Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat der EU-Kommission am 18. September 2026 neue Sicherheitsregeln für Drohnen vorgeschlagen. Nach der Opinion 06/2026 müssten sich Betreiber in der offenen Kategorie schon ab 100 g Startmasse registrieren. Ab derselben Grenze bräuchte jede Drohne ein aktives Remote ID, und neue Modelle sollen ohne hinterlegte Betreibernummer nicht mehr starten. Vor jeder Registrierung müssten die Behörden außerdem die Identität des Betreibers prüfen. Den Anstoß gab der Aktionsplan der Kommission zur Drohnensicherheit vom 11. Februar 2026.
Was ändert sich nach dem Entwurf?
| Regel | heute | nach dem Entwurf |
|---|---|---|
| Registrierung | ab 250 g, darunter nur mit Kamera | ab 100 g, mit oder ohne Kamera |
| Remote ID | bei Drohnen der Klassen C1 bis C3 | bei jeder Drohne ab 100 g |
| Startsperre ohne Betreibernummer | keine | Pflicht für neue Modelle |
| Kompetenznachweis A1/A3 | erst ab 250 g | ab 100 g, auch für C0-Drohnen |
| Identitätsprüfung bei der Registrierung | je nach Land verschieden | Pflicht in allen EU-Staaten |
Unter 100 g entfallen nach dem Entwurf Registrierung, Remote ID und Kompetenznachweis, auch wenn die Drohne eine Kamera trägt. Das betrifft vor allem kleine FPV-Whoops. An der Grenze selbst hat die EASA trotz Kritik in der Anhörung festgehalten. Sie stammt nach Angaben der Agentur von den Sicherheitsbehörden, die den Aktionsplan erarbeitet haben.

Nach dem Entwurf greifen die Pflichten ab 100 g, für den Bestand bis 900 g ohne Nachrüsten.
Was gilt für Drohnen, die du schon hast?
Für den Bestand sieht der Entwurf eine Übergangsregel vor. Stichtag sind zwölf Monate nach Inkrafttreten der neuen Verordnung. Drohnen, die bis dahin auf den Markt kommen, brauchen keine Startsperre. Wiegen sie höchstens 900 g, müssen sie auch kein Remote-ID-Modul nachrüsten, denn bei so leichten Drohnen hält die EASA das für technisch nicht machbar. Schwerere Drohnen ohne Remote ID bräuchten spätestens vier Jahre nach Inkrafttreten ein solches Modul.
Die neue Registrierungsgrenze und die Identitätsprüfung würden ab Inkrafttreten gelten. Wer heute eine Kameradrohne unter 250 g fliegt, muss sich wegen der Kamera ohnehin schon registrieren. Neu wäre für diese Piloten vor allem der Kompetenznachweis A1/A3, den der Entwurf für jede Drohne ab 100 g verlangt. Für eine DJI Mini, Neo oder Flip mit C0-Label braucht es ihn in der Unterkategorie A1 bisher nicht.
Was gilt für Eigenbauten und Modellflugvereine?
Selbst gebaute Drohnen nimmt der Entwurf ausdrücklich nicht aus. Ab 100 g bräuchten auch sie Remote ID und die Startsperre, um in den Unterkategorien A1 und A3 zu fliegen. Das trifft viele FPV-Drohnen unter 250 g, die heute als Eigenbau ohne weitere Technik in A1 starten dürfen. Modellflugverbände und Hersteller von Bausätzen hatten in der Anhörung Bedenken angemeldet.
Für Modellflugvereine dürfen die Mitgliedstaaten in der Vereinsgenehmigung festlegen, ob Remote ID nötig ist. Zwei Punkte aus dem Entwurf vom Mai hat die EASA gestrichen. Die ausgeweitete Pflicht zur Geo-Awareness, die auch Eigenbauten getroffen hätte, entfällt. Einen eigenen Begriff für kritische Infrastruktur gibt es ebenfalls nicht, Schutzzonen legen die Staaten weiter über geografische Gebiete fest.
Was noch offen ist
Die Opinion ist ein Vorschlag. Ob und wann die Regeln kommen, entscheidet die EU-Kommission nach Abstimmung im Ausschuss der Mitgliedstaaten. Einen Termin nennt die EASA nicht, alle Fristen im Entwurf hängen am noch offenen Datum des Inkrafttretens. Eine zweite Opinion mit Vereinfachungen für die offene Kategorie will die Agentur im vierten Quartal 2026 vorlegen. Bis eine neue Verordnung im Amtsblatt steht, gelten die bisherigen Regeln.
Quellen
- EASA: Opinion No 06/2026, Regular update of Regulations (EU) 2019/947 and (EU) 2019/945, Security (18.09.2026)
- EASA: NPA 2026-103, Simplification and security (18.05.2026)
- Europäische Kommission: Action Plan on Drone and Counter Drone Security (11.02.2026)
- Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 in der geltenden Fassung
- Dronewatch: EASA moves closer to drone take-off prevention and drops geo-awareness expansion (22.09.2026)