Technische Daten
Bedienung
| Bauform | Zwei-Knüppel-Fernsteuerung ohne Display |
|---|---|
| Steuerhebel | abschraubbar, Ersatzpaar und L-Schlüssel im Lieferumfang |
| Bildwiedergabe | über die verbundene DJI-Videobrille |
| Steuermodus | Mode 2 ab Werk, in der App umstellbar |
Funk
| Betriebsfrequenz | 2,400 bis 2,4835 GHz |
|---|---|
| Strahlungsleistung (EIRP) | unter 20 dBm (CE), unter 26 dBm (FCC) |
| Max. Reichweite | 13 km nach Händlerangabe, abhängig von Drohne und Norm |
| Kompatibilität | DJI Avata 2, DJI Neo, DJI O3 Air Unit |
Energie und Gehäuse
| Akkukapazität | 2.600 mAh, Lithium-Ionen-Polymer |
|---|---|
| Max. Laufzeit | ca. 10 Stunden |
| Ladezeit | ca. 2 Stunden |
| Ladeart | 5 V, 2 A über USB-C |
| Betriebstemperatur | -10 °C bis 40 °C |
| Ladetemperatur | 0 °C bis 50 °C |
| Maße | 165 × 119 × 62 mm |
| Gewicht | ca. 240 g |
| Farbe | Grau |
Die DJI FPV Fernsteuerung 3 ist der klassische Sender für DJIs FPV-Drohnen. Sie arbeitet mit zwei Steuerknüppeln und richtet sich damit an Piloten, die manuell fliegen wollen, statt die Bewegungssteuerung RC Motion zu nutzen. Ein eigenes Display fehlt, weil das Bild in der Videobrille erscheint. Auffälligster Wert im Datenblatt ist die Akkulaufzeit von rund zehn Stunden. Diese Rezension ordnet sie anhand des DJI-Datenblatts und der Amazon-Listung ein.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Rund 10 Stunden Laufzeit überdauern jeden Flugtag, Nachladen zwischendurch entfällt
- Zwei Steuerknüppel geben die volle Kontrolle über Rollen, Nicken, Gieren und Schub, anders als die Bewegungssteuerung
- Mit 240 g und 165 × 119 × 62 mm bleibt sie deutlich kompakter als Vollformat-Sender aus dem Selbstbau-Bereich
- Die abschraubbaren Steuerhebel schützen die Gimbals im Rucksack
- Sie funktioniert auch mit Eigenbauten, sofern eine DJI-Air-Unit als Empfänger verbaut ist
- Der Preis von 144 € liegt unter dem vieler ELRS-Sender mit vergleichbarer Bauform
Das spricht dagegen
- Sie funktioniert ausschließlich im DJI-System, ELRS-Modelle lassen sich damit nicht steuern
- Ein eigenes Display fehlt, ohne Videobrille ist die Fernsteuerung nutzlos
- Die Gimbals sind fest verbaut und lassen sich weder in Weg noch in Federspannung anpassen
- Kein Modulschacht und keine offene Firmware, Erweiterungen sind nicht vorgesehen
- Die Kompatibilitätsliste ist kurz und hängt an DJI-Firmware, ältere Drohnen bleiben außen vor
- Für Simulatoren ist sie weniger verbreitet als EdgeTX-Sender, die sich als Joystick anmelden
Der Sender für manuelles Fliegen im DJI-System
DJI bietet für seine FPV-Drohnen zwei Steuergeräte an. Die RC Motion wird in einer Hand gehalten und übersetzt Handgelenksbewegungen in Flugbahnen, was den Einstieg stark vereinfacht. Die FPV Fernsteuerung 3 ist das Gegenstück: zwei Steuerknüppel, klassische Belegung, volle manuelle Kontrolle.
Mit ihr fliegt die Drohne so, wie FPV im Selbstbau-Bereich seit jeher funktioniert. Rollen, Flips, enge Kurven und Acro-Manöver setzen genau diese Bauform voraus, weil sich Rollrate und Nickrate nur mit einem Knüppel sauber dosieren lassen.
Zehn Stunden Laufzeit
Der auffälligste Wert im Datenblatt ist die Akkulaufzeit von rund 10 Stunden bei einer Kapazität von 2.600 mAh.
Der Grund liegt in dem, was fehlt: Die Fernsteuerung hat kein Display. Das Videobild landet in der Brille, die Fernsteuerung überträgt nur Steuerbefehle und zeigt ihren Zustand über LEDs. Ohne Bildschirm entfällt der größte Verbraucher, und aus dem gleich großen Akku wird ein Vielfaches an Betriebszeit.
Praktisch heißt das: Der Sender überlebt jeden Flugtag mit Abstand. Geladen wird über USB-C mit 5 V und 2 A in rund zwei Stunden.
Bauform und Transport
Mit 165 × 119 × 62 mm und 240 g liegt sie zwischen kompakten Sendern wie der RadioMaster Pocket (288 g) und Vollformat-Geräten wie der TX16S MK3 (813 g).
Für den Transport lassen sich die Steuerhebel abschrauben, ein L-förmiger Schlüssel liegt bei. Das ist mehr als Kosmetik: Herausstehende Knüppel sind die häufigste Ursache für verbogene Gimbal-Achsen im Rucksack.
Die Kehrseite der geschlossenen Bauweise: Die Gimbals sind fest eingestellt. Weg, Zentrierung und Federspannung lassen sich anders als bei EdgeTX-Sendern nicht anpassen.
Kompatibilität: die entscheidende Frage
Die Händlerlistung nennt DJI Avata 2, DJI Neo und die DJI O3 Air Unit. Daraus ergeben sich zwei Anwendungsfälle.
Erstens die Fertigdrohnen: Wer eine Avata 2 mit der RC Motion gekauft hat und manuell fliegen lernen will, rüstet mit diesem Sender nach. Zweitens Eigenbauten: Ist eine DJI-Air-Unit verbaut, kann sie die Steuerstrecke übernehmen und die Fernsteuerung 3 steuert das Modell.
Was nicht geht, ist ebenso klar: ELRS-Modelle wie ein BetaFPV Cetus X oder ein Meteor75 Pro lassen sich damit nicht fliegen, und Kameradrohnen wie die Mini 4 Pro auch nicht. DJI hält seine Steuersysteme getrennt.
| Steuergerät | Bauform | Flugweise | Typische Modelle |
|---|---|---|---|
| FPV Fernsteuerung 3 | zwei Knüppel | manuell, Acro möglich | Avata 2, Neo, O3-Eigenbauten |
| RC Motion 3 | Einhand-Bewegung | geführt, keine Flips | Avata 2, Neo, Neo 2 |
| DJI RC 2 | Knüppel mit Display | Kameradrohnen | Mini 4 Pro, Air 3S, Mavic 4 Pro |
Was die Brille dazu beiträgt
Ohne Videobrille ist der Sender ein Steuergerät ohne Rückmeldung. Passend sind die DJI Goggles 3 und die günstigeren Goggles N3, beide über das O4-System.
Für die Praxis in Deutschland gehört dazu: Beim Flug mit Brille muss eine zweite Person die Drohne durchgehend im Blick behalten und den Piloten warnen können. Diese Pflicht gilt unabhängig vom Gewicht der Drohne, Einzelheiten stehen im Ratgeber zum FPV-Drohne fliegen.
Was im Karton liegt und was dazugehört
Der Lieferumfang ist kurz: die Fernsteuerung, ein Paar Steuerhebel und der L-förmige Schraubenzieher zum Abnehmen der Hebel. Ein Ladegerät fehlt, geladen wird über ein beliebiges USB-C-Netzteil.
Damit ist der Sender allein noch kein Flugsystem. Dazu gehören:
- eine Videobrille aus dem DJI-Programm, etwa die Goggles N3 für rund 249 € oder die Goggles 3 mit Micro-OLED-Displays,
- eine kompatible Drohne, also Avata 2, DJI Neo oder ein Eigenbau mit DJI-Air-Unit,
- eine microSD-Karte in der Brille, wenn Mitschnitte entstehen sollen.
Wer bereits eine Avata 2 mit RC Motion besitzt, kauft mit diesem Sender genau ein fehlendes Teil nach. Wer bei null anfängt, sollte die Gesamtsumme im Blick behalten: Brille, Drohne und Sender summieren sich schnell auf einen vierstelligen Betrag.
Der Weg vom geführten zum manuellen Fliegen
Der eigentliche Grund für diesen Sender ist ein Lernschritt. Die Bewegungssteuerung hält die Drohne waagerecht und begrenzt die Neigung, deshalb gelingen damit saubere Aufnahmen ab dem ersten Flug. Sie kann jedoch keine Rollen, keine Flips und keine engen Kurven mit gekippter Fluglage.
Mit zwei Knüppeln stehen alle vier Achsen offen: Schub, Gieren, Nicken, Rollen. Der Preis dafür ist eine steile Lernkurve, weil die Drohne im manuellen Modus keine Lage mehr selbst hält.
Zwei Dinge machen diesen Übergang deutlich einfacher. Erstens Übung im Simulator: DJI bietet mit Virtual Flight eine passende App an, die mit dieser Fernsteuerung arbeitet. Warum sich das lohnt, steht im Ratgeber zum FPV-Simulator. Zweitens ein schrittweises Vorgehen im Freien, erst im geführten Modus, dann im Sportmodus, zuletzt manuell.
Für wen sich die Fernsteuerung 3 lohnt
Sie passt, wenn du im DJI-FPV-System fliegst und den Schritt vom geführten zum manuellen Fliegen gehen willst. 144 € sind dafür ein moderater Betrag, gemessen an dem, was sich damit an Flugweise erschließt. Die zehn Stunden Laufzeit und die abnehmbaren Hebel machen sie zu einem unauffälligen Gerät, das einfach funktioniert.
Weniger passend ist sie, wenn dein Bestand aus Whoops und Selbstbauten mit ELRS besteht. Dort führt der Weg zu einem EdgeTX-Sender wie der RadioMaster Pocket, der zusätzlich am Rechner als Joystick für den FPV-Simulator dient.
Fazit
Die DJI FPV Fernsteuerung 3 macht genau eine Sache und macht sie gut: Sie überträgt Steuerbefehle an DJIs FPV-Drohnen, zehn Stunden am Stück, in einer Bauform, die manuelles Fliegen erlaubt.
Mit 4,2 von 5 kostet sie die geschlossene DJI-Welt Punkte: keine Anpassung der Gimbals, kein Modulschacht, eine kurze Kompatibilitätsliste. Wer eine Avata 2* besitzt und Acro fliegen will, findet in der FPV Fernsteuerung 3* die einzige sinnvolle Wahl.
Häufige Fragen
Zu welchen Drohnen passt die DJI FPV Fernsteuerung 3?
Die Händlerangabe nennt DJI Avata 2, DJI Neo und die DJI O3 Air Unit. Damit deckt sie die aktuellen FPV-Modelle von DJI und Eigenbauten mit DJI-Videosystem ab. Ältere Modelle wie die DJI FPV von 2021 nutzen die Fernsteuerung 2. Vor dem Kauf lohnt ein Blick in die DJI-Kompatibilitätsliste zum eigenen Modell, weil DJI sie mit Firmware-Updates erweitert.
Was ist der Unterschied zur DJI RC Motion 3?
Die Bauform und damit die Flugweise. Die RC Motion 3 wird in einer Hand gehalten und steuert die Drohne über Neigung des Handgelenks plus Schubregler, was den Einstieg erleichtert. Die Fernsteuerung 3 hat zwei Steuerknüppel und erlaubt echtes manuelles Fliegen inklusive Rollen, Flips und Acro-Manövern. Wer beide Arten fliegen will, braucht beide Geräte.
Hat die Fernsteuerung 3 einen Bildschirm?
Nein. Das Bild kommt in der Videobrille, etwa den DJI Goggles 3 oder N3. Die Fernsteuerung überträgt ausschließlich Steuerbefehle und zeigt den Status über LEDs an. Ohne passende Brille lässt sich die Drohne damit nicht sinnvoll fliegen.
Wie lange hält der Akku?
DJI nennt rund 10 Stunden bei einer Kapazität von 2.600 mAh. Das ist deutlich mehr als bei Fernsteuerungen mit Display, weil dort der Bildschirm den größten Verbraucher darstellt. Geladen wird über USB-C mit 5 V und 2 A in etwa zwei Stunden.
Kann man die Steuerhebel abnehmen?
Ja, sie lassen sich abschrauben, ein L-förmiger Schlüssel liegt bei. Das schützt die Gimbals im Rucksack und verhindert verbogene Achsen. Die Hebel selbst sind in der Höhe nicht verstellbar, ein Ersatzpaar gehört zum Lieferumfang.
Funktioniert die Fernsteuerung 3 mit einem FPV-Simulator?
Nur eingeschränkt. DJI bietet mit Virtual Flight eine eigene Simulator-App an, die mit der Fernsteuerung arbeitet. Für die verbreiteten PC-Simulatoren wie Liftoff oder Velocidrone sind EdgeTX-Sender die übliche Wahl, weil sie sich am Rechner als Joystick anmelden.
Was bedeuten die 13 km Reichweite?
Der Wert stammt aus der Händlerlistung und beschreibt die maximale Übertragungsstrecke unter idealen Bedingungen nach FCC-Norm. In Europa gelten niedrigere Sendeleistungen und damit kürzere Strecken. Für den Betrieb in Deutschland ist die Angabe ohnehin zweitrangig, weil beim Brillenflug ein Beobachter die Drohne durchgehend sehen muss.
Kann man mit der Fernsteuerung 3 eine Kameradrohne wie die Mini 4 Pro steuern?
Nein. DJI trennt seine Systeme: Kameradrohnen werden über RC-N-Serie oder DJI RC gesteuert, FPV-Modelle über die FPV-Fernsteuerung oder die RC Motion. Die Fernsteuerung 3 ist auf die FPV-Linie festgelegt.
Ist Mode 2 voreingestellt?
Ja, ab Werk liegt links Schub und Gieren, rechts Nicken und Rollen. Das ist die in Europa übliche Belegung. In den Einstellungen der DJI-App lässt sich der Modus umstellen, mechanisch ist dafür kein Eingriff nötig.
Lohnt sich die Fernsteuerung 3 gegenüber einem ELRS-Sender?
Innerhalb des DJI-Systems gibt es keine Alternative, denn ELRS-Sender können DJI-Fertigdrohnen nicht steuern. Umgekehrt gilt dasselbe: Wer Whoops und Selbstbauten fliegt, braucht ohnehin einen ELRS-Sender. Erst bei Eigenbauten mit DJI-Air-Unit stellt sich die Frage wirklich, und dort entscheidet, ob DJI oder ELRS die Steuerstrecke übernehmen soll.