DJI Manual Mode: Avata 2, Neo und DJI FPV manuell fliegen

Manueller Modus bei DJI: welche Drohnen ihn haben, warum er nur mit der FPV Fernsteuerung geht und wie du Schubhebel und Brille einrichtest.

FPV & Racing Veröffentlicht am 7 Min. Lesezeit

Im Normalmodus fliegt sich eine Avata 2 fast wie eine Kameradrohne: Knüppel los, und sie steht. Wer echte FPV-Figuren fliegen will, Flips, Rollen und enge Kurven mit Schräglage, braucht den manuellen Modus. DJI hat ihn gut versteckt: Er verlangt die richtige Fernsteuerung, eine kleine Schraubarbeit und eine Einstellung in der Brille. Dieser Artikel zeigt, welche Drohnen ihn haben, wie du ihn Schritt für Schritt freischaltest und was sich beim Fliegen ändert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Manueller Modus = Acro: keine Selbstnivellierung, kein Schweben, kein automatisches Bremsen. Die Drohne hält jede Lage.
  • Nur mit Zwei-Knüppel-Steuerung: Avata 2, Neo und Neo 2 brauchen die FPV Fernsteuerung 3, DJI FPV und die erste Avata die FPV Fernsteuerung 2. Die RC Motion unterstützt ihn nicht.
  • Freischalten in zwei Schritten: Schubknüppel per Schrauben F1 und F2 entzentrieren, dann in der Brille den benutzerdefinierten Modus auf „Manuell” stellen.
  • Tempo der Avata 2: bis 27 m/s laut Datenblatt, in der EU im manuellen Modus auf 19 m/s begrenzt.
  • Notbremse: Die Pausetaste bremst, richtet die Drohne auf und schaltet zurück in den Normalmodus.

Was im manuellen Modus anders ist

Im Normal- und Sportmodus übersetzt die Drohne deine Knüppel in Wünsche: nach vorn fliegen, steigen, drehen. Den Rest regelt sie selbst, sie hält die Höhe, schwebt auf der Stelle und bremst, sobald du loslässt.

Im manuellen Modus fällt diese Ebene weg. DJI beschreibt ihn im Handbuch der FPV Fernsteuerung 3 so: Die Knüppel steuern Beschleunigung und Fluglage direkt, das Fluggerät hat keine Assistenzfunktionen wie automatische Stabilisierung und kann jede Fluglage erreichen. Das hat drei Folgen, die jeder Umsteiger zuerst lernen muss:

Gegenüberstellung von Normalmodus und manuellem Modus bei DJI-FPV-Drohnen in der Seitenansicht. Links im Normalmodus: Nach dem Loslassen der Knüppel richtet sich die geneigte Drohne auf und bleibt schwebend stehen. Rechts im manuellen Modus: Nach dem Loslassen behält die Drohne ihre Neigung und fliegt auf der Bahn weiter, bis der Pilot gegensteuert. Darunter ein Balkendiagramm der Höchstgeschwindigkeiten der Avata 2: Normalmodus 8 Meter pro Sekunde, Sportmodus 16, manueller Modus 27, in der EU begrenzt auf 19 Meter pro Sekunde.

Bei der Avata 2 wechselt zusätzlich der Gimbal seinen Modus. Im Normal- und Sportmodus hält er den Neigewinkel relativ zum Horizont, im manuellen Modus ist er relativ zum Rahmen gesperrt. Das Bild kippt also mit der Drohne, wie bei einer klassischen FPV-Kamera. Die Status-LED oben am Gehäuse blinkt im manuellen Modus langsam violett.

Welche DJI-Drohnen einen manuellen Modus haben

DrohneFernsteuerung für den manuellen ModusHöchstgeschwindigkeit manuell laut DJI
DJI FPVFPV Fernsteuerung 2bis 140 km/h
DJI Avata (erste Generation)FPV Fernsteuerung 2keine gesonderte Angabe
DJI Avata 2FPV Fernsteuerung 327 m/s, EU 19 m/s
DJI NeoFPV Fernsteuerung 316 m/s
DJI Neo 2FPV Fernsteuerung 3keine gesonderte Angabe

Die FPV Fernsteuerung 3 ist damit der Schlüssel für alle aktuellen Modelle. Wer eine Avata 2 oder Neo mit der RC Motion 3 gekauft hat, rüstet die DJI FPV Fernsteuerung 3* nach, sonst bleibt der manuelle Modus gesperrt. Die RC-N3, mit der sich die Neo 2 wie eine Kameradrohne fliegen lässt, bietet nur Normal, Sport und Cine.

Kameradrohnen der Mini-, Air- und Mavic-Reihe haben keinen manuellen Modus. Auch die Avata 360 führt im Datenblatt nur Cine, Normal und Sport.

Schritt 1: den Schubknüppel entzentrieren

Ab Werk federt der linke Knüppel der FPV Fernsteuerung 3 (im Knüppelmodus 2) in die Mitte zurück, weil er in Normal und Sport die Höhe steuert. Im manuellen Modus ist er Schub, und ein zurückfedernder Schub wäre gefährlich. Laut Handbuch gehst du so vor:

  1. Die Fernsteuerung umdrehen und die Gummiabdeckung auf der Rückseite hinter dem Schubknüppel öffnen.
  2. Mit dem beiliegenden 1,5-mm-Sechskantschlüssel die Schraube F2 im Uhrzeigersinn festziehen. Sie verringert die Federung und löst den Knüppel aus der Mittelstellung.
  3. Die Schraube F1 im Uhrzeigersinn festziehen, bis der Widerstand angenehm ist. Sie bestimmt, wie leicht sich der Knüppel bewegt und wie fest er an seiner Position bleibt.
  4. Die Gummiabdeckung wieder schließen.

Welche Schrauben du anfasst, hängt vom Knüppelmodus ab: In Modus 2 sitzt der Schub links, in Modus 1 und 3 rechts. DJI weist ausdrücklich darauf hin, die Einstellung nur am Boden und vor dem Start vorzunehmen.

Die Kehrseite: Mit entzentriertem Schub bleibt der Knüppel auch im Normalmodus dort stehen, wo du ihn loslässt. Wer oft zwischen den Modi wechselt, gewöhnt sich daran, im Normalmodus die Mitte bewusst anzusteuern.

Schritt 2: den Modus in der Brille freischalten

Der manuelle Modus ist ab Werk gesperrt. Auch wenn der Schalter auf M steht, bleibt die Drohne im Normal- oder Sportmodus, bis die Brille ihn freigibt:

  1. Drohne, Brille und Fernsteuerung einschalten, alle drei müssen miteinander gekoppelt sein.
  2. Mit der 5D-Taste das Menü der Brille öffnen.
  3. Einstellungen, Steuerung, Fernsteuerung, Tastenbelegung wählen.
  4. Den benutzerdefinierten Modus auf „Manueller Modus” stellen.

Beim ersten Einsatz begrenzt DJI die maximale Fluglage. Die Drohne kippt also nicht beliebig weit, was Einsteigern Zeit zum Reagieren verschafft. Später lässt sich die Fluglagenbeschränkung in der Brille abschalten, und Verstärkung und Exposition (in der FPV-Sprache Rates und Expo) lassen sich anpassen. Was diese Werte bewirken, erklärt der Ratgeber zu Rates und Expo am Beispiel von Betaflight.

Bei der DJI FPV mit der FPV Fernsteuerung 2 läuft es nach demselben Muster: Schubknüppel hinten über die Schraube entzentrieren, dann in der Brille unter Einstellungen, Steuerung, Fernsteuerung und Tastenbelegung den benutzerdefinierten Modus auf Manuell setzen.

Schritt 3: fliegen im manuellen Modus

Motoren starten: Den Schubknüppel ganz unten lassen und die Start-/Stopptaste zweimal drücken. Zum Abheben den Schub langsam erhöhen. Der Knüppel-Kombinationsbefehl aus den anderen Modi gilt hier nicht.

Motoren stoppen: Nach der Landung die Start-/Stopptaste erneut zweimal drücken. DJI empfiehlt, vor dem Landen in den Normalmodus zu wechseln und auf einer ebenen Fläche aufzusetzen, damit sich die Drohne nicht überschlägt.

Notbremse: Ein Druck auf die Pausetaste bremst die Drohne, bringt sie in die waagerechte Lage und schaltet automatisch in den Normalmodus. Voraussetzung ist, dass GNSS oder die Sichtsensoren verfügbar sind. Diese Taste ist die wichtigste Rückfallebene für die ersten Flüge.

Das Avata-2-Handbuch nennt außerdem Situationen, in denen die Fluglage beim Wenden instabil werden kann: schnelle Wenden, Flughöhen über 3.000 Metern über dem Meer, Geschwindigkeiten über 13 m/s oder Wind über 7,9 m/s. Unter 5 Metern Höhe und mit Hindernissen im Umkreis von 5 Metern rät DJI zur Vorsicht beim Umschalten.

Wenn sich der manuelle Modus nicht aktivieren lässt

SymptomUrsacheLösung
Schalter auf M, Drohne bleibt in Nbenutzerdefinierter Modus in der Brille nicht auf „Manuell”Tastenbelegung in der Brille ändern
M nicht wählbarmaximale Flugdistanz in der Brille unter 30 mGrenze auf 30 m oder mehr setzen
M nicht verfügbar mit RC MotionMotion-Steuerung unterstützt keinen manuellen ModusFPV Fernsteuerung 3 nutzen
Drohne steigt nach dem Start ungewolltSchub steht nach dem Umbau nicht ganz untenvor dem Scharfschalten Knüppel prüfen
Schub wirkt schwachniedriger Akkustand, laut DJI wird die Leistung dann begrenztmit vollem Akku üben

Erst im Simulator, dann draußen

DJI schreibt es in jedes Handbuch: Den manuellen Modus erst im Simulator lernen. Die FPV Fernsteuerung 3 unterstützt laut Handbuch Liftoff, Uncrashed, die Drone Racing League und die Drone Champions League. Sie meldet sich am Rechner als Eingabegerät an, die Knüppel fühlen sich also exakt so an wie später draußen.

DJIs eigene App Virtual Flight ist dagegen keine Option: Sie unterstützt weder die Avata 2 noch die FPV Fernsteuerung 3. Die Hintergründe stehen im Ratgeber zum DJI-Flugsimulator, eine Übersicht der Alternativen im Artikel zum FPV-Simulator.

Ein bewährter Weg nach draußen: erst sicher im Normalmodus, dann im Sportmodus mit mehr Tempo, dann im Simulator ohne Selbstnivellierung und erst danach im freien Feld in den manuellen Modus schalten, mit ausreichend Höhe und der Pausetaste im Hinterkopf.

Rechtlich: Brille heißt Beobachter

Der manuelle Modus ändert an den Regeln nichts, der Brillenflug schon. Wer mit Videobrille fliegt, braucht in der offenen Kategorie einen Luftraumbeobachter, der die Drohne direkt im Blick behält. Warum das so ist und wo FPV-Flüge erlaubt sind, erklärt der Ratgeber FPV-Drohne fliegen.

Die Geschwindigkeitsgrenze von 19 m/s für die Avata 2 in der EU hängt an ihrer Einstufung: Die EASA führt die Avata 2 in ihrer Produktdatenbank mit der Klassenkennzeichnung C1, und C1-Drohnen dürfen laut EU-Vorgaben im Horizontalflug nicht schneller als 19 m/s sein. Mehr dazu im Überblick zu den Drohnenklassen C0 bis C4.

Fazit: zwei Schrauben und ein Menüpunkt

Der manuelle Modus ist bei DJI ein bewusster Schritt: Zwei-Knüppel-Sender, entzentrierter Schub, Freigabe in der Brille. Wer die drei Punkte erledigt hat, fliegt eine Avata 2 oder Neo wie eine klassische FPV-Drohne, mit allen Figuren und allem Risiko.

Die sichere Reihenfolge ist entscheidend: Simulator zuerst, dann viel Höhe und freies Gelände, die Pausetaste als Rettungsanker. Mit dieser Vorbereitung ist der manuelle Modus der direkteste Weg zu den Aufnahmen, für die FPV-Drohnen gebaut sind.

Häufige Fragen

Welche DJI-Drohnen haben einen manuellen Modus?

Die FPV-Modelle: DJI FPV und die erste Avata mit der FPV Fernsteuerung 2, die Avata 2, die Neo und die Neo 2 mit der FPV Fernsteuerung 3. Kameradrohnen wie die Mini- oder Air-Reihe haben keinen manuellen Modus, dort heißen die Flugmodi Cine, Normal und Sport. Auch die Avata 360 führt im Datenblatt nur Cine, Normal und Sport.

Kann ich den manuellen Modus mit der RC Motion 3 nutzen?

Nein. Das Handbuch der Avata 2 schreibt ausdrücklich, dass die Bewegungssteuerung RC Motion 3 den manuellen Modus nicht unterstützt. Dafür braucht es die DJI FPV Fernsteuerung 3 mit zwei Steuerknüppeln. Dasselbe gilt für die Neo 2, und auch mit der RC-N3 lässt sich keine der beiden manuell fliegen.

Wie schalte ich den manuellen Modus bei der Avata 2 frei?

Zuerst hinter dem Schub-Steuerknüppel die Schrauben F1 und F2 mit dem beiliegenden 1,5-mm-Sechskantschlüssel festziehen, damit der Knüppel nicht mehr in die Mitte zurückfedert. Dann in der Brille unter Einstellungen, Steuerung, Fernsteuerung, Tastenbelegung den benutzerdefinierten Modus auf „Manueller Modus" stellen. Danach steht der Flugmodusschalter in Position M zur Verfügung.

Wie schnell fliegt die Avata 2 im manuellen Modus?

Das Datenblatt nennt bis zu 27 m/s, also rund 97 km/h. In der EU ist die Geschwindigkeit im manuellen Modus laut DJI auf 19 m/s begrenzt, das sind knapp 68 km/h. Im Normalmodus fliegt sie 8 m/s, im Sportmodus 16 m/s.

Ist der manuelle Modus dasselbe wie der Acro-Modus?

Im Prinzip ja. In der FPV-Szene heißt der Flugmodus ohne Selbstnivellierung Acro- oder Rate-Modus, DJI nennt ihn manuellen Modus. Die Drohne hält jede Neigung, bis du sie mit den Knüppeln änderst. Nicht zu verwechseln mit Easy ACRO der Avata 2: Das sind automatische Figuren wie Flip und Rollen, ausgelöst mit der RC Motion 3.

Warum lässt sich der manuelle Modus nicht aktivieren?

Die häufigsten Gründe: Der benutzerdefinierte Modus in der Brille steht nicht auf „Manuell", die Geräte sind nicht miteinander gekoppelt, oder in der Brille ist eine maximale Flugdistanz unter 30 Metern eingestellt. Laut Handbuch der FPV Fernsteuerung 3 blockiert diese Grenze den manuellen Modus.

Wie starte ich die Motoren im manuellen Modus?

Den Schub-Steuerknüppel ganz unten lassen und die Start-/Stopptaste zweimal drücken. Zum Abheben den Schub langsam erhöhen. Nach der Landung stoppt ein erneuter Doppeldruck auf dieselbe Taste die Motoren. Der Knüppel-Kombinationsbefehl der anderen Modi gilt im manuellen Modus nicht.

Welchen Simulator kann ich mit der FPV Fernsteuerung 3 nutzen?

Laut Handbuch unterstützt die FPV Fernsteuerung 3 Liftoff, Uncrashed, die Drone Racing League und die Drone Champions League. Sie meldet sich am Rechner als Eingabegerät an. DJIs eigene App Virtual Flight unterstützt sie dagegen nicht, diese läuft nur mit der älteren FPV Fernsteuerung 2.

Das könnte dich auch interessieren