Ein paar Sekunden Material, die aussehen wie von einem erfahrenen Piloten geflogen: Genau dafür hat DJI die QuickShots gebaut. Du markierst dich oder ein Gebäude auf dem Bildschirm, tippst auf Start, und die Drohne erledigt den Rest. Welche Bahn welcher Modus fliegt, welche Drohne welche Modi beherrscht und wo die Automatik an ihre Grenzen stößt, steht in diesem Artikel.
Das Wichtigste in Kürze
- QuickShots sind vorprogrammierte Kamerafahrten: Motiv wählen, Start tippen, die Drohne fliegt die Bahn, filmt und kehrt zum Ausgangspunkt zurück.
- Sechs Modi bei Mini 4 Pro, Mini 5 Pro, Air 3, Air 3S, Mavic 3 Pro, Mavic 4 Pro und Flip: Dronie, Rocket, Kreisen, Helix, Boomerang und Asteroid.
- Fünf Modi ohne Asteroid bei Mini 3, Mini 4K und Mini 2 SE.
- Platzbedarf: Boomerang braucht 30 Meter Radius und 10 Meter nach oben, Asteroid 40 Meter nach hinten und 50 Meter nach oben.
- Grenzen: Motiv höchstens 50 Meter entfernt, Licht zwischen 300 und 10.000 Lux, kein schnelles oder fliegendes Motiv.
So funktionieren QuickShots
Ein QuickShot verbindet drei Dinge: eine feste Flugbahn, eine Kameraführung, die das Motiv im Bild hält, und einen automatischen Schnitt. Die Drohne kennt die Bahn im Voraus, du bestimmst nur das Motiv und den Modus. Nach der Aufnahme fliegt sie an ihre Ausgangsposition zurück, und DJI Fly legt ein kurzes Video in der Wiedergabe ab.
Im Unterschied zum ActiveTrack folgt ein QuickShot keinem bewegten Motiv über längere Strecken. Er umfliegt oder verlässt einen Punkt nach festem Muster. Deshalb funktionieren QuickShots auch bei Modellen ohne Verfolgungsfunktion, etwa der Mini 4K, und eignen sich am besten für stehende oder langsam gehende Personen, Gebäude und Landschaftspunkte.
Die Kontrolle behältst du dabei jederzeit: Ein kurzer Druck auf die Pausetaste oder ein versehentlich bewegter Steuerknüppel beendet den QuickShot sofort, die Drohne bremst und schwebt an Ort und Stelle.
Die sechs Modi im Überblick
Die Beschreibungen folgen den Handbüchern von Mini 4 Pro und Air 3S:
| Modus | Flugbahn | Kamera | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Dronie | rückwärts und aufwärts vom Motiv weg | bleibt auf das Motiv gerichtet | Abschluss-Clip, Person in der Landschaft |
| Rocket | senkrecht nach oben | blickt nach unten | Ort aus der Vogelperspektive öffnen |
| Kreisen | umrundet das Motiv auf gleicher Höhe | bleibt auf das Motiv gerichtet | Gebäude, Denkmal, Gruppe |
| Helix | steigt auf und umkreist das Motiv | bleibt auf das Motiv gerichtet | Aussichtspunkt, Gipfel, Leuchtturm |
| Boomerang | ovale Bahn um das Motiv, steigt beim Wegfliegen, sinkt beim Zurückfliegen | bleibt auf das Motiv gerichtet | dynamischer Clip für Social Media |
| Asteroid | rückwärts und aufwärts, dann zurück zum Start | Panorama oben, dann Blick im Sinkflug | Kugel-Effekt, „kleiner Planet” |
Beim Boomerang bildet die Startposition der Drohne ein Ende des Ovals, das andere Ende liegt auf der gegenüberliegenden Seite des Motivs. Beim Asteroid macht die Drohne am höchsten Punkt mehrere Fotos und setzt daraus eine Kugelansicht zusammen, mit der das Video beginnt.
Welche DJI-Drohne welche QuickShots hat
Die Auswahl hängt am Modell. Die folgende Übersicht stützt sich auf die aktuellen Handbücher und Datenblätter von DJI:
| Modell | Dronie | Rocket | Kreisen | Helix | Boomerang | Asteroid |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mini 2 SE, Mini 4K | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | – |
| Mini 3 | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | – |
| Mini 4 Pro, Mini 5 Pro | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Air 3, Air 3S | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Mavic 3 Pro, Mavic 4 Pro | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Flip | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Avata 2 | – | – | – | – | – | – |
Zwei Einschränkungen stehen im Kleingedruckten. Bei der Air 3 unterstützt die mittlere Telekamera den Asteroid-Modus nicht, er läuft nur mit der Weitwinkelkamera. Und bei der Mini 4 Pro gehen Asteroid und Panorama nicht im Hochformat, alle anderen QuickShots schon.
Die Neo und die Neo 2 fallen aus dem Schema, weil sie für den Flug ohne Fernsteuerung gebaut sind. Dazu weiter unten mehr.
QuickShots starten: Schritt für Schritt
Der Ablauf ist bei allen Modellen mit DJI Fly gleich. Am Beispiel der DJI Mini 4 Pro:
- Starten und schweben: Die Drohne abheben lassen und mindestens 2 Meter über dem Boden schweben lassen.
- Modus wählen: In der Kameraansicht rechts auf das Symbol für den Aufnahmemodus tippen und „QuickShots” auswählen.
- Untermodus und Motiv: Einen der Modi antippen und das Motiv auf dem Bildschirm mit dem Finger umrahmen oder das Plus-Symbol auf dem erkannten Motiv antippen.
- Start: Auf „Start” tippen. Die Drohne fliegt die Bahn, filmt und kehrt an die Ausgangsposition zurück.
- Ergebnis ansehen: In der Wiedergabe liegt das fertige Kurzvideo, daneben das Originalmaterial.
Zum Abbrechen einmal die Pausetaste an der Fernsteuerung drücken oder das Stopp-Symbol in der App antippen. Die Drohne bremst und schwebt. Bei der Mini 4 Pro setzt ein erneutes Tippen auf den Bildschirm die Aufnahme fort.
Platz und Licht: die Grenzen aus dem Handbuch
QuickShots fliegen autonom, deshalb nennt DJI klare Bedingungen. Die wichtigsten aus den Handbüchern von Mini 4 Pro und Air 3S:
| Bedingung | Wert laut DJI |
|---|---|
| Platz für Boomerang | mindestens 30 m Radius, 10 m nach oben |
| Platz für Asteroid | mindestens 40 m nach hinten, 50 m nach oben |
| Entfernung zum Motiv | höchstens 50 m |
| Lichtverhältnisse | zwischen 300 und 10.000 Lux |
| Mindesthöhe vor dem Start | 2 m (Mini 4 Pro) |
Dazu kommen Situationen, in denen DJI vom Einsatz abrät: wenn das Motiv länger verdeckt ist, wenn es sich farblich kaum von der Umgebung abhebt, wenn es sich schnell bewegt oder selbst in der Luft ist, und in der Nähe von Gebäuden mit schwachem GNSS-Signal. Dort wird die Bahn unruhig.
Die Drohne bremst und schwebt, sobald die Hinderniserkennung ein Hindernis meldet. Die Aufnahme endet außerdem, wenn sie einer Flugbeschränkungszone oder einem eingestellten Höhenlimit zu nahe kommt. Das ist vor allem beim Asteroid relevant: 50 Meter Aufstieg über dem Startpunkt vertragen sich nicht mit einem Höhenlimit von 30 Metern in der App.
Einstellungen, die das Ergebnis verbessern
Die Kameraeinstellungen im QuickShots-Modus sind schlanker als im normalen Videomodus. Bei der Mini 4 Pro stehen dort Farbe, Kodierungsformat und Videountertitel zur Auswahl, die Untertitel entfallen beim Asteroid.
Drei Punkte lohnen einen Blick vor dem ersten QuickShot:
- Farbprofil: Wer später farblich nachbearbeitet, wählt D-Log M und wandelt das Material mit der offiziellen DJI-LUT um. Für schnelle Clips direkt aufs Handy ist das Profil Normal die bessere Wahl, weil das automatisch erzeugte Kurzvideo sonst flau aussieht.
- Belichtung fixieren: Bei Kreisen und Helix wechselt die Drohne zwischen Gegenlicht und Sonnenseite. Eine feste Belichtung im Pro-Modus verhindert, dass das Bild mitten im Clip heller und dunkler wird.
- Speicherkarte: Das Kurzvideo und das Originalmaterial landen beide auf der Karte. Mit wenig freiem Platz bricht die Aufnahme ab.
Ein Hinweis zum Motiv: Personen erkennt die Drohne am zuverlässigsten, wenn sie sich farblich vom Hintergrund absetzen. Eine rote Jacke auf einer grünen Wiese funktioniert besser als Tarnfarben im Wald.
Neo, Neo 2 und Flip: QuickShots per Knopfdruck
Die kleinen Selfie-Drohnen von DJI bringen die QuickShots direkt an das Gehäuse, damit sie ohne Handy und Fernsteuerung funktionieren:
- DJI Neo: Über die Modustaste am Rumpf wählst du zwischen Dronie, Kreisen, Rocket, Spotlight und Folgen. Die Drohne startet von der Hand, fliegt den Modus und landet wieder auf der Handfläche. Mehr dazu in der Bedienungsanleitung zur DJI Neo.
- DJI Neo 2: Nach dem Einschalten ist „Folgen” aktiv, die Auswahltaste schaltet zu Dronie, Kreisen und weiteren Modi, die Drohne sagt den gewählten Modus per Sprachausgabe an. In der App kommt unter anderem Boomerang dazu.
- DJI Flip: Die Modustaste schaltet zwischen Folgen, Dronie, Kreisen, Rocket, Spotlight und einem frei belegbaren Platz, auf den du DirectionTrack, Helix oder Boomerang legen kannst. In der App stehen alle sechs QuickShots bereit.
Der Vorteil der Knopfbedienung: Du bist selbst das Motiv und hast trotzdem beide Hände frei. Der Nachteil: Ohne Bildschirm siehst du erst nach der Landung, ob der Bildausschnitt gepasst hat.
Avata 2: Easy ACRO für Kunstflugfiguren
Die DJI Avata 2 ist eine FPV-Drohne und kennt keine QuickShots. Ihre Automatik heißt Easy ACRO und besteht aus Kunstflugfiguren: Vorwärts-Flip, Rückwärts-Flip, Rollen und 180-Grad-Drift. Ausgelöst werden sie mit der Bewegungssteuerung RC Motion 3. Wer die Figuren selbst fliegen will, braucht den manuellen Modus mit der FPV Fernsteuerung 3.
QuickShots, MasterShots, Hyperlapse: die Abgrenzung
DJI Fly bietet mehrere Automatiken, die sich ähneln:
| Funktion | Was sie macht | Ergebnis |
|---|---|---|
| QuickShots | eine feste Bahn um ein Motiv | Kurzvideo von wenigen Sekunden |
| MasterShots | mehrere Manöver nacheinander um ein Motiv | automatisch geschnittener Kurzfilm |
| ActiveTrack | folgt einem bewegten Motiv | normales Video, so lange du willst |
| Hyperlapse | Zeitraffer aus vielen Einzelfotos, auch im Flug | Zeitraffer-Video |
MasterShots gibt es unter anderem bei Mini 4 Pro, Mini 5 Pro, Flip, Air 3S und Mavic 4 Pro. Für die Minis ohne ActiveTrack sind QuickShots die einzige Automatik für bewegte Kamerafahrten. Welche Mini-Modelle wirklich folgen können, zeigt der Überblick DJI Mini ActiveTrack. Zeitraffer im Flug erklärt der Ratgeber zum Hyperlapse mit der Drohne.
Rechtlich gilt dasselbe wie beim Handflug
Eine Automatik ändert nichts an den Regeln. Du bleibst verantwortlich und musst die Drohne jederzeit in Sichtweite halten und eingreifen können. Beim Asteroid mit 50 Metern Höhe und 40 Metern Abstand ist das kein Problem, bei unruhigem Gelände oder Bäumen am Rand aber schnell eine Frage des Standorts.
Besonders bei Kreisen und Helix um Personen herum gelten die Abstandsregeln zu Personen der offenen Kategorie. Wer andere Menschen filmt, sollte außerdem wissen, was beim Filmen mit einer Kameradrohne erlaubt ist. DJI weist in den Handbüchern ausdrücklich auf den Datenschutz hin.
Fazit: fünf Sekunden, die nach Handwerk aussehen
QuickShots sind der schnellste Weg zu Kamerafahrten, die sonst viel Übung verlangen. Dronie und Rocket funktionieren fast überall, Kreisen und Helix setzen einen freien Radius voraus, Boomerang und Asteroid brauchen richtig Platz.
Vor dem Start lohnt ein Blick auf zwei Dinge: Ist die Bahn frei von Bäumen und Leitungen, und passt das Höhenlimit in der App? Mit diesen beiden Punkten gelingen die meisten QuickShots im ersten Anlauf.
Häufige Fragen
Was sind QuickShots bei DJI?
Vorprogrammierte Kamerafahrten. Du wählst auf dem Bildschirm ein Motiv, tippst auf Start, und die Drohne fliegt eine feste Bahn um oder über das Motiv, filmt dabei und kehrt danach an ihren Ausgangspunkt zurück. Am Ende erzeugt DJI Fly automatisch ein kurzes Video, das du direkt teilen oder bearbeiten kannst.
Welche QuickShots hat die DJI Mini 4K?
Fünf: Dronie, Rocket, Kreisen, Helix und Boomerang. Asteroid fehlt, ebenso ein echtes ActiveTrack. Die QuickShots sind bei der Mini 4K damit die einzige Automatik für bewegte Kamerafahrten um ein Motiv. Dieselbe Auswahl bietet auch die Mini 2 SE.
Funktionieren QuickShots bei der DJI Mini 3?
Ja, die Mini 3 bietet laut Handbuch Dronie, Rocket, Kreisen, Helix und Boomerang. Asteroid gehört nicht dazu. Der Ablauf ist derselbe wie bei den größeren Modellen: Motiv markieren, Modus wählen, Start tippen. Voraussetzung sind ausreichend Licht und ein Motiv in höchstens 50 Metern Entfernung.
Wie viel Platz braucht ein QuickShot?
Für Boomerang nennt DJI einen Radius von mindestens 30 Metern um die Drohne und 10 Meter freien Raum nach oben. Asteroid braucht mindestens 40 Meter hinter der Drohne und 50 Meter nach oben. Dronie, Rocket, Kreisen und Helix kommen mit weniger aus, brauchen aber ebenfalls eine hindernisfreie Bahn ohne Bäume und Leitungen.
Warum bricht mein QuickShot mittendrin ab?
Die häufigsten Gründe: Ein Steuerknüppel wurde leicht bewegt, die Hinderniserkennung hat ausgelöst, oder die Drohne nähert sich einer Flugbeschränkungszone oder einem Höhenlimit. In allen Fällen bremst sie ab und schwebt. Auch zu wenig Licht, ein verdecktes Motiv oder ein schwaches GNSS-Signal beenden die Aufnahme.
Kann ich QuickShots im Hochformat aufnehmen?
Bei der Mini 4 Pro ja, mit einer Ausnahme: Asteroid unterstützt den Porträtmodus nicht, ebenso wenig die Panorama-Funktion. Die Kamera dreht sich für Hochformat um 90 Grad, die übrigen QuickShots laufen damit wie gewohnt.
Hat die DJI Avata 2 QuickShots?
Nein. Das Handbuch der Avata 2 führt keine QuickShots. Ihre automatischen Manöver heißen Easy ACRO und umfassen Vorwärts-Flip, Rückwärts-Flip, Rollen und 180-Grad-Drift, ausgelöst mit der Bewegungssteuerung RC Motion 3.
Funktionieren QuickShots in der Dämmerung?
Nur eingeschränkt. DJI nennt 300 Lux als Untergrenze, das entspricht etwa einem stark bewölkten Tag oder der frühen Dämmerung. Darunter erkennt die Drohne das Motiv nicht mehr zuverlässig. Auch sehr grelles Licht über 10.000 Lux, etwa Schnee in der Mittagssonne, kann die Erkennung stören.