DJI Mini 4 Pro Nachtmodus: einstellen, Grenzen und Tipps

Der Nachtmodus der DJI Mini 4 Pro filmt mit bis zu ISO 12.800 in 4K bei 30 fps. So schaltest du ihn ein, was er abschaltet und wie Nachtaufnahmen gelingen.

Kameradrohnen Veröffentlicht am 6 Min. Lesezeit

Die Stadt nach Sonnenuntergang, beleuchtete Brücken, ein Feuerwerk aus der Luft: Nachtaufnahmen gehören zu den eindrucksvollsten Motiven für die DJI Mini 4 Pro. Dafür hat DJI der Drohne einen eigenen Nachtmodus mitgegeben. Er holt deutlich mehr aus wenig Licht heraus, schaltet dafür aber einige Funktionen ab. Dieser Artikel zeigt, wie du ihn aktivierst, was er genau verändert und mit welchen Einstellungen die Aufnahmen sauber werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Einschalten: In DJI Fly auf das Aufnahmemodus-Symbol tippen, „Video” wählen, dann „Nacht”.
  • ISO bis 12.800: Das ist eine Blendenstufe mehr als im normalen Video (6.400) und drei mehr als in D-Log M (1.600).
  • Nur 24, 25 oder 30 Bilder pro Sekunde, in 4K oder 1080p. Zeitlupe entfällt.
  • Nur Farbprofil Normal, FocusTrack (ActiveTrack, Spotlight, Point of Interest) ist im Nachtmodus nicht verfügbar.
  • Die Sichtsensoren arbeiten nachts nicht, die Drohne bremst also nicht vor Hindernissen.

Was der Nachtmodus technisch macht

Die Mini 4 Pro filmt mit einem 1/1,3-Zoll-Sensor und Blende f/1,7. Das ist für eine Drohne unter 250 Gramm viel Licht, reicht nachts aber trotzdem nicht für rauschfreie Bilder bei niedriger ISO. Der Nachtmodus setzt an zwei Stellen an:

Höhere ISO-Grenze. Im normalen Videomodus endet die Empfindlichkeit laut Datenblatt bei ISO 6.400, im Nachtmodus bei ISO 12.800. Jede Verdopplung der ISO entspricht einer Blendenstufe, der Nachtmodus gewinnt also eine volle Stufe Licht.

Stärkere Rauschminderung. DJI beschreibt den Modus im Handbuch mit „besserer Rauschminderung und saubererem Filmmaterial”. Die Kamera glättet das Bildrauschen intern, bevor die Datei geschrieben wird. Das macht dunkle Flächen wie Himmel und Wasser ruhig, kostet aber etwas Feinzeichnung in Strukturen wie Blattwerk oder Fassaden.

Skala der ISO-Obergrenzen der DJI Mini 4 Pro im Video, logarithmisch in Blendenstufen von ISO 100 bis 12.800. D-Log M und HLG enden bei ISO 1.600 nach vier Stufen, das normale Video bei ISO 6.400 nach sechs Stufen, der Nachtmodus bei ISO 12.800 nach sieben Stufen. Darunter die Gegenleistung des Nachtmodus: höchstens 30 Bilder pro Sekunde, nur Farbprofil Normal, kein FocusTrack, und nachts arbeiten die Sichtsensoren nicht.

Nachtmodus einschalten: Schritt für Schritt

  1. Aufnahmemodus öffnen: In der Kameraansicht von DJI Fly rechts auf das Symbol für den Aufnahmemodus tippen.
  2. Video wählen: Im Menü den Bereich Video öffnen. Dort stehen Normal, Nacht und Zeitlupe zur Auswahl.
  3. Nacht antippen: Die Kamera wechselt in den Nachtmodus, die Einstellungen für Auflösung und Bildrate passen sich an.
  4. Auflösung und Bildrate prüfen: 4K oder 1080p mit 24, 25 oder 30 Bildern pro Sekunde einstellen.
  5. Belichtung kontrollieren: Das Histogramm in den Kameraeinstellungen unter „Allgemeine Einstellungen” einschalten und die Belichtung am hellsten Punkt ausrichten.

Vor dem nächsten Flug bei Tageslicht lohnt ein kurzer Blick auf den Aufnahmemodus. Steht dort noch „Nacht”, läuft auch das Tagesmaterial mit Rauschminderung und höchstens 30 Bildern pro Sekunde.

Was im Nachtmodus wegfällt

Der Gewinn an Licht hat einen Preis. Die Unterschiede zum normalen Videomodus laut Handbuch und Datenblatt:

FunktionNormal-VideoNachtmodus
ISO-Obergrenze6.400 (Normal), 1.600 (D-Log M, HLG)12.800
Bildraten 4K24 bis 100 fps24, 25, 30 fps
Bildraten 1080p24 bis 200 fps24, 25, 30 fps
FarbprofilNormal, HLG, D-Log Mnur Normal
FocusTrackverfügbarnicht verfügbar
Digitalzoomverfügbarverfügbar

Der Wegfall von D-Log M ist der wichtigste Punkt für alle, die ihr Material farblich bearbeiten. Nachtaufnahmen landen immer in 8 Bit, starke Korrekturen am Himmel führen dann schnell zu Farbstufen. Wie die Umwandlung von D-Log-M-Material am Tag funktioniert, steht im Ratgeber zur DJI-LUT für D-Log M.

Die Sensorik im Dunkeln

Das größere Thema beim Nachtflug betrifft die Sicherheit. Die Rundum-Hinderniserkennung der Mini 4 Pro arbeitet mit Kameras. DJI schreibt im Handbuch: Das Fluggerät kann jederzeit tagsüber oder nachts fliegen, die Sichtsensoren sind jedoch nicht verfügbar, wenn nachts geflogen wird.

Daraus folgen drei Dinge für die Praxis:

Die beste Vorbereitung ist ein Erkundungsflug bei Tageslicht an derselben Stelle. Wer die Hindernisse kennt, fliegt nachts ruhig und mit Abstand.

Einstellungen für saubere Nachtaufnahmen

25 Bilder pro Sekunde wählen. Straßenlaternen und viele LED-Leuchten flackern im Takt des 50-Hertz-Stromnetzes. Mit 25 Bildern pro Sekunde und einer Belichtungszeit von 1/50 Sekunde passt die Kamera in diesen Takt, das Bild bleibt ruhig. Bei 30 fps entstehen dagegen leicht pulsierende Helligkeitswellen. Zusätzlich bietet DJI Fly unter „Allgemeine Einstellungen” die Flimmeranpassung. Sie wirkt im Pro-Modus laut Handbuch nur, wenn Verschlusszeit und ISO auf Automatisch stehen.

Langsam fliegen. Längere Belichtungszeiten machen schnelle Bewegungen unscharf. Langsame Vorwärtsfahrten, sanfte Schwenks und stehende Einstellungen funktionieren nachts deutlich besser als schnelle Überflüge. Der Cine-Modus der Fernsteuerung begrenzt die Geschwindigkeit dafür automatisch.

Auf die Lichter belichten. Straßenlaternen, beleuchtete Fenster und Feuerwerk laufen schnell aus. Lieber leicht unterbelichten und die Lichter behalten, als dunkle Flächen aufzuhellen und das Rauschen sichtbar zu machen.

Weißabgleich festlegen. Die Automatik springt nachts zwischen Natriumdampflampen, LED-Licht und Mondlicht hin und her. Ein fester Wert verhindert Farbsprünge innerhalb eines Clips. Für Stadtlicht passen Werte um 3.500 bis 4.500 Kelvin als Ausgangspunkt.

Nicht zu nah an Lichtquellen. Direkt in Scheinwerfer oder helle Werbetafeln gerichtet, entstehen Blendflecken. Ein leicht seitlicher Blickwinkel hält das Bild sauber.

Nachtfotos: der Weg über die Belichtungszeit

Der Nachtmodus gilt nur für Video. Für Fotos bei Dunkelheit setzt die Mini 4 Pro auf die Belichtungszeit:

FotomodusISO-BereichBelichtungszeit
12 MP100 bis 6.4001/16.000 bis 2 s, simuliert 2,5 bis 8 s
48 MP100 bis 3.2001/8.000 bis 2 s

Für Nachtfotos lohnt der 12-MP-Modus: Er erlaubt die höhere ISO und die simulierte Langzeitbelichtung, mit der die Kamera Belichtungen von 2,5 bis 8 Sekunden nachbildet. Damit entstehen Lichtspuren von Autos oder glattes Wasser. Voraussetzung ist Windstille, denn jede Bewegung im Schwebeflug zeigt sich bei Sekunden-Belichtungen als Unschärfe. Die Belichtungsreihe (AEB) hilft zusätzlich, wenn helle Lichter und dunkle Flächen im selben Bild liegen.

Nachtmodus bei anderen DJI-Modellen

Einen eigenen Nachtmodus im Videomenü führen die Handbücher der Mini 4 Pro und der Air 3. Bei neueren Modellen reicht das normale Video bereits bis zur höchsten ISO:

ModellEigener NachtmodusHöchste Video-ISO laut Datenblatt
Mini 4 Proja12.800 (Nacht), 6.400 (Normal)
Air 3ja, für beide Kameras12.800 (Nacht), 6.400 (Normal)
Air 3Sim Handbuch nicht aufgeführt12.800 (Normal)
Mini 5 Proim Handbuch nicht aufgeführt12.800 (Normal)
Mavic 4 Proim Handbuch nicht aufgeführt12.800 (Normal)
Flipim Handbuch nicht aufgeführt6.400 (Normal)
Mini 3im Handbuch nicht aufgeführt3.200

Bei der Air 3 gilt der Nachtmodus mit denselben Grenzen wie bei der Mini 4 Pro: 4K oder 1080p mit 24, 25 oder 30 Bildern pro Sekunde, kein FocusTrack. Bei Air 3S, Mini 5 Pro und Mavic 4 Pro hat DJI die hohe Empfindlichkeit in den normalen Videomodus übernommen, dort bleiben die höheren Bildraten verfügbar.

Rechtlich: Nachtflug ist erlaubt, mit Auflagen

In der offenen Kategorie darfst du mit der Mini 4 Pro auch nachts fliegen. Es gelten die üblichen Regeln: höchstens 120 Meter über Grund, ständiger Sichtkontakt und die Abstände deiner Unterkategorie. Dazu kommen Vorgaben zur Beleuchtung der Drohne. Die Einzelheiten und die Frage, ob nachgerüstete Lichter die Drohne über 250 Gramm bringen, klärt der Ratgeber Drohne nachts fliegen.

Sichtkontakt ist nachts der eigentliche Engpass. Die Mini 4 Pro ist klein, ab einigen hundert Metern verschwindet sie auch mit Licht aus dem Blick. Wer mit Wärmebild oder Restlichtverstärkung arbeiten will, findet die Unterschiede zwischen den Techniken im Ratgeber zur Nachtsicht bei Drohnen.

Fazit: eine Stufe mehr Licht für klare Grenzen

Der Nachtmodus der Mini 4 Pro ist die richtige Wahl, sobald das Licht knapp wird: nach Sonnenuntergang, in der Stadt, bei Feuerwerk. Er gewinnt eine Blendenstufe und glättet das Rauschen sichtbar. Dafür arbeitet er nur mit 24 bis 30 Bildern pro Sekunde und im Farbprofil Normal.

Der wichtigere Teil der Vorbereitung liegt beim Fliegen selbst: Die Hinderniserkennung ist nachts aus. Wer die Strecke bei Tag erkundet, die Rückkehrhöhe hoch genug setzt und langsam fliegt, kommt mit sauberen Aufnahmen und heiler Drohne zurück.

Häufige Fragen

Wie schalte ich den Nachtmodus bei der DJI Mini 4 Pro ein?

In DJI Fly rechts in der Kameraansicht auf das Symbol für den Aufnahmemodus tippen, dann „Video" und dort „Nacht" wählen. Die Kamera wechselt sofort, die Bildrate springt auf höchstens 30 Bilder pro Sekunde. Zurück geht es auf demselben Weg über „Normal".

Welche Auflösung und Bildrate hat der Nachtmodus?

Laut Handbuch 4K oder 1080p, jeweils mit 24, 25 oder 30 Bildern pro Sekunde. Höhere Bildraten und Zeitlupe sind im Nachtmodus nicht verfügbar. Für ruhige Nachtaufnahmen reichen 25 Bilder pro Sekunde, weil sie eine längere Belichtung pro Bild erlauben.

Kann ich im Nachtmodus in D-Log M filmen?

Nein. Der Nachtmodus arbeitet ausschließlich im Farbprofil Normal mit 8 Bit, das Datenblatt nennt für ihn ISO 100 bis 12.800 (Normal). D-Log M und HLG sind im normalen Videomodus auf ISO 1.600 begrenzt. Wer nachts farblich nachbearbeiten will, bekommt also entweder mehr Spielraum in der Farbe oder mehr Licht, beides zusammen geht nicht.

Warum ist die Hinderniserkennung nachts aus?

Die Sichtsensoren der Mini 4 Pro sind Kameras und brauchen Licht. DJI schreibt im Handbuch ausdrücklich, dass sie bei Nachtflügen nicht verfügbar sind. Die Drohne bremst dann nicht mehr vor Hindernissen, und ActiveTrack steht bei unzureichendem Licht ebenfalls nicht zur Verfügung. Die Flugroute sollte deshalb vorher bei Tag erkundet sein.

Hat die Mini 4 Pro einen Nachtmodus für Fotos?

Nein, der Nachtmodus gilt nur für Video. Für Fotos bei Dunkelheit hilft die Belichtungszeit: Im 12-MP-Modus sind bis zu 2 Sekunden möglich, dazu eine simulierte Langzeitbelichtung von 2,5 bis 8 Sekunden. Die ISO reicht im Foto bis 6.400 (12 MP) beziehungsweise 3.200 (48 MP).

Bringt der Nachtmodus mehr als normales Video mit hoher ISO?

Ja, vor allem bei wenig Licht. Der Nachtmodus erlaubt ISO 12.800 statt 6.400, also eine Blendenstufe mehr, und wendet laut DJI eine stärkere Rauschminderung an. Der Preis ist etwas weichere Detailzeichnung. Bei Dämmerung mit noch ausreichend Licht liefert das normale Video mit niedriger ISO meist das schärfere Bild.

Darf ich mit der Mini 4 Pro nachts fliegen?

Ja, der Nachtflug ist in der offenen Kategorie erlaubt. Es bleiben alle üblichen Regeln wie 120 Meter Höhe und ständiger Sichtkontakt, dazu kommen Vorgaben zur Beleuchtung. Die Einzelheiten und die Falle beim Nachrüsten von Licht an Drohnen unter 250 Gramm stehen im Ratgeber zum Nachtflug.

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