Das Wichtigste in Kürze
- Die DMO Drohnenversicherung kostet privat ab 39,96 € im Jahr für Erwachsene und ab 26,64 € für Jugendliche, jeweils mit 3 Mio. € Deckung.
- 12 Mio. € Deckung kosten in jedem Privattarif genau 12 € mehr im Jahr.
- Personenbezogen: unbegrenzt viele Drohnen, auch geliehene, bis 25 kg Abfluggewicht, keine Selbstbeteiligung.
- Verbandsregeln über den DMFV: in Deutschland unter 2 kg kein Kompetenznachweis, FPV bis 30 m ohne Spotter.
- Kündigung mit drei Monaten Frist zum Jahresende, also bis 30. September.
Wer hinter der DMO steht
DMO steht für Deutsche Modellsportorganisation. Das Unternehmen sitzt in Wuppertal, firmiert als GmbH & Co. KG und arbeitet als spezialisierter Versicherungsvermittler mit Erlaubnis nach § 34d Gewerbeordnung. Die DMO selbst trägt also kein Risiko, sie vermittelt und betreut die Verträge.
Der eigentliche Versicherer steht in den Unterlagen: Für die Haftpflicht ist das die Allianz Global Corporate & Specialty SE, die Luftfahrtsparte der Allianz. Der Rechtsschutz, der in den privaten Tarifen beitragsfrei mitläuft, liegt bei der Allianz Deutschland AG.
Für die Praxis wichtig: Die DMO verlangt keine Vereinsmitgliedschaft. Wer eine Drohne versichern will, schließt den Vertrag direkt online über den Tarifrechner ab. Das unterscheidet die DMO vom DMFV, bei dem die Versicherung Teil einer Verbandsmitgliedschaft ist.
Die privaten Tarife und ihre Preise
Die DMO bietet drei private Tarife, jeweils mit zwei Deckungssummen. Die Zahlen stammen aus der Tarifübersicht 2026 und sind Jahres-Bruttoprämien inklusive aller Steuern:
| Tarif | Wer ist versichert | 3 Mio. € Deckung | 12 Mio. € Deckung |
|---|---|---|---|
| Jugendliche | eine Person bis zum 18. Geburtstag | 26,64 € | 38,64 € |
| Erwachsene | eine Person ab 18 Jahren | 39,96 € | 51,96 € |
| Familie / Partner | Versicherungsnehmer, Partner und minderjährige Kinder im selben Haushalt | 51,96 € | 63,96 € |

Die vierfache Deckungssumme kostet in allen drei Privattarifen denselben Aufschlag: 12 € im Jahr, also 1 € im Monat.
Zwei Details aus dem Kleingedruckten verändern die Rechnung. Der Jugendtarif gilt bis zum 18. Geburtstag, ab dem Tag der Volljährigkeit berechnet die DMO den Erwachsenenbeitrag. Und im ersten Vertragsjahr zahlst du nur monatsanteilig: Wer im Oktober abschließt, zahlt für 2026 also nur drei Monate.
Beim Familientarif lohnt ein genauer Blick auf eine Einschränkung: Versichert sind Partner oder Partnerin und die minderjährigen Kinder, solange alle im selben Haushalt gemeldet sind. Es darf aber immer nur ein Modell der Familie gleichzeitig in der Luft sein. Fliegen Vater und Tochter parallel, reicht der Familientarif nicht.
Welche Deckungssumme passt?
Die DMO empfiehlt im Zweifel die höhere Summe, und die Preisstruktur macht die Entscheidung leicht. Der Aufschlag von 12 € im Jahr ist in allen Tarifen gleich, beim Erwachsenentarif steigt der Beitrag damit um gut 30 Prozent, die Deckung um das Vierfache.
Wann 3 Millionen Euro knapp werden, zeigt ein typischer Schadenfall: Eine abstürzende Drohne verursacht einen Auffahrunfall auf einer Landstraße mit mehreren Verletzten. Personenschäden mit lebenslangen Folgen, Verdienstausfall und Regressforderungen der Krankenkassen erreichen schnell Summen im Millionenbereich. Über der Deckungssumme haftest du mit deinem privaten Vermögen. Für einen Euro im Monat ist die höhere Stufe darum für die meisten Piloten die vernünftigere Wahl.
Was die private Police abdeckt
Die DMO vermittelt eine Modell-Halter-Haftpflicht mit Gefährdungshaftung, also eine echte Luftfahrtversicherung. Der Unterschied zur normalen Privathaftpflicht: Gedeckt ist auch der Schaden, an dem dich keine Schuld trifft, etwa nach einer heftigen Böe oder einem Abriss der Funkverbindung. Genau diese Gefährdungshaftung schreibt das Luftverkehrsgesetz für Drohnen vor.
Laut Leistungsübersicht und FAQ der DMO sind in den Privattarifen eingeschlossen:
- Unbegrenzt viele Modelle, auch geliehene und gemietete
- Drohnen bis 25 kg Abfluggewicht, andere Flugmodelle bis 150 kg
- Kamera-Flüge für Foto und Video, auch mit Upload auf YouTube und Co., solange die Aufnahmen nicht kommerziell genutzt werden
- FPV-Flüge, Steuerung per Smartphone oder Tablet, Indoor-Flüge
- Wildfliegen außerhalb von Modellfluggeländen, sofern die gesetzlichen Regeln eingehalten werden
- Wettbewerbe und Rennen
- Automatische Funktionen wie Return-to-Home, Fail Safe und GPS-gestütztes Fliegen, solange du auf Sicht fliegst und jederzeit übernehmen kannst
- Eigenbauten, sofern die Funkanlage in Deutschland betrieben werden darf
- Drachen: Lenk-, Fessel- und Einleinerdrachen laufen mit
- Rechtsschutz bei Straf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren rund um das Hobby sowie für die Durchsetzung eigener Schadensersatzansprüche
Eine Selbstbeteiligung gibt es in keinem Tarif. Den Versicherungsnachweis stellt die DMO digital auf Deutsch und Englisch aus.
Personenbezogen: was das im Alltag heißt
Versichert ist bei der DMO der Pilot, nicht das einzelne Gerät. Das hat drei praktische Folgen.
Erstens: Neukäufe musst du nicht melden. Ob du von der Mini auf die Air umsteigst oder eine FPV-Drohne dazukaufst, der Vertrag bleibt, wie er ist. Nur die gewerblichen Tarife UAV Spezial und UAV Spezial plus verlangen eine Liste mit Bezeichnung und Seriennummer.
Zweitens: Andere Piloten sind nur begrenzt mitversichert. Lässt du einen Freund probeweise deine Drohne steuern, während du danebenstehst, ist das gedeckt. Fliegt jemand allein mit deiner Drohne, braucht er eigenen Schutz oder den Familientarif.
Drittens: Ein Verkauf beendet den Vertrag nicht. Weil die Police an der Person hängt, gibt es kein Sonderkündigungsrecht, wenn die Drohne verkauft, zerstört oder verloren ist. Die reguläre Kündigung bleibt der einzige Weg.
Bei einer geliehenen Drohne zahlt die Haftpflicht für Schäden, die das Modell anderen zufügt. Schäden an der geliehenen Drohne selbst sind nicht gedeckt, ebenso wenig an der eigenen. Dafür gibt es eigene Kaskoversicherungen, die die DMO für Privatkunden nicht anbietet.
Verbandsregeln über den DMFV
Der auffälligste Zusatznutzen hat mit der Versicherung selbst wenig zu tun. Über eine Kooperation mit dem Deutschen Modellflieger Verband (DMFV) fliegen private DMO-Kunden in Deutschland unter dessen Betriebserlaubnis nach Artikel 16 der EU-Drohnenverordnung. Laut DMO gilt dann:
| Regel | Offene Kategorie | Als DMO-Kunde nach Verbandsregeln |
|---|---|---|
| Kompetenznachweis unter 2 kg | ab 250 g bzw. Klasse C1 Pflicht | nicht erforderlich |
| Nachweis ab 2 kg | EU-Kompetenznachweis bzw. A2-Zeugnis | DMFV-Kenntnisnachweis |
| FPV-Flug | Beobachter immer Pflicht | bis 30 m Höhe ohne Spotter |
| Geltungsbereich | gesamte EU | nur Deutschland |
Der DMFV-Kenntnisnachweis und der EU-Kompetenznachweis A1/A3 ersetzen sich laut DMO gegenseitig nicht. Wer seine Drohne im Urlaub in Italien oder Österreich fliegt, braucht also weiterhin den EU-Nachweis. Wie das Verbandsmodell funktioniert und welche Regeln dort sonst gelten, erklärt der Ratgeber zu den DMFV-Regeln für Drohnen.
Ein zweiter Bonus betrifft die Registrierung: Die e-ID beim Luftfahrt-Bundesamt kostet direkt beim LBA 20 €. Über die DMO beantragt, zahlen private Kunden laut DMO nur 5 €. Die Zugangsdaten zum Benutzerkonto kommen danach direkt vom LBA.
Wo die private Police endet
Die Grenzen der Privattarife liegen dort, wo das Risiko ein anderes ist. Die DMO nennt dafür konkrete Fälle:
- Ehrenamt zählt als gewerblich. Wer mit der Wärmebilddrohne Rehkitze rettet oder für die Feuerwehr fliegt, braucht laut DMO einen gewerblichen Tarif, auch ohne Bezahlung.
- Monetarisierte Videos fallen aus dem Privatschutz, sobald Werbung oder Auftraggeber im Spiel sind.
- USA: Dort gilt der Schutz nur auf gesonderte Anfrage, dann für einen festen Zeitraum ohne Mehrpreis.
- Kriegs- und Embargoländer sind immer ausgeschlossen.
Für gewerbliche Piloten führt die DMO eine eigene Tarifreihe. Laut Tarifübersicht 2026:
| Gewerblicher Tarif | Umfang | 3 Mio. € | 12 Mio. € |
|---|---|---|---|
| UAV Pilot | eine Person, beliebig viele Modelle | 168,00 € | 246,00 € |
| UAV Spezial | beliebig viele Piloten, 1 Modell im Einsatz | 250,00 € | 300,00 € |
| UAV Spezial plus | bis 3 Modelle gleichzeitig | 370,00 € | 420,00 € |
| UAV Spezial 10 | bis 10 Modelle gleichzeitig | 700,00 € | 840,00 € |
In den gewerblichen Verträgen lässt sich das versicherte Abfluggewicht auf bis zu 300 kg erweitern. Verfügbar sind alle Tarife für Personen und Firmen mit Sitz in der EU.
Die DMO in Österreich
Die DMO bietet ihre Tarife auch in Österreich an, zu denselben Preisen ab 26,64 € für Jugendliche und 39,96 € für Erwachsene. Die Police erfüllt dort die gesetzliche Mindestdeckung von 750.000 Sonderziehungsrechten, die Austro Control bei der Registrierung verlangt.
Ein Unterschied steht ausdrücklich in den österreichischen Bedingungen: Auch Einzelpersonen dürfen dort immer nur ein Modell gleichzeitig im Gebrauch haben. Seit dem 1. September 2026 lässt das österreichische Luftfahrtgesetz neben gerätebezogenen ausdrücklich auch pauschale Haftpflichtpolicen zu. Was das für die Registrierung bei Austro Control bedeutet, steht im Ratgeber Drohnenversicherung Österreich.
Laufzeit, Kündigung und Schadenfall
Der Vertrag läuft jeweils bis zum 31. Dezember und verlängert sich automatisch um ein Jahr. Gekündigt wird mit einer Frist von drei Monaten zum Jahresende, die Kündigung muss also spätestens am 30. September vorliegen. Die DMO akzeptiert dafür eine E-Mail.
Im Schadenfall meldest du den Unfall über das Formular auf der DMO-Seite oder telefonisch. Laut DMO übernimmt das Team danach die Abwicklung mit dem Versicherer. Vertragsunterlagen und Nachweise liegen im Kundenportal und lassen sich dort jederzeit herunterladen, praktisch vor einer Reise oder bei einer Kontrolle.
Für wen sich die DMO lohnt
Im Preisvergleich liegt die DMO im Mittelfeld. Einige Anbieter starten günstiger, die Unterschiede stecken dann im Detail: Deckungssumme für Drohnen, Gewichtsgrenze, Zahl der Modelle. Die Stärken der DMO:
- Viele Modelle, ein Beitrag: Wer neben der Kameradrohne Modellflieger, FPV-Copter oder RC-Autos betreibt, versichert alles in einem Vertrag.
- Verbandsregeln ohne Verbandsbeitrag: Der Zugang zur DMFV-Betriebserlaubnis spart unter 2 kg den Kompetenznachweis, solange du in Deutschland fliegst.
- Jugend- und Familientarif: Für Haushalte mit mehreren Piloten ist der Familientarif ab 51,96 € günstig, solange nie zwei Drohnen gleichzeitig fliegen.
Wer dagegen nur eine einzige Mini-Drohne besitzt und den EU-Nachweis ohnehin hat, findet auch preiswertere Policen. Eine Übersicht der Wege und Beiträge zeigt der Ratgeber Drohnenversicherung: Anbieter im Überblick.
Fazit: solider Spezialtarif mit Verbandsbonus
Die DMO Drohnenversicherung ist eine echte Luftfahrt-Haftpflicht mit Gefährdungshaftung, ohne Selbstbeteiligung und mit beliebig vielen Modellen. Für Erwachsene kostet sie 39,96 € im Jahr, die empfehlenswerte 12-Millionen-Stufe 51,96 €. Den größten Mehrwert haben Piloten, die mehrere Modelle fliegen oder in Deutschland nach Verbandsregeln unterwegs sein wollen. Vor dem Abschluss lohnen zwei Kontrollen: Bleibt die Nutzung wirklich privat, und fliegen im Haushalt nie zwei Drohnen gleichzeitig? Dann passt der Tarif, und die Kündigungsfrist zum 30. September gehört in den Kalender.
Häufige Fragen
Was kostet die DMO Drohnenversicherung?
Laut Tarifübersicht 2026 zahlen Erwachsene 39,96 Euro im Jahr bei 3 Millionen Euro Deckung und 51,96 Euro bei 12 Millionen. Jugendliche bis zum 18. Geburtstag zahlen 26,64 beziehungsweise 38,64 Euro, der Familientarif kostet 51,96 beziehungsweise 63,96 Euro. Alle Werte sind Jahres-Bruttoprämien inklusive Steuern. Im ersten Jahr berechnet die DMO den Beitrag nur anteilig ab Vertragsbeginn.
Wer steckt hinter der DMO?
Die DMO Deutsche Modellsportorganisation GmbH & Co. KG aus Wuppertal ist ein spezialisierter Versicherungsvermittler mit Erlaubnis nach § 34d GewO. Risikoträger der Haftpflicht ist die Allianz Global Corporate & Specialty SE, der beitragsfreie Rechtsschutz läuft über die Allianz Deutschland AG. Eine Mitgliedschaft in einem Verein oder Verband braucht es für den Abschluss nicht.
Hat die DMO Drohnenversicherung eine Selbstbeteiligung?
Nein. Laut DMO sind alle Tarife ohne Selbstbeteiligung, das gilt für Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Im Schadensfall meldest du den Unfall an die DMO, die die Abwicklung mit dem Versicherer übernimmt. Schäden an der eigenen Drohne deckt die Haftpflicht dagegen grundsätzlich nicht ab, dafür bräuchte es eine Kaskoversicherung.
Muss ich der DMO melden, wenn ich eine neue Drohne kaufe?
In den privaten Tarifen nicht. Versichert ist die Person, Art und Anzahl der Modelle spielen keine Rolle, auch geliehene und gemietete Drohnen sind eingeschlossen. Nur in den gewerblichen Tarifen UAV Spezial und UAV Spezial plus verlangt die DMO Bezeichnung und Seriennummer jedes Modells. Die Kehrseite: Beim Verkauf der Drohne gibt es kein Sonderkündigungsrecht.
Wie kündige ich die DMO Drohnenversicherung?
Der Vertrag läuft jeweils bis zum Ende des Kalenderjahres und lässt sich mit drei Monaten Frist kündigen. Die Kündigung muss also spätestens am 30. September bei der DMO vorliegen, damit der Schutz zum 1. Januar endet. Eine E-Mail genügt. Wer die Frist verpasst, bleibt ein weiteres Jahr versichert.
Brauche ich als DMO-Kunde keinen Drohnenführerschein?
Über die Kooperation mit dem DMFV fliegen private DMO-Kunden in Deutschland nach Verbandsregeln. Unter 2 Kilogramm Startmasse verlangt die DMO dann keinen Kompetenznachweis, darüber den Kenntnisnachweis des DMFV. Das gilt allein in Deutschland. Wer im EU-Ausland fliegt oder die Drohne gewerblich nutzt, braucht weiterhin den EU-Kompetenznachweis.
Gilt die DMO-Versicherung im Urlaub?
Ja, der Geltungsbereich ist weltweit. Ausgenommen sind Kriegs- und Embargoländer sowie die USA. Für die USA bietet die DMO auf Anfrage eine Deckung für einen festen Zeitraum wie einen Urlaub ohne Mehrpreis an. Den Versicherungsnachweis gibt es digital auf Deutsch und Englisch, das hilft bei Kontrollen im Ausland.