Das Wichtigste in Kürze
- DJI Mavic 4 Pro elektronischer ND-Filter: In der Kamera steckt keiner. Geplant war ein aufsteckbarer eND 4-64, der stufenlos von ND4 bis ND64 regelt.
- Kurz vor dem Start gestrichen: DJI nahm den Filter vor der Vorstellung am 13. Mai 2025 aus der Creator Combo und hat das nie öffentlich begründet.
- In Deutschland nicht offiziell erhältlich: Der DJI-Store führt allein das ND-Set mit ND8 bis ND64. Den eND gibt es nur über Händler in China und gebraucht.
- Bedarf bei Sonne: Die Telekameras mit fester Blende f/2,8 brauchen für 1/60 Sekunde rund sechs Blendenstufen, also ND64.
- Alternativen: die Blende der Hauptkamera (f/2,0 bis f/11), das DJI-Set mit vier Stufen oder ein variabler ND-Filter mit drei bis sieben Stufen.
Hat die Mavic 4 Pro einen elektronischen ND-Filter?
Ab Werk hat sie keinen. Die Kameraeinheit der Mavic 4 Pro bringt drei Objektive mit, aber keinen Graufilter im Strahlengang. Wer bei Tageslicht mit flüssiger Bewegungsunschärfe filmen will, steckt einen Filter vorn auf die Kamera.
DJI hatte für genau diesen Zweck einen elektronischen Filter vorbereitet. Der Hasselblad eND 4-64 sollte in der Creator Combo liegen, der teuersten Ausstattung der Drohne. In der Liste der Combo stand er bis kurz vor der Vorstellung, am Starttag fehlte er.
Was über den eND 4-64 bekannt ist
Die Angaben stammen aus geleakten Händlerlisten, aus einer zugespielten Kurzanleitung der Creator Combo und aus Testvideos, die vor dem Stopp erschienen sind. Ein Datenblatt hat DJI für den deutschen Markt nicht veröffentlicht.
| Merkmal | Stand der Berichte |
|---|---|
| Bezeichnung | Hasselblad eND 4-64 |
| Bauform | wird vorn auf die Kameraeinheit gesteckt, ersetzt deren Frontabdeckung |
| Anschluss | Kupferkontakte am Gimbal |
| Regelbereich | ND4 bis ND64, stufenlos (2 bis 6 Blendenstufen) |
| Steuerung | in der DJI-Fly-App, manuell oder automatisch nach Licht |
| Passt an | alle Fassungen der Mavic 4 Pro |
| geleakter Preis | rund 220 US-Dollar |
| Status in Deutschland | nicht im DJI-Store gelistet |
Der eigentliche Vorteil liegt im Ablauf. Mit festen Filtern landest du, wenn eine Wolke vor die Sonne zieht oder du von 30 auf 60 Bilder je Sekunde wechselst. Der eND passt die Dichte im Flug an. Bei Drehtagen mit wechselndem Licht spart das mehrere Landungen pro Akku.
Das Fachportal slashcam schrieb im Mai 2025, der Filter lasse sich aus der App heraus fest einstellen oder automatisch nachführen. Ein britischer Youtuber, den DroneXL zitiert, lobte vorab, wie bequem sich die Verschlusszeit damit im Flug halten lässt.
Warum der Filter beim Marktstart fehlte
DJI hat sich dazu nie geäußert. Bekannt ist die Reihenfolge der Ereignisse. Anfang April 2025 tauchten Händlerlisten mit dem eND und dem Preis von rund 220 US-Dollar auf. Wenige Tage vor dem 13. Mai berichtete der Leaker Jasper Ellens, der Filter sei kurzfristig aus der Creator Combo genommen worden und dürfe nicht mehr erwähnt werden. Tester, die ihn schon hatten, sollten ihn nicht mehr zeigen.
Als Gründe kursierten technische Probleme, ein zu hohes Gewicht an der Kameraeinheit und ein Patentstreit. Belegt ist keiner davon. Die Creator Combo kam ohne eND in den Handel, und zum Start bot DJI überhaupt keinen ND-Filter für die Mavic 4 Pro an. Das klassische Set folgte später.
Wo es den eND heute gibt
Im deutschen DJI-Store taucht der elektronische Filter nicht auf. Unter dem Zubehör der Mavic 4 Pro steht dort allein das ND-Filterset mit ND8, ND16, ND32 und ND64. Einzelne Exemplare des eND werden seit 2026 über Händler in China und auf Gebrauchtbörsen angeboten. Der Filmer Paul Joy hat im September 2026 einen solchen Import gegen das DJI-Set verglichen.
Wer diesen Weg geht, kauft ohne deutschen Händler im Rücken. Eine Bedienungsanleitung in deutscher Sprache und ein Datenblatt im DJI-Store fehlen, bei einem Defekt läuft die Abwicklung über den Verkäufer. Für ein Bauteil, das am Gimbal sitzt und elektrisch mit der Drohne verbunden ist, wiegt das schwerer als bei einem einfachen Glasfilter.
Wie viel ND die Mavic 4 Pro bei Sonne braucht
Die Sonnenregel der Fotografie setzt für einen klaren Tag bei ISO 100 eine Belichtung von 1/100 Sekunde bei Blende f/16 an. Für flüssige Videos soll die Verschlusszeit nach der 180-Grad-Regel halb so lang sein wie die Dauer eines Bildes, bei 30 Bildern je Sekunde also 1/60 Sekunde.
| Kamera und Blende | 30 fps (1/60 s) | 60 fps (1/120 s) |
|---|---|---|
| Hauptkamera f/2,0 | 6,7 Stufen (ND128) | 5,7 Stufen (ND64) |
| Hauptkamera f/4 | 4,7 Stufen (ND32) | 3,7 Stufen (ND16) |
| Hauptkamera f/8 | 2,7 Stufen (ND8) | 1,7 Stufen (ND4) |
| Hauptkamera f/11 | 1,8 Stufen (ND4) | 0,8 Stufen (ND2) |
| Telekameras f/2,8 (fest) | 5,8 Stufen (ND64) | 4,8 Stufen (ND32) |
Gerechnet für ISO 100 bei voller Sonne, in Klammern die nächstliegende Filterstufe. Über Schnee, Sand oder Wasser kommt etwa eine Stufe dazu.
Den größten Bedarf haben die Telekameras mit 70 und 168 mm. Sie haben keine andere Möglichkeit, Licht zurückzuhalten, und landen bei Sonne bei knapp sechs Stufen. Das ist genau die obere Grenze des eND und des DJI-Sets.

Mit knapp sechs Blendenstufen setzen die Telekameras die Messlatte, alle drei Filterlösungen erreichen sie.
Die Blende der Hauptkamera als eingebauter Ersatz
Die Hasselblad-Hauptkamera hat eine verstellbare Blende von f/2,0 bis f/11. Das sind fünf Blendenstufen und damit so viel wie ein ND32. Rein rechnerisch kommt sie bei Sonne mit f/11 und einem ND4 aus.
Die Grenze setzt die Beugung. Der 4/3-Zoll-Sensor trägt 100 Millionen Bildpunkte, jeder misst rund 1,5 Mikrometer. Je weiter du abblendest, desto stärker zerfließen feine Details über benachbarte Pixel. Warum das bei diesem Sensor schon im mittleren Blendenbereich sichtbar wird, steht in der Rezension des DJI ND-Filtersets für die Mavic 4 Pro.
Dazu kommt die Bildgestaltung. Wer zwischen Hauptkamera und Tele wechselt, will ein einheitliches Bild. Die Telekameras arbeiten immer mit f/2,8. Bleibt die Hauptkamera in der Nähe dieses Werts, passen Schärfentiefe und Belichtung beim Schnitt besser zusammen.
Die Alternativen im Vergleich
Ohne offiziellen eND bleiben zwei Filterwege, dazu der Import.
| eND 4-64 | DJI ND-Set | Freewell VND | |
|---|---|---|---|
| Bereich | ND4 bis ND64 | ND8, ND16, ND32, ND64 | 3 bis 7 Stufen |
| Einstellung | stufenlos im Flug | Wechsel am Boden | Drehring am Boden |
| Gewicht | nicht veröffentlicht | 5,1 g je Filter | nicht veröffentlicht |
| Abstimmung auf die Telekameras | laut Berichten ja | laut DJI ja | keine Angabe |
| Bezug in Deutschland | nur Import oder gebraucht | DJI-Store und Handel | Freewell-Shop |
Das DJI-Set ist der naheliegende Weg. Laut DJI reduzieren die Filter für die Telekamera weniger Licht als für die Hauptkamera, damit alle drei Kameras bei derselben Einstellung passend belichten. Jeder Filter wiegt 5,1 g, für Gimbal und Flugzeit spielt das keine Rolle. Ein ND4 fehlt.
Der variable Filter von Freewell besteht aus zwei Polarisationsschichten. Dreht man sie gegeneinander, steigt die Dichte von drei auf sieben Blendenstufen. Ein einziger Filter ersetzt damit das ganze Set und reicht über ND64 hinaus, die Einstellung bleibt aber Handarbeit vor dem Start. Ein Gewicht nennt Freewell nicht.
Der Import des eND ist die einzige Lösung, die im Flug nachregelt. Sie lohnt sich für Filmer, die ganze Drehtage mit der Drohne verbringen und bei wechselndem Licht nicht ständig landen wollen. Für Urlaubsvideos ist der Aufwand mit Bestellung in China und ungeklärtem Service zu hoch.
Wann sich das Warten auf den eND lohnt
DJI hat den Filter weder offiziell eingestellt noch für Europa angekündigt. Laut den Berichten passt er an jede Mavic 4 Pro, eine spätere Einführung bleibt also möglich. Einen Termin gibt es nicht.
Wer jetzt filmt, fährt mit dem DJI-Set gut. Es deckt mit ND8 bis ND64 den Bereich ab, den die Telekameras bei Sonne verlangen. Für die goldene Stunde, in der schon drei Stufen zu viel sind, nimmst du den Filter ab und regelst an der Hauptkamera über die Blende.
Fazit: das Set kaufen, den eND im Blick behalten
Die Mavic 4 Pro filmt ohne eingebauten Graufilter, und der elektronische Aufsteckfilter ist in Deutschland nicht offiziell zu haben. Für die Telekameras mit fester Blende brauchst du bei Sonne trotzdem einen Filter, und das DJI-Set liefert ihn in den passenden Stufen. Welches weitere Zubehör an der Drohne Sinn ergibt, zeigt die Übersicht zum Zubehör der DJI Mavic 4 Pro. Taucht der eND im DJI-Store auf, ist er die bequemere Lösung für alle, die oft bei wechselndem Licht drehen.
Häufige Fragen
Hat die DJI Mavic 4 Pro einen eingebauten ND-Filter?
Nein. In der Kamera der Mavic 4 Pro sitzt kein Graufilter. Die Hasselblad-Hauptkamera regelt die Lichtmenge über ihre verstellbare Blende von f/2,0 bis f/11, die beiden Telekameras arbeiten mit fester Blende f/2,8. Für Videos mit ruhiger Bewegungsunschärfe braucht die Drohne bei Tageslicht deshalb einen aufgesteckten Filter.
Was ist der DJI eND 4-64 für die Mavic 4 Pro?
Ein elektronisch regelbarer Graufilter, der vorn auf die Kameraeinheit gesteckt wird und über Kontakte am Gimbal mit der Drohne verbunden ist. Laut den Berichten aus der Zeit vor dem Marktstart regelt er stufenlos von ND4 bis ND64, also zwei bis sechs Blendenstufen, manuell oder automatisch aus der App. DJI hat ihn kurz vor der Vorstellung am 13. Mai 2025 aus der Creator Combo genommen.
Kann man den elektronischen ND-Filter der Mavic 4 Pro in Deutschland kaufen?
Im deutschen DJI-Store steht er nicht, dort gibt es für die Mavic 4 Pro allein das ND-Filterset mit ND8, ND16, ND32 und ND64. Einzelne Exemplare des eND werden seit 2026 über Händler in China und auf Gebrauchtbörsen angeboten. Ein deutsches Datenblatt und einen offiziellen Preis gibt es dafür nicht.
Welcher ND-Filter passt bei Sonne zur Mavic 4 Pro?
Für 4K mit 30 Bildern je Sekunde und 1/60 Sekunde Verschlusszeit brauchen die Telekameras mit f/2,8 bei voller Sonne knapp sechs Blendenstufen, also einen ND64. Bei 60 Bildern je Sekunde genügt ein ND32. Die Hauptkamera kommt je nach Blende mit weniger aus, bei f/11 reicht rechnerisch ein ND4.
Ersetzt die verstellbare Blende der Mavic 4 Pro einen ND-Filter?
Nur bei der Hauptkamera und nur teilweise. Von f/2,0 bis f/11 liegen fünf Blendenstufen, das entspricht einem ND32. Bei kleiner Blende verliert das Bild durch Beugung an Detail, weil die Pixel des 100-MP-Sensors nur rund 1,5 Mikrometer messen. Die Telekameras haben gar keine verstellbare Blende.
Was ist ein variabler ND-Filter für die Mavic 4 Pro?
Ein Graufilter aus zwei Polarisationsschichten, deren Wirkung du per Drehring einstellst. Freewell bietet für die Mavic 4 Pro einen VND mit drei bis sieben Blendenstufen an. Er spart den Wechsel zwischen mehreren Filtern, die Einstellung erfolgt aber wie beim festen Set am Boden.