Technische Daten
Display und Optik
| Displaytyp | durchgehender LCD-Bildschirm |
|---|---|
| Auflösung | 1920 × 1080 Pixel |
| Bildwiederholrate | bis zu 60 Hz |
| Sichtfeld | 54° |
| Pupillenabstand | keine Einstellung erforderlich |
| Dioptrieneinstellung | nicht vorhanden, eigene Brille kann getragen werden |
Übertragung
| Übertragungssystem | DJI O4 |
|---|---|
| Latenz mit DJI Avata 2 | durchschnittlich 31 ms bei 1080p/100 fps |
| Latenz mit DJI Neo | durchschnittlich 58 ms bei 1080p/60 fps |
| Reichweite mit DJI Avata 2 | 10 km (CE) · 13 km (FCC) |
| Reichweite mit DJI Neo | 6 km (CE) · 10 km (FCC) |
| Betriebsfrequenzen | 2,400 bis 2,4835 GHz · 5,150 bis 5,250 GHz · 5,725 bis 5,850 GHz |
Kompatibilität
| Unterstützte Drohnen | DJI Avata 360, DJI Avata 2, DJI Neo 2, DJI Neo, O4 Air Unit und O4 Air Unit Pro |
|---|---|
| Nicht kompatibel | DJI RC Motion 2, DJI FPV Fernsteuerung 2, DJI RC-N3, DJI RC 2 |
| Empfohlene Steuerung | DJI RC Motion 3, dient zugleich als AR-Cursor im Menü |
Akku und Gehäuse
| Akkukapazität | 2.450 mAh, 17,64 Wh |
|---|---|
| Laufzeit | 2,7 Stunden |
| Max. Ladestrom | 5 V / 3 A |
| Ladetemperatur | 5 bis 45 °C |
| Gewicht | 536 g mit Akku und Kopfband, 349 g ohne |
| Abmessungen mit gefalteten Antennen | 193 × 163 × 103 mm |
| Abmessungen mit ausgefalteten Antennen | 206 × 163 × 132 mm |
| Betriebstemperatur | -10 bis 40 °C |
| Speicherkarte | microSD bis 512 GB |
Modell
| Modellbezeichnung | TKGSM |
|---|
Die DJI Goggles N3 ist die günstige FPV-Brille im DJI-Programm und der direkte Gegenentwurf zur Goggles 3. Statt zweier Micro-OLED-Displays arbeitet sie mit einem durchgehenden LCD-Bildschirm, verzichtet auf Dioptrieneinstellung und bietet dafür so viel Innenraum, dass die eigene Brille aufbleiben kann. Bei Übertragung und Latenz bleibt sie auf dem Niveau der teuren Schwester. Diese Rezension ordnet sie anhand des DJI-Datenblatts, der Amazon-Listung und der Anforderungen des FPV-Flugs in Deutschland ein.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Für rund 250 € bekommst du dieselbe O4-Übertragung und dieselbe Latenz wie in der mehr als doppelt so teuren Goggles 3
- Brillenträger setzen die N3 ohne Zusatzlinsen und ohne Dioptrieneinstellung auf, das Gehäuse ist dafür ausgelegt
- 31 ms Latenz mit der DJI Avata 2 sind niedrig genug, dass die Steuerung unmittelbar wirkt
- Der Pupillenabstand muss nicht eingestellt werden, was die Brille für wechselnde Nutzer unkompliziert macht
- 2,7 Stunden Laufzeit decken einen kompletten Flugtag mit mehreren Drohnenakkus ab
Das spricht dagegen
- Ein LCD-Bildschirm erreicht bei Kontrast und Schwarzwert nicht das Niveau der Micro-OLED-Displays in der Goggles 3
- 60 Hz Bildwiederholrate liegen unter den 100 Hz der Goggles 3, bei schnellen Kurven ist der Unterschied sichtbar
- Das Sichtfeld von 54° ist großzügig bemessen und erzeugt bei niedriger Auflösung ein sichtbar gröberes Bild als eine engere Optik
- Sie arbeitet weder mit der RC 2 noch mit der RC-N3 zusammen, für die Steuerung brauchst du zusätzlich eine RC Motion 3
- Ohne Dioptrieneinstellung bleibt für Brillenträger nur die Variante mit aufgesetzter Sehhilfe, was den Tragekomfort einschränkt
Wo die N3 im DJI-Programm steht
DJI führt zwei FPV-Brillen, und der Unterschied zwischen ihnen ist leichter zu greifen, als die Modellnamen vermuten lassen. Die Goggles 3 ist das Premiummodell mit zwei Micro-OLED-Displays, Dioptrienausgleich und 100 Hz. Die Goggles N3 ist die günstige Variante mit einem durchgehenden LCD-Bildschirm, ohne Dioptrieneinstellung und mit 60 Hz.
Was beide teilen, ist der wichtigste Teil: DJI O4 als Übertragungssystem, dieselbe Latenz und dieselbe Reichweite. Der Unterschied liegt vollständig in der Optik, nicht in der Funkstrecke.
Ein Bildschirm statt zweier Displays
Der zentrale Bauunterschied ist die Anzeige. Die Goggles 3 setzt zwei separate Micro-OLED-Displays ein, je eines pro Auge. Die N3 arbeitet mit einem durchgehenden LCD-Bildschirm, auf den beide Augen durch die Optik blicken.
Daraus folgen drei Dinge. Der Pupillenabstand muss nicht eingestellt werden, was die Brille für wechselnde Nutzer unkompliziert macht. Eine Dioptrieneinstellung entfällt, dafür passt die eigene Sehhilfe ins Gehäuse. Und Kontrast und Schwarzwert bleiben hinter OLED zurück: Ein LCD beleuchtet den Bildschirm von hinten, wodurch Schwarz eher dunkelgrau erscheint. Bei Nachtflügen und in schattigen Waldpassagen fällt das auf, bei Tageslichtaufnahmen kaum.
Die Auflösung von 1920 × 1080 Pixeln verteilt sich auf ein Sichtfeld von 54°. Ein größeres Sichtfeld wirkt immersiver und verteilt dieselbe Pixelzahl auf mehr Fläche, wodurch das Bild gröber erscheint. Die Goggles 3 löst dasselbe Bild auf zweimal 44° auf und wirkt dadurch feiner.
60 Hertz gegen 100 Hertz
Die Bildwiederholrate ist der zweite Unterschied mit praktischer Wirkung. Die N3 zeigt bis zu 60 Bilder pro Sekunde, die Goggles 3 bis zu 100.
Beim Geradeausflug und bei ruhigen Kamerafahrten ist der Unterschied gering. Er zeigt sich in schnellen Kurven und bei Drehungen um die Hochachse: Je höher die Bildrate, desto flüssiger zieht die Umgebung vorbei und desto besser lässt sich der Fluchtpunkt einschätzen. Für Renn- und Freestyle-Flug ist das relevant, für Kameraflüge mit einer DJI Avata 2 oder einer DJI Neo 2 deutlich weniger.
Latenz und Reichweite hängen von der Drohne ab
Die Zahlen im Datenblatt gelten immer für eine bestimmte Kombination:
| Drohne | Latenz | Reichweite (CE) | Reichweite (FCC) |
|---|---|---|---|
| DJI Avata 2 | 31 ms bei 1080p/100 fps | 10 km | 13 km |
| DJI Neo | 58 ms bei 1080p/60 fps | 6 km | 10 km |
Der Unterschied liegt an der Drohne: Die Avata 2 überträgt mit höherer Bildrate und stärkerer Sendeleistung. Beide Latenzwerte sind niedrig genug für kontrolliertes Fliegen. Zur Einordnung: 31 ms entsprechen etwa der Dauer eines einzelnen Bildes bei 30 fps.
Die Reichweiten sind theoretische Werte. Praktisch begrenzt die Sichtverbindung des Beobachters, wie weit du fliegen darfst.
Was du zusätzlich brauchst
Die N3 ist eine Brille, kein System. Für den Flug fehlen zwei Dinge.
Eine Steuerung. DJI sieht die RC Motion 3 vor, eine Bewegungssteuerung, die zugleich als AR-Cursor im Menü arbeitet. Ausdrücklich nicht kompatibel sind die RC Motion 2, die DJI FPV Fernsteuerung 2, die RC-N3 und die DJI RC 2. Wer bereits eine Fernsteuerung mit Display besitzt, kann sie hier also nicht weiterverwenden.
Eine passende Drohne. In Frage kommen Avata 360, Avata 2, Neo 2 und Neo sowie Selbstbauten mit O4 Air Unit. Am günstigsten wird der Einstieg über die Motion-Combo einer DJI Neo 2, in der Brille und Steuerung bereits enthalten sind.
Die rechtliche Seite des Brillenflugs
Beim Fliegen mit FPV-Brille gilt in Deutschland eine Regel, die keine technische Lösung ersetzt: Die Drohnenverordnung verlangt durchgehende Sichtverbindung zur Drohne. Mit einer Brille vor den Augen hast du sie nicht.
Die Verordnung erlaubt den Brillenflug deshalb nur mit einem Beobachter, der unmittelbar neben dir steht und die Drohne ununterbrochen im Blick behält. Diese Person muss dich sofort warnen können, wenn sich ein Hindernis, ein Flugzeug oder ein Mensch nähert. Alles Weitere zum Ablauf steht im Ratgeber zum FPV-Fliegen.
Die Regeln für die Drohne selbst richten sich nach dem Fluggerät. Eine DJI Avata 2 mit 377 g fällt in eine andere Klasse als eine 151 g leichte Neo 2.
Für wen sich die N3 lohnt
Sie passt für den Einstieg in DJI-FPV und für alle, die den Brillenflug ausprobieren wollen, ohne über 500 € auszugeben. Auch für Brillenträger ist sie interessant, weil die eigene Sehhilfe aufbleiben kann und keine Korrekturlinsen gekauft werden müssen. Und als Zweitbrille für einen Beobachter oder Beifahrer ergibt sie ebenfalls Sinn.
Weniger passend ist sie für Renn- und Freestyle-Flug. Dort zählen Bildwiederholrate, Kontrast und Detailauflösung, und in allen drei Punkten liegt die Goggles 3 vorn. Wer regelmäßig in Wald und Dämmerung fliegt, profitiert ebenfalls vom besseren Schwarzwert der OLED-Variante.
Alternativen im Vergleich
| Modell | Display | Bildrate | Dioptrien | Gewicht | Preis |
|---|---|---|---|---|---|
| DJI Goggles N3 | ein LCD, 1080p | bis 60 Hz | keine Einstellung | 536 g | ca. 248,95 € |
| DJI Goggles 3 | zwei Micro-OLED, je 1080p | bis 100 Hz | -6,0 bis +2,0 | 470 g | ca. 590,52 € |
Die Goggles 3 ist in Bildqualität und Bildrate klar überlegen und für Brillenträger komfortabler, weil sich die Sehstärke direkt einstellen lässt. Sie kostet dafür mehr als das Doppelte. Bei Übertragung, Latenz und Reichweite unterscheiden sich beide nicht.
Fazit
Die DJI Goggles N3 ist für 248,95 € der günstigste Weg in DJI-FPV und dabei technisch weniger abgespeckt, als der Preis vermuten lässt: Übertragung, Latenz und Reichweite entsprechen dem Spitzenmodell, 2,7 Stunden Laufzeit reichen für einen ganzen Flugtag, und Brillenträger kommen ohne Zusatzlinsen aus.
Mit einer Gesamtwertung von 4,2 von 5 liegen die Abzüge beim LCD-Bildschirm mit seinem schwächeren Kontrast und bei 60 statt 100 Hz. Wer Kameraflüge mit einer DJI Avata 2* oder einer DJI Neo 2* plant, wird beides selten vermissen. Wer schnell und sportlich fliegt, sollte den Aufpreis zur Goggles 3* einplanen.
Häufige Fragen
Mit welchen Drohnen funktioniert die DJI Goggles N3?
Laut DJI mit der Avata 360, der Avata 2, der Neo 2, der Neo sowie mit der O4 Air Unit und der O4 Air Unit Pro für Selbstbauten. Ausdrücklich nicht kompatibel ist sie mit der DJI RC Motion 2, der DJI FPV Fernsteuerung 2, der RC-N3 und der RC 2. Für die Steuerung ist die RC Motion 3 vorgesehen.
Was ist der Unterschied zwischen DJI Goggles N3 und Goggles 3?
Die Goggles 3 arbeitet mit zwei Micro-OLED-Displays mit je 1080p und bis zu 100 Hz, dazu kommt ein Dioptrienausgleich von -6,0 bis +2,0 und ein einstellbarer Pupillenabstand. Die N3 hat einen durchgehenden LCD-Bildschirm mit 1080p und 60 Hz ohne Dioptrieneinstellung. Übertragungssystem, Latenz und Reichweite sind bei beiden gleich. Die N3 kostet weniger als die Hälfte.
Können Brillenträger die DJI Goggles N3 nutzen?
Ja, und das ist ausdrücklich so vorgesehen. Das Gehäuse bietet genug Innenraum, um die eigene Brille aufzubehalten. Eine Dioptrieneinstellung wie bei der Goggles 3 gibt es dafür nicht, Korrekturlinsen zum Einsetzen sind nicht vorgesehen. Wer die Brille als störend empfindet, ist mit der Goggles 3 besser bedient.
Wie hoch ist die Latenz der DJI Goggles N3?
Mit der DJI Avata 2 nennt DJI durchschnittlich 31 ms bei 1080p und 100 fps, mit der DJI Neo 58 ms bei 1080p und 60 fps. Der Unterschied liegt an der Drohne, nicht an der Brille: Die Avata 2 überträgt mit höherer Bildrate. Werte in dieser Größenordnung sind niedrig genug, dass Steuerbefehle unmittelbar wirken.
Braucht man beim Fliegen mit der DJI Goggles N3 einen Beobachter?
Ja. Die EU-Drohnenverordnung verlangt durchgehende Sichtverbindung zur Drohne. Mit einer FPV-Brille hast du sie nicht, deshalb schreibt die Verordnung eine zweite Person vor, die neben dir steht und die Drohne ununterbrochen im Blick behält. Diese Person muss dich jederzeit warnen können und sollte den Ablauf vorher mit dir besprechen.
Wie lange hält der Akku der DJI Goggles N3?
2,7 Stunden aus 2.450 mAh und 17,64 Wh. Damit ist die Brille nicht der begrenzende Faktor an einem Flugtag: Drei Akkus einer DJI Avata 2 ergeben zusammen etwa 60 Minuten Flugzeit. Geladen wird mit bis zu 5 V und 3 A, die Ladetemperatur soll zwischen 5 und 45 °C liegen.
Hat die DJI Goggles N3 einen Speicherkartenslot?
Ja, sie nimmt microSD-Karten bis 512 GB auf. Darauf landet die Aufzeichnung des Livebilds, also das, was du während des Flugs siehst. Das hochauflösende Videomaterial speichert weiterhin die Drohne selbst.
Was ist der AR-Cursor der DJI Goggles N3?
Mit der RC Motion 3 lässt sich vor dem Start oder im Schwebeflug ein Zeiger einblenden, der wie eine Maus im Menü funktioniert. Du zeigst mit der Hand auf einen Menüpunkt und bestätigst per Taste. Das ersetzt das Tasten an der Brille, während du sie aufhast.
Lohnt sich die DJI Goggles N3 für Einsteiger?
Für den Einstieg ins DJI-FPV-System ist sie die günstigste Möglichkeit. Übertragung und Latenz entsprechen der teuren Goggles 3, Abstriche gibt es bei Kontrast und Bildwiederholrate. Wer erst herausfinden will, ob ihm der Brillenflug liegt, fährt mit der N3 richtig und kann später aufrüsten.
Wie schwer ist die DJI Goggles N3?
536 g mit Akku und Kopfband, 349 g ohne beides. Der Akku sitzt in einem separaten Gehäuse am Kabel und wird meist in die Tasche gesteckt, wodurch das Gewicht auf dem Kopf geringer ausfällt als die Gesamtzahl vermuten lässt.