt, was iFlight im fertigen Helion 10 O4 verbaut, und worauf du bei eigenen Teilen achtest.
| Bauteil | im Helion 10 O4 verbaut | worauf achten |
|---|---|---|
| Motoren | Helion 10 3110, 900 KV | Lochbild 19 × 19 mm, KV für 6S und 10 Zoll |
| Propeller | Gemfan 1050 (10 Zoll) | je zwei links- und rechtsdrehend |
| Flugsteuerung | BLITZ F7 | Lochbild 30,5 mm, Stackhöhe mit Regler max. 21 mm |
| Regler | BLITZ E55, 4-in-1, 2–6S, 55 A | für 6S ausgelegt |
| Video | DJI O4 Air Unit Pro | Lochbild 25,5 mm, Höhe max. 22 mm |
| GPS | vorinstalliert | GPS Rescue in Betaflight einrichten |
| Empfänger | ab Werk optional | in Europa ELRS 2,4 GHz oder 868 MHz |
| Akku | nicht enthalten | 6S ab 4.500 mAh, Stecker XT90 |
Beim Empfänger lohnt ein zweiter Blick auf die Frequenz. iFlight bietet ELRS auf 2,4 GHz und auf 868/900 MHz an. In Europa gilt für den unteren Bereich die Einstellung 868 MHz, die 900- bzw. 915-MHz-Variante ist für Nordamerika gedacht. Für eine Langstrecken-Maschine ist 868 MHz die naheliegende Wahl, weil das Signal bei gleicher Leistung Hindernisse besser durchdringt.
Wer schon eine O4 Air Unit Pro aus einem anderen Aufbau hat, kommt mit dem Bausatz deutlich günstiger zum Helion.
Wohin das Gewicht geht
Beim fertigen Helion 10 O4 nennt iFlight 1.072 g ohne Akku und 1.912 g mit einem 6S-Akku mit 8.000 mAh. Daraus lässt sich ablesen, wie sich das Startgewicht verteilt.

Der Helion-Rahmen wiegt so viel wie die gesamte Technik darauf. Beim 5-Zoll-Racer macht der Rahmen nur ein Siebtel aus.
| Anteil | Gewicht | Anteil am Startgewicht |
|---|---|---|
| Rahmen | 540 g | 28 % |
| Motoren, Elektronik, Propeller, Air Unit, GPS | 532 g | 28 % |
| Akku 6S 8.000 mAh (Differenz) | rund 840 g | 44 % |
| startfertig | 1.912 g | 100 % |
Der Rahmen wiegt damit so viel wie alles, was darauf verschraubt ist. Bei einem 5-Zoll-Racer wie dem Mach R5 Ultra Trainer liegt der Rahmenanteil bei 14 %. Der Helion steckt also viel Masse in den Rahmen. Ein Absturz aus großer Höhe mit fast 2 kg Masse belastet die Arme ganz anders als ein Einschlag mit 500 g.
Den größten Anteil hat der Akku. Für die Flugzeit nennt iFlight beim fertigen Helion 10 O4 rund 26 Minuten Schwebeflug mit einem 6S-LiPo mit 5.600 mAh und rund 30 Minuten mit einem 6S-Li-Ion-Akku mit 8.000 mAh. Im zügigen Streckenflug sind es laut Hersteller 23 bzw. 26 Minuten. Eine GoPro mit eigenem Halter kommt beim Gewicht noch obendrauf.
Was rechtlich für einen Helion gilt
Ein selbst gebauter Helion trägt keine Klassenkennzeichnung. In der Offenen Kategorie entscheidet dann allein die Startmasse, und die liegt schon mit dem leeren Rahmen über 250 g. Damit gilt die Unterkategorie A3.
- 150 m Abstand zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten
- keine unbeteiligten Personen im Flugbereich
- höchstens 120 m über Grund
- Kompetenznachweis A1/A3, Registrierung als Betreiber mit e-ID an der Drohne und eine Haftpflichtversicherung
Für den Brillenflug kommt eine Bedingung dazu, die beim Helion besonders ins Gewicht fällt. Die Drohne muss in Sichtweite bleiben, und weil du selbst durch die Brille schaust, hält ein Beobachter neben dir den Sichtkontakt. Die 8 km Reichweite der O4 Air Unit Pro nach CE kannst du in Deutschland damit nicht ausfliegen. Ein Langstrecken-Rahmen bringt hier vor allem lange Flugzeit und Reserven. Mehr dazu steht im Ratgeber Long Range FPV.
Auch die Sendeleistung ist begrenzt. Im 5,8-GHz-Band erlaubt die EU der O4 Air Unit Pro unter 14 dBm, das sind etwa 25 mW. Das 5,1-GHz-Band ist in Europa auf Innenräume beschränkt.
Bausatz oder fertiger Helion
Beide Rahmen stehen im iFlight-Shop zum selben Listenpreis von rund 300 US-Dollar. Der fertige Helion 10 O4 liegt in der Preisklasse um 1.000 US-Dollar, mit Air Unit, GPS, Stack und Motoren.
Der Bausatz lohnt sich in drei Fällen:
- Du hast eine O4 Air Unit Pro oder einen passenden Stack schon liegen.
- Du willst andere Motoren oder eine andere Flugsteuerung, etwa für INAV mit Wegpunkten.
- Du willst die Drohne selbst verstehen, weil du sie später auch selbst reparierst.
Wer dagegen bei null anfängt, bekommt mit dem fertigen Helion abgestimmte Komponenten aus einer Hand. Die Bauanleitungen für beide Rahmen stellt iFlight als PDF auf der jeweiligen Produktseite bereit.
Fazit
Der Helion 10 ist der leichtere Rahmen und mit 8-mm-Armen der massivere. Er lässt 1 mm mehr Stackhöhe zu. Der Helion Pro ist die Wahl, wenn saubere Aufnahmen ohne Propeller im Bild zählen und eine Actioncam über USB-C mitfliegt. Bevor du bestellst, prüfe drei Dinge: Motoren mit 19-mm-Lochbild, eine O4 Air Unit Pro und einen Stack, der unter 21 bzw. 20 mm bleibt. Und plane den Kompetenznachweis A1/A3 gleich mit ein, denn mit diesem Rahmen fliegst du in jedem Fall in A3.
Häufige Fragen
Welche Air Unit passt in den iFlight Helion Frame?
Beide aktuellen Bausätze sind für die DJI O4 Air Unit Pro ausgelegt. Der Helion 10 kam ursprünglich als Rahmen für die O3 Air Unit auf den Markt, seit April 2025 führt iFlight ihn in der O4-Fassung. Die Rahmen der O3- und der O4-Fassung sind laut iFlight nicht untereinander austauschbar. Für analoge Videosender oder Walksnail nennt iFlight keine Freigabe.
Wie schwer ist der iFlight Helion 10 Frame?
Laut iFlight 540 g mit einer Toleranz von 20 g. Das ist für einen Rahmen viel und liegt an den 8 mm dicken Armen und den 4 mm starken Platten. Der Helion Pro wiegt 681 g. Fertig aufgebaut mit Motoren, Elektronik und O4 Air Unit Pro kommt der Helion 10 O4 auf 1.072 g ohne Akku.
Welche Motoren passen auf den Helion Frame?
Motoren mit einem Lochbild von 19 × 19 mm und M3-Schrauben. iFlight selbst verbaut im fertigen Helion 10 O4 Motoren der Baugröße 3110 mit 900 KV für 10-Zoll-Propeller an 6S. Typische 5-Zoll-Motoren mit 16 × 16 mm Lochbild passen nicht auf die Arme.
Welcher Akku passt zum Helion Frame?
iFlight empfiehlt für den Helion 10 einen 6S-LiPo ab 4.500 mAh. Mit einem 6S-Li-Ion-Akku mit 8.000 mAh wiegt der fertige Helion 10 O4 rund 1.912 g und schwebt laut Hersteller etwa 30 Minuten. Akkugurte und Antirutschpads liegen dem Bausatz bei.
Was ist der Unterschied zwischen Helion 10 und Helion Pro?
Die Arme. Der Helion 10 ist ein A-Frame mit 8 mm starken Carbon-Armen, der Helion Pro nutzt 5 mm starke Fachwerk-Arme nach dem Muster von 2RAW. Der Pro hat 414 statt 418 mm Radstand, 3 statt 4 mm starke Platten und wiegt trotzdem 681 statt 540 g. Beide haben die aufklappbare Aero-Shell und sind für die O4 Air Unit Pro gebaut.
Was ist im Helion Frame Kit enthalten?
Der Rahmen in Einzelteilen, ein Satz TPU-Teile, vier Schutzschläuche für die Motorkabel, zwei Antirutschpads und zwei Gurte für den Akku sowie die Schrauben. Elektronik, Motoren, Propeller und Air Unit fehlen. Das LED-Mod in Orange oder Blau verkauft iFlight separat.
Brauche ich für einen Helion einen Drohnenführerschein?
Ja. Schon der leere Rahmen wiegt mehr als 250 g, ein fertiger Helion fällt damit in die Unterkategorie A3. Du brauchst den Kompetenznachweis A1/A3, eine Registrierung als Betreiber mit e-ID an der Drohne und eine Haftpflichtversicherung. Beim Flug mit Videobrille muss zusätzlich ein Beobachter neben dir die Drohne im Blick behalten.