Tiny-Whoop-Antenne: U.FL, Polarisation und Montage

Welche Antenne an einen Tiny Whoop gehört: U.FL statt SMA, zirkular statt Draht, 0,25 bis 1,5 Gramm. Dazu Montage, Bruchstellen und wann sich ein Upgrade lohnt.

FPV & Racing Veröffentlicht am 6 Min. Lesezeit

Am Tiny Whoop entscheidet die Antenne mehr über das Bild als die Sendeleistung. Sie wiegt weniger als ein Gramm, hängt an einem Stecker von der Größe eines Reiskorns und ist das Bauteil, das nach einem Crash am häufigsten hin ist. Dieser Artikel zeigt, welche Bauformen es gibt, wie die Antenne montiert gehört und wann sich ein Wechsel wirklich lohnt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Anschluss: U.FL beziehungsweise IPEX 1, nicht SMA. Ausgelegt auf rund 30 Steckvorgänge, ohne Verschraubung.
  • Bauform: zirkular polarisiert in RHCP, passend zur Brille. Die Drahtantenne ab Werk ist linear und schwächer.
  • Gewicht: 0,25 g bei den leichtesten Modellen, 0,5 bis 1,5 g im Normalfall. Bei 25 g Startgewicht ist das spürbar.
  • Kabellänge: 10 bis 20 mm reichen für 65er und 75er Whoops.
  • Nie ohne Antenne senden, sonst stirbt die Endstufe des Videosenders binnen Sekunden.

Warum der Whoop eine eigene Antennenwelt hat

An einer Fünf-Zoll-Drohne sitzt die Videoantenne in einer SMA-Verschraubung, ragt nach hinten aus dem Rahmen und wiegt fünf bis zehn Gramm. Nichts davon lässt sich auf einen Whoop übertragen: Das Gerät wiegt insgesamt 20 bis 30 Gramm, hat keinen Platz für eine Verschraubung und keine Reserve für ein schweres Bauteil.

Deshalb arbeiten Nano-Videosender mit U.FL, einem Miniatur-Koaxstecker von Hirose, den man auch unter dem Namen IPEX 1 findet. Er ist rund drei Millimeter breit, rastet ohne Gewinde ein und ist nach Herstellerangabe auf etwa 30 Steckvorgänge ausgelegt. Zum Vergleich: SMA-Verbindungen halten über 500 Zyklen.

Diese Bauart bestimmt fast alles, was an einem Whoop mit der Antenne schiefgehen kann.

Die Schwachstelle: der U.FL-Stecker

Bei einem Crash bleibt die Antenne hängen, das Kabel zieht, und die gesamte Kraft landet auf einer Lötpad-Fläche von wenigen Quadratmillimetern. Drei Schadensbilder wiederholen sich:

Die Gegenmaßnahme kostet nichts: Ein kurzes Stück Schrumpfschlauch über Stecker und Buchse verhindert das Abrutschen und nimmt Zug vom Lötpad. Ein Tropfen Heißkleber tut dasselbe und lässt sich später wieder lösen. Wer die Antenne dauerhaft aus dem Propellerkreis führt, kommt an beiden Problemen vorbei.

Polarisation: die zweite Weiche

Analoges FPV arbeitet fast durchgängig mit zirkularer Polarisation. Die Drehrichtung muss zwischen Sender und Brille übereinstimmen: RHCP dreht rechtsherum und ist der Standard, LHCP dreht linksherum. Bei gemischten Drehrichtungen gehen in der Praxis 20 bis 30 Dezibel verloren.

Für den Whoop heißt das konkret:

Weil ein Whoop überwiegend zwischen Möbeln, Türrahmen und Wänden fliegt, ist der Gewinn dort größer als draußen auf der Wiese. Die Grundlagen zur Empfangsseite und zur Frage, welche Antenne an die Brille gehört, stehen im Artikel FPV-Brille Antenne.

Welche Antennen für Whoops gebaut werden

Der Markt für Whoop-Antennen ist klein und dreht sich um zwei Ziele: möglichst leicht und möglichst unempfindlich gegen Schläge.

BauformGewichtPolarisationTypischer Einsatz
Draht-Monopol (Werksantenne)ca. 0,2 glinearAuslieferungszustand, Ersatz
Ultraleichte Zirkulareab 0,25 gRHCP oder LHCPWhoops mit knappem Gewichtsbudget
Zirkulare Standardgröße0,5 bis 1,5 gRHCP oder LHCP65er bis 85er Whoops
Zirkulare mit langem Kabel1 bis 2 gRHCP oder LHCPCinewhoops, Antenne hinten heraus

Die bekannteste Familie sind die zirkularen Miniaturantennen mit U.FL-Anschluss, die es in Kabellängen von 10 bis 50 Millimetern gibt. Die leichtesten Vertreter liegen bei rund einem Viertelgramm und verzichten dafür auf Schutzhülle und Kabelmantel.

Wichtig zur Längenangabe: Die Millimeterzahl beschreibt das Kabelstück zwischen Stecker und Strahler, das Strahlerelement selbst ist bei 5,8 GHz immer ähnlich klein. Länger heißt also mehr Bewegungsfreiheit bei der Montage, nicht mehr Reichweite. Jeder Zentimeter Kabel wiegt und dämpft ein wenig.

Wo die Antenne hin muss

Eine zirkulare Antenne strahlt nicht gleichmäßig in alle Richtungen ab. Ihre Charakteristik ähnelt einem Ring um die Antennenachse, und genau in Verlängerung der Antennenspitze liegt eine Zone mit deutlich weniger Signal.

Schematischer Seitenschnitt eines Tiny Whoops mit hochstehender Videoantenne. Um die Antennenachse ist die Abstrahlcharakteristik als zwei seitliche Keulen dargestellt, die zusammen einen Ring bilden. In Verlängerung der Antennenspitze nach oben und in Gegenrichtung nach unten liegt jeweils ein Kegel mit deutlich weniger Signal, im Bild als schwache Zone markiert. Daneben drei Montagevarianten mit Bewertung: Erstens Antenne senkrecht nach oben, aus dem Propellerkreis herausgeführt, empfohlen, weil die starke Abstrahlung waagerecht zum Piloten zeigt. Zweitens Antenne nach hinten liegend, brauchbar für Cinewhoops mit Antennenhalter, dabei zeigt die schwache Zone nach hinten und nach vorn. Drittens Antenne unter den Rahmen geklemmt, ungeeignet, weil der Akku und die Platine dämpfen und der Propeller das Kabel erreicht. Hinweisleiste: Der Schwachpunkt liegt in Verlängerung der Antennenspitze, deshalb darf sie nie auf den Piloten zeigen. Schematisch, nicht maßstäblich.

Die Antenne strahlt seitlich am stärksten und in Verlängerung ihrer Spitze am schwächsten. Senkrecht montiert zeigt sie damit zum Piloten.

Daraus folgen drei praktische Regeln:

  1. Senkrecht nach oben ist die sichere Voreinstellung. Der Whoop fliegt überwiegend waagerecht, der Pilot steht ebenfalls waagerecht dazu. Damit liegt er in der starken Zone.
  2. Die Spitze darf nie auf den Piloten zeigen. Eine flach nach vorn liegende Antenne bricht das Bild genau dann ab, wenn die Drohne direkt auf dich zufliegt.
  3. Der Propellerkreis ist tabu. An einem Whoop verlaufen die Ducts eng um den Rahmen, das Kabel gehört außerhalb geführt und fixiert.

Ein einfacher Antennenhalter aus einem Stück Silikonschlauch oder ein gedrucktes Röhrchen am Heck erledigt beide Punkte gleichzeitig.

Die Regel, die den Videosender rettet

Ein Videosender ohne angeschlossene Antenne findet für die erzeugte Leistung keinen Weg nach draußen. Sie wird an der offenen Buchse reflektiert, läuft in die Endstufe zurück und heizt sie auf. Bei den Nano-Sendern eines Whoops mit ihren winzigen Bauteilen genügen dafür wenige Sekunden.

Daraus folgt eine Gewohnheit, die sich lohnt: Erst Antenne prüfen, dann Akku anstecken. Das gilt auch für kurze Tests am Schreibtisch, für das Flashen von Firmware und für den Moment nach einem Crash, in dem man den Whoop schnell wieder starten will. Genau dann liegt die abgerissene Antenne noch im Gras.

Was rechtlich zu beachten ist

In Deutschland ist der Bereich 5725 bis 5875 MHz mit maximal 25 mW EIRP frei nutzbar. Die Einheit EIRP schließt den Antennengewinn ausdrücklich mit ein. Eine Antenne mit 2 dBi hebt einen 25-mW-Sender rechnerisch auf rund 40 mW EIRP und damit über die Grenze.

Bei Whoops entspannt sich das Thema häufig von selbst, weil viele Nano-Videosender ab Werk auf 25 mW stehen und manche Modelle zusätzlich eine Stufe mit 14 oder 10 mW anbieten. Wer eine Antenne mit Gewinn montiert, gleicht das über die niedrigere Leistungsstufe aus. Welche Kanäle innerhalb des zugeteilten Fensters liegen und warum das Raceband dabei nur teilweise erlaubt ist, steht im Artikel FPV-Frequenzen in Deutschland.

Wann sich der Wechsel lohnt

Nicht jedes schlechte Bild ist ein Antennenproblem. Diese Symptome sprechen tatsächlich für die Antenne:

SymptomWahrscheinliche Ursache
Bild rauscht hinter der ersten Wandlineare Werksantenne, Reflexionen
Bild bricht ab, wenn die Drohne auf dich zufliegtAntenne liegt flach, Spitze zeigt zum Piloten
Bild war nach einem Crash plötzlich schlechterKnick im Koaxkabel oder gelockerter Stecker
Bild ist immer gleichmäßig schlechteher Kamera, Kanal oder Brillenantenne

Bei den ersten drei Punkten kostet der Tausch wenige Euro und dauert zwei Minuten. Beim vierten lohnt der Blick auf die Empfangsseite und auf den gewählten Kanal.

Wer noch am Anfang steht und überlegt, welcher Whoop überhaupt zu ihm passt, findet die Größenklassen im Artikel Tiny Whoop. Das zweite Bauteil, das nach einem Crash regelmäßig fällig wird, behandelt der Ratgeber zur Tiny-Whoop-Kamera.

Fazit: ein Gramm, das den Unterschied macht

Die Antenne ist am Tiny Whoop das billigste Bauteil mit der größten Wirkung. Wer die lineare Werksantenne gegen eine zirkulare in RHCP tauscht, sie senkrecht aus dem Propellerkreis führt und den U.FL-Stecker mit Schrumpfschlauch sichert, hat drei der vier häufigsten Bildprobleme erledigt. Kaufe zwei Stück auf einmal: Die zweite liegt im Werkzeugkasten, wenn die erste nach einem Crash im Gras bleibt.

Häufige Fragen

Welche Antenne passt an einen Tiny Whoop?

Eine 5,8-GHz-Antenne mit U.FL-Stecker, auch IPEX 1 genannt. Nano-Videosender für Whoops haben fast durchgehend diesen winzigen Steckanschluss statt der SMA-Verschraubung größerer Drohnen. Empfehlenswert ist eine zirkular polarisierte Bauform in RHCP, weil das dem Standard der meisten Brillen entspricht. Beim Gewicht liegen typische Whoop-Antennen zwischen 0,25 und 1,5 Gramm.

Was bedeutet U.FL und warum bricht der Stecker so leicht?

U.FL ist ein Miniatur-Koaxstecker von Hirose, auch als IPEX bekannt. Er ist auf rund 30 Steckvorgänge ausgelegt und rastet ohne Verschraubung ein. Bei einem Crash zieht die Antenne am Kabel, und die Kraft landet direkt auf der winzigen Lötstelle des Videosenders. Deshalb gehört an jeden Whoop eine Zugentlastung, etwa ein Stück Schrumpfschlauch über Stecker und Buchse.

RHCP oder LHCP für den Tiny Whoop?

RHCP, solange die Brille ebenfalls RHCP nutzt. Beide Kürzel bezeichnen die Drehrichtung der zirkularen Polarisation, und Sender und Empfänger müssen übereinstimmen. Bei gemischten Drehrichtungen gehen in der Praxis 20 bis 30 Dezibel verloren, was aus einem klaren Bild ein rauschendes macht. LHCP ist nur dann sinnvoll, wenn zwei Piloten am selben Ort bewusst entkoppelt fliegen wollen.

Bringt eine bessere Antenne beim Whoop mehr Reichweite?

Ja, und zwar deutlicher als eine höhere Sendeleistung. Die ab Werk verbauten Drahtantennen sind linear polarisiert und reagieren empfindlich auf Reflexionen in Innenräumen. Eine zirkulare Antenne unterdrückt genau diese Mehrwegeausbreitung. In Wohnungen zeigt sich das vor allem als ruhigeres Bild hinter Wänden und Möbeln, weniger als größere Entfernung.

Wie lang sollte die Antenne sein?

Die Längenangaben von 10 bis 50 Millimetern bei Whoop-Antennen beschreiben das Kabel zwischen Stecker und Strahler, nicht das Strahlerelement selbst. Für einen 65er oder 75er Whoop reichen 10 bis 20 Millimeter, damit die Antenne über den Rahmen hinausragt. Längere Kabel wiegen mehr, dämpfen etwas und geben dem Propeller mehr Gelegenheit, sie zu erwischen.

Darf ich einen Tiny Whoop ohne Antenne einschalten?

Nein, das zerstört den Videosender. Ohne Antenne findet die erzeugte Hochfrequenzleistung keinen Weg nach draußen und wird in die Endstufe zurückreflektiert, die sich dadurch aufheizt. Bei den winzigen Nano-Sendern eines Whoops passiert das binnen Sekunden. Die Regel gilt auch für kurze Tests auf dem Schreibtisch.

Wie viel Gewicht kostet mich die Antenne?

Wenig, aber bei einem Whoop zählt es. Die leichtesten zirkularen 5,8-GHz-Antennen wiegen rund 0,25 Gramm, gängige Modelle liegen zwischen 0,5 und 1,5 Gramm. Bei einem Startgewicht von 20 bis 30 Gramm sind das bis zu fünf Prozent. Wer im Grenzbereich der Flugzeit unterwegs ist, spürt den Unterschied zwischen einer 0,25-Gramm- und einer 1,5-Gramm-Antenne.

Zählt die Antenne bei der 25-mW-Grenze mit?

Ja. Der zulässige Wert von 25 mW im Bereich 5725 bis 5875 MHz ist als EIRP angegeben, also inklusive Antennengewinn. Eine Antenne mit 2 dBi Gewinn hebt einen 25-mW-Sender rechnerisch auf rund 40 mW EIRP und damit über die Grenze. Bei Whoops entschärft sich das Thema oft von selbst, weil viele Nano-Sender auf 25 mW oder darunter arbeiten.

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