Technische Daten
Lieferumfang
| ND8-Filter | 1 Stück, 3 Blendenstufen |
|---|---|
| ND16-Filter | 1 Stück, 4 Blendenstufen |
| ND32-Filter | 1 Stück, 5 Blendenstufen |
| Nicht enthalten | Polfilter, UV-Filter, ND64 und stärker |
Maße und Gewicht
| Abmessungen je Filter | 26 × 24 mm |
|---|---|
| Gewicht je Filter | ca. 0,7 g |
| Montage | Aufstecken vor die Objektiveinheit der Avata 2 |
Passende Kamera
| Modell | DJI Avata 2 |
|---|---|
| Bildsensor | 1/1,3 Zoll, 12 MP effektiv |
| Blende | f/2,8, fest eingestellt |
| Sichtfeld | 155° |
| Verschlusszeit Video | 1/8000 bis 1/30 s |
| ISO-Bereich | 100 bis 25.600 |
| Videoauflösungen | 4K bei 30, 50 und 60 fps, 2,7K bis 120 fps |
Filterwirkung
| ND8 | lässt ein Achtel des Lichts durch, passend bei bedecktem Himmel |
|---|---|
| ND16 | lässt ein Sechzehntel durch, passend bei leichter Bewölkung |
| ND32 | lässt ein Zweiunddreißigstel durch, passend bei prallem Sonnenschein |
| Markteinführung | April 2024 |
Das DJI Avata 2 ND-Filterset besteht aus drei Graufiltern mit den Stufen ND8, ND16 und ND32. Sie sind das einzige Mittel, um die Belichtung der Avata 2 zu steuern, ohne die Verschlusszeit zu verkürzen: Die Kamera hat eine fest eingestellte Blende von f/2,8 und lässt sich nur über ISO und Verschluss regeln. Mit 0,7 g je Filter belastet das Set den einachsigen Gimbal kaum. Grundlage dieser Einordnung sind die Datenblattangaben von DJI zu Filterset und Kamera, die Amazon-Listung und die Belichtungsrechnung für typische Lichtsituationen.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Die drei Stufen ND8, ND16 und ND32 decken bei 4K mit 60 Bildern pro Sekunde genau den Bereich von bedecktem Himmel bis prallem Sonnenschein ab
- 0,7 g je Filter belasten den einachsigen Gimbal der Avata 2 praktisch nicht, die Regelung bleibt unverändert
- Als Originalteil sitzt die Rastung ohne Spiel, ein Verrutschen oder Klemmen bei harten Landungen ist damit unwahrscheinlich
- Ohne Graufilter zwingt die feste Blende f/2,8 die Kamera bei Sonne in sehr kurze Verschlusszeiten, das ND-Set löst genau dieses Problem
- Die Filter arbeiten farbneutral und erfordern damit keine Korrektur des Weißabgleichs
Das spricht dagegen
- 67,29 € für drei Filter bedeuten rund 22 € je Stück, Sets von Drittanbietern liegen mit vier bis sechs Filtern bei 33 bis 37 €
- Ein Polfilter fehlt, dabei sind Spiegelungen auf Wasser und nassen Flächen im FPV-Flug ein häufiges Problem
- Über ND32 hinaus gibt es nichts, bei Schnee und heller Wasserfläche reicht das nicht immer aus
- Für 4K mit 30 statt 60 Bildern pro Sekunde braucht man je eine Stufe mehr, dann fehlt am oberen Ende der Filter
- Ein UV-Filter als Objektivschutz ist nicht enthalten
Warum eine feste Blende ND-Filter erzwingt
Die DJI Avata 2 hat eine Blende von f/2,8 ohne Verstellmöglichkeit. Das ist bei FPV-Drohnen üblich, weil eine bewegliche Blendenmechanik Gewicht, Bauraum und eine weitere Fehlerquelle bedeuten würde.
Für die Belichtung bleiben damit zwei Regler: ISO und Verschlusszeit. Und weil ISO 100 die Untergrenze ist, arbeitet bei Sonnenschein allein die Verschlusszeit.
Genau daraus entsteht das Problem, das dieses Filterset löst. Bei prallem Sonnenschein muss die Kamera mit f/2,8 und ISO 100 auf etwa 1/4000 s belichten. Bei einer Aufnahme mit 60 Bildern pro Sekunde ist damit jedes Einzelbild in einem Sechzigstel der verfügbaren Zeitspanne entstanden; die restlichen 98 Prozent bleiben unbelichtet.
Das Ergebnis sieht man sofort: Bewegungen wirken abgehackt, Propeller stehen scharf im Bild, schnelle Schwenks flackern. Ein Graufilter nimmt Licht weg und erlaubt wieder längere Verschlusszeiten.
Die 180-Grad-Regel und was sie fordert
Die Filmbranche arbeitet seit den Zeiten der Umlaufblende mit einer Faustregel: Die Verschlusszeit entspricht dem Doppelten der Bildrate.
| Bildrate | Zielverschlusszeit |
|---|---|
| 24 fps | 1/48 s |
| 30 fps | 1/60 s |
| 50 fps | 1/100 s |
| 60 fps | 1/120 s |
| 120 fps | 1/240 s |
Bei dieser Einstellung trägt jedes Einzelbild genau so viel Bewegungsunschärfe, wie das Auge aus dem Kino kennt. Kürzere Zeiten wirken hart, längere verwaschen. Warum die Regel gerade bei Drohnenaufnahmen so viel ausmacht, steht ausführlich im Ratgeber zum ND-Filter für Drohnen.
Welcher Filter bei welchem Licht
Aus der Zielverschlusszeit und der festen Blende lässt sich ausrechnen, wie viel Licht weg muss. Die folgende Tabelle gilt für 4K mit 60 Bildern pro Sekunde, also eine Zielzeit von 1/120 s bei ISO 100.
| Lichtsituation | Verschlusszeit ohne Filter | Nötige Abschwächung | Passender Filter |
|---|---|---|---|
| Bedeckter Himmel | ca. 1/1000 s | rund 3 Stufen | ND8 |
| Leichte Bewölkung | ca. 1/2000 s | rund 4 Stufen | ND16 |
| Praller Sonnenschein | ca. 1/4000 s | rund 5 Stufen | ND32 |
Das Set trifft damit genau den Bereich, in dem die meisten Flüge stattfinden. Es ist erkennbar auf 60 Bilder pro Sekunde ausgelegt, die Standardeinstellung für FPV-Material.
Filmst du mit 30 Bildern pro Sekunde, verschiebt sich alles um eine Stufe nach oben: ND16 bei bedecktem Himmel, ND32 bei leichter Bewölkung, und bei prallem Sonnenschein fehlt der passende Filter. Dasselbe gilt für Schnee und helle Wasserflächen, die noch einmal eine Stufe mehr fordern. Hier liegt die Grenze des Sets.
Was 0,7 Gramm am Gimbal bedeuten
Jeder Filter wiegt rund 0,7 g bei 26 × 24 mm Kantenlänge. Diese Zahl ist wichtiger, als sie klingt.
Die Avata 2 stabilisiert ihre Kamera über einen einachsigen Gimbal, der die Neigung mechanisch ausgleicht; Rollen und Schwenken übernimmt die Software über RockSteady und HorizonSteady. Ein Gimbalmotor ist auf die Masse und den Schwerpunkt der Kameraeinheit abgestimmt. Kommt Gewicht vor der Linse dazu, verschiebt sich der Hebelarm, und die Regelung muss dagegenarbeiten.
Bei 0,7 g fällt das nicht ins Gewicht. Kritischer wäre das Stapeln zweier Filter oder ein schwerer Rahmen aus Vollmetall. Genau deshalb sind ND-Filter für Drohnen so dünn gebaut, wie sie es sind.
Der Preis und die ehrliche Gegenrechnung
Hier liegt der schwächste Punkt des Sets.
| Anbieter | Filter im Set | Preis | Preis je Filter |
|---|---|---|---|
| DJI Original | 3 (ND8/16/32) | 67,29 € | ca. 22,43 € |
| Drittanbieter-Sets | 4 bis 6 | 33 bis 37 € | ca. 6 bis 9 € |
Der Aufpreis beträgt je Filter das Zwei- bis Dreifache, und beim Umfang liegt DJI hinten. Wofür man ihn zahlt, ist die Passform. Die Aufnahme vor der Objektiveinheit hat enge Toleranzen, und ein Filter, der bei Vibrationen wandert oder sich bei einer harten Landung verkantet, verdirbt die Aufnahme oder beschädigt die Optik. Bei einer Drohne, die für Flüge nah an Hindernissen gebaut ist, ist das ein reales Risiko.
Unsere Einordnung: Wer viel und sportlich fliegt, ist mit dem Original gut beraten. Wer ruhig fliegt und bewusst spart, findet bei etablierten Filterherstellern brauchbare Sets mit mehr Stufen. Bei sehr günstigen Angeboten lohnt der Blick auf die Farbneutralität, denn billige Graufilter erzeugen oft einen Farbstich, der in der Nachbearbeitung Zeit kostet.
Was dem Set fehlt
Zwei Filtertypen wären eine sinnvolle Ergänzung:
- Ein Polfilter unterdrückt Spiegelungen auf Wasser, nassem Asphalt und Glasfassaden und sättigt den Himmel. Im FPV-Flug hat er die Eigenheit, dass seine Wirkung vom Winkel zur Sonne abhängt. Weil die Avata 2 ständig die Richtung wechselt, ändert sich diese Wirkung während des Flugs. Für gerade Passagen über Wasser ist er trotzdem wertvoll.
- Ein ND64 deckt die Situationen ab, die über den prallen Sonnenschein hinausgehen: Schnee, helle Sandflächen, spiegelndes Wasser. Auch beim Filmen mit 30 Bildern pro Sekunde bei Sonne wäre er die richtige Stufe.
Für wen sich das Set lohnt
Es lohnt sich für jeden, der mit der Avata 2 draußen bei Tageslicht filmt und das Material weiterverwenden will. Ohne ND-Filter ist das Ergebnis bei Sonne technisch korrekt belichtet und wirkt trotzdem falsch, weil die Bewegungsunschärfe fehlt. Das lässt sich in der Nachbearbeitung nicht reparieren.
Weniger nötig ist es, wenn du überwiegend in der Dämmerung, in Innenräumen oder bei bedecktem Himmel fliegst. Dort kommt die Kamera auch ohne Filter auf brauchbare Verschlusszeiten. Was sonst zur Ausrüstung gehört, steht unter FPV-Drohnen-Zubehör.
Fazit
Das DJI Avata 2 ND-Filterset löst ein Problem, das aus der Bauweise der Drohne folgt: Eine feste Blende f/2,8 lässt bei Sonne nur sehr kurze Verschlusszeiten zu, und kurze Verschlusszeiten zerstören die Bewegungsunschärfe. ND8, ND16 und ND32 decken bei 60 Bildern pro Sekunde den Bereich von bedecktem Himmel bis prallem Sonnenschein ab, und 0,7 g je Filter belasten den Gimbal nicht.
Mit 3,6 von 5 zieht ausschließlich die Preis- und Umfangsrechnung. 67,29 € für drei Filter stehen Sets mit vier bis sechs Filtern für rund die Hälfte gegenüber, und ein Polfilter sowie ein ND64 fehlen. Wer die Avata 2* sportlich fliegt und auf sichere Passform Wert legt, greift zum Original-Set*. Wer den Filterbereich breiter abdecken will, ergänzt es um eine stärkere Einzelstufe.
Häufige Fragen
Warum braucht die DJI Avata 2 überhaupt ND-Filter?
Weil ihre Blende mit f/2,8 fest eingestellt ist. Zum Regeln der Belichtung bleiben nur ISO und Verschlusszeit. Bei Sonnenschein muss die Kamera dann sehr kurz belichten, oft kürzer als 1/1000 s. Bewegungen werden dadurch in jedem Einzelbild scharf eingefroren, und beim Abspielen wirkt das Video hart und stroboskopartig. Ein Graufilter nimmt Licht weg und erlaubt wieder längere Verschlusszeiten.
Welcher Filter passt bei welchem Wetter?
Bei 4K mit 60 Bildern pro Sekunde gilt als Ausgangspunkt: ND8 bei bedecktem Himmel, ND16 bei leichter Bewölkung, ND32 bei prallem Sonnenschein. Filmst du mit 30 Bildern pro Sekunde, brauchst du je eine Stufe mehr, weil die Zielverschlusszeit dann doppelt so lang ist.
Was ist die 180-Grad-Regel?
Eine Faustregel aus dem Film: Die Verschlusszeit sollte etwa dem Doppelten der Bildrate entsprechen, also 1/120 s bei 60 Bildern pro Sekunde und 1/60 s bei 30. Dann trägt jedes Einzelbild so viel Bewegungsunschärfe, wie das Auge im Kino gewohnt ist. Kürzere Zeiten wirken hart, längere verwaschen.
Wie stark ist ND8, ND16 und ND32?
Die Zahl gibt an, um welchen Faktor der Filter das Licht abschwächt. ND8 lässt ein Achtel durch, das entspricht drei Blendenstufen. ND16 lässt ein Sechzehntel durch, also vier Stufen. ND32 lässt ein Zweiunddreißigstel durch, also fünf Stufen. Je Stufe verdoppelt sich die mögliche Verschlusszeit.
Beeinträchtigen die Filter den Gimbal der Avata 2?
Nein. Jeder Filter wiegt rund 0,7 g. Der Gimbal der Avata 2 arbeitet nur auf einer Achse und ist auf die Masse der Kameraeinheit abgestimmt; unter einem Gramm zusätzlich liegt weit innerhalb dessen, was die Regelung ausgleicht. Wichtiger ist der feste Sitz, damit der Filter bei Vibrationen nicht wandert.
Lohnen sich Filtersets von Drittanbietern?
Preislich deutlich: Sets mit vier bis sechs Filtern liegen bei 33 bis 37 €, das DJI-Set mit drei Filtern bei 67,29 €. Der Unterschied liegt in der Passform und der Fertigungstoleranz. Wer viel und hart fliegt, ist mit dem Originalteil auf der sicheren Seite; wer bewusst spart, findet bei etablierten Filterherstellern brauchbare Alternativen.
Braucht man einen Polfilter für die Avata 2?
Er ist nicht Teil dieses Sets, kann aber sinnvoll sein. Ein Polfilter unterdrückt Spiegelungen auf Wasser, nassem Asphalt und Glas und verstärkt die Farbsättigung des Himmels. Im FPV-Flug hat er einen Nachteil: Seine Wirkung hängt vom Winkel zur Sonne ab, und weil die Avata 2 ständig die Richtung wechselt, ändert sich die Wirkung im Bild mit.
Kann man zwei ND-Filter stapeln?
Technisch addieren sich die Stufen, praktisch ist davon abzuraten. Zwei gestapelte Filter erhöhen das Gewicht, verschieben den Schwerpunkt und können bei einem 155-Grad-Sichtfeld an den Rändern abschatten. Sinnvoller ist es, das Set bei Bedarf um einen stärkeren Einzelfilter zu ergänzen.
Was passiert, wenn der ND-Filter zu stark ist?
Die Kamera gleicht das Fehlen von Licht über ISO aus, und mit steigender ISO nimmt das Bildrauschen zu. Bei einem 1/1,3-Zoll-Sensor wird das ab etwa ISO 1600 sichtbar. Als Regel gilt: den schwächsten Filter wählen, mit dem sich die Zielverschlusszeit bei niedriger ISO noch erreichen lässt.
Passt das Set auch an die erste DJI Avata?
Nein. DJI gibt das Set ausschließlich für die Avata 2 frei. Die erste Avata hat eine andere Objektiveinheit mit abweichender Aufnahme, und auch das Sichtfeld unterscheidet sich. Ein Filter, der nicht exakt sitzt, wandert bei Vibrationen und kann in den Bildkreis ragen.