DJI Mavic 4 Pro Video: drei Kameras, 6K und Codecs

DJI Mavic 4 Pro Video: 6K/60 HDR der Hasselblad-Kamera, 4K/120 als Zeitlupe, D-Log in 10 Bit und ALL-I mit 1.200 Mbit/s in der Creator Combo. Werte je Kamera.

Kameradrohnen Veröffentlicht am 9 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • DJI Mavic 4 Pro Video: Die Hasselblad-Kamera filmt 6K mit bis zu 60 Bildern/s als HDR. Alle drei Kameras schaffen 4K mit 60 Bildern/s.
  • Zeitlupe: 4K mit 120 Bildern/s an Hasselblad- und mittlerer Telekamera, 100 Bilder/s an der 168-mm-Telekamera.
  • Farbprofile: Normal, HLG, D-Log M und D-Log, an allen drei Kameras in 10 Bit.
  • Codecs: H.265 mit 180 Mbit/s, H.264 mit 90 Mbit/s. H.264 ALL-I mit 1.200 Mbit/s und 4:2:2 gibt es nur in der Creator Combo.
  • Hochformat: Der Gimbal dreht die Kamera hochkant, die Hasselblad-Kamera liefert dann 4K mit 2160 × 3840 Pixeln.

Welche Kamera filmt was?

Die DJI Mavic 4 Pro trägt drei Kameras mit eigenen Sensoren in einem Gehäuse. Jede hat eigene Videowerte, gemeinsam ist allen dreien 4K mit 60 Bildern pro Sekunde als HDR-Video.

WertHasselbladmittlere TeleTele
Brennweite (Kleinbild)28 mm70 mm168 mm
Sensor4/3 Zoll, 100 MP1/1,3 Zoll, 48 MP1/1,5 Zoll, 50 MP
Blendef/2,0 bis f/11f/2,8f/2,8
höchste Videoauflösung6K mit bis zu 60 Bildern/s4K mit bis zu 60 Bildern/s4K mit bis zu 60 Bildern/s
Zeitlupe4K und DCI 4K mit 1204K mit 1204K mit 100
Hochformat4K, 2160 × 38402,7K, 1512 × 26882,7K, 1512 × 2688
Dynamikumfang laut DJIbis ca. 16 Blendenstufen14 Blendenstufen13 Blendenstufen
Zoombereich1× bis 2,5×2,5× bis 6×6× bis 24×
Fokus ab2 m3 m3 m

Die Hasselblad-Kamera ist die Hauptkamera für Landschaft und Architektur. Nur sie filmt 6K und DCI 4K, und nur sie hat eine verstellbare Blende. Für ihre Farbwiedergabe nutzt DJI das Hasselblad Natural Color Solution, kurz HNCS.

Die mittlere Telekamera mit 70 mm verdichtet den Hintergrund und eignet sich für Personen, Fahrzeuge und Kreisflüge um ein Motiv. Die Telekamera mit 168 mm holt weit entfernte Details heran, etwa Gipfelkreuze oder Leuchttürme, ohne dass die Drohne näher fliegen muss.

Schema der Bildausschnitte der drei Kameras der DJI Mavic 4 Pro bei gleicher Entfernung: ein großer Rahmen für die Hasselblad-Kamera mit 28 mm, darin ein Rahmen mit 40 Prozent der Breite für die mittlere Telekamera mit 70 mm und ein kleiner Rahmen mit einem Sechstel der Breite für die Telekamera mit 168 mm, alle um einen Turm auf einem Hügel zentriert. Daneben die Videowerte: Hasselblad 4/3 Zoll, 6K mit 60 und 4K mit 120 Bildern pro Sekunde, f/2,0 bis f/11; mittlere Tele 1/1,3 Zoll, 4K mit 60 und 120 Bildern pro Sekunde, f/2,8; Tele 1/1,5 Zoll, 4K mit 60 und 100 Bildern pro Sekunde, f/2,8.

Die beiden Telekameras holen das Motiv 2,5- und 6-mal näher heran, 6K und die verstellbare Blende gibt es nur an der Hasselblad-Kamera.

6K oder 4K mit der Hasselblad-Kamera?

Ein 6K-Bild hat mit 6016 × 3384 Pixeln rund 20,4 Megapixel, ein 4K-Bild rund 8,3. Für ein Video, das am Ende in 4K erscheint, bringt 6K deshalb vor allem Spielraum im Schnitt. Du kannst den Ausschnitt um bis zu Faktor 1,57 vergrößern, einen Schwenk nachträglich ruhiger machen oder aus einer Totale eine nähere Einstellung schneiden, ohne unter 4K zu fallen.

FormatPixelBilder pro Sekunde
6K6016 × 338424, 25, 30, 48, 50, 60
DCI 4K4096 × 216024, 25, 30, 48, 50, 60, Zeitlupe 120
4K3840 × 216024, 25, 30, 48, 50, 60, Zeitlupe 120
Full HD1920 × 108024, 25, 30, 48, 50, 60
Hochformat 4K2160 × 384024, 25, 30, 48, 50, 60

DCI 4K mit 4096 Pixeln Breite entspricht dem Kinoformat im Seitenverhältnis von etwa 1,9 zu 1. Für YouTube, Fernseher und Handys passt das normale 4K mit 16:9 besser. Full HD gibt es an allen Kameras nur bis 60 Bilder pro Sekunde, eine Zeitlupe in Full HD bietet die Mavic 4 Pro nicht.

Wer viel in 6K filmt, braucht einen Rechner, der die höhere Auflösung im Schnittprogramm flüssig dekodiert.

Codecs und Datenraten

Die Mavic 4 Pro speichert alle Videos als MP4. Welche Kodierung zur Wahl steht, hängt von der Version ab.

KodierungDatenrateFarbtiefe und Abtastungverfügbar
H.264 Standard90 Mbit/s8 Bit 4:2:0, nur Profil NormalFull HD, Hochformat 2,7K
H.265 Standard180 Mbit/s10 Bit 4:2:0alle Formate
H.264 ALL-I1.200 Mbit/s10 Bit 4:2:2alle Formate, nur Creator Combo

H.265 ist für die Standardversion die richtige Wahl. Es arbeitet in 10 Bit, auch im Profil Normal, und unterstützt alle Farbprofile.

H.264 ALL-I speichert jedes Bild einzeln komprimiert. Bei H.264 und H.265 Standard rechnet der Codec dagegen über mehrere Bilder hinweg. Für den Schnitt hat ALL-I zwei Vorteile. Die Dateien laufen auf dem Rechner leichter, weil jedes Bild für sich steht, und die 4:2:2-Abtastung hält doppelt so viele Farbinformationen wie 4:2:0. Das hilft bei Keying und starker Farbkorrektur. Der Preis ist der Speicher, pro Minute fallen rund 9 GB an.

Beim Schreiben fallen für ALL-I 150 MB/s an, das Fünffache der 30 MB/s, die eine Karte der Klasse V30 garantiert. DJI bindet das Format an die Creator Combo mit 512 GB internem Hochgeschwindigkeitsspeicher. Apple ProRes führt DJI für die Mavic 4 Pro nicht.

Normal, HLG, D-Log M und D-Log

Alle drei Kameras bieten vier Farbprofile, die drei flachen davon in 10 Bit. Sie unterscheiden sich in Kontrast, Aufwand bei der Bearbeitung und ISO-Bereich.

ProfilHasselblad, VideoTelekameras, VideoZeitlupe, alle Kameras
NormalISO 100 bis 12.800ISO 100 bis 12.800ISO 100 bis 6.400
HLGISO 100 bis 6.400ISO 100 bis 3.200ISO 100 bis 3.200
D-Log MISO 100 bis 6.400ISO 100 bis 3.200ISO 100 bis 3.200
D-LogISO 400 bis 6.400ISO 400 bis 3.200ISO 400 bis 3.200

Normal liefert ein fertiges Bild und reicht am weitesten in die Dämmerung, mit bis zu ISO 12.800. HLG speichert ein HDR-Signal für HDR-Fernseher und Handys mit HDR-Bildschirm. D-Log M ist ein flaches Profil, das sich mit der offiziellen LUT von DJI in wenigen Schritten in Rec.709 umrechnen lässt, die Anleitung zur D-Log-M-LUT zeigt den Ablauf.

D-Log ist das flachste Profil und hält die meisten Reserven in hellen und dunklen Bereichen. Es beginnt bei ISO 400, an hellen Tagen brauchst du deshalb eher einen stärkeren ND-Filter. D-Log lohnt sich, wenn du in DaVinci Resolve oder einem vergleichbaren Programm sorgfältig farbkorrigierst und Clips mehrerer Kameras angleichen willst. Für schnelle Ergebnisse ist D-Log M die einfachere Wahl.

Zeitlupe mit 120 Bildern pro Sekunde

Die Zeitlupe läuft an der Hasselblad-Kamera und an der mittleren Telekamera mit 120 Bildern pro Sekunde in 4K, an der Hasselblad auch in DCI 4K. Die Telekamera mit 168 mm nimmt 100 Bilder pro Sekunde auf. Wiedergegeben wird der Clip anschließend automatisch verlangsamt.

Kamera und AufnahmeWiedergabe mit 25 Bildern/sWiedergabe mit 30 Bildern/s
Hasselblad oder mittlere Tele, 4K mit 1204,8-fach langsamer4-fach langsamer
Tele, 4K mit 1004-fach langsamer3,3-fach langsamer

In der Zeitlupe sinkt die obere ISO-Grenze. Im Profil Normal endet sie bei 6.400, in HLG, D-Log M und D-Log bei 3.200. Bei 120 Bildern pro Sekunde liegt die sinnvolle Verschlusszeit außerdem bei 1/240 s, an trüben Tagen steigt die ISO dann schnell.

Seit der Firmware vom 25. September 2025 lässt sich die Brennweite während der Aufnahme wechseln, im normalen Videomodus und in der Zeitlupe. Ein Kreisflug kann so mit 28 mm beginnen und auf 70 mm enden, ohne dass du die Aufnahme neu startest.

Hochformat mit dem Infinity-Gimbal

Der Gimbal der Mavic 4 Pro lässt sich laut Datenblatt um -40 bis 400 Grad rollen. Für das Hochformat dreht er die Kamera hochkant. Die Hasselblad-Kamera liefert dabei 4K mit 2160 × 3840 Pixeln, die beiden Telekameras 2,7K mit 1512 × 2688 Pixeln, jeweils bis 60 Bilder pro Sekunde.

Mit der Firmware vom September 2025 kamen für das Hochformat zwei Varianten dazu, verlustfrei und zugeschnitten. Du wählst sie in den Aufnahmeparametern unter den Einstellungen für das Hochformat. Seit Mai 2025 erlaubt die Funktion „Tilt Angle Expansion“ im Hochformat einen größeren Neigebereich.

Der drehbare Gimbal macht auch schräge Bildwinkel möglich, sogenannte Dutch Angles, und Aufnahmen bis 70 Grad nach oben. Bei echten Hochformat-Aufnahmen begrenzt die Drohne laut Handbuch Beschleunigung und Tempo, der Bremsweg wird länger. Bei starkem Wind oder schnellem Flug kann der Gimbal an seine Grenze kommen. Mit der DJI RC Pro 2 dreht sich der Bildschirm der Fernsteuerung beim Hochformat mit.

Einstellungen für saubere Videos

Die Hasselblad-Kamera hat als einzige der drei eine verstellbare Blende von f/2,0 bis f/11. Bei Sonne kannst du sie schließen und kommst so ohne Filter näher an eine Verschlusszeit von 1/50 s für 25 Bilder pro Sekunde. Die Telekameras arbeiten fest mit f/2,8 und brauchen bei hellem Licht einen ND-Filter. Zum Marktstart fehlte der Mavic 4 Pro ein elektronischer ND-Filter. Wie es darum heute steht, erklärt der Ratgeber zum elektronischen ND-Filter der Mavic 4 Pro.

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Weitere Einstellungen für ruhige Clips:

Speicher und Übertragung

Die Standardversion hat 64 GB internen Speicher, laut DJI sind davon rund 42 GB nutzbar. Die Creator Combo hat 512 GB mit rund 460 GB frei. Dazu kommt ein microSD-Steckplatz, DJI empfiehlt Karten der Klasse V30 mit A2 bis 1 TB.

Kodierungpro Minute42 GB intern460 GB intern256-GB-Karte
H.264 mit 90 Mbit/srund 0,7 GBrund 62 Minutenrund 11 Stundenrund 6 Stunden 20 Minuten
H.265 mit 180 Mbit/srund 1,35 GBrund 31 Minutenrund 5 Stunden 40 Minutenrund 3 Stunden 10 Minuten
H.264 ALL-I mit 1.200 Mbit/srund 9 GB–rund 51 Minuten–

Zum Handy überträgt die Mavic 4 Pro per Wi-Fi 6 mit bis zu 80 MB/s, über die Funkverbindung O4+ mit bis zu 10 MB/s. Ein Clip mit 10 Minuten H.265 und rund 13,5 GB ist per WLAN in knapp 3 Minuten auf dem Handy. Für große Mengen schließt du die Drohne per USB-3.0-Kabel an den Rechner an. Zur Kaufentscheidung mit Flugzeit, Klasse C2 und den Paketen führt die Rezension der DJI Mavic 4 Pro.

Fazit: H.265 und 4K als Basis, 6K für den Schnitt

Mit H.265, 4K und 25 oder 30 Bildern pro Sekunde holst du aus der Mavic 4 Pro bereits Material mit 10 Bit. 6K lohnt sich, sobald du im Schnitt Ausschnitte wählen oder Bewegungen nachträglich beruhigen willst. Die Telekameras setzt du gezielt für verdichtete Perspektiven und Motive auf Abstand ein.

D-Log M ist der praktische Einstieg in die Farbkorrektur, D-Log das Profil für aufwendige Projekte. Wer regelmäßig für Kunden filmt und viel farbkorrigiert, findet in der Creator Combo mit ALL-I und 4:2:2 das passende Werkzeug, muss dann aber mit rund 9 GB pro Minute planen.

Häufige Fragen

Kann die DJI Mavic 4 Pro in 6K filmen?

Ja, mit der Hasselblad-Hauptkamera. Sie nimmt 6K mit 6016 × 3384 Pixeln bei 24, 25, 30, 48, 50 und 60 Bildern pro Sekunde auf, laut DJI als HDR-Video. Die beiden Telekameras mit 70 und 168 mm enden bei 4K. Eine Zeitlupe in 6K gibt es nicht, dafür 4K mit 120 Bildern pro Sekunde.

Hat die DJI Mavic 4 Pro Apple ProRes?

Nein. DJI nennt für die Mavic 4 Pro die Codecs H.264 und H.265 im Container MP4. Das hochwertigste Format ist H.264 ALL-I mit 1.200 Mbit/s und 10 Bit 4:2:2, das nur die Creator Combo mit 512 GB internem Speicher aufzeichnet. In der Standardversion ist H.265 mit 180 Mbit/s das Maximum.

Was ist der Unterschied zwischen D-Log und D-Log M an der Mavic 4 Pro?

D-Log ist das flachste Profil und hält die meisten Reserven für die Farbkorrektur, es startet bei ISO 400. D-Log M ist etwas kontrastreicher, beginnt bei ISO 100 und lässt sich mit der offiziellen LUT von DJI einfacher in ein normales Bild umrechnen. Beide zeichnet die Mavic 4 Pro in 10 Bit auf.

Kann die Mavic 4 Pro während der Aufnahme die Kamera wechseln?

Ja, seit der Firmware vom 25. September 2025. Seitdem lässt sich die Brennweite während einer laufenden Aufnahme im normalen Videomodus und in der Zeitlupe umschalten. Du musst die Aufnahme dafür nicht neu starten.

Wie lange kann die Mavic 4 Pro auf den internen Speicher filmen?

In der Standardversion stehen laut DJI rund 42 GB der 64 GB zur Verfügung. Mit H.265 bei 180 Mbit/s reicht das rechnerisch für rund 31 Minuten. Die Creator Combo bietet rund 460 GB frei, das sind rund 5 Stunden 40 Minuten H.265 oder rund 51 Minuten H.264 ALL-I mit 1.200 Mbit/s.

Kann die Mavic 4 Pro im Hochformat in 4K filmen?

Mit der Hasselblad-Kamera ja. Der Infinity-Gimbal dreht die Kamera hochkant, das Video hat dann 2160 × 3840 Pixel bei bis zu 60 Bildern pro Sekunde. Die beiden Telekameras liefern im Hochformat 2,7K mit 1512 × 2688 Pixeln. Seit September 2025 gibt es dafür die Varianten verlustfrei und zugeschnitten.

Welche microSD-Karte braucht die Mavic 4 Pro für Video?

DJI empfiehlt Karten der Klasse V30 mit A2, namentlich die Lexar Silver Plus und die Kingston Canvas Go! Plus von 64 GB bis 1 TB. Für H.265 mit 180 Mbit/s fallen 22,5 MB/s an, das deckt V30 mit mindestens 30 MB/s ab. Die Karte muss in exFAT formatiert sein.

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