Das Wichtigste in Kürze
- Drohne an Silvester fliegen: Das ist in der offenen Kategorie ohne Genehmigung erlaubt. Um Mitternacht gilt aber Nachtflug, das grüne Blinklicht muss eingeschaltet sein.
- Menschenmengen: Über Festmeilen, belebte Plätze und volle Straßen darfst du nie fliegen, egal wie leicht die Drohne ist.
- Wohngebiete: Über fremde Wohngrundstücke geht es mit einer Kameradrohne nur mit Zustimmung. Die Ausnahme ab 100 m Höhe gilt zwischen 22 und 6 Uhr nicht.
- Feuerwerk: Raketen steigen bis zu 100 m hoch, die Drohne darf bis 120 m. Sicheren Abstand gibt es nur seitlich.
- Einsätze und Kliniken: Zu Einsatzorten von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst sowie zu Krankenhäusern gelten 100 m Abstand.
- Feuerwerk an der Drohne: verboten, weil Drohnen in der offenen Kategorie keine gefährlichen Güter befördern und nichts abwerfen dürfen.
Darf man an Silvester eine Drohne fliegen?
Ja. Für den Jahreswechsel gibt es in Deutschland keine eigene Drohnenregel. Es gelten die Vorgaben der offenen Kategorie aus der EU-Drohnenverordnung 2019/947 und die geografischen Gebiete der Luftverkehrs-Ordnung (§ 21h LuftVO). Eine Genehmigung brauchst du nicht. Registrierung, Kompetenznachweis für deine Drohnenklasse und Haftpflichtversicherung müssen wie an jedem anderen Tag stimmen.
Drei Dinge machen die Silvesternacht trotzdem schwieriger als einen gewöhnlichen Abendflug. Es ist dunkel, fast überall sind Menschen unterwegs, und in dem Luftraum, den die Drohne nutzen darf, steigen zur selben Zeit Tausende Raketen auf. Wo du fliegen kannst, entscheidet deshalb vor allem der freie Raum rund um den Startplatz.
Ab wann an Silvester Nachtflug gilt
Rechtlich beginnt die Nacht mit dem Ende der bürgerlichen Abenddämmerung, wenn die Sonnenmitte 6 Grad unter dem Horizont steht. Ab diesem Moment verlangt die EU-Verordnung ein eingeschaltetes grünes Blinklicht an der Drohne. Am 31. Dezember ist dieser Punkt überall in Deutschland vor 17:20 Uhr erreicht.
| Stadt | Sonnenuntergang | Nacht ab |
|---|---|---|
| Berlin | 16:02 Uhr | 16:43 Uhr |
| Dresden | 16:08 Uhr | 16:48 Uhr |
| Hamburg | 16:10 Uhr | 16:53 Uhr |
| München | 16:30 Uhr | 17:06 Uhr |
| Frankfurt am Main | 16:33 Uhr | 17:11 Uhr |
| Stuttgart | 16:37 Uhr | 17:14 Uhr |
| Köln | 16:36 Uhr | 17:15 Uhr |
Zeiten für den 31. Dezember in Ortszeit, auf die Minute gerundet.
Wer das Feuerwerk um Mitternacht filmt, ist also schon gut sieben Stunden in der Nacht und braucht das Licht ohne Ausnahme. Die eingebauten Status-LEDs reichen dafür bei den meisten Modellen nicht. Bei Mini-Drohnen mit knapp 249 g kann ein aufgesetztes Licht die 250-g-Grenze überschreiten und damit Unterkategorie und Nachweispflicht ändern. Montage, Gewicht und Sensorik bei Dunkelheit erklärt der Ratgeber Drohne nachts fliegen.
Welche Regeln in der Silvesternacht greifen
Die meisten Verbote betreffen das Umfeld des Flugs. In einer Silvesternacht in der Stadt kommen sie fast alle gleichzeitig zum Tragen.
| Regel | Grundlage | An Silvester heißt das |
|---|---|---|
| Grünes Blinklicht | EU-Verordnung 2019/947 | ab Ende der Dämmerung Pflicht, um Mitternacht immer |
| Keine Menschenansammlungen | EU-Verordnung 2019/947 | Festmeilen, Plätze, Brücken und volle Straßen bleiben gesperrt |
| Wohngrundstücke | § 21h Abs. 3 Nr. 7 LuftVO | Überflug nur mit Zustimmung oder mit einer Drohne unter 250 g ohne Kamera |
| Einsatzorte | § 21h Abs. 3 Nr. 11 LuftVO | 100 m Abstand, näher nur mit Zustimmung der Einsatzleitung |
| Krankenhäuser | § 21h Abs. 3 Nr. 10 LuftVO | 100 m Abstand, näher nur mit Zustimmung des Betreibers |
| Kontrollzonen | § 21h Abs. 3 Nr. 9 LuftVO | rund um große Flughäfen nur mit Freigabe der Flugsicherung |
| Sichtkontakt | EU-Verordnung 2019/947 | die Drohne muss ohne Hilfsmittel sichtbar bleiben, auch im Rauch |
| Höhe | EU-Verordnung 2019/947 | höchstens 120 m über dem nächstgelegenen Punkt der Erdoberfläche |
Dazu kommen Flugbeschränkungsgebiete. Manche liegen dauerhaft über Innenstädten. In Berlin ist das ED-R 146, ein Kreis mit 5,56 km Radius um das Reichstagsgebäude. Die Silvesterparty am Brandenburger Tor liegt mitten darin, private Drohnenflüge sind dort ausgeschlossen. Zusätzliche Gebiete für Großveranstaltungen veröffentlicht die Flugsicherung oft erst wenige Tage vorher. Den Startplatz prüfst du deshalb am 31. Dezember selbst in der Karte des Bundes unter dipul.de.
Menschenansammlungen: die strengste Grenze
Über Menschenansammlungen darf in der offenen Kategorie keine Drohne fliegen, unabhängig von Gewicht und Klasse. Gemeint sind Gruppen, die so dicht stehen, dass sich Einzelne nicht schnell entfernen können. An Silvester sind das Festmeilen, Plätze vor Rathaus und Kirche, Brücken mit Aussicht und Uferpromenaden. Kurz vor Mitternacht füllen sich auch gewöhnliche Wohnstraßen, wenn die Nachbarschaft gemeinsam zündet.
Wie nah du Menschen sonst kommen darfst, hängt an der Klasse der Drohne. Für einen Flug im bebauten Gebiet sieht das so aus:
| Drohne | Unterkategorie | Im Ort an Silvester |
|---|---|---|
| C0 oder unter 250 g ohne Klasse | A1 | möglich, Überflug einzelner Unbeteiligter vermeiden |
| C1 | A1 | möglich, kein geplanter Überflug Unbeteiligter |
| C2 mit A2-Fernpilotenzeugnis | A2 | 30 m Abstand zu Unbeteiligten, im Langsamflug 5 m |
| ab 250 g ohne Klasse, C3, C4 | A3 | ausgeschlossen, 150 m Abstand zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten |
Drohnen ab 250 g ohne Klassenkennzeichnung bleiben damit in der Silvesternacht außerhalb der Orte. Die Abstände der einzelnen Unterkategorien erklärt der Ratgeber Drohne: Abstand zu Personen.
Wohngebiet: warum der Nachbargarten gesperrt bleibt
Über Wohngrundstücke darfst du laut § 21h Abs. 3 Nr. 7 LuftVO nur in drei Fällen fliegen:
- mit ausdrücklicher Zustimmung des Eigentümers oder Bewohners,
- mit einer Drohne bis 250 g ohne Kamera, Mikrofon oder Funkübertragung von Aufnahmen,
- in mindestens 100 m Höhe, wenn der Zweck den Flug erfordert, es keine zumutbare Alternative gibt und die Privatsphäre geschützt ist, aber nicht zwischen 22 und 6 Uhr.
Die dritte Variante fällt in der Silvesternacht schon wegen der Uhrzeit weg. Mit einer Kameradrohne bleiben damit dein eigenes Grundstück und die Grundstücke von Nachbarn, die vorher zugestimmt haben.
Beim Startplatz lohnt ein Blick ins Handbuch. DJI schreibt für die Mini 4 Pro, die Drohne solle weder von einem Balkon noch näher als 10 m an Gebäuden starten und im Flug 10 m Abstand zu Gebäuden halten, weil hohe Gebäude Kompass und GNSS stören können. In Reihenhaussiedlungen mit kleinen Gärten bleibt dafür oft kein Platz. Ein Feld oder eine Wiese am Ortsrand ist der ruhigere Startplatz.
Raketen und Rauch im selben Luftraum
Handelsübliche Raketen steigen nach Angaben eines Chemikers der Universität Hamburg bis zu 100 m hoch. Die Drohne darf in der offenen Kategorie höchstens 120 m hoch fliegen. Unter dieser Grenze liegt also fast der gesamte Raum, in dem sich die Effekte entfalten. Über das Feuerwerk hinweg bleibt zu wenig Luft, um sicher darüber zu stehen, zumal einzelne Raketen höher steigen oder schräg abgehen.

Raketen und Drohne teilen sich fast dieselbe Höhe, Abstand entsteht nur zur Seite und auf der Seite, von der der Wind kommt.
Drei Gewohnheiten halten die Drohne aus der Gefahrenzone:
- Seitlich bleiben. Filme das Feuerwerk aus der Entfernung und nicht aus seiner Mitte. Ein Teleobjektiv, wie es die Air 3 oder die Mavic 4 Pro haben, holt die Effekte heran, ohne dass du näher musst.
- Auf der Windseite stehen. Der Rauch zieht mit dem Wind ab. Steht die Drohne auf der Seite, von der der Wind kommt, bleibt die Sicht frei. Auf der anderen Seite fliegt sie in eine Rauchwand und du verlierst den Sichtkontakt.
- Nicht über Abschussplätzen schweben. In Wohngebieten zündet jeder dort, wo er gerade steht. Eine Rakete kann direkt unter der Drohne starten, ohne dass du es vorher siehst.
Auf die Sensorik kannst du dich dabei nicht verlassen. Laut Handbuch der Mini 4 Pro arbeiten die Sichtsensoren unter 10 Lux nicht zuverlässig, und DJI rät vom Flug bei Smog oder Sichtweiten unter 100 m ab. Dichter Silvesterrauch kann die Sicht schnell in diesen Bereich drücken. Trifft eine Rakete oder ein Funkenregen die Drohne, können Propeller und Gehäuse Schaden nehmen, und ein Absturz träfe dann eine Umgebung voller Menschen.
Einsatzorte, Kliniken und Rettungsdienst
Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst sind in der Silvesternacht im Dauereinsatz. Zu Unfall- und Einsatzorten gilt nach § 21h Abs. 3 Nr. 11 LuftVO ein Abstand von 100 m, näher heran geht es nur mit Zustimmung der Einsatzleitung. Ein Einsatz kann mitten in deinem Flug in der Nähe beginnen. Siehst du Blaulicht, hältst du Abstand oder landest.
Dieselben 100 m gelten zu Krankenhäusern (Nr. 10) und zu Liegenschaften der Polizei (Nr. 4). An vielen Kliniken liegt zudem ein Hubschrauberlandeplatz, den die Luftrettung auch nachts anfliegt. Bemannte Luftfahrzeuge haben gegenüber der Drohne immer Vorrang.
Feuerwerk an der Drohne ist verboten
Videos von Drohnen, die Böller abwerfen oder Raketen zünden, tauchen jedes Jahr auf. In der offenen Kategorie ist beides ausgeschlossen. Die EU-Verordnung verbietet dort das Befördern gefährlicher Güter und das Abwerfen von Gegenständen, und pyrotechnische Gegenstände sind Explosivstoffe.
Ganz ohne Drohnen am Himmel kommt der Jahreswechsel trotzdem nicht aus. Einige Städte zeigen statt eines Feuerwerks eine Drohnenlichtshow. Solche Shows fliegen spezialisierte Betreiber in der speziellen Kategorie mit eigener Betriebsgenehmigung, abgesperrtem Gelände und programmierten Flugbahnen.
Kameraeinstellungen fürs Feuerwerk
Feuerwerk ist hell vor einem fast schwarzen Himmel. Die Belichtungsautomatik versucht, den Himmel aufzuhellen, und lässt dabei die Effekte ausbrennen. Darum lohnt sich die manuelle Belichtung.
| Einstellung | Video | Foto |
|---|---|---|
| Modus | manuell | manuell, RAW |
| Bildrate | 25 oder 30 fps | – |
| Verschlusszeit | 1/50 bzw. 1/60 s | bis 2 s bei der Mini 4 Pro, nur bei Windstille |
| ISO | fester Wert, so niedrig wie das Licht erlaubt | niedrig |
| Weißabgleich | fest eingestellt | fest oder nachträglich in RAW |
Höhere Bildraten wie 60 fps verkürzen die Belichtung je Bild und machen die Aufnahme dunkler. Für Feuerwerk reichen 25 oder 30 fps. Ein fester Weißabgleich verhindert, dass die Farben mit jeder neuen Rakete springen. Bei Fotos bietet die Mini 4 Pro laut Datenblatt Belichtungszeiten bis 2 s, darüber hinaus 2,5 bis 8 s als simulierte Langzeitbelichtung. Im Schwebeflug verwackeln lange Zeiten schon bei leichtem Wind.
Die Nacht ist kalt. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sinkt die nutzbare Akkukapazität deutlich, gerade wenn die Drohne vorher stundenlang im Freien liegt. Akkus bleiben bis zum Start in der Jacke, und der Rückflug beginnt früher als im Sommer. Was bei Kälte sonst hilft, steht im Ratgeber Drohne im Winter fliegen.
Fazit: Startplatz am Nachmittag festlegen
Den Silvesterflug entscheidest du am Nachmittag des 31. Dezember. Such dir bei Tageslicht eine freie Fläche am Ortsrand oder ein großes eigenes Grundstück mit Blick auf das Feuerwerk, prüf den Ort in der dipul-Karte und merk dir, aus welcher Richtung der Wind kommt. Montier das grüne Blinklicht, wieg die Drohne mit Licht nach und leg die Akkus warm. Um Mitternacht fliegst du dann kurze Sequenzen von der Seite und landest, sobald Rauch, Menschen oder Blaulicht näherkommen. So entstehen Aufnahmen vom Jahreswechsel, ohne dass die Drohne selbst Teil des Feuerwerks wird.
Häufige Fragen
Darf ich an Silvester mit der Drohne das Feuerwerk filmen?
Ja, eine Sonderregel für Silvester gibt es nicht. Es gelten die Regeln der offenen Kategorie, und um Mitternacht ist jeder Flug ein Nachtflug mit grünem Blinklicht. Über Menschenansammlungen darfst du nie fliegen, über fremde Wohngrundstücke mit einer Kameradrohne nur mit Zustimmung, zu Einsatzorten und Krankenhäusern gelten 100 m Abstand. Übrig bleiben vor allem Flüge vom eigenen Grundstück oder von freien Flächen am Ortsrand.
Ab wann brauche ich an Silvester ein Blinklicht?
Sobald die bürgerliche Abenddämmerung endet. Am 31. Dezember ist das in Berlin gegen 16:43 Uhr, in Hamburg gegen 16:53 Uhr und in München gegen 17:06 Uhr der Fall. Ab dann muss an der Drohne ein grünes Blinklicht eingeschaltet sein. Für das Feuerwerk um Mitternacht brauchst du es also in jedem Fall.
Darf ich an Silvester vom Balkon oder aus dem Garten starten?
Vom eigenen Grundstück aus darfst du starten, über das Grundstück der Nachbarn mit einer Kameradrohne nur mit deren Zustimmung. Vom Balkon rät DJI ab. Laut Handbuch der Mini 4 Pro soll die Drohne weder von einem Balkon noch näher als 10 m an Gebäuden starten, weil Kompass und GNSS dort ungenau arbeiten. Ein Garten mit freiem Himmel oder eine offene Fläche ist der bessere Startplatz.
Darf ich über der Silvesterparty am Brandenburger Tor fliegen?
Nein. Das Brandenburger Tor liegt im Flugbeschränkungsgebiet ED-R 146, einem Kreis mit 5,56 km Radius um das Reichstagsgebäude. Private Drohnenflüge sind dort ausgeschlossen. Dazu kommt die Menschenansammlung auf der Festmeile, über der in der offenen Kategorie ohnehin keine Drohne fliegen darf.
Wie hoch fliegen Silvesterraketen?
Handelsübliche Raketen steigen nach Angaben eines Chemikers der Universität Hamburg bis zu 100 m hoch. Die Drohne darf in der offenen Kategorie bis 120 m fliegen, beide teilen sich also fast denselben Luftraum. Über das Feuerwerk hinweg bleibt kaum Platz, sicheren Abstand gewinnst du nur seitlich.
Darf man Feuerwerk an einer Drohne befestigen?
Nein. In der offenen Kategorie darf eine Drohne keine gefährlichen Güter befördern und nichts abwerfen, Feuerwerkskörper fallen unter beides. Die Lichtshows mit Hunderten Drohnen, die manche Städte statt eines Feuerwerks zeigen, sind professionelle Einsätze in der speziellen Kategorie mit eigener Genehmigung.
Welche Kameraeinstellungen passen für Feuerwerk?
Manuell belichten, weil die Automatik den dunklen Himmel aufhellt und die hellen Effekte dabei ausbrennen. Für Video eignen sich 25 oder 30 Bilder pro Sekunde mit 1/50 bzw. 1/60 s Verschlusszeit, dazu ein fester ISO-Wert und ein fester Weißabgleich. Fotos gehen bei der Mini 4 Pro mit bis zu 2 s Belichtung, scharf werden sie im Schwebeflug aber nur bei Windstille.
Was droht bei Verstößen gegen die Drohnenregeln an Silvester?
Verstöße gegen die Betriebsregeln sind Ordnungswidrigkeiten nach dem Luftverkehrsgesetz, der Bußgeldrahmen reicht bis 50.000 Euro. Wer mit der Drohne Menschen verletzt oder Sachen beschädigt, haftet zusätzlich für den Schaden und kann sich strafbar machen. Darum ist in Deutschland für jede Drohne eine Haftpflichtversicherung Pflicht.