Das Wichtigste in Kürze
- Selfie mit Drohne: Drohne mit Handstart, Aufnahmemodus per Knopf wählen, von der Hand starten. Alternativ QuickShots wie den Dronie oder die Motivverfolgung einer Kameradrohne nutzen.
- Abstand: 2 bis 5 Meter für ein erkennbares Bild. Mit 13 mm Weitwinkel füllst du auf 2 Meter rund 58 % der Bildhöhe, auf 10 Meter nur 12 %.
- Handstart: möglichst windstill, Hand flach und ruhig halten, die Drohne im Flug nie greifen.
- Gesten: bei der Neo 2 in 2 bis 5 m Abstand, zwischen 5 und 100.000 Lux, ohne dicke Handschuhe.
- Recht: Registrierung beim LBA wegen der Kamera, Haftpflicht, keine Menschenansammlungen und keine fremden Wohngrundstücke.
Drei Wege zum Drohnen-Selfie
Ein Selfie mit der Drohne entsteht auf einem von drei Wegen. Sie unterscheiden sich darin, wie viel du selbst steuern musst.
| Weg | Bedienung | Typische Drohnen | Abstand |
|---|---|---|---|
| Handstart mit Modustaste | Knopf am Gehäuse, Start und Landung auf der Hand | DJI Neo, Neo 2, Flip, HOVERAir X1 | wenige Meter, je nach Modus |
| Geste, Sprache, Uhr | Handzeichen, Sprachbefehl, Smartwatch | DJI Neo 2 | 2 bis 5 m |
| Fernsteuerung und App | QuickShots, Motivverfolgung, freie Steuerung | Mini-, Air- und Lito-Serie | bis 50 m Motivabstand bei QuickShots |
Handstart mit Modustaste ist der schnellste Weg. Du wählst einen Modus wie Folgen, Dronie oder Kreisen, legst die Drohne auf die flache Hand und drückst. Die Drohne steigt auf, fliegt die Bahn ab und kommt zurück. Ein Smartphone brauchst du dafür nur zur Einrichtung.
Geste und Sprache erweitern das. Bei der DJI Neo 2 funktioniert die Gestensteuerung laut DJI in den Modi Spotlight und Folgen, mit einer Hand bewegst du die Drohne dann, ohne etwas in der Hand zu halten. Die Sprachsteuerung versteht laut DJI Englisch und Chinesisch und braucht eine WLAN-Verbindung zum Smartphone.
Fernsteuerung und App sind der Weg mit klassischen Kameradrohnen. Hier startest du vom Boden, rahmst dich im Livebild ein und lässt einen QuickShot laufen oder die Drohne dir folgen. Die Bildqualität ist meist höher, dafür dauert der Ablauf länger.
Wie weit die Drohne weg sein sollte
Der Abstand entscheidet, ob ein Porträt oder ein Landschaftsbild mit dir darin entsteht. Selfiedrohnen arbeiten mit starkem Weitwinkel, damit du auch aus kurzer Entfernung ganz ins Bild passt. Die DJI Neo hat laut Datenblatt 117,6 Grad Bildwinkel, das entspricht 13 mm Kleinbild. Die HOVERAir X1 liegt bei 19 mm, Flip und Mini 4 Pro bei 24 mm.
Daraus lässt sich ausrechnen, welchen Teil der Bildhöhe eine 1,80 m große Person im 16:9-Video einnimmt:
| Abstand | 13 mm (Neo) | 19 mm (HOVERAir X1) | 24 mm (Flip, Mini 4 Pro) |
|---|---|---|---|
| 2 m | 58 % | 84 % | größer als das Bild |
| 5 m | 23 % | 34 % | 43 % |
| 10 m | 12 % | 17 % | 21 % |
| 20 m | 6 % | 8 % | 11 % |

Mit Weitwinkel schrumpft die Person schnell. Zwischen 2 und 5 Metern bleibt sie das Motiv, ab 10 Metern wird sie Teil der Landschaft.
Die Werte sind gerechnet, ohne Verzeichnung des Objektivs. Sie zeigen die Größenordnung, und die ist eindeutig. Für ein Bild, auf dem man dein Gesicht erkennt, gehört die Drohne auf 2 bis 5 Meter. Diesen Bereich nennt DJI auch für die Gestensteuerung der Neo 2. Ab 10 Metern bist du mit Weitwinkel nur noch ein kleiner Teil des Bildes. Das ist gewollt, wenn die Landschaft die Hauptrolle spielt.
Ein Nebeneffekt des Weitwinkels zeigt sich am Bildrand. Gesichter werden dort sichtbar verzerrt. Stell dich deshalb in die Bildmitte und lass die Drohne zentrieren, statt dich an den Rand zu drängen.
Die Aufnahmemodi für Selfies
Für Selfies taugen vor allem Modi, die dich im Bild halten, während sich die Drohne bewegt. Die DJI-Bezeichnungen:
- Dronie: Die Drohne fliegt rückwärts und aufwärts von dir weg, die Kamera bleibt auf dich gerichtet. Der Klassiker für einen Abschluss, bei dem sich die Umgebung öffnet.
- Rocket: senkrechter Aufstieg über dir mit Blick nach unten.
- Kreisen: eine Kreisbahn um dich auf gleichbleibender Höhe.
- Helix: eine aufsteigende Spirale um dich.
- Spotlight: Die Drohne bleibt stehen und dreht sich mit dir mit.
- Folgen: Die Drohne hält dich im Bild und fliegt hinterher, etwa beim Gehen oder Radfahren.
Bei der DJI Neo wählst du Dronie, Kreisen, Rocket, Spotlight und Folgen direkt über die Modustaste. Die Flip bietet dieselben Modi plus einen frei belegbaren Platz. Die HOVERAir X1 hat laut Hersteller zwölf feste Modi, darunter Folgen, Orbit und Vogelperspektive. Welche DJI-Drohne welche Kamerafahrt beherrscht und wie viel Platz sie braucht, zeigt der Ratgeber zu den DJI QuickShots.
Für ein einzelnes Foto ist Spotlight oder das Schweben in festem Abstand der beste Ausgangspunkt. Für Gruppenfotos hat die Neo 2 SelfieShot. Die Funktion zentriert laut DJI bis zu 30 Personen im Bild, wenn sie höchstens eine Körperbreite auseinander stehen und nach dem Start an ihrem Platz bleiben.
Hochformat oder Querformat
Für Instagram, TikTok und Status-Meldungen ist Hochformat gefragt. Viele Selfiedrohnen liefern es direkt. Neo, Neo 2 und Flip schneiden ein 9:16-Fenster aus dem Sensorbild, die Neo in Full HD, Neo 2 und Flip in 2,7K. Die Mini 4 Pro dreht dagegen die ganze Kamera um 90 Grad und filmt hochkant in 4K. Welche Modelle wie arbeiten, steht im Ratgeber zum Hochformat bei DJI-Drohnen.
Querformat bleibt die bessere Wahl für Clips, in denen die Umgebung mitspielt, also Dronie, Rocket und lange Folgen-Fahrten. Aus 4K im Querformat lässt sich später immer noch ein Hochformat-Ausschnitt schneiden, umgekehrt geht das nicht.
Handstart und Landung ohne Risiko
Start und Landung auf der Hand sind der Moment, in dem die Propeller deinem Gesicht am nächsten kommen. Selfiedrohnen schützen die Rotoren deshalb mit einem geschlossenen Käfig. DJI nennt für die Neo 2 einige Regeln, die sinngemäß für alle Modelle mit Handstart gelten:
- Wind meiden: möglichst bei Windstille fliegen. Eine leichte Drohne versetzt schon bei Böen spürbar.
- Hand flach und ruhig: die Hand waagerecht ausstrecken und nicht bewegen, während die Drohne abhebt oder aufsetzt.
- Nicht greifen: die Drohne im Flug nie mit der Hand fangen. Zur Landung kommt sie von selbst auf die Handfläche.
- Rückkehr zur Hand: bei der Neo 2 in 2 bis 5 m waagerechtem Abstand und höchstens 2 m Höhenunterschied zur Handfläche auslösen.
Lange Haare, Kapuzenbänder und lose Schals gehören beim Handstart nach hinten. Wer unsicher ist, startet die ersten Male vom Boden oder von einer Mauer.
Licht, Hintergrund und Motiverkennung
Die Motiverkennung der Selfiedrohnen arbeitet über die Kamera. Sie braucht Licht und Kontrast. Für die QuickShots nennt DJI einen Lichtbereich von 300 bis 10.000 Lux, für die Gestensteuerung der Neo 2 5 bis 100.000 Lux. In der Dämmerung oder bei grellem Mittagslicht auf Schnee kommt die Erkennung an ihre Grenzen.
Für die Aufnahme selbst helfen ein paar einfache Regeln:
- Kontrast zum Hintergrund: Eine rote Jacke vor grüner Wiese erkennt die Drohne leichter als dunkle Kleidung vor dunklem Wald.
- Sonne seitlich: Steht die Sonne hinter dir, wird dein Gesicht dunkel. Seitliches Licht zeichnet Konturen, ohne zu blenden.
- Freie Bahn: Vor Dronie, Rocket und Kreisen nach oben und hinten schauen. Äste und Leitungen sind die häufigsten Hindernisse.
- Abstand zum Horizont: Bei 13 mm wölbt sich der Horizont am Rand. Halte ihn in der Bildmitte, dann bleibt er gerade.
Was rechtlich gilt
Auch eine 135-Gramm-Selfiedrohne ist rechtlich eine Drohne mit Kamera. Daraus folgen die üblichen Pflichten:
- Registrierung: Als Betreiber registrierst du dich beim Luftfahrt-Bundesamt, die e-ID kommt sichtbar an die Drohne. Grund ist die Kamera, das Gewicht spielt dafür keine Rolle.
- Haftpflicht: In Deutschland für jede Drohne Pflicht.
- Kein Kompetenznachweis unter 250 Gramm, darunter liegen alle gängigen Selfiedrohnen.
- Personen: In der Unterkategorie A1 darfst du einzelne unbeteiligte Personen überfliegen, Menschenansammlungen nie.
- Orte: Fremde Wohngrundstücke nur mit Zustimmung, in Naturschutzgebieten gar nicht.
Ein Punkt kommt beim Selfie dazu. Sind andere Menschen erkennbar im Bild, berührt das ihr Recht am eigenen Bild. Für dein privates Album ist das unkritisch, wer Aufnahmen veröffentlicht, sollte erkennbare Fremde vorher fragen oder herausschneiden.
Welche Drohnen für Selfies gebaut sind
Für Selfies zählen Handstart, geschlossener Propellerschutz, Modustaste und eine zuverlässige Motivverfolgung. Diese drei Modelle bringen das mit, in unterschiedlicher Ausprägung:
- DJI Neo 2: 151 g, Gesten- und Sprachsteuerung, SelfieShot für Gruppen, Hinderniserkennung in alle Richtungen.
- HOVERAir X1: 125 g, zwölf feste Modi, fliegt bis 10 m Höhe und orientiert sich ohne GPS.
- DJI Flip: 249 g, größerer 1/1,3-Zoll-Sensor mit 24 mm Brennweite, dazu ein 3-Achsen-Gimbal.
Sechs Selfie-Drohnen mit Handstart in einer Rangfolge nach Bedienung, Bild, Flugzeit und Preis vergleicht die Liste der besten Selfie-Drohnen.
Fazit: nah ran, Mitte halten, Hand ruhig
Ein gutes Drohnen-Selfie entscheidet sich am Abstand. Mit den weitwinkligen Selfiedrohnen bleibst du zwischen 2 und 5 Metern das Motiv, alles darüber erzählt von der Landschaft. Den Modus wählst du nach dem Bild. Spotlight und Schweben passen zum Porträt, Dronie und Rocket zum Clip mit Weite. Vor dem ersten Start einmal die Registrierung erledigen, die Versicherung prüfen und den Startplatz frei von Ästen wählen. Dann reicht beim nächsten Ausflug ein Knopfdruck.
Häufige Fragen
Wie macht man ein Selfie mit einer Drohne?
Am einfachsten mit einer Drohne mit Handstart wie der DJI Neo oder der HOVERAir X1. Du wählst am Gehäuse einen Aufnahmemodus, startest die Drohne von der flachen Hand, sie fliegt eine feste Bahn um dich und landet wieder auf der Hand. Mit einer klassischen Kameradrohne geht es über die QuickShots in der App, etwa den Dronie, oder über die Motivverfolgung.
Welcher Abstand ist für ein Drohnen-Selfie richtig?
Für ein Bild, auf dem man dich gut erkennt, 2 bis 5 Meter. Bei einer Weitwinkel-Selfiedrohne mit 13 mm Kleinbild-Brennweite füllt eine 1,80 m große Person auf 2 Meter rund 58 Prozent der Bildhöhe, auf 10 Meter nur noch 12 Prozent. Die Gestensteuerung der DJI Neo 2 ist laut DJI ebenfalls für 2 bis 5 Meter Abstand ausgelegt.
Brauche ich für ein Drohnen-Selfie eine Fernsteuerung?
Nein. Selfiedrohnen wie DJI Neo, Neo 2, Flip und HOVERAir X1 fliegen ihre Aufnahmemodi per Knopfdruck am Gehäuse ab. Die App brauchst du für die Ersteinrichtung, für Einstellungen und zum Herunterladen der Aufnahmen. Für freie Kamerafahrten und größere Entfernungen ist eine Fernsteuerung trotzdem die bessere Wahl.
Ist ein Selfie mit der Drohne erlaubt?
Ja, mit den üblichen Pflichten. Weil die Drohne eine Kamera hat, musst du dich beim Luftfahrt-Bundesamt als Betreiber registrieren und die e-ID an der Drohne anbringen, auch unter 250 Gramm. Eine Haftpflichtversicherung ist in Deutschland Pflicht. Verboten bleiben Flüge über Menschenansammlungen, über fremden Wohngrundstücken ohne Zustimmung und in Naturschutzgebieten.
Kann eine Drohne ein Gruppenfoto machen?
Ja. Die DJI Neo 2 hat dafür SelfieShot, das laut DJI bis zu 30 Personen automatisch im Bild zentriert. Die Personen sollten höchstens eine Körperbreite auseinander stehen und sich nach dem Start nicht mehr als etwa einen Meter bewegen. Mit anderen Drohnen gelingt ein Gruppenfoto im Schwebeflug über Intervall-Fotos aus der App, bei denen die Drohne in festen Abständen auslöst.
Funktioniert die Gestensteuerung mit Handschuhen?
Mit dicken Handschuhen oder Fäustlingen nicht, das schreibt DJI für die Neo 2 ausdrücklich. Die Finger sollen vollständig ausgestreckt sein. Außerdem versagt die Gestenerkennung unter 5 Lux, also bei Dämmerung, und über 100.000 Lux in sehr grellem Sonnenlicht.
Warum sehe ich auf Drohnen-Selfies so klein aus?
Weil Selfiedrohnen mit extremem Weitwinkel arbeiten. Die DJI Neo hat 117,6 Grad Bildwinkel, das entspricht 13 mm Kleinbild. Schon auf 5 Meter Abstand nimmt eine erwachsene Person dann nur noch knapp ein Viertel der Bildhöhe ein. Näher heranfliegen oder den Abstand im Modus verkürzen hilft, ebenso ein Ausschnitt in der Bearbeitung.