DJI QuickShots erklärt: alle Modi von Mini 4K bis Mavic 4

Dronie, Rocket, Kreisen, Helix, Boomerang und Asteroid: was jeder QuickShot fliegt, welche DJI-Drohne welche Modi hat und wie viel Platz du dafür brauchst.

Kameradrohnen Veröffentlicht am 8 Min. Lesezeit

Ein paar Sekunden Material, die aussehen wie von einem erfahrenen Piloten geflogen: Genau dafür hat DJI die QuickShots gebaut. Du markierst dich oder ein Gebäude auf dem Bildschirm, tippst auf Start, und die Drohne erledigt den Rest. Welche Bahn welcher Modus fliegt, welche Drohne welche Modi beherrscht und wo die Automatik an ihre Grenzen stößt, steht in diesem Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

  • QuickShots sind vorprogrammierte Kamerafahrten: Motiv wählen, Start tippen, die Drohne fliegt die Bahn, filmt und kehrt zum Ausgangspunkt zurück.
  • Sechs Modi bei Mini 4 Pro, Mini 5 Pro, Air 3, Air 3S, Mavic 3 Pro, Mavic 4 Pro und Flip: Dronie, Rocket, Kreisen, Helix, Boomerang und Asteroid.
  • Fünf Modi ohne Asteroid bei Mini 3, Mini 4K und Mini 2 SE.
  • Platzbedarf: Boomerang braucht 30 Meter Radius und 10 Meter nach oben, Asteroid 40 Meter nach hinten und 50 Meter nach oben.
  • Grenzen: Motiv höchstens 50 Meter entfernt, Licht zwischen 300 und 10.000 Lux, kein schnelles oder fliegendes Motiv.

So funktionieren QuickShots

Ein QuickShot verbindet drei Dinge: eine feste Flugbahn, eine Kameraführung, die das Motiv im Bild hält, und einen automatischen Schnitt. Die Drohne kennt die Bahn im Voraus, du bestimmst nur das Motiv und den Modus. Nach der Aufnahme fliegt sie an ihre Ausgangsposition zurück, und DJI Fly legt ein kurzes Video in der Wiedergabe ab.

Im Unterschied zum ActiveTrack folgt ein QuickShot keinem bewegten Motiv über längere Strecken. Er umfliegt oder verlässt einen Punkt nach festem Muster. Deshalb funktionieren QuickShots auch bei Modellen ohne Verfolgungsfunktion, etwa der Mini 4K, und eignen sich am besten für stehende oder langsam gehende Personen, Gebäude und Landschaftspunkte.

Die Kontrolle behältst du dabei jederzeit: Ein kurzer Druck auf die Pausetaste oder ein versehentlich bewegter Steuerknüppel beendet den QuickShot sofort, die Drohne bremst und schwebt an Ort und Stelle.

Die sechs Modi im Überblick

Die Beschreibungen folgen den Handbüchern von Mini 4 Pro und Air 3S:

ModusFlugbahnKameraTypischer Einsatz
Dronierückwärts und aufwärts vom Motiv wegbleibt auf das Motiv gerichtetAbschluss-Clip, Person in der Landschaft
Rocketsenkrecht nach obenblickt nach untenOrt aus der Vogelperspektive öffnen
Kreisenumrundet das Motiv auf gleicher Höhebleibt auf das Motiv gerichtetGebäude, Denkmal, Gruppe
Helixsteigt auf und umkreist das Motivbleibt auf das Motiv gerichtetAussichtspunkt, Gipfel, Leuchtturm
Boomerangovale Bahn um das Motiv, steigt beim Wegfliegen, sinkt beim Zurückfliegenbleibt auf das Motiv gerichtetdynamischer Clip für Social Media
Asteroidrückwärts und aufwärts, dann zurück zum StartPanorama oben, dann Blick im SinkflugKugel-Effekt, „kleiner Planet”

Beim Boomerang bildet die Startposition der Drohne ein Ende des Ovals, das andere Ende liegt auf der gegenüberliegenden Seite des Motivs. Beim Asteroid macht die Drohne am höchsten Punkt mehrere Fotos und setzt daraus eine Kugelansicht zusammen, mit der das Video beginnt.

Sechs schematische Flugbahnen der DJI QuickShots. Dronie in der Seitenansicht: Die Drohne fliegt schräg rückwärts nach oben vom Motiv weg, die Kamera bleibt auf das Motiv gerichtet. Rocket: senkrechter Aufstieg über dem Motiv mit Blick nach unten. Kreisen in der Draufsicht: eine Kreisbahn um das Motiv. Helix: eine aufsteigende Spirale um das Motiv. Boomerang in der Draufsicht: ein Oval, das an der Startposition beginnt und hinter dem Motiv wendet, mit Platzbedarf 30 Meter Radius und 10 Meter nach oben. Asteroid in der Seitenansicht: rückwärts und aufwärts bis 40 Meter nach hinten und 50 Meter nach oben, dann Rückflug zum Start.

Welche DJI-Drohne welche QuickShots hat

Die Auswahl hängt am Modell. Die folgende Übersicht stützt sich auf die aktuellen Handbücher und Datenblätter von DJI:

ModellDronieRocketKreisenHelixBoomerangAsteroid
Mini 2 SE, Mini 4K✓✓✓✓✓–
Mini 3✓✓✓✓✓–
Mini 4 Pro, Mini 5 Pro✓✓✓✓✓✓
Air 3, Air 3S✓✓✓✓✓✓
Mavic 3 Pro, Mavic 4 Pro✓✓✓✓✓✓
Flip✓✓✓✓✓✓
Avata 2––––––

Zwei Einschränkungen stehen im Kleingedruckten. Bei der Air 3 unterstützt die mittlere Telekamera den Asteroid-Modus nicht, er läuft nur mit der Weitwinkelkamera. Und bei der Mini 4 Pro gehen Asteroid und Panorama nicht im Hochformat, alle anderen QuickShots schon.

Die Neo und die Neo 2 fallen aus dem Schema, weil sie für den Flug ohne Fernsteuerung gebaut sind. Dazu weiter unten mehr.

QuickShots starten: Schritt für Schritt

Der Ablauf ist bei allen Modellen mit DJI Fly gleich. Am Beispiel der DJI Mini 4 Pro:

  1. Starten und schweben: Die Drohne abheben lassen und mindestens 2 Meter über dem Boden schweben lassen.
  2. Modus wählen: In der Kameraansicht rechts auf das Symbol für den Aufnahmemodus tippen und „QuickShots” auswählen.
  3. Untermodus und Motiv: Einen der Modi antippen und das Motiv auf dem Bildschirm mit dem Finger umrahmen oder das Plus-Symbol auf dem erkannten Motiv antippen.
  4. Start: Auf „Start” tippen. Die Drohne fliegt die Bahn, filmt und kehrt an die Ausgangsposition zurück.
  5. Ergebnis ansehen: In der Wiedergabe liegt das fertige Kurzvideo, daneben das Originalmaterial.

Zum Abbrechen einmal die Pausetaste an der Fernsteuerung drücken oder das Stopp-Symbol in der App antippen. Die Drohne bremst und schwebt. Bei der Mini 4 Pro setzt ein erneutes Tippen auf den Bildschirm die Aufnahme fort.

Platz und Licht: die Grenzen aus dem Handbuch

QuickShots fliegen autonom, deshalb nennt DJI klare Bedingungen. Die wichtigsten aus den Handbüchern von Mini 4 Pro und Air 3S:

BedingungWert laut DJI
Platz für Boomerangmindestens 30 m Radius, 10 m nach oben
Platz für Asteroidmindestens 40 m nach hinten, 50 m nach oben
Entfernung zum Motivhöchstens 50 m
Lichtverhältnissezwischen 300 und 10.000 Lux
Mindesthöhe vor dem Start2 m (Mini 4 Pro)

Dazu kommen Situationen, in denen DJI vom Einsatz abrät: wenn das Motiv länger verdeckt ist, wenn es sich farblich kaum von der Umgebung abhebt, wenn es sich schnell bewegt oder selbst in der Luft ist, und in der Nähe von Gebäuden mit schwachem GNSS-Signal. Dort wird die Bahn unruhig.

Die Drohne bremst und schwebt, sobald die Hinderniserkennung ein Hindernis meldet. Die Aufnahme endet außerdem, wenn sie einer Flugbeschränkungszone oder einem eingestellten Höhenlimit zu nahe kommt. Das ist vor allem beim Asteroid relevant: 50 Meter Aufstieg über dem Startpunkt vertragen sich nicht mit einem Höhenlimit von 30 Metern in der App.

Einstellungen, die das Ergebnis verbessern

Die Kameraeinstellungen im QuickShots-Modus sind schlanker als im normalen Videomodus. Bei der Mini 4 Pro stehen dort Farbe, Kodierungsformat und Videountertitel zur Auswahl, die Untertitel entfallen beim Asteroid.

Drei Punkte lohnen einen Blick vor dem ersten QuickShot:

Ein Hinweis zum Motiv: Personen erkennt die Drohne am zuverlässigsten, wenn sie sich farblich vom Hintergrund absetzen. Eine rote Jacke auf einer grünen Wiese funktioniert besser als Tarnfarben im Wald.

Neo, Neo 2 und Flip: QuickShots per Knopfdruck

Die kleinen Selfie-Drohnen von DJI bringen die QuickShots direkt an das Gehäuse, damit sie ohne Handy und Fernsteuerung funktionieren:

Der Vorteil der Knopfbedienung: Du bist selbst das Motiv und hast trotzdem beide Hände frei. Der Nachteil: Ohne Bildschirm siehst du erst nach der Landung, ob der Bildausschnitt gepasst hat.

Avata 2: Easy ACRO für Kunstflugfiguren

Die DJI Avata 2 ist eine FPV-Drohne und kennt keine QuickShots. Ihre Automatik heißt Easy ACRO und besteht aus Kunstflugfiguren: Vorwärts-Flip, Rückwärts-Flip, Rollen und 180-Grad-Drift. Ausgelöst werden sie mit der Bewegungssteuerung RC Motion 3. Wer die Figuren selbst fliegen will, braucht den manuellen Modus mit der FPV Fernsteuerung 3.

QuickShots, MasterShots, Hyperlapse: die Abgrenzung

DJI Fly bietet mehrere Automatiken, die sich ähneln:

FunktionWas sie machtErgebnis
QuickShotseine feste Bahn um ein MotivKurzvideo von wenigen Sekunden
MasterShotsmehrere Manöver nacheinander um ein Motivautomatisch geschnittener Kurzfilm
ActiveTrackfolgt einem bewegten Motivnormales Video, so lange du willst
HyperlapseZeitraffer aus vielen Einzelfotos, auch im FlugZeitraffer-Video

MasterShots gibt es unter anderem bei Mini 4 Pro, Mini 5 Pro, Flip, Air 3S und Mavic 4 Pro. Für die Minis ohne ActiveTrack sind QuickShots die einzige Automatik für bewegte Kamerafahrten. Welche Mini-Modelle wirklich folgen können, zeigt der Überblick DJI Mini ActiveTrack. Zeitraffer im Flug erklärt der Ratgeber zum Hyperlapse mit der Drohne.

Rechtlich gilt dasselbe wie beim Handflug

Eine Automatik ändert nichts an den Regeln. Du bleibst verantwortlich und musst die Drohne jederzeit in Sichtweite halten und eingreifen können. Beim Asteroid mit 50 Metern Höhe und 40 Metern Abstand ist das kein Problem, bei unruhigem Gelände oder Bäumen am Rand aber schnell eine Frage des Standorts.

Besonders bei Kreisen und Helix um Personen herum gelten die Abstandsregeln zu Personen der offenen Kategorie. Wer andere Menschen filmt, sollte außerdem wissen, was beim Filmen mit einer Kameradrohne erlaubt ist. DJI weist in den Handbüchern ausdrücklich auf den Datenschutz hin.

Fazit: fünf Sekunden, die nach Handwerk aussehen

QuickShots sind der schnellste Weg zu Kamerafahrten, die sonst viel Übung verlangen. Dronie und Rocket funktionieren fast überall, Kreisen und Helix setzen einen freien Radius voraus, Boomerang und Asteroid brauchen richtig Platz.

Vor dem Start lohnt ein Blick auf zwei Dinge: Ist die Bahn frei von Bäumen und Leitungen, und passt das Höhenlimit in der App? Mit diesen beiden Punkten gelingen die meisten QuickShots im ersten Anlauf.

Häufige Fragen

Was sind QuickShots bei DJI?

Vorprogrammierte Kamerafahrten. Du wählst auf dem Bildschirm ein Motiv, tippst auf Start, und die Drohne fliegt eine feste Bahn um oder über das Motiv, filmt dabei und kehrt danach an ihren Ausgangspunkt zurück. Am Ende erzeugt DJI Fly automatisch ein kurzes Video, das du direkt teilen oder bearbeiten kannst.

Welche QuickShots hat die DJI Mini 4K?

Fünf: Dronie, Rocket, Kreisen, Helix und Boomerang. Asteroid fehlt, ebenso ein echtes ActiveTrack. Die QuickShots sind bei der Mini 4K damit die einzige Automatik für bewegte Kamerafahrten um ein Motiv. Dieselbe Auswahl bietet auch die Mini 2 SE.

Funktionieren QuickShots bei der DJI Mini 3?

Ja, die Mini 3 bietet laut Handbuch Dronie, Rocket, Kreisen, Helix und Boomerang. Asteroid gehört nicht dazu. Der Ablauf ist derselbe wie bei den größeren Modellen: Motiv markieren, Modus wählen, Start tippen. Voraussetzung sind ausreichend Licht und ein Motiv in höchstens 50 Metern Entfernung.

Wie viel Platz braucht ein QuickShot?

Für Boomerang nennt DJI einen Radius von mindestens 30 Metern um die Drohne und 10 Meter freien Raum nach oben. Asteroid braucht mindestens 40 Meter hinter der Drohne und 50 Meter nach oben. Dronie, Rocket, Kreisen und Helix kommen mit weniger aus, brauchen aber ebenfalls eine hindernisfreie Bahn ohne Bäume und Leitungen.

Warum bricht mein QuickShot mittendrin ab?

Die häufigsten Gründe: Ein Steuerknüppel wurde leicht bewegt, die Hinderniserkennung hat ausgelöst, oder die Drohne nähert sich einer Flugbeschränkungszone oder einem Höhenlimit. In allen Fällen bremst sie ab und schwebt. Auch zu wenig Licht, ein verdecktes Motiv oder ein schwaches GNSS-Signal beenden die Aufnahme.

Kann ich QuickShots im Hochformat aufnehmen?

Bei der Mini 4 Pro ja, mit einer Ausnahme: Asteroid unterstützt den Porträtmodus nicht, ebenso wenig die Panorama-Funktion. Die Kamera dreht sich für Hochformat um 90 Grad, die übrigen QuickShots laufen damit wie gewohnt.

Hat die DJI Avata 2 QuickShots?

Nein. Das Handbuch der Avata 2 führt keine QuickShots. Ihre automatischen Manöver heißen Easy ACRO und umfassen Vorwärts-Flip, Rückwärts-Flip, Rollen und 180-Grad-Drift, ausgelöst mit der Bewegungssteuerung RC Motion 3.

Funktionieren QuickShots in der Dämmerung?

Nur eingeschränkt. DJI nennt 300 Lux als Untergrenze, das entspricht etwa einem stark bewölkten Tag oder der frühen Dämmerung. Darunter erkennt die Drohne das Motiv nicht mehr zuverlässig. Auch sehr grelles Licht über 10.000 Lux, etwa Schnee in der Mittagssonne, kann die Erkennung stören.

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