Das Wichtigste in Kürze
- Tinywhoop mit DJI O4: Die O4 Air Unit, in Shops oft O4 Lite genannt, wiegt mit Kamera 8,2 g und passt in Whoops ab 70 mm. Die O4 Wide wiegt 13,3 g, die O4 Air Unit Pro ist mit 32 g zu schwer.
- Fertige Whoops für die O4 gibt es mit 1S (BetaFPV Meteor65 Pro II, Meteor75 Pro) und mit 2S (BetaFPV Pavo Femto, Happymodel Mobula7 O4 und Mobula8 O4).
- Strom: DJI nennt 3,7 bis 13,2 V. Bei 1S müssen am Anschluss mehr als 3,7 V ankommen, sonst hilft ein BEC mit mindestens 10 W.
- Brillen: Goggles 3, Goggles N3, Goggles 2 und Goggles Integra.
- Am Boden hält die O4 nach dem Kaltstart laut DJI nur rund 2,5 Minuten Bereitschaft, im Flug kühlt der Propellerabwind.
Welche O4 passt in einen Tinywhoop?
DJI baut die O4 in drei Fassungen. Für Whoops kommen zwei davon in Frage, die Pro-Variante ist für größere Cinewhoops und Freestyle-Copter gedacht.
| Wert | O4 Air Unit | O4 Wide Air Unit | O4 Air Unit Pro |
|---|---|---|---|
| Gewicht mit Kamera | 8,2 g | 13,3 g | 32 g |
| Bildwinkel | 117,6° | 159° | 155° |
| Sensor | 1/2 Zoll | 1/2 Zoll | 1/1,3 Zoll |
| Eingangsspannung | 3,7 bis 13,2 V | 3,7 bis 13,2 V | 7,4 bis 26,4 V |
| Sendeleistung, Stufen bis | 700 mW | 700 mW | 1.200 mW |
| Bereitschaft am Boden nach Kaltstart | ca. 2,5 min | ca. 2,5 min | ca. 20 min |
Die Daten stammen aus dem Handbuch der O4 Air Unit Serie und den Datenblättern. Die verfügbaren Sendeleistungen hängen vom Land ab.
O4 Air Unit. Die Standardfassung ist die leichteste und deshalb die naheliegende Wahl für 1S-Whoops. In Shops und Foren heißt sie meist O4 Lite, bei DJI schlicht O4 Air Unit. Sie zeichnet 4K mit 60 Bildern pro Sekunde auf 23 GB internen Speicher auf, während das Livebild mit bis zu 1080p bei 100 Bildern pro Sekunde in die Brille geht.
O4 Wide. Sie nutzt denselben Sensor, öffnet den Bildwinkel aber auf 159°. Im Whoop zeigt das mehr vom Raum, Türrahmen und Stuhlbeine bleiben länger im Bild. Dafür kostet sie 5,1 g mehr, was bei einem Copter um die 40 g deutlich zu Buche schlägt.
O4 Air Unit Pro. Mit 32 g und einer Eingangsspannung ab 7,4 V scheidet sie für Whoops aus. Sie gehört an größere Cinewhoops, BetaFPV sieht für sie etwa den Pavo20 Pro II vor.
Fertige Whoops für die O4
Wer nicht selbst baut, greift zu einem Whoop, dessen Rahmen und Haube schon für die O4 ausgelegt sind. Laut Herstellerangaben gibt es diese Modelle:
| Modell | Radstand | Akku | O4-Variante | Gewicht laut Hersteller | Flugzeit laut Hersteller |
|---|---|---|---|---|---|
| BetaFPV Meteor65 Pro II | 70 mm | 1S | O4 Wide, Haube passt auch für O4 | 36,2 g mit O4 Wide | 4:05 min mit 480 mAh |
| BetaFPV Meteor75 Pro | 80,8 mm | 1S | O4 Air Unit | keine Angabe für die O4-Version | keine Angabe für die O4-Version |
| BetaFPV Pavo Femto | 75 mm | 2S | O4 Air Unit | 52,2 g mit O4 | ca. 5:15 min |
| Happymodel Mobula7 O4 | 80 mm | 2S | O4 Wide, mitgeliefert | 45 g | keine Angabe |
| Happymodel Mobula8 O4 | 85 mm | 2S | O4 Air Unit, vormontiert oder ohne | 50 g | keine Angabe |
| Happymodel Mobula8 O4 Wide | 85 mm | 2S | O4 Wide, mitgeliefert | 55 g | keine Angabe |
Die Modelle teilen sich in zwei Lager. Die 1S-Whoops von BetaFPV bleiben leicht und passen gut in Innenräume, ihr Akku arbeitet aber am unteren Rand dessen, was die O4 braucht. Die 2S-Whoops sind schwerer und kräftiger, die Spannung liegt dort über den ganzen Flug sicher im Bereich der Air Unit. Bei den BetaFPV-Modellen liegen Air Unit und Brille nicht bei, bei Happymodel kommt die O4 Wide gleich mit. Die Happymodel-Familie mit allen Größen stellt der Ratgeber Tinywhoop Mobula 6, 7 und 8 vor.
1S oder 2S: die Stromfrage
Die O4 Air Unit und die O4 Wide verarbeiten laut DJI 3,7 bis 13,2 V. Das klingt nach Spielraum, für 1S-Whoops ist die Untergrenze aber entscheidend. Eine volle LiHV-Zelle hat 4,35 V, unter Last beim Gasgeben sinkt sie im Lauf des Flugs deutlich unter 3,7 V.

Eine Zelle startet knapp über der Untergrenze der O4 und sinkt unter Last darunter, zwei Zellen bleiben mitten im Bereich.
Das Handbuch der O4 Air Unit Serie nennt zwei Wege, wie die Air Unit an 1S stabil läuft:
- Direkt am Akku mit wenig Spannungsabfall. Kurze, ausreichend dicke Kabel sorgen dafür, dass am Anschluss der Air Unit mehr als 3,7 V ankommen.
- Über einen BEC. Liefert das Board eine geregelte Spannung, muss der BEC laut DJI mindestens 10 W abgeben, etwa 5 V bei 2 A. Die Air Unit bekommt dann unabhängig vom Akkustand konstant 5 V.
Bei Fertig-Whoops hat der Hersteller diese Frage schon beantwortet. Wer selbst baut, sucht im Datenblatt des AIO-Boards nach einem 5-V-Ausgang mit mindestens 2 A. Ein 2S-Whoop hat das Problem nicht. Zwei Zellen liegen mit etwa 6,3 bis 8,7 V über den ganzen Flug mitten im Bereich der Air Unit, sie können sie direkt versorgen.
Einbau: Dämpfung, Antenne und Wärme
Dämpfung. DJI empfiehlt für die O4 Air Unit und die O4 Wide Dämpfer der Größe M2 in den Schraublöchern des Sendemoduls. Das hat einen konkreten Grund. Die Regler takten ab Werk mit 24 kHz, der Lagesensor der Kamera arbeitet bei etwa 24 bis 30 kHz. Ohne Entkopplung schwingen beide mit, und die aufgezeichneten Videos wackeln, während das Livebild ruhig bleibt. Laut Handbuch braucht die leichte O4 dafür eine weichere Dämpfung als die schwere Pro-Variante. Wie du die Ursache ohne Propeller testest und die Reglerfrequenz auf 48 oder 96 kHz umstellst, erklärt der Ratgeber DJI O4 Jello.
Antenne. Das Handbuch verlangt mindestens 5 cm Abstand zwischen Antenne und Sendemodul, Kamera, Metall- und Carbonteilen. Die Antenne soll aus dem Rahmen herausragen und von vorn und hinten sichtbar sein. In einem Whoop mit 70 oder 75 mm Radstand ist das knapp. Die Antenne gehört deshalb nach hinten oben aus der Haube, möglichst weit weg vom Modul.
Wärme. Am Boden hält die O4 nach dem Kaltstart laut DJI nur rund 2,5 Minuten Bereitschaft, gemessen bei 25 °C. Im Flug kühlt der Abwind der Propeller das Modul, DJI empfiehlt deshalb einen Einbau nah an den Propellern und nie in einem geschlossenen Raum. Eine Whoop-Haube mit Öffnungen erfüllt das. Den Akku deshalb erst kurz vor dem Start anstecken und Einstellungen in Betaflight zügig erledigen.
Kamera. Das Kameramodul hat eine feste Einbaurichtung, die Oberseite ist im Handbuch markiert. Das Koaxialkabel darf an seinem Ansatz weder gedrückt noch geknickt werden, sonst bricht das Bild ab oder verliert Qualität.
Brille, Fernsteuerung und Empfänger
Die O4 sendet ausschließlich an DJI-Brillen. Laut den Versionshinweisen der O4 Air Unit Serie arbeitet sie mit diesen Geräten:
| Gerät | Hinweis |
|---|---|
| Goggles 3 | Racing-Modus, 60-MHz-Kanal möglich |
| Goggles N3 | Racing-Modus |
| Goggles 2 | seit Firmware vom Januar 2025 auch mit FPV Fernsteuerung 2 |
| Goggles Integra | seit Firmware vom Januar 2025 auch mit FPV Fernsteuerung 2 |
| FPV Fernsteuerung 3 | über den S.Bus-Eingang des Flight Controllers |
Die meisten Whoop-Piloten fliegen trotzdem mit einer ELRS-Fernsteuerung, weil alle genannten Fertig-Whoops einen ExpressLRS-Empfänger auf dem Board haben. Die O4 überträgt dann nur Bild und OSD, gekoppelt werden lediglich Brille und Air Unit. Vor dem ersten Flug muss die Air Unit einmal am Rechner mit DJI Assistant 2 aktiviert werden. Ohne Aktivierung sendet sie laut DJI mit höchstens 20 mW, und das Brillenmenü bleibt gesperrt.
Mit Goggles 3 oder N3 lohnt der Racing-Modus für Whoop-Rennen. Er stellt das Livebild fest auf 1080p bei 100 Bildern pro Sekunde im Format 4:3, schaltet die Störungsunterdrückung ab und senkt die Bitrate für möglichst geringe Latenz. Je nach Land stehen dann bis zu acht Kanäle manuell zur Wahl.
Aufnahme und Speicher
Die O4 Air Unit speichert intern auf 23 GB, eine Speicherkarte braucht sie nicht. Bei 100 Mbit/s reicht das für rund eine halbe Stunde 4K-Material, also für viele Whoop-Akkus. Die Aufnahme endet laut Handbuch, sobald die Motoren stoppen. Am Boden startet sie gar nicht erst, weil die Air Unit vor dem Abheben ab Werk im Stromsparmodus wartet. Wer zusätzlich das Brillenbild sichern will, stellt in der Brille die Aufnahme auf beide Geräte, dann landet das Livebild mit OSD auf der Speicherkarte der Brille.
Die Rechtslage beim O4-Whoop
Alle genannten Whoops bleiben mit Akku deutlich unter 250 g. Ohne C-Klassenkennzeichnung fliegen sie in der offenen Kategorie in der Unterkategorie A1, ein Kompetenznachweis ist dafür nicht vorgeschrieben. Weil eine Kamera an Bord ist, besteht trotzdem Registrierungspflicht beim Luftfahrt-Bundesamt, die e-ID gehört an den Copter. Eine Haftpflichtversicherung ist in Deutschland für jede Drohne Pflicht. Wer mit Videobrille fliegt, braucht einen Beobachter, der den Whoop direkt im Blick behält.
Fazit: zuerst die Zellenzahl, dann die Air Unit
Für einen Tinywhoop mit DJI O4 ist die Zellenzahl die erste Entscheidung. 1S-Whoops wie Meteor65 Pro II und Meteor75 Pro sind leicht und für Innenräume gebaut, verlangen aber eine saubere Stromversorgung der Air Unit. 2S-Whoops wie Pavo Femto, Mobula7 O4 und Mobula8 O4 sind schwerer und haben dieses Problem nicht. Danach folgt die Wahl zwischen der leichten O4 Air Unit und der O4 Wide mit dem weiteren Bild. Ob DJI überhaupt das passende System ist oder HDZero und Walksnail besser zum eigenen Whoop passen, vergleicht der Ratgeber Tiny Whoop digital.
Häufige Fragen
Passt die DJI O4 in einen Tinywhoop?
Ja, die O4 Air Unit ist mit 8,2 g inklusive Kamera genau dafür gebaut, die O4 Wide wiegt 13,3 g. Beide brauchen einen Rahmen mit passender Halterung für das 30 × 30 mm große Modul und Dämpfer gegen Vibrationen. Fertige Whoops für die O4 gibt es ab 70 mm Radstand, etwa den BetaFPV Meteor65 Pro II, den Meteor75 Pro oder den Pavo Femto.
Was ist die DJI O4 Lite?
So nennen Shops und Foren die DJI O4 Air Unit, um sie von der größeren O4 Air Unit Pro abzugrenzen. DJI selbst nennt sie schlicht O4 Air Unit. Sie wiegt mit Kamera 8,2 g, hat einen 1/2-Zoll-Sensor mit 117,6° Bildwinkel und zeichnet 4K mit 60 Bildern pro Sekunde auf 23 GB internen Speicher auf.
Kann ich die O4 Air Unit mit einem 1S-Akku betreiben?
Ja, die Eingangsspannung beginnt laut DJI bei 3,7 V und deckt damit eine Zelle ab. Das Handbuch rät bei 1S aber, den Spannungsabfall klein zu halten, damit am Anschluss der Air Unit mehr als 3,7 V ankommen, etwa über kurze Kabel. Alternativ versorgt ein BEC mit mindestens 10 W, also zum Beispiel 5 V und 2 A, die Air Unit unabhängig vom Akkustand.
O4 Air Unit oder O4 Wide im Tinywhoop?
Die O4 Air Unit ist 5,1 g leichter, die O4 Wide zeigt mit 159° statt 117,6° deutlich mehr vom Raum. Im Whoop zählt beides. Weniger Gewicht verlängert die Flugzeit, ein weiterer Bildwinkel hilft beim Fliegen durch Türen und um Möbel. BetaFPV baut den Meteor65 Pro II für die O4 Wide, Happymodel liefert Mobula7 O4 und Mobula8 O4 Wide damit aus.
Welche Brille brauche ich für einen Tinywhoop mit O4?
Eine DJI-Brille. Laut den Versionshinweisen der O4 Air Unit Serie arbeitet die Air Unit mit den Goggles 3, Goggles N3, Goggles 2 und Goggles Integra. Den Racing-Modus mit fest 1080p bei 100 Bildern pro Sekunde gibt es nur mit Goggles 3 und Goggles N3. Analoge Brillen und Walksnail- oder HDZero-Brillen empfangen das O4-Signal nicht.
Wie lange fliegt ein Tinywhoop mit O4?
BetaFPV nennt für den Meteor65 Pro II mit O4 Wide und 1S-Akku mit 480 mAh 4:05 Minuten, für den 2S-Whoop Pavo Femto mit O4 Air Unit rund 5:15 Minuten. Happymodel gibt für Mobula7 O4 und Mobula8 O4 keine Flugzeit an. Gegenüber einem analogen Whoop gleicher Größe kostet die Air Unit spürbar Flugzeit, weil sie Gewicht mitbringt und selbst Strom verbraucht.
Brauche ich für einen O4-Whoop eine DJI-Fernsteuerung?
Nein. Die Fertig-Whoops haben einen ExpressLRS-Empfänger auf dem Flight Controller und fliegen mit jeder ELRS-Fernsteuerung. Die O4 überträgt dann nur das Bild, gekoppelt werden lediglich Brille und Air Unit. Wer stattdessen die DJI FPV Fernsteuerung 3 nutzen will, verbindet die gelbe Ader des 3-in-1-Kabels mit dem S.Bus-Eingang des Flight Controllers.
Warum wird die O4 im Whoop am Boden so heiß?
Die O4 Air Unit und die O4 Wide halten laut Handbuch nach dem Kaltstart nur etwa 2,5 Minuten Bereitschaft am Boden, gemessen bei 25 °C. Im Flug kühlt der Abwind der Propeller das Modul, am Boden fehlt er. Die Air Unit schaltet nach dem Einschalten zwar automatisch in einen Stromsparmodus, bei Überhitzung schaltet sie sich aber ab. Den Whoop deshalb erst kurz vor dem Start anstecken.